Zweifel an den Armutszahlen

Was tun Parteien, deren Geschäftsmodell auf dem Schüren von Armutssangst zu basieren scheint, wenn die Armut immer weiter schrumpft? Richtig – man erfindet neue Kennzahlen und berechnet die „alte“ Armut auf die „neue“ Weise. Der Sozialbericht von Minister Rudolf Hundstorfer erweckte kürzlich den Eindruck, die manifeste Armut wäre gestiegen – dabei hatte man sie nur neu berechnet.

Nach EU-weit verwendeten Kriterien sind in Österreich schon seit Jahrzehnten zwischen drei und vier Prozent „manifest arm“ (2011: 3,9 Prozent). Dabei sind „manifest Arme“ heute weniger arm als noch vor etwa 20 Jahren, denn sie verfügen heute fast ausnahmslos über Fernseher, Waschmaschine oder Telefon.

96 Prozent der in Österreich Lebenden betrifft „manifeste Armut“ also nicht.

Damit kann man Österreichs Mittelschicht aber nicht mehr suggerieren, sie stünde vor dem sozialen Abstieg und solle deshalb vermeintlich „soziale und gerechte“ Parteien wählen.

2008 erfand die Statistik Austria eine neue Armuts-Kennzahl (siehe S. 74 „EU-Definition“ im Armutsbericht). Nach EU-Definition galt als „manifest arm“, wer „vier von neun Kriterien“ erfüllte (Grafik-Übersicht unten), nach österreichischer Definition gilt nun als manifest arm, wer auch nur „ein (oder zwei) von sieben Kriterien“ erfüllt. Und die Kriterien selber verschärfte man auch noch. So strich man den „Besitz von TV, Telefon und Waschmaschine“ aus der Kriterien-Liste (Weil das fast niemanden mehr betraf) und ersetzte sie durch neue Kriterien wie „Können Sie unerwartete Ausgaben von 950 Euro spontan tätigen?“

So waren Österreicher, die nach EU-Definition nicht arm waren, nach „österreichischer“ Definition ab 2008 plötzlich schon arm, wenn sie nicht mindestens einmal im Monat Freunde zum Essen einladen konnten oder nicht jeden zweiten Tag Fleisch/Fisch/vegetarisch aßen („Machen Germknödel arm?“).

Wie willkürlich die Verschärfung erfolgte, demonstriert die Tatsache, dass nicht nur 323.000 Armutsgefährdete es sich nicht leisten konnten, Freunde regelmäßig zum Essen einzuladen, sondern auch 591.000 Nicht-Armutsgefährdete.

Ebenfalls 2008 erschuf die Statistik Austria (mit Armutskonferenz, …) einen Katalog von 17 nationalen Eingliederungsindikatoren, um die Armuts- bzw. Ausgrenzungsquote zu ermitteln. Demnach sind 18 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer gefährdet (siehe S. 110 ff im Armutsbericht), weil sie…

  • „…mehr als 25 Prozent des Einkommens für Miete ausgaben“, was 18 Prozent der Bevölkerung betraf (und was - schwuppdiwupp - 100.000-e Studenten oder Junge über Nacht in die „manifeste Armut“ rutschen ließ. Ohne dass diese freilich davon etwas ahnten).
  • „…Bad oder WC am Gang hatten oder ein Raum dunkel oder schimmlig war“, drei Prozent kreuzten dies an (Wem fällt bei so einer Befragung da nicht ein dunkles Zimmer ein? Oder der Badezimmerschimmel vom letzten Jahr?)
  • „…sich durch Kriminalität oder Lärm oder Umweltverschmutzung belästigt fühlten“, das betraf 10 Prozent (!) aller Bürger (immerhin fühlten sich plötzlich 100.000-e Haushalte an Durchzugsstraßen wie dem Gürtel oder der Ringstraße betroffen).

Durch Studenten war Dauerarmut plötzlich gestiegen

Die Experten von Armutskonferenz und Co hatten ganze Arbeit geleistet. Mit der neuen Kennzahl ist es fast schon eine Kunst, nicht arm bzw. durch Armut ausgegrenzt zu sein. Zusätzlich hatten die „neu designten“ Kennzahlen viele Studenten nicht nur in die manifeste, sondern sogar in die dauerhaft manifeste Armut/Ausgrenzung geschickt. Dies wird marketingmäßig nun intensiv verwendet.

Wer mit übertriebenen Armutszahlen Ängste schürt, stellt sich auf die gleiche Ebene wie jene, die dies mit übertriebenen Fremdenzahlen tun. Es ergibt sich dringender Handlungsbedarf: 

  • Rücknahme der willkürlich erschaffenen Kennzahlen
  • Künftig Berechnung wieder nach EU-weit anerkannten Definitionen
  • Demokratisierung der Armutsdiskussion. Der ORF hat auch solchen Organisationen eine Plattform zu bieten, die der bisherigen Darstellung kritisch gegenüber stehen. Es dürfen nicht nur negative Detailergebnisse aus Sozial- und Armutsbericht herausgepickt werden.
  • Die Bevölkerung ist über die wahren Inhalte des EU-Armutsberichtes zu informieren
  • Die Statistik Austria wird mit Konrad Pesendorfer vom Kanzlerberater Faymanns (SPÖ) geleitet. Ideologisch motivierte Besetzungen schaden dem Ansehen solcher Organisationen und sind nicht angetan, das Vertrauen in die demokratischen Strukturen unseres Landes zu festigen.
  • Die öffentlichen Subventionen für Organisationen, deren einzige Aufgabe das Schüren von gesellschaftlicher Abstiegsangst zu sein scheint, sollten einer grundsätzlichen Überprüfung unterzogen werden.

Michael Hörl ist Wirtschaftspublizist aus Salzburg. In seinem aktuellen Buch „Die Gemeinwohl-Falle“ beschäftigt er sich mit Zahlen und Thesen Christian Felbers, Jean Zieglers, der Arbeiterkammer und der Caritas. Zentrales Thema ist bei Hörl „die geschürte Abstiegsangst“.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    26. November 2012 22:32

    Ich sehe es als extrem pervers an, mit solchen Kriterien zu arbeiten.
    Nehmen wir an, jemand nimmt Kredit auf um jene 'unerwartete Ausgabe' oder die 'neue Kleidung' kaufen zu können. Dann ist er nicht arm, denn er kann es sich ja 'leisten'!
    Die gute alte doppelte Buchführung zeigt uns aber: das Gegenteil ist der Fall.
    Denn vorher war die GuV stets neutral, Einnahmen standen Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber.
    Nun ist die GuV schwer im Minus, diese Art von Ausgaben sind ja direkte Aufwendungen und logischerweise nicht aktivierbar.
    Also schlägt der Verlust in die Bilanz durch, das 'Eigenkapital' wird negativ oder zumindest weniger, man hat also von der Substanz oder der Zukunft gezehrt.

    Hier wird ein Denkfehler der Linken offenbar! (Wie in D mit der Medianrechnung).

    Dabei wäre es so einfach! Arm ist wer sich Essen und Trinken nicht leisten kann, wer keinen warmen Platz zum Schlafen hat, wer keine notwendigen medizinischen Leistungen erhält. Daneben noch Personen, welche die Ausbildung ihrer Kinder nicht finanzieren können.
    Bleiben in Österreich also 0 (in Worten: Null) Personen übrig.

    Jedenfalls herzlichen Dank für diese Informationen!

  2. Ausgezeichneter KommentatorHaider
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    27. November 2012 23:59

    Natürlich gibt es arme Menschen. Wenn eine Mutter am Grab ihrem Kind nachschauen muß, dann ist sie arm. Wenn ein 3jähriger mit Leukämie im Spital landet, dann ist er arm. Wenn ein alter Mensch in seiner Wohnumgebung keine einzige Ansprechperson mehr hat (z.B. umzingelt von lauten Türken), dann ist er arm.
    Wenn jemand keinen Farbfernseher hat, kann er sich glücklich schätzen - er erspart sich den ORF. Wenn einer kein Auto benötigt, kann er sich glücklich schätzen - Benzinpreiswucher ist ihm egal. Wenn jemand im Sommer am Flußufer vor sich hinträumt und kein WC mit Wasserspülung in unmittelbarer Nähe hat, ist der arm?
    Statistik ist immer in Zahlen gegossene Lüge!
    Das ist so, wie wenn uns die Politiker pausenlos erklären, daß wir "im Vergleich" wie im Paradies leben. Nur, wir leben nicht "im Vergleich" sondern in Österreich.

  3. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    27. November 2012 00:21

    Aus aktuellem Anlaß:
    Helmut Zenker, bekennender Kommunist und Erfinder des Fernseh-Kottan, wurde einmal gefragt, wie er als stolzer FERRARI-Besitzer das mit seiner linksextremen Überzeugung vereinbaren kann. Seine entwaffnende Antwort "Ich möchte, daß sich ALLE Mitmenschen ein solches Auto leisten können"!
    Soweit wird es noch kommen, denn auf die Spitze wird uns bald vermittelt - arm ist jeder, der sich einen FERRARI nicht leisten kann. Der Selbstzweck der linken Umverteiler wird immer dreister!

  4. Ausgezeichneter KommentatorLa Rochefoucauld
    1x Ausgezeichneter Kommentar
  5. Ausgezeichneter KommentatorMarkus Theiner
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    28. November 2012 08:21

    Das Kriterium mit dem Essen verstehe ich nicht einmal. Wenn ich nicht Fisch oder Fleisch esse - ist das dann nicht automatisch vegetarisch?

    Die anderen Kriterien kommen mir auch alle ziemlich vage vor. Was ist "abgemessen warm"? Wie oft muss ich mir neue Kleidung kaufen um das Kriterium nicht zu erfüllen? Was ist, wenn ich es mir zwar leisten könnte die ganze Verwandtschaft jede Woche ins Schweizerhaus auszuführen, es aber einfach nicht tue? Oder umgekehrt zwar am Rand des Bankrotts stehe, aber jeden Monat einen Freund auf einen Hot-Dog beim Würstelstand einlade? Wann ist ein Arztbesuch notwendig? Meistens gehen Leute nicht zum Arzt, weil sie nicht wollen, nicht weil sie es sich nicht leisten können. Das finanzielle Problem entsteht in der Regel im Land der Pflichtversicherung ohnehin nicht beim Arztbesuch sondern dann bei der Finanzierung der vom Arzt empfohlenen Maßnahmen. Und so weiter.
    Das sind alles keine klar definierten Kriterien.

  6. Ausgezeichneter KommentatorJohann Glaser Partner Homepage
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    27. November 2012 21:50

    Sehr geehrter Herr Hörl!

    Vielen Dank für Ihren aufschlussreichen Artikel! Es ist wichtig, dass auf solche manipulativen Tricks hingewiesen wird.

    Ich möchte Sie aber darum bitten, die Grafik (und zukünftige Grafiken) ordentlich zu gestalten. Im Bild sind diverse rote Wellenlinien von der Rechtschreibkorrektur zu erkennen. Sie haben offenbar einfach einen Screenshot gemacht, und dann das Bild abgespeichert.

    Weiters sind in der Grafik zw. einigen Wörtern enorm breite Leerräume (z.B. "Notwendige Arzt- oder").

    Schämen Sie sich denn dafür gar nicht? Sind wir als Leser Ihnen derart egal, dass Sie eine so schlampige Grafik veröffentlichen?

    Exportieren Sie doch bitte eine herzeigbare Grafik, und wenn das Ihr Programm nicht kann, dann schalten Sie wenigstens die Rechtschreibprüfung aus, bevor Sie den Screenshot aufnehmen.

    Und Formatieren Sie den Text doch einfach linksbündig, und noch besser, aktivieren Sie die Silbentrennung. Dann sind auch die breiten Leerräume weg.

    Nix für Ungut, aber es kommt eben nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Präsentation. Letztere ist vor allem ein Indikator dafür, wie viel Respekt Sie Ihren Lesern entgegenbringen.

    Vielen Dank

  7. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    27. November 2012 15:31

    "Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe".
    Dieser Satz wird zwar fälschlicherweise Winston Churchill zugeordnet, aber kam vermutlich aus dem Mund vom Reichspropagandaminister Joseph Goebbels bzw. seinem Mitarbeiterstab.

    Auch Rudolf Hundsdorfer beherrscht diese Zahlenspielereien und zeigt immer wieder, wie Österreich im Vergleich zu anderen Ländern "gut" dasteht. So werden uns monatlich auch immer "geschönte" Arbeitslosenzahlen mitgeteilt. Tatsächlich werden kurz vor dem Stichtag immer zigtausende Arbeitslose auf überwiegend nutzlose Kurse geschickt, damit diese an diesem Tag nicht zu den Arbeitslosen zählen. Ein Nachbar, welcher kurz vor Erreichung des Pensionsalters steht, wurde eben aus dem gleichen Grund zum x-ten Mal auf einen Kurs "Wie bewerbe ich mich richtig" gesandt.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJohann Glaser Partner Homepage
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    27. November 2012 21:50

    Sehr geehrter Herr Hörl!

    Vielen Dank für Ihren aufschlussreichen Artikel! Es ist wichtig, dass auf solche manipulativen Tricks hingewiesen wird.

    Ich möchte Sie aber darum bitten, die Grafik (und zukünftige Grafiken) ordentlich zu gestalten. Im Bild sind diverse rote Wellenlinien von der Rechtschreibkorrektur zu erkennen. Sie haben offenbar einfach einen Screenshot gemacht, und dann das Bild abgespeichert.

    Weiters sind in der Grafik zw. einigen Wörtern enorm breite Leerräume (z.B. "Notwendige Arzt- oder").

    Schämen Sie sich denn dafür gar nicht? Sind wir als Leser Ihnen derart egal, dass Sie eine so schlampige Grafik veröffentlichen?

    Exportieren Sie doch bitte eine herzeigbare Grafik, und wenn das Ihr Programm nicht kann, dann schalten Sie wenigstens die Rechtschreibprüfung aus, bevor Sie den Screenshot aufnehmen.

    Und Formatieren Sie den Text doch einfach linksbündig, und noch besser, aktivieren Sie die Silbentrennung. Dann sind auch die breiten Leerräume weg.

    Nix für Ungut, aber es kommt eben nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Präsentation. Letztere ist vor allem ein Indikator dafür, wie viel Respekt Sie Ihren Lesern entgegenbringen.

    Vielen Dank


alle Kommentare

  1. Rain (kein Partner)
    02. März 2015 11:31

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  9. mannbar
    29. November 2012 15:38

    Immer wenn ich in einem Mainstream-Medium höre/lese: "Die Armut..." weiß ich, dass ich alles, was nach diesen beiden Wörtern kommt, vergessen kann. Die ganze Armutsdiskussion ist nämlich nur noch pure Ideologie. Entweder geht es um die künstliche Schaffung von Armut, um Arbeitsplätze für Armutsbetreuer und -besorgte zu sichern. Oder es handelt sich um bloße Umverteilungsrhetorik in der Form von Armutsrhetorik.

    Oftmals wird Armut prozentuell am Einkommen gemessen. Wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens hat beispielsweise. Damit ist klar, dass es nicht um Armut sondern um Gleichheit geht. Und weiters dass die Armut erst dann aufhören wird, wenn die Gleichheit mehr oder weniger hergestellt ist. Die relative ("prozentuelle") Armut sagt nichts aus, da es einen Unterschied macht, ob man in einem Dritte-Welt-Land lebt oder etwa in Luxemburg. Eine absolute Gleichheit kann es in einem funktionierenden liberalen System aber nicht geben. Die gibts nur in kommunistischen Systemen - dort aber gibt es dann wirklich fast nur noch echte Arme, die dann allerdings nicht mehr als solche erfasst würden. Gut, das ist halt linke Logik. Klingt komisch, ist aber so.

    Es ist reinste Ideologie wie fast schon alles, was man an Statistiken und Nachrichten präsentiert bekommt. Heutige Wohlfahrtsdemokratien produzieren in epischen Ausmaßen als Information verkleidete Propaganda. Es ist zum Haare-Raufen!

    Auch wenn ich immer wieder höre: "Armut ist weiblich". Das ist ein Stehsatz. Die Obdachlosen, denen ich in Wien immer wieder begegne und die ich tatsächlich als genuin arm betrachten würde, sind zu geschätzten 95% Männer.

    Außerdem schließt oft die Reichen-Diskussion an. So als würde es eine begrenzte Menge an Gütern geben, die den Armen von den Reichen weggenommen würden. Die meisten Güter entstehen aber nicht von selbst. Reiche sind oftmals reich, weil sie mehr leisten. Hinter all dieser Rheotorik steckt meistens nichts als schnöder blanker Neid, übertüncht mit der Patina der moralisch Bewegten.

  10. Sergej-segejewitsch (kein Partner)
    28. November 2012 21:51

    Gospodi! Ih mein Gott ich bin schlagartig verarmt! Habe heuer gar nicht jedes Monat meine Freunde zum Essen eingeladen(in den Jahren davor auch nur einmal im Jahr...) sondern bloß 2x im Jahr. Wer sowie ich wirklich noch auf den Ederer Tausender seitens EU wartet
    brigitte.ederer@siemens.com
    Sie schickt ihn uns bestimmt noch heuer per Post oder überweisst es an die mitgesandt e Kontonummer samt Inflationsanpassung. Sozialdemokraten sind ja sehr sozial!Bis auf die E-Mail alles Sarkasmus...
    Wer sich von Ederer,Vranitzky ,Mock ,Kluma,Schüssel,Gusenbauer,Molteter,Faymann(Krone zum Lü gen printen ...wir lassrn Abstimmungen zur EU zu...),Pröll,Spindelegger (alles Bankenfreunde oder Freimaurer) belügen lässt ist alt und dumm oder gelunde gesagt nicht bei Trost!

  11. Markus Theiner
    28. November 2012 08:21

    Das Kriterium mit dem Essen verstehe ich nicht einmal. Wenn ich nicht Fisch oder Fleisch esse - ist das dann nicht automatisch vegetarisch?

    Die anderen Kriterien kommen mir auch alle ziemlich vage vor. Was ist "abgemessen warm"? Wie oft muss ich mir neue Kleidung kaufen um das Kriterium nicht zu erfüllen? Was ist, wenn ich es mir zwar leisten könnte die ganze Verwandtschaft jede Woche ins Schweizerhaus auszuführen, es aber einfach nicht tue? Oder umgekehrt zwar am Rand des Bankrotts stehe, aber jeden Monat einen Freund auf einen Hot-Dog beim Würstelstand einlade? Wann ist ein Arztbesuch notwendig? Meistens gehen Leute nicht zum Arzt, weil sie nicht wollen, nicht weil sie es sich nicht leisten können. Das finanzielle Problem entsteht in der Regel im Land der Pflichtversicherung ohnehin nicht beim Arztbesuch sondern dann bei der Finanzierung der vom Arzt empfohlenen Maßnahmen. Und so weiter.
    Das sind alles keine klar definierten Kriterien.

  12. Haider
    27. November 2012 23:59

    Natürlich gibt es arme Menschen. Wenn eine Mutter am Grab ihrem Kind nachschauen muß, dann ist sie arm. Wenn ein 3jähriger mit Leukämie im Spital landet, dann ist er arm. Wenn ein alter Mensch in seiner Wohnumgebung keine einzige Ansprechperson mehr hat (z.B. umzingelt von lauten Türken), dann ist er arm.
    Wenn jemand keinen Farbfernseher hat, kann er sich glücklich schätzen - er erspart sich den ORF. Wenn einer kein Auto benötigt, kann er sich glücklich schätzen - Benzinpreiswucher ist ihm egal. Wenn jemand im Sommer am Flußufer vor sich hinträumt und kein WC mit Wasserspülung in unmittelbarer Nähe hat, ist der arm?
    Statistik ist immer in Zahlen gegossene Lüge!
    Das ist so, wie wenn uns die Politiker pausenlos erklären, daß wir "im Vergleich" wie im Paradies leben. Nur, wir leben nicht "im Vergleich" sondern in Österreich.

  13. Schnabeltierfresser (kein Partner)
    27. November 2012 22:56

    Wieso genau, sollen Studenten, die mehr als 25 Prozent des Einkommens für Miete ausgaben, weniger arm sein als Nicht-Studenten?

    • Blitzgneißer (kein Partner)
      27. November 2012 23:29

      @Schnabeltierfresser

      Weil jemand in Ausbildung und daher meist ohne Vollerwerbseinkommen in diese Statistik gar nicht hineingehört. So einfach ist das!

    • Schnabeltierfresser (kein Partner)
      28. November 2012 12:29

      Und das Argument dazu?

    • Anton Aushecker (kein Partner)
      28. November 2012 20:13

      Ich verstehe den Terminus "abgemessen warm" beispielsweise auch nicht.

  14. Johann Glaser (kein Partner)
    27. November 2012 21:50

    Sehr geehrter Herr Hörl!

    Vielen Dank für Ihren aufschlussreichen Artikel! Es ist wichtig, dass auf solche manipulativen Tricks hingewiesen wird.

    Ich möchte Sie aber darum bitten, die Grafik (und zukünftige Grafiken) ordentlich zu gestalten. Im Bild sind diverse rote Wellenlinien von der Rechtschreibkorrektur zu erkennen. Sie haben offenbar einfach einen Screenshot gemacht, und dann das Bild abgespeichert.

    Weiters sind in der Grafik zw. einigen Wörtern enorm breite Leerräume (z.B. "Notwendige Arzt- oder").

    Schämen Sie sich denn dafür gar nicht? Sind wir als Leser Ihnen derart egal, dass Sie eine so schlampige Grafik veröffentlichen?

    Exportieren Sie doch bitte eine herzeigbare Grafik, und wenn das Ihr Programm nicht kann, dann schalten Sie wenigstens die Rechtschreibprüfung aus, bevor Sie den Screenshot aufnehmen.

    Und Formatieren Sie den Text doch einfach linksbündig, und noch besser, aktivieren Sie die Silbentrennung. Dann sind auch die breiten Leerräume weg.

    Nix für Ungut, aber es kommt eben nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Präsentation. Letztere ist vor allem ein Indikator dafür, wie viel Respekt Sie Ihren Lesern entgegenbringen.

    Vielen Dank

    • NC (kein Partner)
      28. November 2012 09:08

      Glaser, was haben sie denn für ein Problem? So ein Kommentar ist ja wirklich peinlich. Seien sie respektvoller mit Menschen, die interessante Artikel schreiben! Schämen Sie sich!

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      28. November 2012 17:56

      @Johann Glaser:

      Sie betreiben überflüssige und unfaire Beckmesserei. Die Grafiken Michael Hörls sind deutlich, klar und verständlich für die einachsten Hirne.
      Wer sie nicht begreift, hat nur, eigenwillig genug, darauf verzichtet, den Text zu lesen. Aber diese Wufmerksamkeit sollten auch Sie einem klugen Autor gönnen.

  15. Observer
    27. November 2012 15:31

    "Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe".
    Dieser Satz wird zwar fälschlicherweise Winston Churchill zugeordnet, aber kam vermutlich aus dem Mund vom Reichspropagandaminister Joseph Goebbels bzw. seinem Mitarbeiterstab.

    Auch Rudolf Hundsdorfer beherrscht diese Zahlenspielereien und zeigt immer wieder, wie Österreich im Vergleich zu anderen Ländern "gut" dasteht. So werden uns monatlich auch immer "geschönte" Arbeitslosenzahlen mitgeteilt. Tatsächlich werden kurz vor dem Stichtag immer zigtausende Arbeitslose auf überwiegend nutzlose Kurse geschickt, damit diese an diesem Tag nicht zu den Arbeitslosen zählen. Ein Nachbar, welcher kurz vor Erreichung des Pensionsalters steht, wurde eben aus dem gleichen Grund zum x-ten Mal auf einen Kurs "Wie bewerbe ich mich richtig" gesandt.

  16. S.B.
    27. November 2012 00:21

    Aus aktuellem Anlaß:
    Helmut Zenker, bekennender Kommunist und Erfinder des Fernseh-Kottan, wurde einmal gefragt, wie er als stolzer FERRARI-Besitzer das mit seiner linksextremen Überzeugung vereinbaren kann. Seine entwaffnende Antwort "Ich möchte, daß sich ALLE Mitmenschen ein solches Auto leisten können"!
    Soweit wird es noch kommen, denn auf die Spitze wird uns bald vermittelt - arm ist jeder, der sich einen FERRARI nicht leisten kann. Der Selbstzweck der linken Umverteiler wird immer dreister!

    • S.B.
      27. November 2012 00:23

      Da fehlt noch ein "...... auf die Spitze GETRIEBEN", sry!

    • S.B.
      27. November 2012 00:25

      Nachtrag:

      Selbstverständlich wurde ihm im "Roten Wien" ein Ehrengrab am Zentralfriedhof gewidmet.

      Siehe auch:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Zenker

    • Helmut Graser
      27. November 2012 13:06

      Stimmt. Das hat auch schon Jan Fleischhauer bei unserer damaligen Veranstaltung so begründet:

      "Doch wie kommt es dann, dass selbst grüne Politiker ohne schlechtes Gewissen Porsche fahren? Ein gewagter Brückenschlag macht’s möglich. „Dadurch, dass ein Linker Porsche fährt, führt es das etablierte System ad absurdum. Er entwertet den Porsche durch das Fahren“, erklärte Fleischhauer dem staunenden Publikum. Als Linker ist man eben immer im Recht, schließlich kämpft man ja dafür, fasste Fleischhauer zusammen."

    • logiker2
      27. November 2012 19:22

      es geht eben nicht um die Solidarität mit den Armen und Benachteiligten, sondern um die Aneignung des selbst nicht erwirtschafteten Reichtum. Daher ist der Sozialismus vorwiegend eine Parasiten und Schmarotzerideologie.

  17. La Rochefoucauld
    26. November 2012 23:07

    Huch. Ich bin arm.

  18. dssm
    26. November 2012 22:32

    Ich sehe es als extrem pervers an, mit solchen Kriterien zu arbeiten.
    Nehmen wir an, jemand nimmt Kredit auf um jene 'unerwartete Ausgabe' oder die 'neue Kleidung' kaufen zu können. Dann ist er nicht arm, denn er kann es sich ja 'leisten'!
    Die gute alte doppelte Buchführung zeigt uns aber: das Gegenteil ist der Fall.
    Denn vorher war die GuV stets neutral, Einnahmen standen Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber.
    Nun ist die GuV schwer im Minus, diese Art von Ausgaben sind ja direkte Aufwendungen und logischerweise nicht aktivierbar.
    Also schlägt der Verlust in die Bilanz durch, das 'Eigenkapital' wird negativ oder zumindest weniger, man hat also von der Substanz oder der Zukunft gezehrt.

    Hier wird ein Denkfehler der Linken offenbar! (Wie in D mit der Medianrechnung).

    Dabei wäre es so einfach! Arm ist wer sich Essen und Trinken nicht leisten kann, wer keinen warmen Platz zum Schlafen hat, wer keine notwendigen medizinischen Leistungen erhält. Daneben noch Personen, welche die Ausbildung ihrer Kinder nicht finanzieren können.
    Bleiben in Österreich also 0 (in Worten: Null) Personen übrig.

    Jedenfalls herzlichen Dank für diese Informationen!





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