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Tabu Männerdiskriminierung

Es war noch nie leicht, ein Mann zu sein. Männer sind das „extreme Geschlecht": Sie überwiegen an der Spitze der Gesellschaft ebenso wie am unteren Ende. Ihre geringere Lebenserwartung zeugt von härteren Lebensumständen, ebenso wie z.B. die Selbstmordzahlen.

Die Statistik Austria hat für das Jahr 2011 eine durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt von 78,1 Jahren (Buben) und 83,4 Jahren (Mädchen) errechnet. Ab heuer werden Männer nicht nur in der staatlichen Altersvorsorge, sondern auch in der privaten Versicherung durch die „Unisex"-Tarife objektiv nachrechenbar benachteiligt.

Da aber der unselige Spruch „Ein Indianer kennt keinen Schmerz" noch immer in den Köpfen verankert scheint, werden Männer nicht entlastet, sondern im Gegenteil als permanente Mängelwesen hingestellt, die immer mehr Aufgaben übernehmen sollen. Männerforscher Walter Hollstein befindet, dass eine Vielzahl widersprüchlicher Erwartungen der Gesellschaft die bereits im Schulwesen oft benachteiligten Buben höchst verwirrt, was zu steigenden Zukunftsängsten führt.

Die EU-Kommission hat anscheinend nur Frauen im Blickfeld, zum Beispiel mit der auf drei Jahre angelegten EU-Kampagne „Wissenschaft ist Mädchensache". Infrastrukturministerin Doris Bures beeilte sich, die Unterstützung der Bundesregierung zu erklären und verwies auf diverse „Genderkriterien", z.B. für Projektförderungen.

Während Politikerinnen Frauenpolitik machen – ein Musterbeispiel ist EU-Kommissarin Viviane Reding, die gerade dabei ist, eine 40-prozentige Frauenquote in den Aufsichtsräten europäischer börsennotierter Unternehmen verpflichtend bis 2020 durchzudrücken – ist die Solidarität etablierter Politiker mit benachteiligten Männern selten anzutreffen. Österreichische Männer sind beispielsweise in den Bereichen ungleiches Pensionsantrittsalter, Wehrpflicht und Obsorge stärker benachteiligt als in Deutschland.

Viktor Pölzl ist Obmann des Vereins Freimann, der sich für Gleichberechtigung auch für Männer einsetzt.
www.freimann.at

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