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Der fünfte November: Ein denkwürdiger Jahrestag

"Remember, remember the Fifth of November
Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot.“

Am fünften November des Jahres 1605 wurde ein Anschlag verhindert, der, wäre er geglückt, vermutlich ein politisches Erdbeben ausgelöst hätte – vergleichbar mit jenem, das die Attacken auf die Zwillingstürme des World Trade Centers im Jahr 2001 nach sich gezogen haben. Es geht um den „Gunpowder Plot“ auf das englische Parlamentsgebäude, dessen auf der Insel heute noch vielerorts gedacht wird.

Die Absicht des britischen Offiziers Guy Fawkes war es, einen Sprengstoffanschlag zu verüben, dem die gesamte politische und geistliche Elite Englands zum Opfer fallen sollte. Zu diesem Zweck wollte er am Tag der Parlamentseröffnung, wenn, neben großen Teilen des Hochadels und des hohen Klerus, auch König Jakob I. nebst Familie anwesend war, eine gewaltige Menge von zuvor im Keller des Gebäudes deponierten Schwarzpulvers zur Explosion bringen.

Der Plan scheiterte in letzter Sekunde durch den Verrat eines Mitverschwörers und hatte die Hinrichtung aller daran Beteiligen zur Folge.

Die Motive Guy Fawkes´ – nach Meinung von Witzbolden mit Sinn für britischen Humor – „der einzige Mann, der je ein Parlament in ehrlicher Absicht betreten hat“, bleiben an dieser Stelle unbeachtet. Es geht stattdessen um die Beschäftigung mit den Konsequenzen der Tat – wäre sie geglückt.

Wäre der Anschlag tatsächlich ausgeführt worden, hätte er England ins Chaos gestürzt. Der kollektive Ausfall der gesamten politischen Elite wäre schwer, wenn nicht unmöglich, zu verkraften gewesen. Da die Staatsgeschäfte damals – wie in jeder Monarchie mit starker Position des Königs – in den Händen eines kleinen Personenkreises ruhte, gab es auch keine jederzeit bereit stehende „Reservearmee“ potentiellen Ersatzpersonals. Ein intelligent, entschlossen und rücksichtslos ausgeführter Coup hätte es daher ermöglicht, schlagartig eine entscheidende Weichenstellung – in welcher Richtung auch immer – vorzunehmen.

Heute ist das anders: Die in modernen Demokratien alle Lebensbereiche durchdringende Politisierung der Gesellschaft bringt es mit sich, dass ein vergleichbarer Terroranschlag so gut wie keine nennenswerten Konsequenzen hätte. Würde Guy Fawkes heute in Österreich zuschlagen und 183 Abgeordnete, zwei Dutzend Minister und Staatssekretäre und den Bundespräsidenten zusammen ins Jenseits befördern – was hätte er gewonnen? Ein paar Tage danach wäre alles beim Alten: Anstatt der ersten wäre eben die zweite Garnitur am Ruder. Schließlich gibt es Abertausende von Möchtegernabgeordneten, -ministern und -präsidenten, die jederzeit dazu bereit stehen, an dem Punkt weiterzumachen, an dem man die Aktivitäten ihrer Vorgänger unterbrochen hat.

Angesichts der Jahrzehntelang erwiesenen Reformresistenz des rezenten Politsystems im Land der Hämmer, in dem selbst eine klitzekleine Verwaltungsvereinfachung – ganz zu schwiegen von einer veritablen Verfassungsreform – am Beharrungsvermögen von Tausendschaften wohlbestallter Privilegienritter scheitert, dürfte die Antwort auf die Frage, ob dessen vergleichsweise hohe „Regenerationsfähigkeit“ gut oder schlecht ist, nicht allzu schwer fallen…

Ludwig Mises stellt in „Die Bürokratie“ fest: „Wer seinen Mitmenschen nicht zu dienen in der Lage ist, will sie beherrschen." Ob das im Jahr 1605 auch auf Jakob I. zutraf, sei dahingestellt. Betrachtete der sich doch schließlich als von „Gottes Gnaden“ in sein Amt berufen. Zumindest theoretisch und durch glückliche Umstände bedingt konnte zu seiner Zeit tatsächlich ein charakterlich, geistig und körperlich dafür geeigneter Mensch an die Macht gelangen und diese behutsam und zum Vorteil seiner Untertanen einsetzen.

In der Massendemokratie dagegen gelangen – dank völlig verkehrter Anreize und Selektionsmechanismen – stets die skrupellosesten und gefährlichsten Individuen an die Macht. Ein aufrichtiger und ehrlicher Akteur hat im Wahlkampf einer modernen Demokratie, in der die Stimmen gezählt und nicht (mehr) gewogen werden, keinen Funken einer Chance, gewählt zu werden. Folglich wimmelt es in den politischen Führungszirkeln einer Massendemokratie von zu ehrlicher Arbeit ebenso unwilligen wie unfähigen, verschlagenen und bösartigen Individuen, die außerhalb dieses Habitats niemals in Führungspositionen gelangen würden.

Die meisten anständigen Menschen dagegen pflegen sich von der Politik möglichst weit fernzuhalten…

Fazit: Guy Fawkes würde sich unserer Tage wohl eher der Rosenzucht widmen. Dass nach dem Vorbild seines Konterfeis angefertigte Masken heute von linken Adoranten überbordender Staatsmacht getragen werden, wenn sie sich auf den Weg machen, die Wallstreet zu okkupieren, darf als Treppenwitz der Geschichte verbucht werden und wirft ein grelles Licht auf die Geschichtsvergessenheit unserer Tage…

Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    05. November 2012 20:07

    Wen wundert es angesichts dieser Erkenntnisse über unsere Demokratie, daß immer öfter der Ruf nach einer "gemäßigten Diktatur" erschallt und bereits durchaus salonfähig ist.
    Eine zwar natürliche, jedoch nicht ganz ungefährliche Entwicklung!

  2. Ausgezeichneter KommentatorRR Prof. Reinhard Horner
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    05. November 2012 14:03

    reinhard.horner@chello.at

    Nichts für die Zukunft

    Da leben Leute heute in günstigen Bedingungen, die ihre Vorfahren gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich niemals zuvor hatten. Und was tragen sie im Aufgaben- und Verantwortungsbewusstsein, dass ihnen diese Welt nur geliehen, dass sie ihnen in Hinsicht auf die Nachkommenden anvertraut ist, zum unausweichlichen Erfordernis, Bewährtes selektiv zu bestärken und zukunftstauglich Neues zu schaffen, bei?

    „In der Massendemokratie dagegen gelangen – dank völlig verkehrter Anreize und Selektionsmechanismen – stets die skrupellosesten und gefährlichsten Individuen an die Macht. Ein aufrichtiger und ehrlicher Akteur hat im Wahlkampf einer modernen Demokratie, in der die Stimmen gezählt und nicht (mehr) gewogen werden, keinen Funken einer Chance, gewählt zu werden. Folglich wimmelt es in den politischen Führungszirkeln einer Massendemokratie von zu ehrlicher Arbeit ebenso unwilligen wie unfähigen, verschlagenen und bösartigen Individuen, die außerhalb dieses Habitats niemals in Führungspositionen gelangen würden.

    Die meisten anständigen Menschen dagegen pflegen sich von der Politik möglichst weit fernzuhalten…“

    Was wollen solche Leute, die derartigen Unrat pauschal über die Politiker und über die „moderne Demokratie“ ausgießen?

    Offensichtlich möchten sie Menschen dazu gewinnen, es ihnen gleichzutun:

    1) die pauschale Verleumdung der „politischen Führungszirkel“ dazu einzusetzen, den Staat und die Demokratie auszuhöhlen,
    2) um sich die „gewogene“ Herrschaft auf der Grundlage anzueignen (zu ergaunern): „Wer zahlt, schafft an!“ oder: „Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln!“
    3) Hierzu den „bedeutenderen Teil der Bürgerschaft“ zu reduzieren, der mit seinen Leistungen die gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen trägt.
    4) Die „aufrichtigen und ehrlichen“ Mitbürger „die meisten anständigen Menschen“ davon abzuhalten, Aufgaben und Verantwortungen als demokratische Repräsentanten zu übernehmen.
    5) Um möglichst viele Leute auf den Weg von Parasiten zu locken, solange die Machtergreifung (siehe 2) noch nicht gelingt.

    Das beabsichtigen „skrupellose und gefährliche“, zum Mitwirken „unwillige und unfähige“, „verschlagene und bösartige Individuen“. Als solche sind sie zu erkennen. (Etwa in dem Sinn, wie Ulrich Wickert 2007 sein Buch betitelt hat: „Gauner muss man Gauner nennen / Von der Sehnsucht nach verlässlichen Werten“.

    Bleibt gegenüber diesem gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verwesungsbiotop wachsam!


alle Kommentare

  1. Zhel (kein Partner)
    19. Januar 2015 10:13

    Motivation ist alles denke ich. Und wie du schon sagtest muss eine rpdiae gewichtsreduzierung dringend mit dem Hausarzt besprochen werden!Vor allem fangen die meisten fcbergewichtigen Leute damit an nichts mehr zu essen, in der Hoffnung das sie dadurch am meisten Gewicht verlieren wfcrden. Dabei vergessen sie das eine wirklich gute und ausgewogene Erne4hrung viel mehr bringt Vor allem auf Dauer!Naja aber genau dies sind Themen die man auf der Seite abnehmen-com diskutieren kann. Sinnig ist es wohl sich mit anderen Leuten die das gleiche Problem haben kurzzuschliedfen, denn wie schon gesagt Motivation ist alles .Lieben Grudf, Chris

  2. dssm
    05. November 2012 21:47

    Sehr geehrter Herr Tögel.
    Ich bin nicht so pessimistisch. Wenn erst einmal ein paar hundert von dem Gesindel tot sind (über die moralische Implikation reden wir vorläufig nicht!), dann werden die nachfolgenden Wahlversprechensgeber sehr schnell in einem tiefen Loch verschwinden.
    In unserer Kultur ist es greadezu ein Wesensmerkmal, daß die politische 'Elite' extrem feig ist.
    Können Sie sich ernsthaft einen Menschen vom Schlage Faymann (…) als Helden vorstellen? Oder gar unseren Kriegsminister Norbert? Oder Frau Räuberhauptmann Mikl-Leitner?

    Und heute ist es ein klein wenig einfacher, der arme Guy musste einen Tunnel graben und das Pulver selber herbeischleppen; heute gibt es passende Technik, sehr preiswert noch dazu.

    Wenn also, wie im Moment in Italien, viele Menschen aus purer Verzweiflung Selbstmord begehen, dann ist der weg vom Mord an der eigenen Person, zum Mord an anderen Personen nicht mehr weit.
    Das Gesindel hat gut gelebt, jetzt möchte ich aber trotzt aller Privilegien und Pfründen nicht tauschen müssen.

  3. S.B.
    05. November 2012 20:07

    Wen wundert es angesichts dieser Erkenntnisse über unsere Demokratie, daß immer öfter der Ruf nach einer "gemäßigten Diktatur" erschallt und bereits durchaus salonfähig ist.
    Eine zwar natürliche, jedoch nicht ganz ungefährliche Entwicklung!

  4. RR Prof. Reinhard Horner
    05. November 2012 14:03

    reinhard.horner@chello.at

    Nichts für die Zukunft

    Da leben Leute heute in günstigen Bedingungen, die ihre Vorfahren gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich niemals zuvor hatten. Und was tragen sie im Aufgaben- und Verantwortungsbewusstsein, dass ihnen diese Welt nur geliehen, dass sie ihnen in Hinsicht auf die Nachkommenden anvertraut ist, zum unausweichlichen Erfordernis, Bewährtes selektiv zu bestärken und zukunftstauglich Neues zu schaffen, bei?

    „In der Massendemokratie dagegen gelangen – dank völlig verkehrter Anreize und Selektionsmechanismen – stets die skrupellosesten und gefährlichsten Individuen an die Macht. Ein aufrichtiger und ehrlicher Akteur hat im Wahlkampf einer modernen Demokratie, in der die Stimmen gezählt und nicht (mehr) gewogen werden, keinen Funken einer Chance, gewählt zu werden. Folglich wimmelt es in den politischen Führungszirkeln einer Massendemokratie von zu ehrlicher Arbeit ebenso unwilligen wie unfähigen, verschlagenen und bösartigen Individuen, die außerhalb dieses Habitats niemals in Führungspositionen gelangen würden.

    Die meisten anständigen Menschen dagegen pflegen sich von der Politik möglichst weit fernzuhalten…“

    Was wollen solche Leute, die derartigen Unrat pauschal über die Politiker und über die „moderne Demokratie“ ausgießen?

    Offensichtlich möchten sie Menschen dazu gewinnen, es ihnen gleichzutun:

    1) die pauschale Verleumdung der „politischen Führungszirkel“ dazu einzusetzen, den Staat und die Demokratie auszuhöhlen,
    2) um sich die „gewogene“ Herrschaft auf der Grundlage anzueignen (zu ergaunern): „Wer zahlt, schafft an!“ oder: „Wer das Gold hat, bestimmt die Regeln!“
    3) Hierzu den „bedeutenderen Teil der Bürgerschaft“ zu reduzieren, der mit seinen Leistungen die gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen trägt.
    4) Die „aufrichtigen und ehrlichen“ Mitbürger „die meisten anständigen Menschen“ davon abzuhalten, Aufgaben und Verantwortungen als demokratische Repräsentanten zu übernehmen.
    5) Um möglichst viele Leute auf den Weg von Parasiten zu locken, solange die Machtergreifung (siehe 2) noch nicht gelingt.

    Das beabsichtigen „skrupellose und gefährliche“, zum Mitwirken „unwillige und unfähige“, „verschlagene und bösartige Individuen“. Als solche sind sie zu erkennen. (Etwa in dem Sinn, wie Ulrich Wickert 2007 sein Buch betitelt hat: „Gauner muss man Gauner nennen / Von der Sehnsucht nach verlässlichen Werten“.

    Bleibt gegenüber diesem gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verwesungsbiotop wachsam!

  5. ambrosius
    05. November 2012 02:25

    Ich verstehe den obigen Beitrag als -durchaus berechtigte- harscher Kritik an der modernen Art der " Demokratie". Dieser wird die absolute Monarchie gegenüber gestellt, wo der Souverän wenigstens die "Chance" Möglichkeit hat, Gutes für das Gemeinwesen zu tun.
    Auch wenn man die blödsinnige Agitation der Sozialisten in Abzug bringt, gibt es m.E. nur wenige solcher Souveräne, die tatsächlich in dieser Richtung gewirkt haben/ wirken konnten, bzw. ist deren Bild in der Geschichte eben auch von geschickter Hagiographie beieinflußt. Ich denke da an Herrscher wie Harun al Rashid oder Aschoka.
    Man müsste da einmal prüfen, was etwa von Joseph II übrig geblieben ist ( abgesehen vom Mehrwegsarg, der Auflösung kontemplativer Orden und der Serienproduktion von Dorfkirchen)
    Man ist versucht, das Verantwortungsgefühl des Souveräns Gott gegenüber als Voraussetzung zu einem guten Regieren zu sehen. Wie verhält sich das aber mit der Vorsehung, auf welche sich der kleine Sozialschmarotzer mit der Rotzbremse so gerne berufen hat, oder die Ansicht des Dschugaschvili, der den " Verbrauch" von Hekatomben von Menschen für den "Aufbau des Sozialismus" als gerechtfertigt angesehen hat?

    • dssm
      05. November 2012 21:54

      Bei historischen Beispielen bitte etwas mehr Acht geben!
      In beiden genannten Fällen sind viele liebliche Details bekannt, deren historische Richtigkeit aber meist widerlegt.
      Lesen Sie einmal Literatur aus der Zeit von Harun al Rashid - halten Sie das Material aber von Ihren Kindern fern, das ist ab 18.

      Besser wäre z.B. Olav Kyrres gewesen, bei dem halten die Mythen auch der kritischen Geschichtsforschung stand.

    • ambrosius
      08. November 2012 14:04

      Sie haben, wie in letzter Zeit schon öfter vorgekommen, meinen Beitrag nicht gelesen oder nicht verstanden.
      Bitte etwas mehr Umsicht und Vorsicht bei Zurecktweisungen.





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