Wie wird 2012? – ein Plädoyer für Unternehmer

Beim  Blick in die Zeitungen springen dem Leser folgende Schlagwörter entgegen: „Schuldenbremse, IWF, EZB, EFSF, ESM, Hebel, Investoren“. Kaum mehr ein Wort über Unternehmer, Bruttonationalprodukt, Mut, Fleiß und Anständigkeit. Diese Begriffe wagt kaum jemand in den Mund zu nehmen, wenn er nicht als Moralisierer verspottet werden will.

Es wurde nach meinem Vortrag im Hayek-Institut behauptet, dass ich den Investoren unterstellt hätte, dass sie nur auf kurzfristigen Vorteil bedacht wären. Das stimmt aber nicht.

Die Mehrzahl der Investoren sind loyale Sponsoren der Banken und Wohltäter des Staates. Nehmen wir das Beispiel meiner Tante Rosi: Sie hat ihr Geld um zwei Prozent Zinsen mit einem Sparbuch bei der Bank eingelegt und zahlt brav ihre Spekulationssteuer, die sogenannte KESt, eine Art Austro-Tobin Tax für Sparbüchlsparer.

Bei ihren täglichen Einkäufen verliert sie laut dem Minipreisindex des statistischen Zentralamts rund sieben Prozent p.a. durch die Geldentwertung: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/preise/verbraucherpreisindex_vpi_hvpi/sonderauswertungen/023157.html

Aber Tante Rosi bleibt eisern bei ihrem Sparbuch und subventioniert damit unsere Banken, die mit jedem Euro, den Tante Rosi auf dem Sparbuch spart, gehebelte Kredite an bedürftige Länder wie Rumänien, Ungarn, Ukraine oder Kärnten vergeben können.

Die Investmentbanken und Hedgefonds wiederum helfen auf andere Weise, die Kredite, die andere vergeben haben, abzusichern, etwa indem Sie sogenannte CDS (Credit default swaps) abschließen. CDS sind Kreditausfallversicherungen. Laut Wirtschaftsmagazin „trend 11/2011“ sind derzeit CDS im Wert von 28 Billionen US-Dollar in Umlauf – das sind 28.000 Milliarden US $ (12 Nullen). Eine Gewissensfrage: Haben Sie auch schon CDS ?

Wetten Sie auf das Unglück anderer, shorten Sie Unternehmen, shorten Sie ganze Staaten oder shorten Sie nur Ihren Nachbarn: Schließen Sie ein CDS auf sein Haus ab und kassieren Sie die Prämie, wenn bei ihm ein Schaden eintritt. Wenn Sie CDS haben, sind Sie nie allein – und in guter Gesellschaft: 28 Billionen Dollar! So viele CDS-Fans können doch nicht irren: too big to fail - too many to be wrong?

Aber im Ernst: Man steht fassungslos vor unfassbaren Finanzprodukten, vor riesigen Staatsschulden und unglaublichen Korruptionsskandalen. Was – zum Teufel – ist denn in den letzten 20 Jahren passiert? Warum sind die Unternehmer so zurückgedrängt worden?

Die Unternehmer von Industrie, Handel, Dienstleistungen und die gesamte „Realwirtschaft“ kämpfen mit aller Kraft dafür, wettbewerbsfähig zu bleiben und Europa als Binnenmarkt zu erhalten. Und andere wetten mit CDS auf den Niedergang der EU.

Was haben toxische Finanzprodukte wie CDS mit Entrepreneurship zu tun? Diese Finanzprodukte sind keine Produkte, sondern Konstrukte. Sie haben keine positive Auswirkung auf die Wertschöpfung, auf das Bruttonationalprodukt, denn sie schaffen keine realen Werte. Es sind Wetten, reine Nullsummenspiele ohne Wertschöpfung.

Bei den sogenannten Leerverkäufen, die jetzt – leider viel zu spät – in einzelnen europäischen Staaten verboten wurden, wurde praktisch nichts, also die Leere verkauft, es wurde bloß gewettet.

Alle Unternehmer sind Investoren. Aber sind alle Investoren auch Unternehmer? Es wird oft so behauptet und auch in den Medien berichtet. Aber ich behaupte, es ist falsch und es ist eine fatale Verwechslung. Denn jeder Unternehmer ist auch ein Investor, aber Finanzinvestoren agieren selten wie klassische Unternehmer.

Die Wirtschaft braucht aber beide: Unternehmer und Investoren. Dabei sind die Geschäftsmodelle von Investor und Unternehmer so gegensätzlich wie CDS und die Entwicklung einer neuen Spitzen-Technologie:

Der Unternehmer will ein überlegenes Produkt oder Dienstleistung anbieten und mit Gewinn verkaufen. Deshalb hat er unablässig den Markt, seine Kunden und den Nutzen seiner Produkte und Dienstleistungen im Auge.

Der Finanzinvestor ist Experte für Kredit und Geld, orientiert sich am Shareholder Value. Er muss von der Führung der Unternehmen selbst nichts verstehen und bei Schwierigkeiten verkauft er seine Papiere – das ist auch in Ordnung so.

Der Unternehmer im Sinne des Eigentümers kümmert sich um sein Unternehmen bei jedem Wetter, er kämpft bei Schwierigkeiten, denkt in Generationen, kann und will auch nicht verkaufen, sein persönliches Schicksal ist mit seinem Unternehmen eng verbunden. Auch der Unternehmer tut das nicht aus edlen Motiven. Er will und muss Gewinne machen, um wieder re-investieren zu können.

Sein Fokus, sein Blick liegt auf dem Markt, der Innovation, dem Marketing, während der Investor auf den Börsenkurs blicken muss – er hat sein Auge am Börsen-Ticker. Den Investor interessiert der Wert seiner Aktien. Auch der Unternehmer hat ein Interesse am Wert seiner Aktien,  aber der Kurs genießt nicht sein ausschließliches Augenmerk.

Ein Unternehmer richtet seine Aufmerksamkeit nicht auf das kurzfristige Steigen des Aktienkurses, sondern auf die mittel- bis langfristige Entwicklung des Unternehmens am Markt. Wichtiger als der Aktienkurs sind dem Unternehmer die internationale Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens und seine Stellung am Markt. Auch wenn ihm das nicht immer passt und nicht immer leicht fällt – Denn er hat gar keine andere Wahl.

Er kann sich nicht nur am Shareholder Value orientieren – der Unternehmer muss sein Unternehmen danach ausrichten, Customer Value zu schaffen. Um das zu erreichen, wird er mehrere Parameter im Unternehmen gleichzeitig beobachten und aktiv verändern: Deckungsbeiträge, Investitionen, Qualitätsmanagement, Forschung und Entwicklung, Cash Flow, Liquiditätsrechnung etc.

Dazu braucht er keine Börse. Unternehmen haben schon Jahrhunderte existiert, lange bevor diese überhaupt entstanden waren.

Die Marktwirtschaft braucht klare Regeln

Die Marktwirtschaft braucht also Unternehmer – und sie braucht auch Investoren und leistungsfähige Finanzmärkte. Konstruktive Finanzmärkte schaffen Wachstum, indem sie z. B. Kapital für Innovationen auch in sehr frühen Phasen der Entwicklung bereitstellen.

Die Marktwirtschaft funktioniert nur in Freiheit – aber Freiheit bedeutet nicht Regellosigkeit. Wettbewerb bedarf klarer Regeln, deren Einhaltung durchgesetzt werden muss. Allerdings darf das Marktprinzip nicht durch politische Kommandos vom grünen Tisch aus ersetzt werden, indem alles im Detail festgelegt und geplant wird, wie z. B. das Glühbirnenverbot.

Regelsetzung ist ein notwendiger Bestandteil von Innovations- und Entwicklungspolitik – insbesondere für die Finanzwirtschaft, die sich in den letzten 20 Jahren durch die schrittweise Abschaffung der Regeln (Glass-Steagall Act etc) immer mehr von der Realwirtschaft abgekoppelt hat. Was wir in den letzten Jahren  gesehen haben, widerspricht häufig dem Geist und den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft und hat zu einer Fehlallokation ökonomischer Ressourcen geführt.

Diese Fehlallokation hat natürlich massive Auswirkungen auf die Realwirtschaft: Seit etwa fünfJahren, als große Hedgefonds und Pensionsfonds in die derivative Spekulation mit Rohstoffen eingestiegen sind, spüren das auch die Hersteller von Lebensmitteln: Seitdem sind die Preise für Orangensaftkonzentrat, Kakao, Zucker, Weizen, Rohkaffee etc. zunehmend volatil geworden.

http://www.lebensmittelzeitung.net/news/top/protected/Rohstoffe-Einkauf-wird-Chefsache_89897.html

Rohstoffe sind innerhalb von 36 Monaten um ein Viertel teurer geworden. Der globale Rohstoffpreisindex für Lebensmittel, der von der UNO-Nahrungsmittelorganisation FAO monatlich errechnet und veröffentlicht wird (FAO Food Price Index) ist innerhalb von drei Jahren vom Index-Wert 172,4 (Oktober 2008) auf 216,1 (Oktober 2011) gestiegen.

Die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln zwingt inzwischen selbst mittelständische Lebensmittelproduzenten zur Spekulation. Natürlich ist Spekulation nicht die einzige Ursache für die Rohstoff-Preissteigerungen, aber die Spekulation per Computerknopfdruck multipliziert die Volatilität der realen Märkte.

Die Performance-Vorstellungen mancher Funds-Manager, die heute fälschlich mit dem Unternehmer gleichgesetzt werden, haben fast gar nichts mehr mit der Performance gemeinsam, die ein Unternehmen braucht. Aber mit den kollabierenden Blasen hat die realwirtschaftliche Logik nun auch die anderen Wirtschaftsräume eingeholt.

Philanthrop George Soros, der 1992 erfolgreich gegen das britische Pfund spekuliert hat, erklärt uns in einem Video auf seiner Website (Interviews & Speeches) wie seine „Unternehmertätigkeit“ funktioniert: http://www.georgesoros.com/, Video, ca. ab 4:15 min.

Dr. hc. Soros gibt Investoren folgenden Rat: “Look: When I see a bubble, first thing I do is: I buy… Because, if I am right and the bubble is going to develop – then I´m going to make money. And if I see a bubble and I see the flow in(to) bubble, than I am really happy because I also know that I have to sell” … “But I lost a lot of money in the IT-bull-market, because I shorted it too soon…”

Was passiert derzeit im Bear-Market: alle gehen short… Wie die Lemminge. Aber vielleicht irre ich mich ja! Vielleicht wird alles gut und wir erleben 2012 eine Renaissance der Unternehmer und der Realwirtschaft?

Was denken Sie? Ihre Meinung würde mich interessieren.

Mag. Walter Schönthaler ist Unternehmensberater für Markenartikelunternehmen und Fachhochschullektor für Innovationsmarketing und Unternehmensführung;  zuvor arbeitete er mehr als drei Jahrzehnte in der Lebensmittelindustrie, u.a. als Vorstand der Manner AG, CEO der Felix Austria GmbH und CEO der S.Spitz GmbH.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Dezember 2011 23:08

    Die Büchse der Pandora, welche durch die totale Liberalisierung der Finanzmärkte geöffnet wurde, läßt sich vermutlich erst nach einem großen Zusammenbruch wieder schließen.

    Damit ereilt uns nach einer fast unvorstellbaren Wohlstandsperiode vermutlich doch noch das Schicksal vieler Generationen davor = Vermögensverluste auf breiter Basis und danach ist hoffentlich ein geordneter Wiederaufbau möglich, aber nur wenn die Menschen endlich aus Fehlern lernen!

  2. Ausgezeichneter KommentatorMartin Bauer
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Dezember 2011 10:04

    Warum sollte der Markt anders funktionieren, als die heutige Kindererziehung?

    Der einen gehen short
    die anderen mit Fünfern in die nächste Klasse.

    Beide werden von uns Steuerzahlern gerettet.

    Irgendwie ein bisser'l zu altruistisch das Ganze.....

  3. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Graser
    3x Ausgezeichneter Kommentar
  4. Ausgezeichneter KommentatorAnton Volpini
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Dezember 2011 18:02

    "Wetten Sie auf das Unglück anderer, shorten Sie Unternehmen, shorten Sie ganze Staaten oder shorten Sie nur Ihren Nachbarn"

    Das ist nur möglich geworden, weil wir durch eine Überflutung des Geldes uns in einer Inflation von allem befinden. Inflation des Geldes, der Werte, des Glaubens und der menschlichen Gestaltungsmöglichkeiten.
    Ich stimme mit Ihnen in Allem überein, nur so lange wir die weltweite Geldpolitik nicht in den Griff kriegen, wird die globale Finanzwirtschaft mit den internationalen Konzernen das Rennen bestimmen und das Entrepreneurship wird sich maximal auf die Größe der "Ich AGs" beschränken.
    Die Politik, das sind wir alle, ist/sind gefordert, im Sinne der Österreichischen Schule der Nationalökonomie tätig zu werden um dem Unternehmertum in Europa wieder zum Durchbruch zu verhelfen. Zum Wohle aller Europäer!

  5. Ausgezeichneter Kommentatorbrechstange
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Dezember 2011 08:43

    Eine Renaissance der Unternehmer und der Realwirtschaft wird zur Zeit vom politischen Personal Europas extrem behindert, weil einerseits die freien Kräfte der Marktwirtschaft durch Subventionen, Eingriffe und Seilschaften massivst verletzt und andererseits die Banken mitsamt ihren Fehlentwicklungen geschützt werden.

    Korruption und Organisierte Kriminalität haben uns fest im Griff. Too big to fail und Alternativlosigkeit sind die Killerphrasen der Vielfalt zerstört.
    Ach ja der Draghi (EZB, Ex-Goldman Sachs) hat ja erst kürzlich die Ausweitung der Geldmengen damit erklärt, weil man der Jugend Chancen geben muss. Da soll die Welt noch einer verstehen.

    Außerdem finde ich sehr bedenklich, dass quer durch die Bank Finanzmanager Staaten sanieren, gerade nach dem fehlgeschlagenen ShareholderValue-Prinzip, das dazu da ist, Werte auszubeuten.
    Monti (Italien), Papademos (Griechenland) Goldman Sachs, neu hinzugekommen Luis de Guindos (span. Finanzminister) Lehman&Brothers. Lehman seit 2008 pleite, GoldmanSachs mit sehr schwachem Ergebnis, MF Global pleite mit Ex-Goldman Sachs Corzine und verschwundenem Geld durch das "innovative" (für mich kriminelle) Finanzprodukt der Mehrfachhypotheken.

    Zusammenfassend sanieren gescheiterte Finanzmanager europäische Staaten. Keine schönen Aussichen.

  6. Ausgezeichneter KommentatorThomas Partner Homepage
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Dezember 2011 12:26

    Ich bin kein Wirtschaftsexperte, jedoch bin ich der Meinung, dass 2012 ein schwieriges Jahr werden wird und noch weitere vor uns liegen. Das Ausmaß der EURO Krise, die mit den Ländern Griechenland, Portugal und Ireland gestartet hat, ist nicht einschätzbar. Vor allem, da noch weitere Länder wie Italien taumeln. Erschrecken ist für mich, welch hohen Wert die Rating Agenturen inzwischen haben. Die Herabstufung eines Landes hat enorme Folgen für die Bürger und auch für die Unternehmer.

  7. Ausgezeichneter KommentatorXICY
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    23. Dezember 2011 10:56

    Ich dachte, CDS, diverse Short-Produkte und Termingeschäfte seien Werkzeuge zur Risikobegrenzung. Dass man diese Dinge auch als reine Spekulationsobjekte betreiben kann ist klar, aber wie will man Spekulation von der Glattstellung von Risiken trennen?

    Insbesondere das Problem um die CDS habe ich nicht verstanden. Welcher Schaden entsteht für einen Staat, wenn zwei Unbeteiligte Wetten über seinen Untergang abschließen? Gesunde Staaten scheinen damit jedenfalls kein Problem zu haben.

    Währungsspekulationen scheinen mir da wesentlich bösartiger zu sein. Dafür braucht man aber all die CDS und Short-Produkte nicht.

    (Ich bin kein Wirtschaftsexperte.)

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorThomas Partner Homepage
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    24. Dezember 2011 12:26

    Ich bin kein Wirtschaftsexperte, jedoch bin ich der Meinung, dass 2012 ein schwieriges Jahr werden wird und noch weitere vor uns liegen. Das Ausmaß der EURO Krise, die mit den Ländern Griechenland, Portugal und Ireland gestartet hat, ist nicht einschätzbar. Vor allem, da noch weitere Länder wie Italien taumeln. Erschrecken ist für mich, welch hohen Wert die Rating Agenturen inzwischen haben. Die Herabstufung eines Landes hat enorme Folgen für die Bürger und auch für die Unternehmer.


alle Kommentare

  1. Anitra (kein Partner)
    12. März 2015 10:41

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  6. kaffka (kein Partner)
    25. Dezember 2011 12:34

    Laut Wirtschaftsmagazin „trend 11/2011“ sind derzeit CDS im Wert von 28 Billionen US-Dollar in Umlauf – das sind 28.000 Milliarden US $ (12 Nullen).

    Die verflixte BILLION.

    Hat der Trend jetzt die nichtamerikanische Billion Dollar gemeint, oder die amerikanische Billion. (Was bei US$ wohl anzunehmen ist) Diese ist das selbe wie die (nichtamerikanische Milliarde). Diese hat aber nur 9 Nullen.
    Also kann man sagen /wenn man blöd ist/ "ist doch garnicht so arg. Das Risiko ist ja nur ein tausendstel so gross wie der Trend /oder der Herr Schönthaler meint."

  7. Anton Volpini
    24. Dezember 2011 18:02

    "Wetten Sie auf das Unglück anderer, shorten Sie Unternehmen, shorten Sie ganze Staaten oder shorten Sie nur Ihren Nachbarn"

    Das ist nur möglich geworden, weil wir durch eine Überflutung des Geldes uns in einer Inflation von allem befinden. Inflation des Geldes, der Werte, des Glaubens und der menschlichen Gestaltungsmöglichkeiten.
    Ich stimme mit Ihnen in Allem überein, nur so lange wir die weltweite Geldpolitik nicht in den Griff kriegen, wird die globale Finanzwirtschaft mit den internationalen Konzernen das Rennen bestimmen und das Entrepreneurship wird sich maximal auf die Größe der "Ich AGs" beschränken.
    Die Politik, das sind wir alle, ist/sind gefordert, im Sinne der Österreichischen Schule der Nationalökonomie tätig zu werden um dem Unternehmertum in Europa wieder zum Durchbruch zu verhelfen. Zum Wohle aller Europäer!

    • Victor Raskol
      28. Dezember 2011 16:46

      @anton volpini

      mit der Entwertung (Inflation) des Geldes, der Werte, des Glaubens und der menschlichen Gestaltungsmöglichkeiten haben Sie (leider) recht. Anstelle von allgemein gültigen Werten sind virtuelle Gimmicks getreten. CDS sind eine Ausdrucksform des vorherrschenden Virtualismus. Wir leben im "Zeitalter des Pretending". Ins Österreichische übersetzt könnte man auch sagen: "Es haben sich schon zu viele mit dem eigenen Schmäh infiziert" ;-)

      http://www.youtube.com/watch?v=YZgFqCupnaE

  8. Thomas (kein Partner)
    24. Dezember 2011 12:26

    Ich bin kein Wirtschaftsexperte, jedoch bin ich der Meinung, dass 2012 ein schwieriges Jahr werden wird und noch weitere vor uns liegen. Das Ausmaß der EURO Krise, die mit den Ländern Griechenland, Portugal und Ireland gestartet hat, ist nicht einschätzbar. Vor allem, da noch weitere Länder wie Italien taumeln. Erschrecken ist für mich, welch hohen Wert die Rating Agenturen inzwischen haben. Die Herabstufung eines Landes hat enorme Folgen für die Bürger und auch für die Unternehmer.

  9. libertus
    23. Dezember 2011 23:08

    Die Büchse der Pandora, welche durch die totale Liberalisierung der Finanzmärkte geöffnet wurde, läßt sich vermutlich erst nach einem großen Zusammenbruch wieder schließen.

    Damit ereilt uns nach einer fast unvorstellbaren Wohlstandsperiode vermutlich doch noch das Schicksal vieler Generationen davor = Vermögensverluste auf breiter Basis und danach ist hoffentlich ein geordneter Wiederaufbau möglich, aber nur wenn die Menschen endlich aus Fehlern lernen!

  10. XICY
    23. Dezember 2011 10:56

    Ich dachte, CDS, diverse Short-Produkte und Termingeschäfte seien Werkzeuge zur Risikobegrenzung. Dass man diese Dinge auch als reine Spekulationsobjekte betreiben kann ist klar, aber wie will man Spekulation von der Glattstellung von Risiken trennen?

    Insbesondere das Problem um die CDS habe ich nicht verstanden. Welcher Schaden entsteht für einen Staat, wenn zwei Unbeteiligte Wetten über seinen Untergang abschließen? Gesunde Staaten scheinen damit jedenfalls kein Problem zu haben.

    Währungsspekulationen scheinen mir da wesentlich bösartiger zu sein. Dafür braucht man aber all die CDS und Short-Produkte nicht.

    (Ich bin kein Wirtschaftsexperte.)

    • Victor Raskol
      23. Dezember 2011 14:06

      Die Spekulation auf Kreditverschlechterung funktioniert so: Der Investor schließt einen CDS ab, obwohl er keinen Kredit gegeben hat, er benutzt den CDS also nicht zur Sicherung gegebener Kredite, sondern zur Spekulation. („ungedeckte CDS“)
      Ist der Investor der Ansicht, dass sich die Bonität des Schuldners verschlechtern wird, tritt er als Versicherungsnehmer in einen CDS ein. Verschlechtert sich anschließend die Bonität des Schuldners tatsächlich, steigen die am Kapitalmarkt gehandelten CDS-Prämien. Der Investor wird dann einen weiteren CDS auf den Schuldner abschließen, diesmal allerdings als Sicherungsgeber. Da die Prämien gestiegen sind, erhält der Investor aus dem zweiten CDS mehr, als er für den ersten CDS bezahlt. Er hat das Sicherungsgeschäft günstig eingekauft und gewinnbringend weiterverkauft.
      Entwickelt sich der Markt allerdings entgegen seinen Erwartungen, macht der Investor Verlust, weil der zweite CDS weniger einbringt als der erste kostet.
      Das Unangenehme an CDS ist, dass auch der Schuldner durch CDS geschädigt werden kann, indem die Tatsache, dass man auf die Verschlechterung der Bonität mit CDS wettet, durch die bloße Publikation der Wette in der Öffentlichkeit die Kreditwürdigkeit des Schuldners negativ beeinflusst („sich selbst erfüllende Prophezeiung“)
      http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/kurz-erklaert-was-sind-kreditausfallversicherungen_aid_510178.html

    • XICY
      23. Dezember 2011 14:51

      @Victor Raskol

      Vielen Dank für Ihre Antwort!

      Mein Verständnisproblem liegt in Ihrem letzten Satz. Diesen Rückkopplungseffekt (sich selbst erfüllende Prophezeiung) gibt es doch auch durch den Sekundärmarkt der Anleihen. Wenn eine 5-jährige Staatsanleihe um 35% ihres Nominalwerts gehandelt wird, wie dies bei Griechenland der Fall war, weiß man doch auch sofort, wie es um diesen Staat steht.

      Oder liegt das eigentliche Problem darin, dass die EZB über die Geschäftsbanken den Anleihenmarkt beeinflussen kann, während der Einfluss auf CDS Notierungen wesentlich kleiner ist, weil da eben der Markt unbeschränkt ist?

  11. Martin Bauer
    23. Dezember 2011 10:04

    Warum sollte der Markt anders funktionieren, als die heutige Kindererziehung?

    Der einen gehen short
    die anderen mit Fünfern in die nächste Klasse.

    Beide werden von uns Steuerzahlern gerettet.

    Irgendwie ein bisser'l zu altruistisch das Ganze.....

    • Victor Raskol
      25. Dezember 2011 09:11

      Ja, denn in beiden Fällen (Bildungspolitik wie derivative Finanzprodukte) wird ein fundamentales Prinzip der Marktwirtschaft - die Koppelung von Risiko und Haftung - umgangen: diejenigen, die entscheiden, müssen die Konsequenzen nicht tragen - Risiko und Haftung sind entkoppelt. Die Nichtexistenz negativer Sanktionen im System des Virtualismus unterbindet das Lernen aus Fehlern und damit eine konstruktive Weiterentwicklung - die Konsequenz ist wirtschaftliche Stagnation und gesellschaftspolitische Rückentwicklung.

  12. Helmut Graser
    • Victor Raskol
      23. Dezember 2011 19:50

      Jan Fleischhauers Beitrag ist selbsterklärend, es ist nichts mehr hinzuzufügen.

  13. brechstange
    23. Dezember 2011 08:43

    Eine Renaissance der Unternehmer und der Realwirtschaft wird zur Zeit vom politischen Personal Europas extrem behindert, weil einerseits die freien Kräfte der Marktwirtschaft durch Subventionen, Eingriffe und Seilschaften massivst verletzt und andererseits die Banken mitsamt ihren Fehlentwicklungen geschützt werden.

    Korruption und Organisierte Kriminalität haben uns fest im Griff. Too big to fail und Alternativlosigkeit sind die Killerphrasen der Vielfalt zerstört.
    Ach ja der Draghi (EZB, Ex-Goldman Sachs) hat ja erst kürzlich die Ausweitung der Geldmengen damit erklärt, weil man der Jugend Chancen geben muss. Da soll die Welt noch einer verstehen.

    Außerdem finde ich sehr bedenklich, dass quer durch die Bank Finanzmanager Staaten sanieren, gerade nach dem fehlgeschlagenen ShareholderValue-Prinzip, das dazu da ist, Werte auszubeuten.
    Monti (Italien), Papademos (Griechenland) Goldman Sachs, neu hinzugekommen Luis de Guindos (span. Finanzminister) Lehman&Brothers. Lehman seit 2008 pleite, GoldmanSachs mit sehr schwachem Ergebnis, MF Global pleite mit Ex-Goldman Sachs Corzine und verschwundenem Geld durch das "innovative" (für mich kriminelle) Finanzprodukt der Mehrfachhypotheken.

    Zusammenfassend sanieren gescheiterte Finanzmanager europäische Staaten. Keine schönen Aussichen.

    • brechstange
      23. Dezember 2011 08:48

      ... sind die Killerphrasen, die die Vielfalt zerstören.

    • Victor Raskol
      23. Dezember 2011 17:23

      Ja, das trifft den Kern: Die Unternehmer (Produzenten, Handel, freie Berufe, Dienstleister, Geschäftsbanken) sind während der letzten 2 Jahrzehnte mehr und mehr durch "Virtualisten" (Statistiker, Gambler und dauerlächelnde politische Moderatoren) unterminiert worden ...





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