Was unsere Politiker nicht wahrhaben wollen: Die Währungsunion ist das eigentliche Problem

Die bisherigen Maßnahmen zur Euro-Rettung haben nichts gebracht. Auch die jetzt vorgeschlagenen Schuldenbremsen helfen nicht. Sie sind gut gemeint, doch sie vertiefen nur die Rezession. Das eigentliche Problem sind nicht die Staatsschulden, sondern das ist der Euro selbst.

Wer sich darüber näher informieren will, der sollte sich den Beitrag „Euro-Krise: Die Währungsunion ist selbst das Problem“ herunterladen (http://www.mpg.de/print/4397700). Der Autor, Prof. Dr. Fritz W. Scharpf, ist emeritierter Direktor am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.

Scharpf hat sich gerade in den vergangenen Monaten in verschiedenen Beiträgen in renommierten Fachzeitschriften kritisch mit der Europäischen Währungsunion auseinandergesetzt. Seine Ausführungen räumen mit vielen unqualifizierten Aussagen von Politikern auf, welche leider  durch unkritische Journalisten und Massenmedien weite Verbreitung finden und die in der Bevölkerung oft anzutreffenden gesunden Anschauungen zunehmend verdrängen. Wir bringen hier in eigener Zusammenfassung seine auch für uns Österreicher wichtigen Thesen:

  1. Nicht die Staatsschulden und die Finanzkrise von 2008 sind die erste Ursache der Euro-Misere, sondern diese ist zurückzuführen auf „Fehlentwicklungen vor der Krise, für die nicht die Finanzpolitik der GIPS-Regierungen (Griechenland, Irland, Portugal und Spanien), sondern in erster Linie die Europäische Währungsunion selbst und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank verantwortlich“ waren.
  2. „Die einheitliche Geldpolitik in der nicht einheitlichen Eurozone, die den Anstieg der makroökonomischen Ungleichgewichte verursacht hat, steht … auch der Krisenbewältigung innerhalb der Währungsunion im Wege.“
  3. Mit der Verminderung der Staatsschulden, mit Zinsstützungen und Erleichterungen von Kreditaufnahmen durch die Schuldenländer ist es nicht getan. Deren Abhängigkeit von Transfers und Auslandskrediten bleibt bestehen, wenn nicht „der dramatische Rückgang der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der GIPS-Länder seit Beginn der Währungsunion“ korrigiert wird.
  4. „Für eine solche Korrektur aber gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder die nominale Abwertung oder die reale Abwertung“.
  5. Unsinnigerweise wird „die nominale Abwertung, die bei den hoch verschuldeten Staaten auch einen drastischen Schuldenschnitt voraussetzt, in der bisherigen politischen Diskussion kategorisch ausgeschlossen – weil sie den zumindest vorübergehenden Austritt des betroffenen Landes aus der Währungsunion erforderte, und weil ein solcher rhetorisch mit dem Scheitern der europäischen Integration gleichgesetzt wird.“
  6. Eine reale Abwertung könnte in der Zwangsjacke der Währungsunion nur durch „rasche Senkung der Lohnstückkosten“ erfolgen. Dazu notwendig „wären … staatlich erzwungene Lohnsenkungen.“ Um „ein Lohndiktat wirksam durchzusetzen“, fehlen dem Staat jedoch die verfassungsrechtlichen und faktischen Mittel. „Daran könnte auch eine europäische „Wirtschaftsregierung“ (Anm.: und ebensowenig eine jetzt laut Frau Merkels Regierungserklärung vom 14. Dezember angeblich auf den Weg gebrachte „Fiskalunion“) „nichts ändern“.
  7. Der Versuch, den Euro in seiner gegenwärtigen Form durch Kredite, Eurobonds oder direkte Finanztransfers an die Defizitländer zu retten, kann die grundlegenden Strukturprobleme der Währungsunion nicht beheben. Den aus Wettbewerbsgründen nicht Euro-fähigen EU-Mitgliedern wäre „die Rückkehr zu dem flexibleren Europäischen Währungssystem  (Anm.: das heißt zur eigenen Währung, siehe Punkt 5) zu ermöglichen. Andernfalls könnte die Eurokrise tatsächlich zum Sprengsatz für die Europäische Union werden“.

Soweit die Thesen von Scharpf. Der Austritt der innerhalb der Eurozone nicht wettbewerbsfähigen Länder würde die Eurozone „auf den Kern der eng miteinander verflochtenen und dauerhaft stabilitätsfähigen Mitglieder verkleinern“. Das wirft allerdings die Frage auf, welche Länder denn zu diesem „Kern“ gehören würden. Hinter Frankreich, Belgien und Italien wäre ein großes Fragezeichen zu setzen. Deshalb erscheint für alle Staaten die Rückkehr zur eigenen Währung mit eigener Notenbank als einzig vernünftige und politisch vertretbare Lösung übrig zu bleiben, denn nur so kann der „Sprengsatz für die Europäische Union“ entschärft werden und ein echtes Europa der Vaterländer und der politischen Vernunft entstehen.

Der Autor lehrte Politische Ökonomie in Wien, Graz und Aachen. Sein jüngstes Buch „Der Sinn der Geschichte“, erschien 2011 im Regin-Verlag, Kiel. Das Kapitel, „Kein Gott in der EU“, behandelt ausführlich die Probleme der Europäischen Union. Die Vernachlässigung des nationalen Interesses wird vom Autor thematisiert in: „Die Rechte der Nation“ (L. Stocker-Verlag, Graz 2002, Slowakisch 2008).

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorKomma
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Dezember 2011 07:13

    Ist unsere FRegierung komplett verrückt? Österreich muß für die gestern per Telefonkonferenz versprochenen Beiträge für den IMF allein zwischen 4-6 Milliarden Euro aufbringen! Die IMF-Geschichte gehört zu den üblen Brüsseler Tricksereien, mit denen das Verbot der Staatsausgabenfinanzierung durch die EZB umgangen wird.
    Und bei diesen Tricksereien machen Spindelegger/Fekters ÖVP und ÖNB-Novotny mit.
    Und gleichzeitig will uns die Rote Bagage mit Faymann und Schieder samt Glawischnig/Kogler Enteignungssteuern aufzwingen!
    Wie kann da Weihnachten noch die Zeit des Friedens sein?

  2. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Dezember 2011 00:05

    Es gibt Berechnungen, nach denen uns eine Rückkehr zum Schilling 3 Milliarden Euro kosten würde.
    Die Rettung des Euros könnte uns in absehbarer Zeit vorerst einmal 22 Milliarden kosten.

    Möge sich jeder selbst ein der Vernunft gehorchendes Urteil bilden!

  3. Ausgezeichneter KommentatorMarkus Theiner
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    20. Dezember 2011 14:00

    Eine reale Abwertung könnte in der Zwangsjacke der Währungsunion nur durch „rasche Senkung der Lohnstückkosten“ erfolgen. Dazu notwendig „wären … staatlich erzwungene Lohnsenkungen.“

    Falsch. Die Löhne würden durch die Marktmechanismen schon ohne jeden staatlichen Einfluss sinken. Der Staat müsste das nicht erzwingen, sondern nur aufhören das zu erzwingen.
    Denn da liegt der Kern des Problems. Mindestlöhne in Gesetzesrang, Subventionen für nicht wettbewerbsfähige Unternehmen, überzogene Sozialleistungen und dergleichen hebeln die Marktmechanismen aus und müssen auf Pump finanziert werden.
    Da ist die Wurzel des Übels.
    Die Währungsunion verhindert lediglich, dass Staaten per nominaler Abwertung diese Probleme auf die Sparer und Gläubiger abwälzen. Wobei die Gläubiger die nominale Abwertung in der Regel ohnehin bei der Berechnung der Zinsen schon berücksichtigt haben. Die waren ja bei den PIGS (oder GIPS oder wie auch immer man die nennen will) nie wirklich eine Überraschung. Der komplette Zahlungsausfall war dagegen mangels Erfahrungswerte nicht absehbar, sonst wären durch die Währungsunion für die GIPS die Zinsen nicht gefallen, sondern gestiegen.

    Dass dieses Strukturproblem weder durch Eurobonds, noch durch eine EU-Wirtschaftsregierung behoben werden kann ist richtig. Aber es ist trotzdem kein Strukturproblem der Währungsunion, sondern ein Strukturproblem des Sozialstaates.

  4. Ausgezeichneter KommentatorxRatio Partner Homepage
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2011 00:55

    Autor Friedrich Romig, mir längst NEGATIV bekannt, schreibt auch hier mal wieder nur ausgemachten, absolut undiskutablen Schwachsinn.
    Sein Mentor Prof. Dr. Fritz W. Scharpf gehört in dieselbe Kategorie.

    Aber was bitte will man von
    "Gesellschaftsforschung" (hupps...) und
    "Politischer Ökonomie" (hicks...)
    anderes als undiskutablen, nicht satisfaktionsfähigen SCHWACHSINN erwarten?!

    Die wenigen Herren,
    -die wie dankenswerterweise Markus Theiner-
    noch alle Tassen im Schrank haben, muß man mit der Lupe suchen.

    Die allgemeine Verblödung hat Ausmaße angenommen, daß man nur noch speiben kann. :-(
    Mir wird bei soviel Dummheit immer wieder übel.

    Merken Sie sich, Romig:

    Nicht "die Eurozone" ist das Problem.
    Allein Politruks und Notenbankster sind das Problem. Wie bei jeder Währung.

    Aber ich fürchte, das paßt in Ihren linksversifften Schädel sowieso nicht rein.
    PdS, nennt man das.

    xRatio

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorxRatio Partner Homepage
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    21. Dezember 2011 00:55

    Autor Friedrich Romig, mir längst NEGATIV bekannt, schreibt auch hier mal wieder nur ausgemachten, absolut undiskutablen Schwachsinn.
    Sein Mentor Prof. Dr. Fritz W. Scharpf gehört in dieselbe Kategorie.

    Aber was bitte will man von
    "Gesellschaftsforschung" (hupps...) und
    "Politischer Ökonomie" (hicks...)
    anderes als undiskutablen, nicht satisfaktionsfähigen SCHWACHSINN erwarten?!

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    -die wie dankenswerterweise Markus Theiner-
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    xRatio


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  1. Blondy (kein Partner)
    13. Februar 2015 06:37

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  2. Jon (kein Partner)
  3. Mini (kein Partner)
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  4. Becky (kein Partner)
    19. Januar 2015 23:25

    Der Internetraum ist ein Ne4hrboden ffcr Imaginationen und Projektionen, denn wir sehen den anderen nicht. Manches, was tnrdeost erscheint, hatte ein Le4cheln auf den Lippen, Ironie und Subtiles hat es schwer. Der besondere Bereich, den du hier ansprichst, der esoterische Raum, hat noch dazu eine sprengstoffme4ssige Falle: Man wfcnscht sich das Ideal eines anhaftungslosen, nicht wertenden Liebseins, das in der Realite4t kaum bis gar nicht zu halten ist. Niemand ist nur lieb, dahinter sreckt anscheinend ein katholisch-familie4res Gebot: Nur wer lieb ist, kommt in den Himmel. Diese Liebseinswoller aber haben sehr oft unentdeckte, unerkannte Gewaltpotentiale, verdre4ngte Emotionen, Schattenpotentiale, die dann gerade in diesem Internetraum . hineindre4ngen kf6nnen. Weil es kein Gegenfcber gibt. Weil Internet wie ein Spiegel ist.lg

  5. Collector
    21. Dezember 2011 10:10

    @Markus Theiner

    Zu Ihrem Sätz: "Auch die Bogenberger-Erklärung sagt ja, dass die Schulden das Problem sind. Das ist aber nicht automatisch Folge des Euro, sondern liegt an der falschen Reaktion auf den Euro"

    Die Bogenberger Erklärung sagt gleich in These 1: "Der Euro hat seine These selbst verursacht, wekil er eine Zinskonvergenzu einleitete, zu viel billiges Geld in die früheren Hochzinsländer lenkte, die Wettberwerbsfähigkleit dieser Länder unterminierte und so riesige Ungleichgewichte in den Leistungbilanzen der Euroländer schuf".

    enauer kann man die Idiotie des Euro nicht beschreiben! Man muß nur lesen können!

    • Markus Theiner
      21. Dezember 2011 13:07

      Wo steht, dass die Zinskonvergenz zwingende Folge des Euro ist?

      Natürlich war der Euro der Auslöser, weil die Einführung des Euro eben die Abwertung aus dem Spiel genommen und damit die Spielregeln geändert hat und mit den neuen Spielregeln keiner wirklich umgehen konnte, was aber auch an den übrigen Rahmenbedingungen lag. Was ja - wie bereits zitiert - auch die Erklärung so sagt.
      Aber hätte man genau die Risiken, die jetzt schlagend werden, und die früher im Wesentlichen von der Abwertung überdeckt wurden, in der Zinsbewertung mit hinein genommen, dann hätte es keine Zinskonvergenz und kein blasenbildendes billiges Geld gegeben.

  6. Tertullian (kein Partner)
    21. Dezember 2011 08:31

    ja, die Währungsunion ist das eigentliche Problem
    aber
    das wurde bewußt geschaffen, um die Völker EUropas in die zentralistische politische Union zu zwingen:
    Ordnung aus dem Chaos!!!

    • xRatio (kein Partner)
      21. Dezember 2011 20:28

      @Tertullian 21. Dezember 2011 08:31

      "ja, die Währungsunion ist das eigentliche Problem"

      Soso. Es gibt aber gar keine "Währungsunion", sie kämpfen gegen Windmühlen und Gespenster.
      Definieren Sie Ihr Dingsbums doch mal. Sie werden kläglich scheitern.

      Meinen Sie etwa, daß alle, die in USA und in aller Welt den Dollar benutzen einer "Währungsunion" angehören?

      Selbst wenn die ganze Welt allein und ausschließlich den Euro benutzt, ist das höchstens so etwas wie eine "gemeinsame" Währung, aber keine "Währungsunion".

      Wie oft muß ich das eigentlich noch sagen:
      Wie eine Währung heißt oder wie sie aussieht ist vollkommen wurscht.

      Kleinstes Einmaleins. :-(

      Leute wie Sie machen nicht Politruks und Notenbankster, sondern Geldscheine(sic!!) für politische(!!) Fehlentwicklungen verantwortlich.

      Lächerlich, einfach schwachsinnig.

      xRatio

    • Markus Theiner
      22. Dezember 2011 19:30

      "Definieren Sie Ihr Dingsbums doch mal. Sie werden kläglich scheitern."

      So, dann darf ich als sprichwörtliches ökonomisches Milchmädchen mal wieder rechnen.

      Der Wert einer Währung hängt davon ab, was andere dafür herzugeben bereit sind.
      Wenn ein Standler Würstelgutscheine ausgibt kann das auch als Währung verwendet werden.
      X schuldet Y drei Euro, hat aber nur noch Würstelgutscheine. Weil Y aber ohnehin täglich Würstel essen geht und die eh genau 3 Euro kosten, akzeptiert er den Gutschein.
      Weil X das weiß akzeptiert er, dass Z ihn ebenfalls in Würstelgutscheinen bezahlt. Er will zwar keine Würstel essen, aber kann darauf vertrauen, dass Y die als Zahlungsmittel akzeptiert. Zumindest in einem gewissen Ausmaß.
      Irgendwann kann dann sogar der Würstelstand zusperren und es fällt keinem auf, weil jeder die Gutscheine allein deswegen akzeptiert, weil jeder darauf vertraut, dass die anderen das auch tun.

      Alle die diese Währung akzeptieren bilden ein System. Das Verhältnis von verfügbarer Währung zu im System verfügbaren Waren und Dienstleistungen bestimmt den Wert der Währung.
      Wenn die Leute beginnen aus dem System auszuscheren, dann führt das zu einem Dominoeffekt und kann die Währung komplett entwerten. Von Heute auf Morgen.

      Etwas anders liegt die Sache bei Euro, Dollar und Co. Die sind gesetzliche Zahlungsmittel. Der Staat verpflichtet seine Bürger diese Währung zu akzeptieren. Damit gibts in dem System einen Teil, der gesetzlich garantiert ist. Der kann (ver)schwinden, wenn die entsprechenden Anbieter von Waren und Dienstleistungen (ver)schwinden - also Pleite gehen, auswandern, aussterben - oder der Staat das Zahlungsmittel entgesetzlicht. Aber der ist relativ gesichert.

      Standardmäßig macht das ein souveräner Staat für sich selbst. Wenn sich mehrere Staaten gemeinsam (also auch gegenseitig) verpflichten eine Währung als gesetzliches Zahlungsmittel zu verankern, dann haben wir in meinen Augen die Definition der Währungsunion.

      Also kurzum: Währungsunion ist die gegenseitig verpflichtende Einführung einer Währung als gesetzliches Zahlungsmittel durch mehrere Staaten.

      So, das wäre meine Definition.

      Was ich allerdings immer noch nicht schaffen - auf die Gefahr mich zu widerholen - ist der so definierten Währungsunion die Hauptverantwortung für die Krise anzulasten.

      Inwiefern eine staatliche Monopolstellung beim Geld sinnvoll ist kann man sicher diskutieren, auch wenn ich noch kein überzeugendes Konzept für einen freien Währungswettbewerb gehört habe.
      Das hat aber mit dem Prinzip der gesetzlichen Zahlungsmittel an und für sich zu tun, nicht mit der Währungsunion.

      Natürlich habe ich in der Währungsunion das Problem, dass durch eine schwache Wirtschaft in einem Land die Verfügbarkeit von Leistungen im ganzen System sinkt und damit auch der Wert des Geldes. Aber das habe ich nicht nur zwischen Deutschland und Griechenland, sondern in unterschiedlichem Umfang auch zwischen Mailand und Palermo oder Frankfurt und Leipzig.

      Dass die währungsverwaltende Stelle durch inflationäre Geldvermehrung den Wert für das ganze System drücken kann ist auch in jeder Währung so. Sogar beim Würstelgutschein.

      Die Tendenz der EU alles vereinheitlichen und zentralisieren zu wollen gabs auch schon vorher. Dass die jetzt den Euro und die Krise als Argument für weitere Zentralisierung anführen ist daher wenig überraschend. Aber nur weil die Politiker Euro und Zentralismus junktimieren muss es noch nicht wirklich einen Zusammenhang geben. Gerade wer der Politik immer böse Absichten unterstellt sollte nicht nur hinterfragen ob der Euro den ganzen Zentralismus wirklich wert ist, sondern ob dieser Zusammenhang denn wirklich besteht. Womit wir wieder beim Thema wären.

      So zumindest sieht meine Milchmädchenwelt aus.

  7. xRatio (kein Partner)
    21. Dezember 2011 00:55

    Autor Friedrich Romig, mir längst NEGATIV bekannt, schreibt auch hier mal wieder nur ausgemachten, absolut undiskutablen Schwachsinn.
    Sein Mentor Prof. Dr. Fritz W. Scharpf gehört in dieselbe Kategorie.

    Aber was bitte will man von
    "Gesellschaftsforschung" (hupps...) und
    "Politischer Ökonomie" (hicks...)
    anderes als undiskutablen, nicht satisfaktionsfähigen SCHWACHSINN erwarten?!

    Die wenigen Herren,
    -die wie dankenswerterweise Markus Theiner-
    noch alle Tassen im Schrank haben, muß man mit der Lupe suchen.

    Die allgemeine Verblödung hat Ausmaße angenommen, daß man nur noch speiben kann. :-(
    Mir wird bei soviel Dummheit immer wieder übel.

    Merken Sie sich, Romig:

    Nicht "die Eurozone" ist das Problem.
    Allein Politruks und Notenbankster sind das Problem. Wie bei jeder Währung.

    Aber ich fürchte, das paßt in Ihren linksversifften Schädel sowieso nicht rein.
    PdS, nennt man das.

    xRatio

    • Collector
      21. Dezember 2011 10:23

      @xRatio

      Hier ein paar Hinweise auf Publikationen von Prof. Scharpf, dem Sie "Schwachsinn" vorwerfen.

      Fritz W. Scharpf hat sich in den vergangenen Monaten in verschiedenen wissenschaft-lichen Beiträgen kritisch mit der Währungsunion der EU auseinandergesetzt, so in den Artikeln «Die Eurokrise: Ursachen und Folgerungen» (Zeitschrift für Staats- und Eu-ropawissenschaften, Vol.?9, Nr.3, S.?324–337), «Mit dem Euro geht die Rechnung nicht auf» (Max Planck-Forschung, 3/2011, S.?12–17), «Die Geldunion selbst ist das Problem» (Berliner Republik, 4/11, S.?8–11) oder «Monetary Union, Fiscal Crisis and the Pre-emption of Democracy» (in: Joachim Jens Hesse [Hg.], Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften, Vol.?9, Nr.2, S.?163–198).
      Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtete am 30. November von einer öffentli-chen Kontroverse zwischen Fritz W. Scharpf und Jürgen Habermas anlässlich einer Veranstaltung in Berlin zum Thema «Grenzen der europäischen Integration».
      «Die Euro-Krise», so zitierte die Zeitung die Aussagen von Scharpf, «tauge nicht als Vehikel zur Demokratisierung Europas. Im Gegenteil, dieser Weg führe in ein autoritäres, expertokratisches Super-Europa, wenn nicht gar in einen europäischen Bürgerkrieg.»

      Deutsche Fachzeitchriften der der Staatswissenschaften nehmen kaum Beiträge von Schwachsinnigen an und schon gar nicht beschäftigt sich die FAZ mit Kontroversen eines Schwachsinnigen mit Jürgen Habermas.

      Ihre unqualifizierten Äußerungen richten sich selbst.

    • Wertkonservativer
      21. Dezember 2011 15:20

      @ XRatio,

      Sie sind ein Ungustl der Sonderklasse, zwar mit einigem Hirn, jedoch mit keinerlei G'hörtsich gesegnet!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • xRatio (kein Partner)
      21. Dezember 2011 19:42

      @Wertkonservativer 21. Dezember 2011 15:20

      Für mich zählt eben nur die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
      Punkt !!

      Wer nicht mal so simple Dinge wie die staatliche Währungsmanipulation durchschauen und beurteilen kann und dafür die gängigen Sprachregelungen nachplappert, der gehört in die Klapsmühle.

      xRatio

    • xRatio (kein Partner)
      21. Dezember 2011 19:45

      @Collector 21. Dezember 2011 10:23

      Wieder nur gewohnt argumentfreies Gequatsche.

      Was eine Währung mit "Demokratie" zu tun haben soll, wird wohl auf immerdar Ihr süßes Geheimnis bleiben.

      Ihre unqualifizierten Äußerungen richten sich selbst.

      xRatio

  8. Collector
    20. Dezember 2011 17:28

    @ Markus Theiner

    Sie hätten recht, wenn es so etwas wie "Marktmechanismus" auf dem Arbeits-und Lohnsektor gäbe. Wir leben aber schon seit langem in einer "organizational economy" (Gunnar Myrdal), in der die Organisationen und Verbände den "freien" Markt ersetzt haben (Theodor Eschenburg: Die Herrschaft der Verbände).
    Der Staat kann gegen die Verbände nur mit Zwangsgewalt vorgehen, doch dazu fehlen ihm der politische Wille und die Mittel. Er ist ja selbst von den Verbänden abhängig, vor allem natürlich von den Gewerkschaften und Finanz- und Industrievereinigungen, die mit den Parteien, die den Staat heutzutage ausmachen (Parteienstaat) verlinkt sind.

    Auch diese Sätze sind unrichtig: "Die Währungsunion verhindert lediglich, dass Staaten per nominaler Abwertung diese Probleme auf die Sparer und Gläubiger abwälzen. Wobei die Gläubiger die nominale Abwertung in der Regel ohnehin bei der Berechnung der Zinsen schon berücksichtigt haben.". Lt. Stat. ZA beträgt die echte oder "gefühlte" Inflation 6,8%. Die Zinsen werden inzwischen durch die Belehnungs- und Staatsanleihe-Aufkaufpolitik der EZB sowie das ganze System der Target 2 Kredite in fhrlässigerweise heruntergestützt. Lesen Sie dazu die kürzlich erschienene Bogenberger-Erklärung (können Sie googeln, ), vielleicht verstehen Sie dann die Hauptthese, dass eben die Währungsunion das eigentliche Problem ist.

    • Markus Theiner
      20. Dezember 2011 19:29

      Der Staat muss nicht per Zwang die Macht der Verbände brechen. Er könnte ganz einfach aufhören per Zwang die Macht der Verbände durchzusetzen. Kollektivverträgen die gesetzlichen Privilegien wie Verbindlichkeit streichen und die Sozialleistungen zurückfahren, dann schauen wir mal wie viel die Verbände gegen Marktmechanismen tun können. Und wie lange.

      Die Belehnungs- und Staatsanleihe-Aufkaufpolitik der EZB ist sicher ein Problem. Aber zur Erinnerung: Solche Aktionen waren laut Währungsunionssystem verboten und wurden anlässlich der Schuldenkrise durchbrochen, um eben die Probleme mit den Staatsschulden aus der Welt zu schaffen. Das jetzt als Beweis zu nehmen, dass die Währungsunion ein Strukturproblem hat und die Staatsschuldenkrise nicht das eigentliche Problem ist, grenzt an Zynismus.

      Auch die Bogenberger-Erklärung sagt ja, dass die Schulden das Problem sind.
      Das ist aber nicht automatisch Folge des Euro, sondern liegt an der falschen Reaktion auf den Euro.
      Weil durch die Währungsunion die Möglichkeit der nominalen Abwertung weggefallen ist hätte man statt der Abwertung durch Steigerung der Produktivität oder eben Senkung der Löhne sein Leistungsdefizit beheben müssen. Dementsprechend hätten auch die Kreditzinsen nicht sinken dürfen, weil statt der Abwertungs- jetzt eben die Ausfallsgefahr im Raum stand. Ist nicht passiert, "nicht zuletzt, weil eine fehlerhafte Regulierung die falsche Erwartung niedriger Anlagerisiken geschaffen hatte" - um die Erklärung zu zitieren. Und weiter: "Durch die niedrigen Zinsen ließen sich staatliche und private Akteure in den späteren Krisenländern zu einer übermäßigen Kreditaufnahme verleiten. Dadurch
      wurde ein künstlicher, kreditfinanzierter Wirtschaftsboom ausgelöst [...]. Es bildete
      sich eine Wirtschaftsblase."


      Und so weiter. Kern des Problems ist immer der verhängnisvolle Fehler über seinen Verhältnissen leben zu wollen. Nicht Vertrauenskrise oder Währungskrise, sondern Zahlungsbilanz-Defizit und Schuldenkrise.

      Sehr wohl diskutieren kann man über Konstruktionsfehler bei der Umsetzung der Währungsunion, wie etwa dieses Target-System. Aber das hat nichts mit Sinn oder Unsinn einer Währungsunion an sich zu tun, wie es immer wieder - und etwa auch im Gastkommentar - behauptet oder suggeriert wird.

      Also kurz gefasst: Nein, ich kann die Hauptthese immer noch nicht nachvollziehen.

  9. Markus Theiner
    20. Dezember 2011 14:00

    Eine reale Abwertung könnte in der Zwangsjacke der Währungsunion nur durch „rasche Senkung der Lohnstückkosten“ erfolgen. Dazu notwendig „wären … staatlich erzwungene Lohnsenkungen.“

    Falsch. Die Löhne würden durch die Marktmechanismen schon ohne jeden staatlichen Einfluss sinken. Der Staat müsste das nicht erzwingen, sondern nur aufhören das zu erzwingen.
    Denn da liegt der Kern des Problems. Mindestlöhne in Gesetzesrang, Subventionen für nicht wettbewerbsfähige Unternehmen, überzogene Sozialleistungen und dergleichen hebeln die Marktmechanismen aus und müssen auf Pump finanziert werden.
    Da ist die Wurzel des Übels.
    Die Währungsunion verhindert lediglich, dass Staaten per nominaler Abwertung diese Probleme auf die Sparer und Gläubiger abwälzen. Wobei die Gläubiger die nominale Abwertung in der Regel ohnehin bei der Berechnung der Zinsen schon berücksichtigt haben. Die waren ja bei den PIGS (oder GIPS oder wie auch immer man die nennen will) nie wirklich eine Überraschung. Der komplette Zahlungsausfall war dagegen mangels Erfahrungswerte nicht absehbar, sonst wären durch die Währungsunion für die GIPS die Zinsen nicht gefallen, sondern gestiegen.

    Dass dieses Strukturproblem weder durch Eurobonds, noch durch eine EU-Wirtschaftsregierung behoben werden kann ist richtig. Aber es ist trotzdem kein Strukturproblem der Währungsunion, sondern ein Strukturproblem des Sozialstaates.

    • brechstange
      20. Dezember 2011 20:24

      Ein Strukturproblem des Sozialstaates und ein Problem der doch sehr unterschiedlichen Volkswirtschaften und Mentalitäten. Ein weiteres Problem und zwar ein sehr großes ist, dass durch den offenen Wirtschaftsraum der Organisierten Kriminalität freie Fahrt gewährt wurde. Diese Krakeln haben sich in viele Institutionen ausgebreitet.

  10. Komma
    20. Dezember 2011 07:13

    Ist unsere FRegierung komplett verrückt? Österreich muß für die gestern per Telefonkonferenz versprochenen Beiträge für den IMF allein zwischen 4-6 Milliarden Euro aufbringen! Die IMF-Geschichte gehört zu den üblen Brüsseler Tricksereien, mit denen das Verbot der Staatsausgabenfinanzierung durch die EZB umgangen wird.
    Und bei diesen Tricksereien machen Spindelegger/Fekters ÖVP und ÖNB-Novotny mit.
    Und gleichzeitig will uns die Rote Bagage mit Faymann und Schieder samt Glawischnig/Kogler Enteignungssteuern aufzwingen!
    Wie kann da Weihnachten noch die Zeit des Friedens sein?

  11. libertus
    20. Dezember 2011 00:05

    Es gibt Berechnungen, nach denen uns eine Rückkehr zum Schilling 3 Milliarden Euro kosten würde.
    Die Rettung des Euros könnte uns in absehbarer Zeit vorerst einmal 22 Milliarden kosten.

    Möge sich jeder selbst ein der Vernunft gehorchendes Urteil bilden!





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