Der Großangriff auf einen Mächtigen?

Die jüngsten Nachrichten im Zusammenhang mit der Telekom-Affäre enthielten zwei wirklich interessante Meldungen: Erstens sei Hubert Gorbach Teil des korrupten Systems und zweitens werden nun auch Telekom-Deals wie jene in Bulgarien und Weißrussland geprüft werden.

Ähnliches hatten wir schon erwartet, als man uns nach der Aufdeckung der Kursmanipulation im Jahr 2004 darauf vorbereitete, dass erst zwanzig Prozent des Eisberges bekannt seien. Ein Kronzeuge, der nur dann straffrei bleibt, wenn er alles auf den Tisch legt, hatte ja ausgesagt.

Hoppala, denke ich mir: Hubert Gorbach? Der sitzt doch im Aufsichtsrat der RHI? Die RHI gehört doch Martin Sch.? Bulgarien? Den Deal hat doch Martin Sch. eingefädelt? Weißrussland? Das war doch auch Marin Sch.?

Martin Sch. ist einer der geheimnisumwittertsten Österreicher. Und einer der reichsten. Und einer, zu dem Alfred Gusenbauer am ersten Abend seiner Kanzlerschaft zum Essen eingeladen war.

Heißt also die Übersetzung von: „Das sind nur die ersten zwanzig Prozent!“ auf Deutsch: „Martin, wir haben Dich!“? Wahrscheinlich sehen wir das alles viel zu schwarz. Als WikiLeaks Ende des letzten Jahres ankündigte, in einem Monat sensible Daten einer großen Bank zu veröffentlichen, passierte auch nichts…

Wir dürfen auf die nächsten Tage gespannt sein. Martin Sch. ist bekanntlich bestens vernetzt.

Die Telefone werden heiß laufen und irgendwie wäre ich gerne eine kleine Wanze in einer der großen Agentur- oder Redaktionsstuben unseres Landes.

Wir werden sehr genau zu beobachten haben, wer und was in den nächsten Tagen alles auftaucht. Wer Opfer und wer Täter sein will, wer zum Bauernopfer und wer zum Bauerntäter gestempelt wird. Und ob irgendwo die große Ablenkung beginnt – hier ein grauslicher Mord, dort ein widerlicher Inzestfall – und wir anschließend zur Tagesordnung übergehen.

Wer frei von Schuld ist, setze sich einen Heiligenschein auf und empöre sich.

Dr. Georg Vetter ist selbständiger Rechtsanwalt mit Schwergewicht auf Gesellschaftsrecht und Wahrnehmung von Aktionärsinteressen in Publikumsgesellschaften.

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    30. August 2011 00:50

    Und nicht zu vergessen, daß Martin Sch. auch einer der besten Freunde vom "schönen Marcel" Helmut Elsner ist und für ihn seinerzeit sofort eine Millionenkaution bereitstellte.

    http://www.wienerzeitung.at/meinungen/portraets/48109_Martin-Schlaff.html

    Übrigens steht das BAWAG-Verfahren kurz vor der Einstellung und nach den aufgehobenen Urteilen gehen Flöttl jun. und Co. ganz frei! Seltsam, seltsam!

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/391690_Wird-Bawag-Verfahren-eingestellt.html

  2. Ausgezeichneter KommentatorAzdak
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    30. August 2011 09:24

    In der Tat soll es so sein, dass bislang nur ein kleines Spitzchen eines Eisberges bekannt wurde.

    Die Manipulation des Börsenkurses, damit sich der gierige und niveaulose Manager-Haufen sich ein paar Millionen aufteilen konnte und hie und da ein kleines Gegengeschäfterl via Hochegger sind natürlich verwerflich, aber im Grunde kleine Nummern.

    Die großen und ganz krummen Dinge sollen bei den Deals rund um den Erwerb der bulgarischen Mobiltel und der weißrussischen Velcom gelaufen sein.

    Drahtzieher und Hauptperson: Martin Sch.

    Wir warten gespannt ...

  3. Ausgezeichneter KommentatorAlex
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    30. August 2011 09:24

    der Schlaff ist zu weit oben und im Notfall hat er immer noch Israel.

    http://www.youtube.com/watch?v=P1-dr_zqQyA

  4. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    29. August 2011 17:46

    Wer so gut vernetzt ist wie Martin Sch. der darf auch auf einen Ende wie beim Hornberger Sch. hoffen! Wäre verwunderlich, wenn ich mich getäuscht hätte!

  5. Ausgezeichneter KommentatorObserver
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    29. August 2011 19:20

    Ob der ehemalige Telekom-Manager Schieszler tatsächlich als Kronzeuge völlig ungestraft davon kommt, wird sich erst herausstellen. Denn nach dem neuen § 209a der Strafprozessordnung muss seine Aussage rechtzeitig, unaufgefordert und freiwillig erfolgen. Wenn aber gegen ihn bereits ermittelt wurde, dann gibt es maximal Milderungsgründe bei der Strafbemessung. Soweit die Rechtsvorschriften, aber ein "unabhängiger" Staatsanwalt kann dies natürlich völlig anders sehen. Ähnliches gilt für Herrn Armetsreiter, welcher nun volle Kooperation mit den Behörden zugesagt hat. Er hat ebenfalls einen Bonus aus dieser leidigen Affaire erhalten, auch wenn er dieses Geld nun auf ein Sperrkonto deponiert hat. Über Schlaff mache ich mir keine Sorgen, denn in Österreich gilt: wer Geld hat, hat auch Macht und dem wird auch recht gegeben.


alle Kommentare

  1. Claribel (kein Partner)
    21. Januar 2015 15:04

    Your trout painting stpepod me in my tracks at Plymouth's Art in the Park this past weekend. Like you, I think trout are gorgeous. Unlike you, however, I have no artistic ability whatsoever! Your work is stunning! http://gxwxdaao.com [url=http://ojcxvjj.com]ojcxvjj[/url ] [link=http://nvmipppvbyf.com]nvmipppvbyf[/link ]

  2. Fareedatu (kein Partner)
    21. Januar 2015 01:52

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  3. Bobet (kein Partner)
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  4. RR Prof. Reinhard Horner
    31. August 2011 20:30

    reinhard.horner@chello.at

    Der Hass hat konkrete Gründe

    Die Art, wie von Leuten, die selbst oft vor ihrer Veranwortung flüchten, und auch sehr willfährig (dienstfertig) in Qualitätsmedien Wolfgang Schüssel heruntergemacht wird, ist wahrich kein Ruhmesblatt unserer gesellschaftlichen und politischen Kultur.

    Es sollte nicht verabsäumt werden, jeden Schmutzkübler und Verdächtiger - nicht nur Herrn Pilz - hinsichtlich seiner Würdigkeit einschließlich seiner Erbarmunswürdigkeit zu durchleuchten.

  5. Herby (kein Partner)
    31. August 2011 11:04

    Gibt's irgendjemanden in Ö. der politisch (z.B.: SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ) oder wirtschaftlich hochgestellt ist und zu dem Martin Schlaff KEINE guten Kontakte hat??

    Der Mann ist offenbar ein Naturtalent im Unterhalten von "guten Kontakten":

    http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schlaff

    Wirklich reich ist er durch die "guten Kontakte" in Osteuropa geworden:

    Wikipedia:
    " ... Gemeinsam mit seinem Bruder James übernahm er die Handelsfirma Robert Placzek AG. Er war danach vorwiegend im Osthandel tätig und pflegte gute Kontakte zu den Spitzen der Deutschen Demokratischen Republik und zur Kommunistischen Partei Österreichs. Nach der Ostöffnung geriet er in den Verdacht, auch mit Technologietransfers und Geldwäsche für die DDR zu seinem nicht unbeträchtlichen Vermögen gekommen zu sein. Die deutsche Justiz konnte allerdings keine ausreichenden Beweise finden und stellte ihre Ermittlungen im Jahr 2000 ein. ..."

    Eine Frage noch: Zu wievielen der 183 NR-Abgeordneten hat Martin Schlaff gute Kontakte?

  6. Alex
    30. August 2011 09:24

    der Schlaff ist zu weit oben und im Notfall hat er immer noch Israel.

    http://www.youtube.com/watch?v=P1-dr_zqQyA

    • Azdak
      30. August 2011 09:32

      Das ist richtig.

      Interessant ist aber, dass die Telekom (soweit ich das bislang verfolgt habe) angekündigt hat, dass sie die Deals um Mobiltel und Velcom aufdecken möchte.

      Interessant ist auch, dass der Ametsreiter plötzlich den Schieszler attackiert und es diesen gescheiterten Versuch gab, eine Vereinbarung mit Schieszler zu treffen.

  7. Azdak
    30. August 2011 09:24

    In der Tat soll es so sein, dass bislang nur ein kleines Spitzchen eines Eisberges bekannt wurde.

    Die Manipulation des Börsenkurses, damit sich der gierige und niveaulose Manager-Haufen sich ein paar Millionen aufteilen konnte und hie und da ein kleines Gegengeschäfterl via Hochegger sind natürlich verwerflich, aber im Grunde kleine Nummern.

    Die großen und ganz krummen Dinge sollen bei den Deals rund um den Erwerb der bulgarischen Mobiltel und der weißrussischen Velcom gelaufen sein.

    Drahtzieher und Hauptperson: Martin Sch.

    Wir warten gespannt ...

  8. libertus
    30. August 2011 00:50

    Und nicht zu vergessen, daß Martin Sch. auch einer der besten Freunde vom "schönen Marcel" Helmut Elsner ist und für ihn seinerzeit sofort eine Millionenkaution bereitstellte.

    http://www.wienerzeitung.at/meinungen/portraets/48109_Martin-Schlaff.html

    Übrigens steht das BAWAG-Verfahren kurz vor der Einstellung und nach den aufgehobenen Urteilen gehen Flöttl jun. und Co. ganz frei! Seltsam, seltsam!

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/391690_Wird-Bawag-Verfahren-eingestellt.html

  9. Observer
    29. August 2011 19:20

    Ob der ehemalige Telekom-Manager Schieszler tatsächlich als Kronzeuge völlig ungestraft davon kommt, wird sich erst herausstellen. Denn nach dem neuen § 209a der Strafprozessordnung muss seine Aussage rechtzeitig, unaufgefordert und freiwillig erfolgen. Wenn aber gegen ihn bereits ermittelt wurde, dann gibt es maximal Milderungsgründe bei der Strafbemessung. Soweit die Rechtsvorschriften, aber ein "unabhängiger" Staatsanwalt kann dies natürlich völlig anders sehen. Ähnliches gilt für Herrn Armetsreiter, welcher nun volle Kooperation mit den Behörden zugesagt hat. Er hat ebenfalls einen Bonus aus dieser leidigen Affaire erhalten, auch wenn er dieses Geld nun auf ein Sperrkonto deponiert hat. Über Schlaff mache ich mir keine Sorgen, denn in Österreich gilt: wer Geld hat, hat auch Macht und dem wird auch recht gegeben.

    • GOP
      29. August 2011 19:42

      Irgendwie imponiert mir der indische "Hungerstreiker" Anna Hazare, welcher mit seiner Bewegung die in seiner Heimat stark verbreitete Schmiergeld-, Bestechungs- und Erpressungszahlungen bekämpft. Vielleicht wäre es auch bei uns gut, solche Null-Euro-Banknoten zu drucken und den gierigen Leuten zu übergeben.
      Martin Schlaff war und ist eine sehr zwielichtige Person. Er hat es immer gut verstanden, mit den kommunistischen Regimen Geschäfte zu machen und auch in den Nachfolgestaaten geht alles wie "geschmiert". Als Berufsbezeichnung führt er "Netzwerker", welcher nur durch solche Verbindungen (auf Kosten anderer) seinen Reichtum von mehreren Milliarden Euros aufbauen konnte. In seinem geschäftlichen Lebenslauf kommen u.a. folgende Namen vor: DDR. SED, Stasi, Scharon, Liebermann, Deri von der israel. Shaspartei, Oasis-Kasino in Jericho, Bawag, Elsner, bulgarische Mobiltel, serbische Mobtel, weissrusische MDC, Mobilkom, Colombo, Gazprom, Gadaffi usw. usw. Alles ehrenwerte Leute und Firmen, wo alle Geschäfte immer wie "geschmiert" funktionieren.

  10. terbuan
    29. August 2011 17:46

    Wer so gut vernetzt ist wie Martin Sch. der darf auch auf einen Ende wie beim Hornberger Sch. hoffen! Wäre verwunderlich, wenn ich mich getäuscht hätte!





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