Andreas Unterbergers Tagebuch

Der einzige Grund für Proteste der Jungen

04. November 2026 07:34 | Autor: Andreas Unterberger
11 Kommentare

Aber genau dagegen protestieren sie nicht. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man versucht, die angeblich friedlichen "Proteste" von den offensichtlich automatisch immer mit ihnen verbundenen Randalen, Gewalttaten und Plünderungen linksextremistisch-migrantischer Horden zu trennen und nach ihren Motiven zu forschen. Die "Schüler", die Angehörigen der angeblich demonstrierenden "Gen Z" verlangen bei ihren Protesten Dinge, die ihre Lage noch schlimmer machen würden, die die Fehler, die die Verbrechen der Babyboomer-Generation noch duplizieren würden.

Die Demonstranten verlangen Geld für Schulen, billige Wohnungen zur Dämpfung der Lebenshaltungskosten, für den Klimaschutz und für mehr soziale Gerechtigkeit. Sie verlangen mehr Geld für alles und jedes. Sie verlangen das, was sozialistische und kommunistische Parolen immer schon verlangt haben, was diese Parteien aber nie realisiert haben, nie realisieren konnten, sobald sie an der Macht waren.

Im Gegenteil: 40 Jahre Kommunismus sollten eigentlich allen Jungen wie Alten gezeigt haben, wie da all diese Dinge schlechter geworden sind. Schulen und Wohnungen sind verfallen, die Fabriken waren katastrophale Umweltzerstörer, die Dinge in den Geschäften waren zwar billig, aber meist nicht vorhanden – und wenn doch, dann oft erst nach zweistündigem Schlangestehen erwerbbar. Auf Autos oder eine neue Wohnung für junge Familien musste man zwei Jahre oder länger  warten. Und Versuche, zu demonstrieren, eine eigene Meinung zu äußern oder das eigene Land zu verlassen, wurden meist mit langen Haftstrafen verfolgt.

Aber ganz offensichtlich hat ein links geprägter Schulunterricht bewusst verabsäumt, den Jungen diese harten Fakten zu vermitteln. Der Unterricht hat immer nur die Schrecken des anderen, des davorliegenden rechten Totalitarismus vermittelt und den Eindruck erweckt, das Versagen des Sozialismus von Osteuropa über Kuba und Venezuela bis Nordkorea sei nur notwendige Folge des Kampfes gegen einen sogenannten Faschismus.

Daher greift eine neue Generation –  ein Teil einer neuen Generation - wieder auf die alten schwachsinnigen und total kontraproduktiven Forderungen linker Phrasen und Illusionen zurück, dass man nur protestieren müsste und alles würde gut. Obwohl es ihr in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien oder Österreich zweifellos besser geht als fast allen davor lebenden Generationen.

Jedoch gäbe es sehr wohl zwei Dinge, gegen die diese Generation mit gutem Grund und vollem Recht protestieren könnte und müsste. Denn beides landet voll auf ihren Schultern. Beides ist noch viel schlimmer als all das, wogegen sie aufbegehren. Nur erwähnen sie ausgerechnet das mit keinem Wort. Denn beides sind  Folgen des real jahrzehntelang von allen Parteien praktizierten Sozialdemokratismus: 

  • Das eine sind die Schulden, die seit mehr als 50 Jahren angehäuft worden sind, um soziale Wohltaten ins Volk zu streuen, um damit also den hemmungslosen Konsum zu finanzieren – und um so Wahlen zu gewinnen.

Inzwischen aber sind diese Schulden so dramatisch geworden, dass allein die Zinslasten die nächsten Generationen zu erdrücken drohen. Dennoch protestiert die "Generation Z" ausgerechnet dagegen nicht, sondern fordert lauter Dinge, die noch mehr Schulden verursachen. Denn all das, was jetzt die Menschen belastet, sind teure Folgen zweier nicht von Europäern geführter Kriege, sind Folge der globalen Öl- und Gasknappheit, die man nicht aus der Welt schaffen kann. Diese Folgen lasten unausweichlich auf den Menschen Europas – entweder in Form höherer Preise oder in Form von weiteren Schulden, welche die Staaten aufnehmen, damit die Preise nicht so steigen. Beides aber lastet nicht zuletzt wiederum auf der Jugend.

  • Das zweite, wogegen die Jugend wirklich lautstark protestieren könnte und bei klarem Verstand sollte und müsste, ist das viel zu niedrige Pensionsalter. Die Babyboomer verschwinden dadurch derzeit in Massen in den niedrigen Sechzigern in eine üppige Pension, statt auf Grund ihrer stabilen Gesundheit und rapide gewachsenen Lebenserwartung noch bis mindestens zum 70. Lebensjahr weiterzuarbeiten. Und sie wehren sich mit Händen und Füßen gegen jedes Ende dieses schamlosen Privilegs, das in jedem Land alljährlich den alten Schulden noch viele weitere Milliarden hinzufügt.

Gegen dieses freche Verbrechen müsste eigentlich eine junge Generation jeden Tag auf die Straße gehen.

Das aber tut sie nicht, sondern lässt sich total von linken Scharfmachern und Verbalrevolutionären instrumentalisieren, die eine geradezu manische Sucht danach haben,  Krawall und Zerstörung auszulösen. Und die sich wie Herr Mélenchon dann gleich wieder auf ihre parlamentarischen Polstersitze zurückziehen können, wenn die Protestierer im Arrestantenwagen landen, wenn diese mit kalten Wasserwerfern von den spätherbstlichen Straßen gespült werden, wenn sie Tränengas aus den Augen  wischen müssen, wenn migrantische Horden sich in Kaufgeschäften zu bedienen beginnen und alle anderen Jungen so diskreditieren. Womit endgültig jede Sympathie für die "Proteste" verloren gegangen ist.

Teilen:
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Twitter

  1. Rosi
    05. November 2026 07:23

    Das ist vermutlich das Problem: Wenn etwas nichts kostet, ist es auch nichts wert.
    Wenn man nicht erkennen kann, daß dafür vorher viel Anstrengung notwendig war und ist, all die 'gratis' Infrastruktur etc. zur Verfügung zu stellen, wird sie auch nicht geschätzt.
    Was man in der Schule hört oder nicht, oder im Elternhaus, ist die eine Sache, aber letztendlich zählt das Beispiel, das die Eltern den Kindern vorleben am meisten.



  2. Schani
    04. November 2026 11:39

    Das sind eben die Früchte, der von Kreisky begonnenen sozialistischen Wühlarbeit.



  3. Josef Maierhofer
    04. November 2026 09:16

    Woher sollen sie denn wissen, dass ihr Weg der falsche ist, es wird ihnen doch in der Schule jedwede objektive Information vorenthalten und das 'betreute Denken' und Ideologie (= ...) gelehrt.

    Schon in Volksschulen lernen die Kinder, dass die FPÖ was Böses ist und 'Nazi' ohne Diskussionsfreiheit dazu.

    Ich würde gerne einmal im TV eine objektive Geschichtssendung sehen können oder in einem Geschichtsbuch wenigstens die Darstellungen der These und Gegenthese. Ich würde gerne von der Schule fordern, dass statt Indoktrination objektive Information stattfindet und gelernt wird, wie man lernt und selbst denkt, gerne auch in freien Diskussionsrunden.

    Ich würde gerne sehen, wie ein mündiges Volk Österreich seine Belange selbst in die Hand nimmt.

    Genauso ist es mit dem Wahlvolk, man führt es hinters Licht, belügt es, damit es 'richtig' wählt.

    Auch würde ich gerne sehen, dass die Menschen Arbeit finden und fleißig sein können.

    Politik, Justiz und Medien tragen diese Verantwortung.



  4. eupraxie
    04. November 2026 08:32

    Die Gen Z fiel ja nicht so einfach vom Himmel, sie wurde von den Eltern der Gen X geboren und von der Summe der diavorliegenden Generationen sozialisiert. Es gelang also nicht, wesentliche Zusammenhänge der Gesellschaft sichtbar zu machen. Dazu zählt auch das Bewusstsein um die Verantwortung für die Gesellschaft.

    Die Einflussmöglichkeiten der Elterngeneration und älteren Generationen auf das Verhalten sind ja nicht unbegrenzt, vor allem was die Sicht auf den Nachwuchs betrifft.

    Bleibt die Frage, was schmerzt: das Verhalten der Gen Z oder das Verschwinden einer Zeit samt Gesellschaft, die für die Elterngeneration einfach ein schönes, vielfach unbeschwertes, Leben bedeutete?



  5. Erich Bauer
    04. November 2026 08:18

    Wer soll eine "MasterIN" in Genderwesen wo, in "entsprechender" Funktion, einstellen?



  6. Orakel
    04. November 2026 07:55

    Das mit dem nidrigen Pensionsalter geht mir auch schon auf den Geist, kann ich schon nicht mehr hören!

    Die Realität am Arbeitsmarkt zeigt jedoch deutliche Hürden:
    Ab etwa 50 Jahren spüren viele Arbeitnehmer spürbar mehr Widerstand bei der Jobsuche. Statistiken zeigen, dass 50- bis 64-Jährige oft schlechtere Wiedereinstellungschancen haben als jüngere Bewerber, und ein Viertel größerer Betriebe stellt niemanden mehr über 60 ein.
    Besonders kritisch wird es oft ab 55 bis 60 Jahren: Wenn jemand arbeitslos wird, verfestigt sich die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe massiv – 60- bis 64-Jährige suchen laut Daten des ÖGB im Schnitt 451 Tage lang nach einem neuen Job.

    Warum ältere Bewerber oft abgelehnt werden

    Gehalt und Erfahrung: Wer mit Mitte 50 oder älter wechselt, bringt oft viel Gehalt und Seniorität mit, passt aber laut manchen Unternehmen nicht mehr in das Schema für Quereinsteiger oder Einstiegspositionen.



    • Orakel
      04. November 2026 07:55

      Kalkulation der Unternehmen: Arbeitgeber rechnen manchmal, ob sich eine aufwändige Einschulung bis zum Pensionsantritt noch rentiert ("Plug & Play"-Erwartung).
      Altersdiskriminierung: Trotz Fachkräftemangels sortieren manche Betriebe Bewerbungen implizit nach dem Geburtsjahr aus.



    • Orakel
      04. November 2026 07:59

      Dazu kommt, dass wohin man hört, die Jungen gleich bei den Einstellungsgesprächen ihre Vorstellungen bezüglich Gehalt und Arbetszeiten sehr deutich artikulieren!
      War bei uns keine Diskussion, wie lange wir denn arbeiten wollten. Das Angebot stand und man nahm es an oder auch nicht!

      Darüber schreibt AU aber nie!
      Mir scheint da fehlt das Feedback zur heutigen Jugend!






Zwischen Lügenpresse und Fake News: Eine Analyse Schafft die Politik ab Europa 2030 Börsen-Kurier (Bezahlte Anzeige) Academia