Der allsorgende Nanny-State ist keine Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Sogar schon lange vor Otto von Bismarck, der als "Erfinder" des Sozialversicherungssystems gilt, kam es zur Verteilung staatlich finanzierter Wohltaten. Gaius Gracchus führte im Jahr 123 vor Christus – in der Spätzeit der Römischen Republik – die Verteilung staatlich subventionierten Getreides ein. 58 v. Chr. wurde daraus unter Publius Clodius Pulcher die völlig kostenlose Getreideausgabe. Einige Quellen berichten von etwa 40.000 Empfängern im Jahr 73 vor Christus. Keine drei Dekaden später, im Jahr 46 vor Christus, sah sich Julius Caesar einer auf 320.000 angewachsenen Zahl von Getreideempfängern gegenüber. Durch die Einführung rigoroser Kontrollen schaffte er es, die Zahl der Getreideempfänger auf 150.000 zu reduzieren, ehe er ermordet wurde.
Bei der subventionierten oder für die Begünstigten völlig kostenlosen Getreideabgabe handelt es sich um ein Paradebeispiel für die Konsequenzen der Einführung derartiger Wohltaten: Gratisangebote schaffen eine schier unbegrenzte Nachfrage. Damit verbunden sind ein steigender Personalbedarf für die Beschaffung, Administration und Verteilung der Güter und damit stetig wachsende Kosten. Anhand der Getreideverteilung im antiken Rom zeigt sich, dass einmal eingeführte Wohlfühlprogramme über eine Art "Sperrklinkeneffekt" verfügen, der ein Zurück so gut wie unmöglich macht.
Besonders in demokratisch organisierten Gesellschaften, in denen die politische Führung nur selten über den nächsten Wahltag hinausdenkt, ist die Abschaffung von Brot-und-Spiele-Programmen (die im antiken Rom in der frühen und hohen Kaiserzeit im ersten und zweiten Jahrhundert ihren Höhepunkt erlebten) so gut wie unmöglich. Man will schließlich wiedergewählt werden, um seine Pfründe nicht zu verlieren.
So offensichtlich die mittel- und langfristig wohlstandszerstörende Wirkung der staatlichen Belohnung des Müßiggangs und der konsequenten Bestrafung der Leistungsträger auch ist, fehlt es dennoch nicht an immer neuen Forderungen zum Ausbau des Wohlfahrtsstaates und zur Erweiterung des Empfängerkreises. Die Lektion ist einfach zu verstehen: Wer scheinbar kostenlose Wohltaten verteilt, schafft damit Abhängigkeiten. Wer Abhängigkeiten ausweitet, erlangt damit Macht, sofern er über die Verteilung der Wohltaten gebietet. So werden in modernen Ein-Mann-eine-Stimme-Demokratien Wählerstimmen und politische Macht gekauft.
Da außerhalb des Gartens Eden die Summe der kollektiven Begehrlichkeiten die Möglichkeiten zu ihrer nachhaltigen Finanzierung zwangsläufig übersteigt, ist ein Ende mit Schrecken unvermeidlich.
"Die erste Lektion der Ökonomie ist die Knappheit: Es gibt niemals genug von irgendetwas, um alle befriedigen zu können, die es haben wollen. Die erste Lektion der Politik ist die Nichtbeachtung der ersten Lektion der Ökonomie." Thomas Sowell (geb. 1930)
Nur die normative Kraft des Faktischen kann die Entfernung der weiter oben genannten "Sperrklinke" bewirken. Im Falle staatlicher Wohlfühlprogramme ist das der drohende Staatsbankrott infolge der Weigerung der Banken, das unverantwortliche Treiben noch länger zu finanzieren. Ein zeitnahes Beispiel ist der massive Rückbau des schwedischen Sozialstaats in der Zeit von 1992 bis ins Jahr 2000. Diesem waren massive Finanzierungsprobleme für den Staatshaushalt vorangegangen.
Wie verheerend sich ein beherzter Eingriff in bestehende Umverteilungspolitiken auf den Wählerzuspruch auswirken kann, musste die SPD erleben, nachdem Kanzler Schröder die Umsetzung seiner "Agenda 2010" vorangetrieben hatte. Harald Schartau, der SPD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen sprach im Oktober 2003 wörtlich von einem "Anschlag auf den Sozialstaat", ein Befund, dem sich viele weitere Parteilinke anschlossen. Letztlich hat die durch die Agenda 2010 verursachte "soziale Kälte" Kanzler Schröder 2005 zwar die Macht gekostet, Deutschland damals aber vorübergehend auf den Pfad der wirtschaftlichen Prosperität zurückgeführt.
Seither ist viel Wasser den Rhein und die Donau hinabgeflossen. Die Verteilung von Wohltaten innerhalb der Staatsgrenzen genügt den Regierenden in Deutschland und Österreich nicht mehr. Ob Radwege in Peru, Toilettenanlagen in Afrika, die Förderung der "Gendergerechtigkeit" oder sinnfreie "Entwicklungshilfe" für korrupte Bananenrepubliken – das Geld der Steuerzahler wird von den Regierungen verteilt, als gäbe es kein Morgen.
Darüber hinaus werden seit 2015 – Angela Merkel sei Lob und Dank – Millionen von vornehmlich aus islamischen Ländern stammenden, angeblich mühseligen und beladenen Männern im wehrfähigen Alter importiert, um sie auf Kosten der autochthonen Bürger mit allen Annehmlichkeiten zu versorgen, die der Westen zu bieten hat. Es ist schwer nachvollziehbar, welcher Irrwitz die dafür Verantwortlichen antreibt, da sie damit ja einerseits den Eintritt eines Staatsbankrotts auf hochwirksame Weise vorantreiben und sich andererseits die breite Ablehnung ihrer Stammwähler zuziehen, wie serienweise Wahlniederlagen der allesamt woken Blockparteien und ein stetiger Aufwärtstrend für die rechte Opposition beweisen.
Und als ob das noch nicht genug wäre, sind die Regierungen und Hauptstrommedien seit 2022 vom dringenden Wunsch besessen, einen am Rande Europas ausgebrochenen Krieg zu finanzieren, oder – im ungünstigsten Fall – sogar direkt darin verwickelt zu werden.
Biodeutsche und Österreicher können darauf gespannt sein, was zuerst eintreten wird:
►Ein Staatsbankrott dank unfinanzierbar werdender Erwerbsersatzkommen
►Die Zerstörung der Finanzierungsbasis des Wohlfahrtsstaates infolge der weitgehenden Deindustrialisierung aufgrund der Umsetzung grün-woker Klimaideologie
►Ein Bürgerkrieg im Gefolge sich verschärfender Verteilungskämpfe
►Der Eintritt des von Michel Houellebcq im Buch "Unterwerfung" beschriebenen Szenarios einer Machtübernahme durch die Anhänger des Propheten Mohammed oder
►Ein heißer Krieg mit dem von Atomwaffen strotzenden Russland.
Die Frage lautet nicht, ob eines der genannten Szenarien eintreten wird. Die Frage ist vielmehr, wann das passieren wird. Ich für mein Teil werde es wohl nicht mehr erleben und danke daher täglich für meine frühe Geburt. Allerdings bedaure ich mein Kind und Kindeskind und alle übrigen jüngeren Semester, die sich auf schwere Zeiten werden einstellen müssen.
Andreas Tögel, Jahrgang 1957, ist Kaufmann in Wien.








Ich gratuliere Ihnen zu diesem Beitrag und stimme Ihrer Meinung zu 100 % zu. Nichts, aber schon gar nichts wird von den meisten Wählern, wenn man mit Ihnen diskutiert, an Handlungen der Politiker in Ö nachvollzogen. Und was hilft es? Nichts. Das bittere Ende werden wir, trotz der Gnade der frühen Geburt, noch erleben. Aber einen Vorteil haben wir, wir sind in schlechten Zeiten groß geworden, uns machen diese nichts aus, wir kommen mit sehr wenig auch aus.
Verehrte Foristen, mir war es wichtig, festzustellen, dass unsere Regierungen sich um alles Mögliche, nur nicht um ihre ureigenste Aufgabe kümmern. Und die besteht im Schutz von Leib, Leben und Eigentum der EIGENEN Bürger. Basta. Genau dieser Auftrag wird allerdings seit Jahren sträflich vernachlässigt. Mit der Förderung der Gendergerechtigkeit in Hamudistan oder gar der einseitigen, kostenintensiven Parteinahme in einem Krieg zwischen außerhalb der EU liegenden Staaten wurden die Regierenden definitiv nicht beauftragt - jedenfalls nicht von den heimischen Wählern. Und schon gar nicht im immerwährend neutralen Österreich!
@ Andreas Tögl
Wir leben - wie auch Sie richtig erkennen - nicht auf einer Insel der Seeligen. Und das gilt jedenfalls auch für das europäische Umfeld. Den Kopf in den Sand zu stecken, löst nicht die Probleme, die Russland mit seinem völkerrechtlichen Angriff auf die geschaffen hat.
"völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine geschaffen hat".
@ Andreas Tögel
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Danke! Ihre Darstellung sollte von allen Patrioten verstanden werden können!
@ Peregrinus
Die Sorge vor Krieg und Staatsbankrot ist für Sie Unsinn!? "....bis auf den Unsinn, den Sie zum Ukrainekrieg schreiben".
Ihre Veblendung, über alles was die Ukraine-Russland betrifft, scheint pathologisch bedingt zu sein!
Sie sollten baldigst einen diesbezüglichen Arzt aufsuchen!
Alles richtig, bis auf den Unsinn, den Sie zum Ukrainekrieg schreiben.
Wieso Unsinn? Soweit mir bekannt ist, hat der österreichische Steuerzahler bisher drei Milliarden Euro in diesem Fass ohne Boden versenkt. Und sind Sie wirklich scharf auf einen Krieg mit Russland? Ich bin mir sicher, dass 99 Prozent der Österreicher den Frieden vorziehen.
Nur wer ein Narr ist, kann einen Krieg mit Russland wünschen. - Habe Sie schon einmal etwas von Notwehr gehört?
@ Armin ***
Leider gibt es zunehmend Sonderlinge, die ohne Einsager*Innen keine eigene Meinung entwickeln können.
@ eleokrat1
Haben Sie schon einmal Ihre geistige Beschränktheit refletkiert?
Der Absatz zur Ukraine hat überhaupt nichts mit der Überschrift zu tun. Das ist ein schlichtes Einklinken in den Hauptstrom des AU - Blogs.
@ eupraxie
Ich darf Sie auf folgenden Absagtz hinweisen :
"Und als ob das noch nicht genug wäre, sind die Regierungen und Hauptstrommedien seit 2022 vom dringenden Wunsch besessen, einen am Rande Europas ausgebrochenen Krieg zu finanzieren, oder – im ungünstigsten Fall – sogar direkt darin verwickelt zu werden."
@Peregrinus: ja darauf bezog ich mich. Die Berücksichtigung eines Krieges an der Grenze des eigenen Kontinents hat nichts mit Wohlfahrtsstaat oder Weltfürsorge zu tun. Es ist pures Eigeninteresse.
Stimme Ihnen voll zu.