Dass der neue deutsche Michel sein eigener Todfeind ist, der ihm seine bisherige Demokratie rauben wird, wenn er nicht rechtzeitig zur Besinnung kommt, scheint leider wahr und richtig zu sein. Wieder einmal ist eine Mehrheit der Deutschen überzeugt, auf "der richtigen Seite der Geschichte" zu stehen. Der Schritt von der Tragikomödie zur realen Tragödie ist anfangs kurz und kaum bemerklich, dann aber lang und oft überaus schmerzlich.
Es hilft den Nichtdeutschen im heutigen EU-Europa auch nicht, wenn diese nun urteilen: "Recht geschieht diesen Dumpfbacken", wenn sie sich gegenseitig abmurksen, uns geht es nichts an, ihre nationale Selbstmord-Katastrophe betrifft uns nicht. Dieses Urteil wäre auch falsch, wenn es nicht zur Gründung der EU gekommen wäre, weil die Europäer auch ohne diese Gründung nur als Schicksalsgemeinschaft auf dem Ozean der Geschichte hin und her segeln können. Ihre Geographie und ihre Geschichte binden.
Und es wird den Deutschen in den späteren Akten der Tragödie, wenn das "Richtige des richtigen Weges" sein wahres Wesen zeigen wird, (wieder einmal) nicht helfen zu erklären: Wir haben es nicht gewusst, und hätten wir’s gewusst, wären wir nicht in diesen Abgrund gestürzt.
Das Stigma der zu spät kommenden Nation bleibt ihnen eingeboren, auch und gerade wenn sie meinen, die erste und moralisch führende Nation Europas und der Welt sein zu müssen und sein zu können.
Die USA, die Retter der Existenz Deutschlands nach 1945 werden maßlos erstaunen. Obwohl die USA von 2026 mit den USA von 1945 oft nur noch den gemeinsamen Namen teilen. Wie sollen sie mit einem Kontinent umgehen, der seine bisherige Identität zertrümmert hat und seine Vernunftaufklärung als "Kolonialismus" denunziert und widerruft?
Das Gericht der rächenden Nemesis der Geschichte wird auch über die Kirchenführer (nicht nur Europas) kommen. Wer sich in die Geschicke des Weltgeistes einmischt, weil er glaubt, die unfehlbaren Zeichen des absoluten Geistes empfangen zu haben, den hat das wahre Alpha und Omega dieser Welt und Menschheit noch nicht erreicht.
Leo Dorner ist ein österreichischer Philosoph.








Mir gefällt vieles an der AfD nicht. Dennoch hoffe ich, dass sie in Sachsen-Anhalt eine "Absolute" erreicht, schlicht, weil ich wissen will, was dann passiert. Ob nämlich Deutschland noch eine Demokratie ist, oder "Demokratie" (im Einklang mit weiten Teilen heutiger Sozialwissenschaft) so uminterpretiert wird, dass sie in "Gleichheit" und "Menschenrechten" besteht, das Procedere einer freien, gleichen und geheimen Wahl hingegen in den Hintergrund tritt und jedenfalls dessen Resultat von Politik, Leitmedien, Universitäten und Kirchen nicht mehr als verbindlich angesehen wird. Beruhigt bin ich, wenn man ein Wahlergebnis akzeptiert und die AfD eine Regierung bilden lässt. Ob andernfalls die Gewalt der Straße Fakten schaffen soll (indem "mutige" Pastor:innen usw. etwa wochenlang das Landtagsgebäude blockieren) oder ob man eilends neues Recht kreiert, um die AfD zu verbieten oder die Wahl zu annulieren, ist die spannende Frage.
Ernsthaft diskutiert wird übrigens die Option, AfD-lern Angebote zu machen, um sie NACH erfolgter Wahl zum Wechsel zur CDU zu bewegen. Wenn nicht Geld im Spiel ist, soll das nicht einmal strafbar sein. Auch wenn es Deutschland mit diversen (Süd-)Balkanländern auf eine Stufe stellt.
Sehr klug und genau beobachtet und beurteilt!
Wird sich die "neue" Demokratie mit der "alten“ auf ein Scharmützel oder auf ein Gemetzel einlassen (müssen)? Prosaischer gefragt: wird sich der neue Faschismus mit seiner Vielfalt an Facetten durchsetzen nochmal rechtzeitig abgefangen lassen?_
oder nochmals ....abfangen lassen?
Der Gastbeitrag des österreichischen Philosophen Leo Dorner, soll offensichtlich von der Tatsache ablenken, dass die Deutschen in keinster Weise abstimmen bzw. mitbestimmen konnten, dass ihr die effiziente Energieversorgung durch Kernkraftwerke abgedreht wurde und alles DEUTSCHE kulturell vernichtet und durch Menschen seit dem Jahr 2015 fortlaufend ohne Unterlass aus artfremden Kulturkreis ausgetauscht wird!
Alles einem perfiden Plan folgend, man denke nur an Sarrazins Erstlingswerk, als kurz nach derem Erscheinen im "Öffentlich Rechtlichen" unisono folgendes zu hören war: " ts ts ....jetzt wo die Integration zu GREIFEN beginnt .....bring er so ein Machwerk, nur um gut zu verdienen heraus......
Weil sich aber das religiöse Handeln der religiösen Mächte oft mit dem Handeln des Weltgeistes überschneidet (Papst Urban und die Kreuzzüge der Kirche; der welterobernde Jihad des Islams: heutige Päpste auf Lampedusa, um „Migration als universale Nächstenliebe“ predigend), verkompliziert sich die Sache Weltgeist und Weltgeschichte nochmals.
Wer soll sie jetzt noch verstehen können? Vielleicht der höchste Klerus im Vatikan?
"Ablenken" ist kein Job für Philosophen...
Doch. Konnten sie. Mehrmals hätten sie die Gelegenheit gehabt, Merkel in die Wüste zu schicken. Aber sie wählen immer noch die CDU/CSU, die für Koalitionen (immer noch) bedingungslose Treue zur EU einfordert.
Auch wir hätten mehrmals die Gelegenheit gehabt, die ÖVP an der Wahlurne zu vernichten. Auch wir haben es nicht gemacht.
Wenn die Alternative nicht anziehender ist als das immer Gewählte, findet der Wechsel nicht statt.
Dem Artikel ist zuzustimmen. Den letzten Absatz verstehe ich allerdings nicht. Weltgeist klingt für mich freimaurerisch und antiklerikal.
Ich verstehe Ihr Nichtverstehen. Der Hegelsche „Weltgeist“ hat sich nicht eingebürgert, wie auch viele andere Grundbegriffe der Vernunft-Tradition nicht. Andere haben sich inflationär eingebürgert, - als Phrasen und Begriffshülsen wie „Vernunft“ oder „Idee“ usf. Und selbstverständlich konnte sich auch Hegels „absoluter Geist“ nicht als Begriff, der Gott und seine Religion(en) benennen soll, einbürgern.
Vereinfacht steht Weltgeist für Weltpolitik, also für das jeweilige Handeln der jeweiligen politischen Mächte in der Weltgeschichte. („Weltgeschichte und Heilsgeschehen“ Die theologischen Voraussetzungen der Geschichtsphilosophie. Kohlhammer, Stuttgart 1953. nennt sich ein wichtiges Buch von Karl Löwith.)
Leo Dorner
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22. August 2026 09:24
Weil sich aber das religiöse Handeln der religiösen Mächte oft mit dem Handeln des Weltgeistes überschneidet (Papst Urban und die Kreuzzüge der Kirche; der welterobernde Jihad des Islams: heutige Päpste auf Lampedusa, um „Migration als universale Nächstenliebe“ predigend), verkompliziert sich die Sache Weltgeist und Weltgeschichte nochmals.
Wer soll sie jetzt noch verstehen können? Vielleicht der höchste Klerus im Vatikan?
Danke für die Aufklärung! Allerdings reicht mein philosophisches Wissen trotz Besuches eines humanistischen Gymnasiums nicht (mehr) aus.