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Gastkommentare

Hitzewelle: Harte Fakten vs. Panikmache

17. Juli 2026 11:07 | Autor: Gerhard Kirchner
10 Kommentare

Es ist wieder soweit: Die erste, brutale Hitzewelle hat Europa überrollt. 

Die Medien – nicht alle – sind sich einig:

  • Es war noch nie so heiß wie 2026. Das Erwärmungslimit von1,5 Grad des Pariser Abkommens wird bereits überschritten.
  • Die Hitzewelle erreicht ihren absoluten Höhepunkt, berichtet der ORF. Klimaforscher warnen: Es wird noch heißer.
  • Die Kleine Zeitung schreibt, dass die aktuelle Hitzewelle ohne den menschengemachten Klimawandel so nicht stattgefunden hätte, würden Berechnungen aus Graz zeigen. Nächstes Jahr droht eine globale Erwärmung von mehr als 1,7 Grad Celsius.
  • Wissenschaftler schlagen Alarm: 2026 und 2027 werden Temperaturrekorde aufgestellt. 
  • 2027 könnte die Erde um 1,71 Grad wärmer sein als vor der Industrialisierung.
  • Es wird auf ein Klimaschutzgesetz gedrängt.
  • Der österreichweite neue Monatsrekord wurde am 29. Juni in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) aufgestellt, wo 40,1 Grad gemessen wurden.
  • Die Juni-Hitze stammt aus Menschenhand, behauptet Günter Pilch. Ohne die menschengemachte Erwärmung wäre eine Hitzewelle wie derzeit unmöglich.
  • Die zweite Hitzewelle ist angekündigt, und Horrorszenarien werden wieder Fahrt aufnehmen.
  • Hitze-Alarm: "Fische führen Überlebenskampf in der Mur" ist der Titel eines Berichts in der Kronen Zeitung. Niedrige Wasserstände und erhöhte Temperatur bedrohen den Huchen.
  • In NÖ-News vom 30. Juni 2026 berichtet der Landesfischermeister Gregor Gravogl, dass manche Gewässer Oberflächen-Temperaturen um die 30 Grad aufweisen. Vor allem große Fische haben mit der Hitze zu kämpfen. Vereinzelt seien auch schon tote Fisch gefunden worden.

Alle österreichischen Medien, inklusive wissenschaftlicher Studien, sind sich einig: Der Mensch verursacht die gegenwärtige "Klimakrise".

In anderen Regionen nimmt man die Dürreperioden lockerer. Ohne Übertreibung meldete kürzlich Saskatchewan, eine Provinz Kanadas, bekannt wegen der "Dirty Thirties", in denen 10 Jahre der Regen ausblieb, das Ende einer weiteren 8 Jahre währenden Dürreperiode, in der es kaum regnete. Bis zu 45 Grad Celsius wurden registriert.

Wie gesagt, alle österreichischen Medien, inklusive wissenschaftlicher Studien, sind sich einig: Der Mensch verursacht die gegenwärtige "Klimakrise".

Die Klimageschichte ist da nüchterner. Über 300 Chroniken berichten über extreme Wetterereignisse in den vergangenen 2000 Jahren:

Detaillierte Beschreibungen der Klimaextreme findet man in Wikipedia: "Rangliste der heißesten und trockensten Sommer in Mitteleuropa (2000 Jahre)" und im Smithsonian.

Siehe: https://www.smithsonianmag.com/history/this-summers-Eindrought-is-europes-worst-in-500-years-what-happened-last-time-180980711/.

Ein Artikel von Michael Klein in Sciencefiles (SciFi) vom 23. Juni 2026, ist eine Fundgrube von detaillierten Daten über Klimaextreme in den letzten 2000 Jahren.

Konsultiert man diese Quellen, so ist ersichtlich, dass die gegenwärtig registrierten Temperaturen nicht einzigartig sind und vor allem nicht auf dem anthropogenen Eintrag von CO2 beruhen.

Denn Hitze und Trockenjahre gab es in der Klimageschichte Dutzende. Wie man in der Klimageschichte sieht, gab es extreme Hitzezeiten auch schon vor mehr als tausend Jahren. Dabei sticht eine Periode in der Kleinen Eiszeit, nämlich von 1530 bis 1540 besonders heraus. Eine Megadürre von 1540 wird in vielen Abhandlungen immer wieder erwähnt.

Niedrigwasser/Dürren werden durch die Hungersteine in der Elbe und anderen Flüssen angezeigt.  Der wohl bekannteste Hungerstein ist ein Findling mit der traurigen Inschrift: "Wenn du mich siehst, dann weine."

Überliefert sind die Jahres-Inschriften von 1417, 1473, 1616, 1654, 1666 und andere. 1925 wurde von drei Hungersteinen in der Mur im Stadtgebiet von Graz mit Inschriften aus dem 16. und 17. Jahrhundert berichtet.

Der Sommer von 1540 – in der Kleinen Eiszeit – wird als der wahrscheinlich heißeste Sommer der europäischen Klimageschichte bezeichnet. Mehr als 300 Chroniken in Europa und Übersee beschreiben diese gigantische Katastrophe, die sich durchaus mit und ohne Beitrag des Menschen wiederholen kann.

Elf Monate mit kaum Regen verursachten eine Megadürre. Temperaturen lagen Schätzungen zufolge 5–7 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Flüsse wie Rhein, Elbe und Seine waren so weit ausgetrocknet, dass man sie zu Fuß durchwaten konnte. Risse in den Ackerböden waren so breit und tief, dass Menschen ihre Beine darin baumeln lassen konnten.

Für die von der Landwirtschaft lebenden Menschen war der schwere Dürresommer 1540 eine Katastrophe. Tiere verdursteten. Menschen brachen bei der Feldarbeit zusammen. Wälder und ganze Dörfer brannten. Die räumliche Ausdehnung auf ganz Mitteleuropa sorgte anschließend für Hungersnöte.

Aber hatte das mit dem Eintrag von anthropogenem CO2 in die Atmosphäre zu tun? Sicherlich nicht. Es sind extreme Wetterereignisse, die über die Jahrtausende in mehr oder weniger regelmäßigen Perioden erscheinen. Selbst wenn es keine Menschen gäbe, werden Hitze- und damit verbundenen Dürreperioden auftreten. Man beobachtet sie auf kleinem Raum in Österreich, aber auch über Kontinente hinweg.

Der Mensch kann Dürreperioden nicht verhindern, auch nicht mit Investitionen vieler Milliarden, um die Treibhausgase zu reduzieren. Es sind Naturereignisse, die man auch mit Klimagesetzen nicht verhindern kann.

Was wäre, wenn sich ein Ereignis wie 1540 im Falle einer "alternativen" Volllelektrifizierung in Europa ereignen sollte? 

Unter der Voraussetzung, dass 2040 Wind und Photovoltaik 58,6 TWh und Wasserkraft 52,4 TWh Strom (das sind 48 Prozent) in Österreich erzeugen, könnte folgendes eintreten:

  1.       Bei ausbleibenden Niederschlägen, wenn die Flüsse zu Rinnsalen werden, fehlen 48 Prozent der Stromproduktion.
  2.       Batteriespeicher für die fehlende Menge Strom aus Wasserkraft sind nicht vorhanden.
  3.       Ebenso sind keine ausreichenden Gaskraftwerke vorhanden.
  4.       Kohlekraftwerke fehlen. Sie könnten auch nicht betrieben werden, da keine Kohle eingeführt werden könnte und das Wasser für die Dampferzeugung fehlt.
  5.       Die Atomkraftwerke unserer Nachbarn müssen wegen fehlender Kühlung abgeschaltet werden.
  6.       Binnenschifffahrt, die den Handel aufrecht erhält und die Industrie unterstützt, ist nicht möglich.
  7.       Eisenbahnen können wegen fehlenden Stroms nicht fahren. Dieselelektrische Lokomotiven gibt es nicht mehr.
  8.       Autotransporte fallen auf Grund der vollständigen Elektrifizierung für den Transport von Gütern aus.
  9.       Die Ernten sind minimal. Auf Grund der vollkommenen Energiewende können auch keine Lebensmittel aus anderen Regionen importiert werden.
  10. Katastrophenschutz ist wegen der vollständigen Elektrifizierung nicht mehr möglich.
  11. Eine Hungersnot mit unabsehbaren sozialen Folgen ist damit programmiert.

Da eine extreme Dürre im Bereich des Möglichen liegt, wäre es angebracht, unsere Klima- und Energiepolitik nochmals zu überdenken. 

 

Gerhard Kirchner ist Bergingenieur und liebt die Umwelt.

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  1. Politicus1
    20. Juli 2026 10:26

    Es ist sinnlos einen Klimawandel zu bekämpfen.
    Wir müssen alles tun, um mit dem Klimawandel leben - überleben - zu können.
    Wie ein Arzt eine - noch - nicht heilbare Krankheit bekämpft, sondern versucht, das Leben des Patienten trotzdem möglichst erträglich zu machen.



  2. rowischin
    20. Juli 2026 04:35

    Die Übersicht von Dr. Kirchner ist sehr gut. Vielen Dank. Sie läßt den Schluß zu, dass solche wärmere und trockenere Zeiten in der Klimageschichte immer vorkommen können, auch in die entgegengesetzte Richtung. Daher sollte die Menschheit weltweit, unabhängig aus welchen Gründen diese Extreme auftreten, vorsorgend, sorgfältig, vorausschauend mit dem Energie- und Wasserhaushalt umgehen, ebenso mit der Natur, mit den Ressourcen, den Meeren, allen Arten von Wäldern, den Mooren etc., sie gehören der gesamten Menschheit und nicht nur einzelnen Staaten. Und es wird zu einer Beschränken der Gesamtzahl der Menschen auf diesem Planeten kommen müssen. Zusammenarbeit und nicht Bekämpfung ist die Lösung. Hausverstand gegen Ideologie.



  3. Pennpatrik
    19. Juli 2026 18:50

    Ich sitz gerade im trockensten, heißesten Sommer, den es je gab in Kärnten am Berg und friere mir gerade im Regen einen ab.



  4. elokrat1
    18. Juli 2026 20:23

    Gestern wollte ich schon schreiben, wo bleibt "Herby", jetzt ist er da, Gott sei Dank!



  5. Herby
    17. Juli 2026 21:51

    Ja Herr Dr. Kirchner - die dauernde gleiche Leier:

    "Es war schon immer so" - "Das hat es immer schon gegeben" - "Es war schon immer so" - "Das hat es immer schon gegeben" undsoweiter undsoweiter undsoweiter ...

    Wenn Sie irgend einen Sinn darin sehen gegen die Wissenschaft an zu kämpfen - viele Menschen haben die ausgefallensten Hobbys ....



    • Outback
      18. Juli 2026 00:31

      @ Herby
      Kann es sein, dass Sie "Die Wissenschaft" mit Ihrer Antithese zu leichtfertig bemühen? Dogmatisch überzeugend ist Ihre Argumentation nicht.



    • Peregrinus
      18. Juli 2026 12:39

      Herby begreift nicht, dass sich aus der Tatsache des Klimawandels nicht ableiten lässt, dass er menschengemacht ist.



    • Wyatt
      18. Juli 2026 15:36

      das wird der Herby über Singapur, mit seinem über das ganze Jahr beinahe gleichbleibenden Klima, auch nicht begreifen:

      Derzeit liegt die Meereswassertemperatur in Singapur bei einem Maximum von: 28°C
      das heißt 1.5 ° unter dem saisonalen Normalwert

      (Dieser Bericht wurde am 18/07/2026 erstellt)



  6. eupraxie
    17. Juli 2026 18:43

    Katastrophenszenarien in angenommenen 13 Jahren lassen möglicherweise individuelles verantwortungsbewusstes handeln zb im Umgang mit Wasser im hier und heute als nicht notwendig und bedeutungslos erscheinen.

    Es gibt aber nicht nur Klima GAU's, sondern auch harte Zeiten, in denen oa Verhalten angebracht und hilfreich im Sinne der Gemeinschaft ist.

    Die aufgezählten und täglich zu vernehmenden Meldungen sollen Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Lage wecken, erreichen aber gerade wegen ihrer reisserischen, einhämmernden Methode möglicherweise das Gegenteil. Dazu kommt noch die Aussage Anschober zur Steuerung wie bei Corona.

    Und so stellt sich zb die Frage, welchen Beitrag leistet die Streichung der Topfblumen rund ums Haus für den Wasserhaushalt heute, wer beginnt in der Straße, etc.... 2040 stellte sich die Frage ohnehin nicht mehr.

    Auch wenn die Ursachen unbeeinflussbar sind, die Situation verlangt nach handeln- gerade auch vom Individuum in einer freien Gesellschaft.



  7. Outback
    17. Juli 2026 14:58

    Ein Danke dem Autor für die Erinnerung an die extremen Ausschläge der Klimageschichte. Der historische Blick auf das Jahr 1540 sollte ein unmissverständlicher Weckruf sein. Losgelöst von Ursachendebatten (menschengemacht oder nicht) braucht die Infrastruktur krisenfeste Backups. Es muss sichergestellt werden, dass bei langanhaltendem Niedrigwasser aufgrund mangelnder Niederschläge die Energieversorgung nicht kollabiert. Sowohl die Landwirtschaft als auch die Energiesysteme müssen so rasch wie möglich an extreme Szenarien angepasst werden.






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