Die moderne Klimatologie krankt keineswegs an einem Defizit an Empirie, sondern an einem Exzess an Gewissheit. In den staatlich alimentierten Instituten hat sich eine Kaste von Auguren etabliert, die zu 99 Prozent dasselbe Credo deklamieren: Die Apokalypse ist menschengemacht, das Computer-Modell die unfehlbare Offenbarung. Aus vagen Simulationen werden sakrosankte Wahrheiten destilliert, aus bloßen Annahmen herrische Imperative. Das Klima – ein hochkomplexes, nichtlineares System von stupender Eigensinnigkeit – wird behandelt, als ließe es sich durch ein Zentralkomitee justieren wie der Heizkörper im "Ministerium für Wahrheit". Wer es wagt, auf die systemimmanenten Unschärfen hinzuweisen, wird nicht etwa widerlegt, sondern exkommuniziert. Zweifel sind in der Liturgie der Klimahohepriester nicht vorgesehen.
Die Klimapanik ist der neue Katechismus einer säkularisierten Welt: Das Gekreisch der Aktivisten ersetzt den Diskurs, die nackte Angst das Argument. Wer den Konsens stört, gilt als Häretiker. Jährlich werden zwei Billionen Dollar auf den Altären der Symbolpolitik verbrannt, während sich die Realität von dieser kostspieligen Geisterbeschwörung gänzlich unbeeindruckt zeigt. Doch solange die Liturgie des Irrsinns das moralische Überlegenheitsgefühl füttert, stört sich niemand an der Nutzlosigkeit des Opfers.
Die "Energiewende" ist längst zur Staatsreligion gereift: teuer, ineffizient und mit dem Nimbus des Heiligen umgeben. Dass Österreich etwa einhundert Milliarden Euro geopfert hat, um den CO₂-Ausstoß um läppische 15 Prozent zu senken, gilt nicht als Fiasko, sondern als Weihehandlung. Die Großmuftis der Transformation schwadronieren von Fortschritt, meinen aber die massive Umverteilung von den Leistungsträgern zu den Lautsprechern. Die Versorgungssicherheit wird dem "guten Gefühl" geopfert; wenn das Licht flackert, soll der Untertan eben im Glanz seiner eigenen moralischen Selbstgerechtigkeit leuchten.
Die schleichende Deindustrialisierung wird derweil als ökologisch notwendige Häutung umetikettiert. Während Produktionsketten reißen und das Know-how in pragmatischere Weltgegenden emigriert, feiert das hiesige Feuilleton den Ruin als notwendiges Reinigungsbad zur Rettung des Globus. Man opfert die reale Wertschöpfung auf dem Altar der Gesinnungsethik und wundert sich anschließend über die Erosion des Wohlstands.
Der Elektrowagen fungiert hierbei als der moderne Ablassbrief auf flüsternden Reifen. Trotz permanenter pädagogischer Bearbeitung der Massen entscheidet sich nur eine Minderheit für diese Form der staatlich verordneten Mobilität. Die ökologische Bilanz – von der Rohstoffgewinnung unter fragwürdigen Bedingungen bis zum prekären Strommix – bleibt ein Nebenaspekt, solange das Narrativ der Reinheit gewahrt bleibt. Moral ersetzt die Bilanz, Haltung die Physik.
Die Politik tritt nicht mehr als ordnende Vernunft auf, sondern als übergriffige Gouvernante, die ihre Untertanen unter einem Tsunami aus Vorschriften und Verboten im Namen der Planetenrettung begräbt. Der Bürger ist nur noch das Objekt einer propagandistischen Umerziehung: Verzicht als Tugend, Teuerung als Erziehungsmittel. Es ist ein ewiger Ramadan zur Weltverbesserung.
Am Ende dieser Hybris steht die fatale Anmaßung, ein planetares System zentralistisch durch zyklopische Papierberge steuern und den Menschen gleichzeitig neu formen zu können. Beides wird scheitern. Die Natur lässt sich nicht kommandieren, und der Mensch ist keine Knetmasse. Wer das verwechselt, produziert nicht Fortschritt, sondern Chaos – wirtschaftlich, gesellschaftlich, politisch.
Silvio Pötschner ist HNO-Facharzt und Gerichtssachverständiger.












Wo steht der Human-Server und wer ist der Betreiber, der diese menschlichen Netzwerke mit Klima-Fakes versorgt. Der Wirkungsgrad der Verbreitung, in Politik und Medien, ist unglaublich hoch. Das erinnert mich stark an die Corona Plandemie, die von wenigen gestartet wurde und sich danach, ähnlich wie ein Schneeball, selbst vergrößert hat, bis eine Lawine draus wurde.
@elokrat1
Der Mensch ist am leichtesten über die eigene Eitelkeit manipulierbar. Der dafür Anfällige will gut sein, will das Klima retten, dem Co2-Ausstoß durch Anschaffung eines „sauberen“ E-Auto begegnen, seine minderjährigen Kinder vorbildlich gegen Covid 19 impfen lassen und auch sonst als Musterschüler gelten, um sich selbst und auch der Obrigkeit zu gefallen. Nur so kann sich der Schneeball zur Lawine vergrößern.
@ Outback
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vielen Dank für diesen trefflichst formulierten realitätsbezogenen Kommentar!
......und weil am "Klimaschmäh" vermehrt gezweifelt wurde, haben sich die Erfinder des "vom Mensch verursachten Klimawandels" flugs dann im Jahr 2023 "die Meerestemperaturen gehen durch die Decke" ausgedacht:
https://postimg.cc/Dm1spXL2
......und auch das stimmt nicht, wie unter
https://www.meerestemperatur.de/europa/spanien/gibraltar/
am Beispiel Gibraltar (Mittelmeer / Atlantik) ersichtlich ist:
- heute bei 14°C -
das heißt 3 ° UNTER dem saisonalen Normalwert liegen.
oder direkt am Äquator:
Derzeit liegt die Meereswassertemperatur in Singapur bei einem Maximum von: 28°C
(das heißt 1.7 ° UNTER dem saisonalen Normalwert)
Dieser Bericht wurde am 14/04/2026 erstellt
Danke für diesen treffende und gleichzeitig unterhaltsame Beschreibung der Klimajünger. Es wird noch eine Zeitlang dauern, bis der Wahnsinn weitflächiger erkannt wird. Aber solche Beiträge sind erfrischende Aufmunterung die Wahrheit in den Mund zu nehmen.
Überaus treffend und glänzend formuliert! Für die zu dieser Religion Bekehrten und die von ihnen Zwangsmissionierten bleibt allerdings wenig Hoffnung im Diesseits ,,,,
...bei diesen JüngernInnenen vermutlich sogar noch im Jenseits hoffnungslos...
Dem Inhalt des Gastkommentars kann man natürlich nur zustimmen. Der Ausdruck und die Wortspiele erinnern etwas an die Diktion von Hr. Zyni, was durchaus positiv gemeint ist.