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Gastkommentare

Die Mullahs hoffen immer noch

07. März 2026 12:13 | Autor: Leo Dorner
9 Kommentare

Das Mullah-System hofft immer noch, irgendwie überleben zu können. Der zweitälteste Sohn des "neutralisierten" bisherigen Ayatollah soll den Laden übernehmen.  Er gilt als Hardliner und ist für Israel ein weiterer Beweis für den unerfreulichen Tatbestand, dass der Gottessstaat noch nicht bereit ist, seinen defaitistischen Kurs zu ändern – und ein unhintergehbarer Anlass zugleich, auch den neuen Führer-Nachfolger ins Visier zu nehmen. Noch ein "Dead man walking" mehr auf der umkämpften Bühne.

Was für ein Glück, dass man die religiösen Überzeugungstäter noch rechtzeitig vom Bau ihrer Bombe (11 sollen geplant gewesen sein) abhalten konnte.

Die Frage, ob sich der gottesstaatliche Iran bis zum letzten oder nur bis zum vorletzten Hemd verteidigen wird, führt auf peinlichere Fragen: Wie viele Mitläufer werden ab wann abfallen, und ab wann und mit welcher Gründlichkeit werden die verbleibenden Führungsköpfe beginnen, einander loszuwerden?

Aber nicht einmal ein Bürgerkrieg in den USA dürfte die Tyrannen von Khomeinis Gnaden retten, weil Israels Selbsterhaltungswille weitermachen wird müssen, auch wenn die US-Demokraten überm Teich Amoklaufen sollten.  

(Unnötig zu ergänzen, dass die Unwägbarkeiten eines aktuellen Krieges nicht vorhersehbar sind.)

Mittlerweile konnten die Amerikaner das größte Kriegsschiff der Mullahs versenken und auch sonst (zusammen mit Israel) viele Angriffsziele vernichten. Dennoch bleibt die Lage in vielen Provinzen und in der großen Handelsstraße am Golf unübersichtlich. Auch die Angriffe der Mullahs gegen die arabischen Nachbarstaaten könnten unerwartete Konsequenzen nach sich ziehen. Unser Sultan in Ankara dürfte bereits heftig mit sich zu Rate gehen. Schon das Zusammenspiel der USA mit den Kurden kann ihm nicht gefallen. Diese operieren nun auf iranischem Staatsgebiet, und ihre Zusammenarbeit mit den von Trump "willkürlich" in den Krieg gezwungenen Good Guys scheint bestens zu funktionieren.

Bereits am 2. März näherten sich zwei SU-Bomber des Irans einer US-Basis in Katar (al-Udeid) und gefährdeten ungefähr 10.000 US-Soldaten sowie eine Gasaufbereitungsanlage (Ras Laffan). Beide Angreifer wurden trotz Tiefflugs als bombentragende Maschinen erkannt, und ein katarischer F-15-Kämpfer, der nur zwei Minuten entfernt lauerte, konnte sie nach kurzem Luftkampf neutralisieren. Ungewöhnlich war, dass die Iraner mit bemannten Flugzeugen angriffen, nicht wie üblich mit Raketen und Drohnen.

Nun wirft das humorlose Katar den Herren in Teheran vor, sie beabsichtigten, ihr kleines Land in einen großen Krieg verwickeln zu wollen. Der Scheich und Premierminister Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani äußerte sich diplomatischer: Seine Exzellenz sprach von einem "eskalierenden Ansatz", der keinen Wunsch nach einer Deeskalation erkennen lasse. Überhaupt scheinen im dortigen Außenministerium einige Hardliner zu logieren, sie bestehen nämlich auf einem Recht zur Selbstverteidigung auch für ihren Zwergstaat, vielleicht aus einem noch anderen berühmten Grund: Bei der dortigen Fußball-WM 2022 hat ein deutsches Team seine woken Knie schamlos entblößt.

Außerdem behaupten die USA (bekannte notorische Lügner), sie hätten weitere 20 Kriegsschiffe des Feindes versenkt. Darunter eines der "Soleimani-Klasse", nach einem General benannt, der von den Amerikanern auf spektakuläre Weise attentiert und befördert worden ist (2020, noch in Trumps erster Amtsperiode). Soleimani genoss im Gottesstaat eine geradezu kultische Verehrung, nicht verwunderlich, denn dieser Hoffnungsträger war für die meisten Terrorüberfälle der Hisbollah und anderer Mullah-Freunde im Nahen Osten und darüber hinaus erstverantwortlich.

Ein trauriges Europa-Kapitel im aktuellen Krieg gegen den iranischen Gottesstaat ist die Obstruktionsarbeit des Dauerkommunisten in Madrid, der bei den Führungseliten von NATO und EU einige heftige Migräneanfälle verursachen dürfte. Denn die Folgen seines kindischen Verhaltens können nicht ausbleiben. Sein heutiges Spanien erinnert an das Spanien zur Zeit der Befreiung des Iraks unter Bush junior. Ob und wie der antiamerikanische Kurs der spanischen Extremlinken mit der Franco-Ära und deren Bürgerkriegen zusammenhängt? Vielleicht in den berüchtigten Seelentiefen der kommunistischen Enkelkinder? Oder gar mit der mittelalterlichen Liebe zur flächendeckenden katholischen Inquisition im vormodernen Spanien, das den Verbrechen der Mullahs kaum nachstand?

 

Leo Dorner ist ein österreichischer Philosoph.

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  1. elokrat1
    09. März 2026 07:51

    @ Leo Dorner
    Sie schreiben „…ein gerechter Krieg…“! Wer trifft die Entscheidung, ob „gerecht“?, die ideologisch gleichgesinnten Medien und Politiker, die den Takt vorgeben und finanziell abhängig gemacht wurden? Die manipulierten Menschen, von denen es zunehmend mehr gibt?, oder die UN?

    * Koreakrieg 1950-53: Drei Millionen Zivilisten wurden getötet.
    * Vietnamkrieg (1962-1975): 3,8 Millionen Zivilisten wurden getötet.
    * Vietnam, Kambodscha und Laos (1962-1975): Insgesamt 4,3 Millionen Menschen wurden getötet.
    * Irak-Krieg (2003): Drei Millionen Iraker wurden durch die US-Invasion getötet.

    Dies ist nur eine unvollständige Liste. Details über
    „gerechte US-Kriege“ von 1945 bis 2025
    https://tkp.at/2025/06/23/us-kriege-von-1945-bis-2025-gegen-den-iran/



    • Leo Dorner
      09. März 2026 08:20

      Diese ewig wiederholte (Statistiken-) Litanei ist kein Argument, sie wird soeben von den Linken in den USA wieder einmal für neue Massenproteste mißbraucht. Nach der „Litanei-Logik“ hätte man auch den Kampf Reagans gegen die fallende Sowjetunion, ebenso den Kampf der Alliierten gegen Hitlerdeutschland und gegen das faschistische Japan bekämpfen müssen, und die 12 Geheimdienste des Schlächters Saddam würden immer noch schlachten.

      „Die Litanei“ arbeitet nicht zufällig mit beeindrucken sollenden Exaktheits-Zahlen, dann mit entsprechenden Rührbildern, Krankheitsdiagnosen und oft mit religiös und kirchlich kontaminierten
      „Sichtbarkeitsargumenten“ („Seenotrettung“), deren Sophistik leicht durchschaubar ist. Heute ist Teheran der neueste Schauplatz dieser „Logik“, die das Vergleichen der einender bekämpfenden Kultursysteme durch „unmittelbar beweisende Katastrophenbilder“ ersetzt. Auch Obamas „Yes we can“ und seine suizidalen Atom-Deals mit den Mullahs gehörten in diese Kategorie.



    • Alois Eschenberger
      09. März 2026 08:36

      Der Musikphilosoph als Propagandist.



    • Wyatt
      09. März 2026 17:21

      @ elokrat1
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  2. Hr. Zyni
    09. März 2026 05:19

    Der Krieg gegen den Iran wird in Europa wieder einmal wie eine Doku-Soap behandelt: Man sitzt bequem auf dem Sofa der eigenen Unschuld und verteilt Applaus, Buhrufe und Sanktionen nach dramaturgischem Bedarf. Bomben fallen weit weg, aber die Empörung wird hierzulande sorgfältig portioniert.

    Die einen entdecken plötzlich ihr Herz für das Völkerrecht für verfolgte Unholde – allerdings nur, wenn es der eigenen Moralattitüde dient. Die anderen erklären jeden Angriff zum wunderbaren Befreiungsakt, solange er von den richtigen Fliegern kommt. Prinzipien sind in dieser Debatte wie Regenschirme im April: Man klappt sie auf, wenn es politisch ungemütlich wird, und vergisst sie wieder, sobald die Sonne der eigenen Gesinnung scheint.

    So entsteht das vertraute Schauspiel der Balkonmuppets, auch europäische Außenpolitik genannt: viel Moralgetöse, wenig Realitätssinn – und am Ende ein weiterer Krieg, den keiner führen, aber jeder kommentieren möchte.



    • Leo Dorner
      09. März 2026 07:04

      Ich stimme nicht zu, Ihre Interpretation verkürzt das Problem. Die Prinzipien müssen schon geklärt sein, wenn man die aktuellen Ereignisse zu „sortieren“ versucht. Es muß klar sein, daß ein Krieg gegen ein Wahnsystem (schon seit dem Mittelalter)ein gerechter Krieg ist, und das konkrete „Sortieren“ der einzelnen Kampfphasen folgt aus dem Vollzug der Problemsache. Wer hier den Balkonvorwurf erhebt, sitzt selbst auf dem Balkon (Europas).



    • Hr. Zyni
      10. März 2026 05:20

      Sie haben mich glasklar durchschaut. Aufgrund von Alter, gesundheitlicher Situation und Feigheit vor dem Feind bleibt mir außer spitzer Zunge nur der Platz in der Balkon-Loge. Allerdings habe ich das Gefühl, dort nicht allein zu sitzen, sondern in bester Gesellschaft der wichtigsten europäischen Elitovice und innen.



    • Leo Dorner
      10. März 2026 08:35

      Wir alle sitzen (noch) auf unserem Balkon, glücklicherweise.



  3. Schani
    07. März 2026 19:09

    Komisch - keine Kommentare zu diesem ausgezeichneten Artikel?






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