Unsere Welt im Umbruch, wie sie von Kanadas Premierminister in Davos skizziert worden ist, eröffnet neue aber auch alte Szenarien, wie sich diese gestalten könnten. Die Absicht, sich andere Länder zu kaufen oder unter den Nagel zu reißen, wie Trump dies im Falle von Kanada und Grönland vorhatte, ist keineswegs neu, besonders vonseiten der USA.
Beispiele dafür sind Louisiana und Alaska. Alaska ist ja kein historischer Bestandteil der USA. Es ist, so wie auch Louisiana, ein gekauftes Stück "Real Estate”, um es in der Sprache von Möchtegernkaiser Donald I. auszudrücken und wie es Grönland fast geworden wäre.
Louisiana, das von 1682 bis 1762 unter französischer Kolonialherrschaft, und von 1763 bis 1800 kurz unter spanischer Kolonialherrschaft, dann wieder französisch war, wurde 1803 von den USA Frankreich für 15 Millionen Dollar abgekauft und 1812 zu einem Bundesstaat der USA. "Das gekaufte Land umfasste mehr als ein Viertel der heutigen USA und verdoppelte das damalige Territorium der Vereinigten Staaten”, heißt es auf Wikipedia.
Alaska, nach der "Entdeckung” (als ob es vorher nicht schon da war!) durch Vitus Bering und Alexei Tschirikow auf "Russisch Amerika” ausgeweitet, wurde 1867 von den USA dem Zaren Alexander II. für 7,2 Millionen Dollar abgekauft. (+/- 160 Millionen Dollar heute.) 1884 wurde Alaska zum District of Alaska, und 1912 ein US-Territorium. Erst am 3. Januar 1959 wurde es unter Präsident Dwight D. Eisenhower zum 49. Bundesstaat der USA.
Der Wunsch, sich Grönland zu kaufen oder irgendwie unter den Nagel zu reißen, ist also durchaus aus der Geschichte und Mentalität der USA und vor allem der Mentalität eines Realitäten-Milliardärs wie Donald Trump verständlich. Was aber Realitätenhändler verstehen sollten, ist die Tatsache, dass Realitäten oft ihren Besitzer wechseln, wiederverkauft werden oder sogar enteignet werden.
Nun könnte Alaska, obwohl es vorwiegend bzw. traditionell republikanisch kontrollierte Regierungen und republikanische Gouverneure hatte und hat, aber geographisch getrennt von den Vereinigten Staaten ist, und nicht eine Provinz des Trumpschen Kaiserreich werden möchte, (auch sich erweiternde Republikanerkreise haben genug von Kaiser Trump) durchaus und zu seinem Vorteil total unabhängig oder Teil einer anderen Konfiguration werden, unter Umständen sogar Teil eines zu formenden circumplaren Länder- und Wirtschaftsgürtels.
Dazu hätte Alaska mehrere Möglichkeiten: Es könnte sich von den USA unabhängig erklären, ein eigenes Land und zum Eigentum seiner Bewohner und Bürger werden. Sicher hat es die Ressourcen, um ein lebensfähiges eigenes Land zu werden.
Alaska könnte somit seine eigenen Handels- und Friedensverträge abschließen und auf diesem Weg eventuell ein selbständiges Mitglied eines zu formenden circumpolaren Ländergürtels werden. Alaska könnte sozusagen die Gürtelschnalle dieses Ländergürtels werden.
Alaska könnte nach Erlangung seiner Unabhängigkeit sich – aber auch nur im Einvernehmen beider Seiten – Kanada als Bundesland anschließen.
Noch ist jedoch der Spuk Donald I. nicht vorbei. Seine zwielichtige Haltung im Russland- Ukraine-Konflikt, die Entführung eines fremden Staatsoberhauptes, die Zündelei mit Iran, seine skurrile Handelspolitik und was er sonst noch im Schilde führt, bringt ein altes Sprichwort auf: "Mit Freunden wie ihm braucht man keine Feinde.”
Inzwischen erscheinen in den internationalen Medien mehrfach Bemerkungen, dass das Verhalten von Trump den Anfängen des Dritten Reiches ähnelt. Nun ruft ja das Benehmen der ICE-Truppen auch Erinnerungen an die SA und die SS wach. "Kristallnacht in Minneapolis?” Sogar gerichtliche Verfolgung des Gouverneurs von Minnesota und des Bürgermeisters von Minneapolis sind eingeleitet worden.
Na ja, wenn Gedanken zu fliegen beginnen, weiß man nie wo und ob sie je landen, aber sie sind kaum zu zähmen und können von keiner Obrigkeit kontrolliert werden! Allerdings nur, bis jemand versucht, sie zu verwirklichen …
DI Helmut Wöber ist Diplom-Bergbauingenieur, lebt in einem Vorort von Vancouver, Kanada, und war beruflich auf allen fünf Kontinenten und Grönland tätig, unter anderen auch auf dem Gebiet Uranexploration und Uranbergbau.












Alaska paßt geographisch zu Kanada. wir auch Grönland
Die Zeit dazu ist noch nicht reif für einen circumpolaren Staat.
Das fehlt noch was, das geht noch was. Der "Donald-Spuk" ist noch nicht vorbei...