Sogenannte "Loose cannons" wie Donald Trump, wollen sich in ihrer Begierde nach "kritischen und strategisch essentiellen Bodenschätzen” ganze Länder wie Kanada und Grönland unter den Nagel reißen. Sie erzeugen dabei außer internationalen Spannungen und Krisen viel Sensationsfutter für die Medien. Beide, Verwirrungs- und Unruhestifter, die Medien sowohl wie auch Trump, haben wenig Ahnung von dem steilen Weg bergauf, der begangen werden muss, wenn man diese Bodenschätze auch ausbeuten will, selbst wenn von riesigem Potential die Rede ist.
Der Nachweis von geologischem Potential und Anzeichen von Vererzung an der Oberfläche sind nur erste kleine Schritte bevor es zur Ausbeutung solcher "märchenhafter Bodenschätze” kommen kann.
Es gibt im Grunde zwei Wege, dies zu bewerkstelligen: Autoritäre Regime, die nicht den Kräften einer freien Marktwirtschaft unterliegen, können dies mit Staatsmitteln (vornehmlich aus Steuermitteln bestehend) tun. China hat sich sowohl im Inland als auch im kapitalistischen Ausland sowohl marktwirtschaftlich als auch strategisch in dieser Industrie beteiligt. Deutschland war, obwohl kein autoritäres Regime, als es noch Kernenergie verstand, mittels staatlicher Förderungen sogar auf dem Gebiet der Uranexploration bis zur Produktion in Saskatchewan erfolgreich. Die vormalige DDR tat dies unter der Aufsicht und Beteiligung von Russland im ostdeutschen Uranbergbau, dessen Umwelt-Sanierung nach der Wende Milliarden verschlungen hat. (Die Absichten, unter anderem von Frankreich, diese nach der Wende weiter zu betreiben, scheiterten an der Realität der Beziehung zwischen Kosten, Urangehalten und Weltmarktpreis.)
In marktwirtschaftlichen Ländern und Systemen werden alle Voruntersuchungen bis zu einer zur Finanzierung geeigneten Wirtschaftlichkeitsstudie meist (zumindest bei kanadischen Firmen) durch Ausschüttung von Aktien finanziert. Es sind diese Firmen, die sogenannten Junior Exploration and Mining Companies, die für einen Großteil der Neuentdeckungen und Neuentwicklungen verantwortlich sind, aber später oft von Großfirmen aufgesaugt werden.
Unter realen marktwirtschaftlichen Bedingungen und im Rahmen von Steuer und sonstigen Gesetzen sind es der Marktpreis und die Kosten der Gewinnung und Vermarktung des Produktes, welche das Zustandekommen oder Versagen eines Bergbaubetriebes bestimmen. Zu den Kosten gehören auch die der Sicherheitsvorkehrungen des Betriebes, die Kosten des Umweltschutzes und die Kosten der Sanierung nach Beendigung eines Bergbaubetriebes.
Aber bevor dies alles zustande kommen kann, muss eine ausbeutbare Lagerstätte nachgewiesen, in Größe und Gehalt definiert und letztlich deren Inbetriebnahme finanziert werden. Die essentielle Finanzierung, sowohl durch Beteiligung mittels Ausschüttung von Aktien als auch Fremd- oder Darlehensfinanzierung, verlangt eine Definierung der Vorräte und deren Gehalt an zu gewinnenden Metallen oder Mineralen. Die Definition muss hinreichen, die vielen Risiken des Betriebes, die Kosten des Anlagekapitals, des Betriebes und des Weltmarktpreises der zu gewinnenden Rohstoffe und nicht zuletzt die politischen Risiken eines Landes zu berücksichtigen.
Löhne und Gehälter, Materialkosten, Energiekosten sowohl für stationäre Energieerzeugung als auch für Fahrzeuge (Diesel und Benzin), Transportkosten zu Absatzmärkten, die nicht unbeträchtlichen Kosten der Pflege und Erhaltung der Beziehung zur lokalen bzw. indigenen Bevölkerung, Weltmarktpreise für die Produkte, die zuständigen Steuergesetze, sind alle unvorhersehbaren Veränderungen ausgesetzt. Sie sind alles Risiken für Bergbauunternehmen, die als rentabel projektiert sein müssen, um zustande zu kommen und zu bestehen.
Die Erschließung und Definition einer Lagerstätte kann Jahrzehnte dauern. Die Industrie rechnet mit einem Minimum von zehn Jahren, bevor ein Explorations-Projekt realisiert werden kann. Dazu gehören oft Zehntausende Meter an Kernbohrungen samt chemischen Analysen, untertägige Aufschließungen, Aufbereitungsversuche, Vorrats- und Gehaltsberechnungen inklusive verschiedener Mindestgehalte und Wahrscheinlichkeitskategorien – Geostatistische Berechnungen lassen sogar die Schätzung von Fehlergrenzen zu –, Umweltstudien, hydrologische Studien, felsmechanische Untersuchungen, Genehmigungsanträge und -Verfahren.
In den Aufbereitungsversuchen wird untersucht, welcher Prozentsatz des ersehnten Rohstoffes in ein vermarktbares Produkt verwandelt werden kann. In den wenigsten Fällen ist das Produkt ein reines. Kohle, Gold und Silber sind es oft, Kupfer manchmal, aber viele Metalle, vor allem Buntmetalle wie Kupfer, Blei und Zink werden meist in Form von Konzentraten vermarktet. Diese müssen wiederum Mindestgehalte aufweisen, und die erzielten Preise sind Gegenstand von Abzügen für Verhüttung, Auslaugung oder sonstige Prozesse.
In Drittländern kommen dazu oft Konflikte mit Terroristen, Drogenkartells und/oder korrupten Behörden, die sich für Genehmigungen bezahlen lassen wollen.
Alle diese Voruntersuchungen liefern Informationen für vorläufige wirtschaftliche Studien, dann sogenannte Prefeasibility Studies und letztlich Final and Bankable Feasibility Studies. Letztere mit dem Ziel, die Finanzierung des Projektes zum Betrieb auf (Bank-)Darlehensbasis zu ermöglichen.
Die Pre- und Final Feasibility Studies schließen am Ende eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit Berechnung (bzw. Schätzung) des Gegenwartswertes ein; eine sogenannte Discounted Cashflow Analysis, welche über die Jahre des Betriebsaufbaues und die projizierte Lebensdauer des Betriebes die Kapitalsanlagekosten und jährlichen Ausgaben und Einnahmen vor und nach Besteuerung aufzeigt. Die Berechnung des Gegenwartswertes wird generell mit einem erhöhten Zinssatz (oft 7,5%) durchgeführt, wobei es in der Industrie in Anbetracht der Risiken generell das Ziel ist, ein Projekt zu entwickeln, dessen Gegenwartswert (Net Present Value) zumindest das Zweifache des Anlagekapitals aufzeigt. Alle Kosten inklusive der Final Feasibility Study werden als "verlorene Kosten” (sunk costs) angesehen.
Das System, hat trotz seiner inhärent enormen Risiken auch weltweit zu riesigen Erfolgen geführt. Zumindest in der erfolgreichen kanadischen Bergbauindustrie rechnet man aber damit, dass von 200 Explorationsprojekten nur eines in Produktion geht.
Das ist alles ein steiler Weg mit Hindernissen, aber: "Wer wagt, gewinnt!!" Ein Geist, der Europa weitgehend fehlt!
P.S.: Die größten Kupferbergbau-Unternehmen der Welt sind Codelco (Chile, größte Landesproduktion von Kupfer), Freeport-MacMoran (USA, bedeutend in Indonesien), BHP (Australien, u.a. aktiv in Chile), Glencore (Schweiz, aktiv in 30 Ländern), Southern Copper/Grupo Mexico (aktiv in Peru und Mexico).
Die größten Goldproduzenten der Welt sind China, Australien, Russland, Kanada und die USA.
Die größten Uranproduzenten der Welt: Kasachstan, Kanada, Namibia, Australien, Usbekistan und Russland.
DI Helmut Wöber ist Diplom-Bergbauingenieur, lebt in einem Vorort von Vancouver, Kanada, und war beruflich auf allen fünf Kontinenten und Grönland tätig, unter anderen auch auf dem Gebiet Uranexploration und Uranbergbau.












Ich denke, die EU ist diesbezüglich aus dem Spiel. Auflagen gibt es in Canada auch, aber sicherlich nicht eine derart überbordende Sicherheitsbürokratie.
Die EU hat eine Fläche von weniger als 4,5 Millionen km² und Canada hat 10 Millionen km². Während die EU durchschnittlich 100 Einwohner pro km² hat, sind es in Canada unter 4,3 Einwohner pro km². Natürlich gibt es auch in Europa weniger dicht besiedelte Gebiete, aber die Vergleiche zwischen 2 gesetztlich hocherschhlossenen Regionen sagen schon etwas aus. Mit den Rahmenbedingungen und Möglichkeiten in Schwellenländern und Entwicklungsländern brauchen wir uns erst recht nicht vergleichen.
Wir wollen in Europa mit religiösem Eifer und Sicherheitsbürokratie die Welt retten und haben den Habecks & Co des Kontinents die Möglichkeiten gegeben, die Weichen zu (ver-)stellen.
Ich stimme dem Kommentar zu. Der Autor spricht von einer Finanzierung " durch Ausschüttung von Aktien", meint aber offenkundig durch Ausgabe von Aktien. Damit kann man - wenn es gut geht - das für ein Unternehmen erforderliche Kapital aufbringen. Bei der Dividende geht es dagegen um die Ausschüttung von Gewinnen an die Aktionäre. Die müssen aber erst mit dem eingesetzten Aktienkapital verdient werden.
Welch' Idiot hat hier - gegen Unwiderlegbares - den Daumen nach unten vergeben? Geht's noch blöder?
:-)))))
....nicht nur im "Bergbau" auch im heimischen "Straßenbau" -zumindest seit Erfindung der "Grünen" - wie zum Beispiel:
https://postimg.cc/F1BkZRXS
der "Wachtelkönig" heißt jetzt "Mittelspecht"