Tagebuch

Birgit Kelle, die Frauen, die Mütter und die Männer

26. Dezember 2013 02:02 | Autor: Andreas Unterberger
104 Kommentare

Ich hatte vor ein paar Tagen die Ehre, in Berlin die Laudatio anlässlich einer Preisverleihung an die Bestsellerautorin Birgit Kelle zu halten. Da ich auch von deutschen Freunden gebeten wurde, den Text zu publizieren, darf ich das hier in Grundzügen tun.

Birgit Kelle steht heute für den ganzen deutschsprachigen Raum an der Spitze einer zentralen Auseinandersetzung. Nämlich jener mit der Diktatur des immer aggressiver werdenden Feminismus, nicht nur mit seinen Dummheiten, sondern auch den Schäden, die er anrichtet. Diese Auseinandersetzung ist für das Überleben unserer europäischen Kultur, die ein halbes Jahrtausend global dominierend gewesen ist, ebenso wichtig wie jene mit den anderen zentralen Bedrohungen:

  • durch die Demographie,
  • durch die unkontrollierte Migration,
  • durch den Islamismus,
  • durch die Überregulierung internationaler wie nationaler Art,  
  • durch die Einengung der Meinungsfreiheit als Folge der Political correctness.

Männer tun sich schwer mit dem Feminismus. Entweder sie sind desinteressiert, oder fühlen sich in der Defensive oder haben prinzipiell schlechtes Gewissen.

Anfangs haben sich sprachsensible Männer wie Frauen bloß über die Verhunzung der Sprache amüsiert, über das Binnen-I, über das „Elter“ (für Vater und Mutter), über „Mitglieder und Mitgliederinnen“, über Bürgerinnenmeisterinnen. Aber auch da wäre schon ein Aus mit Lustig am Platz gewesen. Ist doch der Schaden durch solche Texte enorm, da sich immer mehr Kinder beim sinnerfassenden Lesen schwertun.

Bloß amüsant war für manche auch, dass staatlich finanzierte Universitäten das Basteln von Sex Toys als Lehrveranstaltung angesetzt haben.

Dann kam die Quotendiskussion mit zahllosen opportunistisch verlogenen Aussagen. Wenn ein Generaldirektor eines in Vorstand und Aufsichtsrat rein männlich geführten Konzerns in Interviews für Frauenquoten plädiert, kann das ja nur so bezeichnet werden. Warum fängt denn der Typ nicht bei der eigenen Firma an, ganz ohne Gesetz?

Dazu kommt, dass solche Quoten ja erst recht frauenfeindlich sind, wie Kelle so scharf aufzeigt: Wer soll denn dann noch eine Frau in Spitzenfunktionen ernst nehmen, wenn Männer wie Frauen sie hinter ihrem Rücken als Quotenfrau abtun können?

Gleichzeitig trommelte ständig die Behauptung der dramatisch ungleichen Bezahlung quantitativ wie qualitativ gleicher Arbeit von Männern und Frauen auf uns ein. Und wieder reagierten Männer in ihrer Unbedarftheit schuldbewusst, ohne zu durchschauen, wie sehr da Äpfel mit Birnen, nein geradezu mit faulen Bananen verglichen werden. Wenn das, was da Linke und Feministen behaupten, nämlich wahr wäre, dann wäre jeder Unternehmer grenzdebil, der sich nicht durch Beschäftigung von Frauen einen 20-, 25-, ja 27-prozentigen Vorteil gegenüber den Konkurrenz verschafft und dicke kapitalistische Gewinne scheffelt.

Dann kam die Flut behaupteter Missbräuche in Rosenkriegen. Gegen den Ex-Mann, gegen den neuen Freund der Frau. Da war‘s dann überhaupt nicht mehr lustig. Denn nach Ansicht von Experten ist in mindestens einem Drittel der Fälle der Missbrauch unwahr. Man will nur die taktische Position  verbessern. Selbst um den Preis der Vernichtung von Existenzen. Selbst um den Preis schwerer Schäden an verunsicherten Kindern.

Dennoch schien gegen viele dieser und anderer unsinnigen Behauptungen der Feministinnen kein Kraut gewachsen. Sie wurden durch ständige Wiederholungen zwar auch nicht wahrer, aber von allzu vielen doch geglaubt: Bis Frauen selbst die Dinge in die Hand genommen haben.

Und da steht Birgit Kelle heute an der Spitze. Schon allein deshalb, weil sie brillant schreiben und mutig wie kantig diskutieren kann. Das hat Wirkung, das hat Power.

Ich habe mich auch selbst einige Zeit mit dem Gedanken getragen, ein Buch über und gegen all die Dummheiten des Feminismus zu schreiben. Aber als ich Birgit Kelles „Dann mach doch die Bluse zu“ in die Hände bekommen habe, wusste ich: Das kann wer anderer viel besser als ich. Und habe mir viel Arbeit erspart.

Birgit Kelle ist nicht nur wegen ihrer brillanten Schreibe wirksamer: Es war vor allem dringend notwendig, dass endlich auch Mütter das Wort ergreifen. Denn diese werden ja von den vielen kinderlosen Frauen als Geiseln genommen. Die Kinderlosen hatten die Frauen mit Kindern instrumentalisiert, um ihre eigenen Karriere-Anliegen vorantreiben zu können.

Mütter haben aber viel weniger Zeit. Daher findet man sie seltener in Redaktionsstuben oder bei Parteiversammlungen. Dort trifft man fast immer nur die Singlefrauen oder ein paar, die dann mit 40 schnell noch ein Kind anschaffen, weil das geht ja mit links, weil das kann man eh gleich wieder abgeben. Solche Frauen dominieren aber in sehr vielen Medien und Parteien heute die Familien- und Gender-Themen. Obwohl sie am allerwenigsten Erfahrung haben. In Österreich etwa haben Journalistinnen im Schnitt 0,6 Kinder, also nicht einmal die Hälfte des ohnedies viel zu niedrigen nationalen Schnitts. Daher wäre logisch: Wenn schon Quote, dann nur für Frauen mit Kindern. Aber natürlich ist jede Quote leistungshemmend und diskriminierend. Daher strikt abzulehnen.

Mitschuld an vielen Fehlentwicklungen sind jedoch in hohem Maß männliche Journalisten. Diese gehen dem Themenkreis oft feige oder desinteressiert aus dem Wege und überlassen es daher der Miniminderheit der Singlefrauen.

Und jedenfalls haben Mütter keine Stimme in all den politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um sie.

  • Daher wird dann höchstens eine bisweilen auftauchende Luxusmutter wie Ursula von der Leyen für eine Stimme der Mütter gehalten.
  • Daher kommt es verhängnisvoll zum Zusammenspiel zwischen familienfeindlichen Linken, zeitgeistiger Dummheit und der nur an weiblichen Arbeitskräften, aber nicht an der Zukunftsinvestition Kinder interessierten Wirtschaft.
  • Daher kann heute ein übler Mainstream den Müttern die Freiheit der Wahl zwischen Beruf und Familie zu nehmen versuchen.
  • Daher spricht die Politik in ihrem Machtrausch heute Eltern das Recht immer mehr ab, sich von der Familiensituation bis zur Schulwahl für jenen Weg zu entscheiden, der für ihre Kinder der beste ist. Obwohl das Eltern immer noch Tausendmal besser wissen als Politiker oder Beamte.
  • Daher kann es zu den ungeheuerlichen Aussagen deutscher Politiker kommen, die insbesondere unsere Freunde aus Osteuropa entsetzen, dass in der DDR zwar unbestreitbar fast alles schlechter war, aber die Situation der Frauen wäre besser gewesen, weil es dort so viele Kindergärten gab.

Dieser heute vorherrschende linke Mainstream ist umso absurder, als auf der Gegenseite liberale wie konservative Denkmodelle eigentlich eng zusammengehen, mehrheitsfähig sind und zu sehr ähnlichen Ergebnissen führen. Jedem liberal denkenden Menschen muss das Recht auf Freiheit, auf freie Entscheidung insbesondere im familiären Feld der wichtigste Wert sein. Und jeder konservativ, jeder christlich geprägte Mensch muss die Pflichten gegenüber der eigenen Familie, den eigenen Kindern, dem eigenen Nächsten an oberste Stelle stellen.

Aber dennoch traut sich fast niemand in der Öffentlichkeit für die Familien zu kämpfen. Denn die Linken haben derzeit – noch – die Oberhoheit über die medialen Stammtische.

Die einstige Usance, dass die Männer, die Väter auch die Interessen von Frauen und Kindern zu vertreten haben, gilt nicht mehr. Gewiss haben die Männer dabei auch oft an sich gedacht und die eine oder andere Schieflage in traditionellen Gesellschaften mit zu verantworten. Ihnen wird heute aber auch weit darüber hinaus im öffentlichen Diskurs jedes Mitvertretungsrecht für ihre Familie abgesprochen, auch in jenen großen Bereichen, wo sie es durchaus sinnvoll verwendet haben.

Bei aller Bereitschaft, sich offen jeder Kritik zu stellen, ist unbestreitbar klar: Es gibt keine einzige Kultur, keine einzige Religion, in der einerseits die Freiheit aller Menschen wie auch die Gleichwertigkeit von Männern und Frauen so stark, in weiten Bereichen so selbstverständlich ist wie in der durch Christentum und Aufklärung geprägten europäisch-amerikanischen Welt.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert, seit einer Maria Theresia oder einer Katharina ist das auch durch ganz große Kaiserinnen so demonstriert worden. Dass damals hier in Berlin auch ein anderer, ebenfalls als groß bezeichneter König Maria Theresia ihre vollen Rechte abspenstig machen wollte, will ich hier als österreichischer Gast geflissentlich übergehen. Jeder hat so seine Traumata.

Jedenfalls hat Maria Theresia geradezu im Übermaß gezeigt, dass man sowohl eine zugleich konservativ-wertebewusste und aufklärerisch-reformorientierte Herrscherin sein kann wie eine liebevolle Frau und Mutter. Auch wenn es sicher keine Idealsituation ist, vom Wochenbett aus Kriege führen zu müssen.

Ohne jetzt Vergleiche überstrapazieren zu wollen, scheinen Maria Theresia und Birgit Kelle noch etwas gemeinsam zu haben: eine starke und innige Beziehung zum katholischen Glauben, zu dem Kelle vor zwei Jahren konvertiert ist. Für die Habsburgerin war das natürlich selbstverständlich, für Kelle war das ein langer Prozess der inneren Prüfung und Auseinandersetzung, was die Konversion umso wertvoller macht.

Das erinnert mich übrigens auch an Sabatina James, die tapfere Konvertitin aus dem pakistanischen Islam, die jetzt – von Todesdrohungen begleitet – mutig und eloquent für islamische Frauen kämpft. Ihr ist zwar von einem evangelikalen Christen das Evangelium nahegebracht worden. Aber sie hat sich dann ganz aus eigenem für den Katholizismus entschieden, nach dem Coca-Cola-Motto: It’s the real thing.

Die Konversion Birgit Kelles war aber nicht nur eine religiöse. Sie war unabhängig davon auch eine politische. Wenn Klassenkolleginnen bei Treffen fassungslos sind, dass aus der wilden, schultypisch grün aufmüpfigen Birgit eine bürgerliche, offenbar glückliche Familienmutter und politische Kämpferin für Mütter und Familien geworden ist, dann zeigt das noch in ganz anderer Hinsicht einen intellektuellen Milieuwechsel.

Da ist sie zweifellos auch von ihrer Familie mitgeprägt worden, von einem Ehemann, der selbst vor mehr als einem Vierteljahrhundert konvertiert ist; und von vier großartigen Kindern, die alle mitziehen, wenn die Mutter jetzt zur internationalen Persönlichkeit geworden ist.

Wenn ich zuvor gemeint habe, dass der europäischen Kultur nach 500 dominierenden Jahren der Abstieg droht, dann führt das noch zu einer ganz anderen Annäherung an Birgit Kelle: Sie kommt aus einer inzwischen schon untergegangenen Kultur, aus jener der Siebenbürger Sachsen. Diese ist nach mehr als sechs Jahrhunderten in aller Stille verschieden, aber umso beklemmender.

Ich erinnere mich noch, wie einer meiner Lehrer den Schmuggel von deutschen Bibeln nach Rumänien organisiert hat. Ich erinnere mich an Besuche nach der Wende in diesem Siebenbürgen, wo in den Dörfern heute des Sommers viele Golf mit Kölner Kennzeichen stehen – lauter Sachsen, die ihre Heimat besuchen, die sie verlassen hatten, weil sie keine Zukunft mehr gesehen haben. Denn im restlichen Jahr ist kein einziges deutsches Auto da.

Besonders ergreifend ist für mich die Erinnerung an einen Besuch bei Eginald Schlattner, den Pastor und Bestsellerautor, in seiner Kirche in Rothberg. Dort hängen noch die schönen deutschen Prozessionsfahnen, nur gibt es keine Prozessionen mehr, keine Gottesdienste. Und Schlattner zeigte ins Dunkel unter der Orgel: „Schauen Sie, dort stehen drei Särge für die letzten Deutschen im Ort. Wir hoffen halt, dass uns unsere braunen Brüder dann wenigstens in den Sarg liegen, wenn er schon da steht.“

Wem da nicht weh ums Herz wird, der hat wohl keines.

Ich bin überzeugt, dass gerade ihre Kindheit in diesem Siebenbürgen Birgit Kelle stark prägt. Sie hat so wie ihre Eltern und Großeltern erstens die Idiotien eines Totalitarismus erlebt. Und sie hat zweitens das Sterben einer Kultur gesehen. Da schaut man nicht tatenlos zu, wenn es wieder um das Überleben einer Kultur geht. Da gewinnt man Stärke, gegen ideologische Unsinnigkeiten aufzutreten.

Und diese Stärke sollte sich auch auf uns alle übertragen, insbesondere auch auf uns krawattentragende Männer. Jeder Kampf ist erst verloren, wenn man sich selber aufgibt. Oder mit Schiller: „Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren“.

Gerade in Tagen und Wochen, da in Deutschland wie Österreich Koalitionsverhandlungen Katastrophales für Familien bedeuten,

  • wo Familienförderungen gekürzt,
  • Kindergarten-Ausgaben stark erhöht werden,
  • wo Quoten eingeführt werden,
  • wo von der Familien- bis zur Schulpolitik die Weichen gestellt werden Richtung Verstaatlichung, Gleichschaltung und Bevormundung statt Freiheit, Vielfalt und Wahlmöglichkeit,

da brauchen wir nichts dringender, als ermutigende Persönlichkeiten. Die nicht aufgeben. Die mit jungem Schwung kämpfen.

Birgit Kelle ist eine solche.

 

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die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    23x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2013 02:26

    Für diesen großartigen Beitrag ist nur höchstes Lob am Platz. Danke!

  2. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    21x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2013 09:16

    Welche Wohltat, all die selbstgemachten Probleme der heutigen Zeit zusammengefaßt lesen zu können --- im Hinblick auf eine mögliche Erlösung aus dieser Misere durch Menschen wie Birgit Kelle, die vorzeigt, daß und wie es möglich ist, das Ruder doch noch einmal herumreißen zu können.

    Diese bewundernswerte Frau hat rechtzeitig erkannt, daß der bisher eingeschlagene, von der linken Politik forcierte Weg ins Nichts führt und zunächst für sich eine Änderung vollzogen.

    Ihr Beispiel zeigt, daß wir---Männer und Frauen---an einem Strang ziehen müssen und nicht resignieren dürfen, sondern den Mut haben müssen, der eigenen inneren Stimme zu folgen und den unsinnigen, vernichtenden "Mainstream" LINKS liegen zu lassen, dort nämlich, wohin er gehört. An uns Frauen liegt es, wie sich die Zukunft eines Volkes gestalten wird; besinnen wir uns doch unserer genetischen Möglichkeiten!

    Danke für den wunderbaren Kommentar, lieber Dr. Unterberger!

  3. Ausgezeichneter KommentatorHeinrich Moser
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2013 05:54

    Deswegen bin ich seit Jahren der Meinung, dass die ÖVP vernichtend geschlagen werden muss, um eine Alternative aufkommen zu lassen.
    Einer Partei, die für nichts mehr steht, dass Feigenblatt einer Blockpartei neben eine sozialistischen Einheitspartei darstellt.
    Und damit jede konservative Alternative verhindert.

  4. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    12x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2013 07:35

    Zwei Sünden halte ich für den Westen hauptverantwortlich für den Abstieg:

    - die Verschwendungs- und Schuldenphilosophie
    - den FeminIsmus

    Von beiden halte ich den Feminismus für schlimmer. Schulden kann man zur Not, wenn auch mit vielen Problemen verbunden, durch Konkurs entkommen.
    Fehlende Nachkommen zu ersetzen dauert unendlich lange und schwächt auf Dauer.

    In Österreich und Deutschland kommt noch die Nazierbsünde dazu, die sozusagen unser Immunsystem schwächt. Angelsächsische Länder haben dafür - viel - abgeschwächter das Kolonialismussyndrom, das eher an Krokodilstränen erinnert.
    Aber dafür haben wir dieses als brave Verlierer ja gleich ernsthaft als weitere Schuld für uns adoptiert.

  5. Ausgezeichneter Kommentatormischu
    10x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2013 13:01

    Selbst Peter Handke, einstiger Vorzeigelinker, hat längst erkannt, daß Ehe, Familie und Kinder zur schützenswerten Spezies mutiert sind und der eingeleitete Verfall nur durch Vernunft und entsprechende Maßnahmen aufgehalten werden kann.

    http://www.news.at/a/gastkommentar-peter-handke-news

    Denn auf all diese kinder-, familien- und frauenfeindlichen Auswüchse reagiert die Mehrzahl der Betroffenen bereits mit Nachwuchsverweigerung und löst damit unweigerlich den Untergang unserer Gesellschaft aus.

    Für die dringend notwendige Gegenbewegung kann man Frau Birgit Kelle und dem Tagebuchkommentator nicht genug danken!

  6. Ausgezeichneter Kommentatorperseus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    26. Dezember 2013 11:11

    Wenn ich den Kommentar von AU lese wird mir wieder schmerzlich bewusst, wie beschämend es ist, dass sich die österreichische Politik (die Linken sowieso, aber noch beschämender auch die ÖVP) nie um die gekümmert hat, die unter dem extremen Nationalismus der letzten 50 – 60 Jahre am meisten gelitten haben. Das waren die komplett durchmischten Nachfolgestaaten der alten Monarchie und es handelt sich um Sudetendeutsche, Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben…oder die Altösterreicher der jetzigen Ukraine. Angesiedelt unter Maria Theresia oder früher. Aus den jetzt „reinen Nationalstaaten“ Tschechische Republik, Slowakei, Ukraine, Rumänien, Serbien, Bosnien, Kroatien, Slowenien…

    Nie haben sich österreichische Politiker um diese Menschen gekümmert, die leben jetzt alle in Deutschland – die Deutschen haben an Stelle Österreichs die Verantwortung wahrgenommen; stattdessen werden in Österreich Türken, Serben und Afghanen eingebürgert (siehe Statistik unter „Zahlen und Daten" im Tagebuch) .

    Das wären auch tüchtige Leute gewesen, die anpacken. Aber die sind ja wieder den hiesigen Gewerkschaften ein Dorn im Auge; aber dass auch die Industrie lieber Türken wollte - ohne Ausbildung aber mit fundamentalistischem islamischen Glauben!?

  7. Ausgezeichneter KommentatorWilhelm Conrad
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Dezember 2013 14:02

    Dieser Artikel von Dr. Unterberger ist für mich eine weitere Bestätigung, dass man alle in Österreich verfügbaren Zeitungen (einschließlich der "Presse", leider) wegschmeissen kann und getrost Unterbergers Tagebuch lesen kann, wenn man wahre, logische, anständige und zukunftsweisende Worte zum Zeitgeschehen lesen will.

    Danke, Dr. Unterberger, für Ihre klare Sicht der Dinge, und dass Sie diese mit uns teilen.


  1. Der Turm (kein Partner)
    30. Dezember 2013 01:28

    Also mir gefällt das binnen-I außerordentlich gut, ist es doch eine wunderschöne Huldigung des männlichen Phallus.

    Auch die Schreibweise b.I.nnen-I und die Bezeichnung p.I.mmel-I gewinnen langsam an Bedeutung. Ein Schelm, der meint, es wäre der Ausdruck des unterdrückten pen.I.sneides...

  2. thorwartl1967 (kein Partner)
    27. Dezember 2013 21:05

    Das ist das trauma eines mannes, der gerne "ernährer" der familie gewesen wäre und jetzt geschieden ist. kaum zu glauben, dass ich beiträge von a. u. in der "europäischen rundschau" vor einigen jahren noch ernst genommen habe. armseliges, entsetzliches gewäsch.

  3. Capt. (kein Partner)
    27. Dezember 2013 15:42

    Ginge es nach der modernen, aufgeklärten, emanzipierten Frau....so hätte Maria unser Jesukindlein abgetrieben.
    Gottseidank geschah das nicht in Deutschland wo die alleinerzogenen, Vaterhassenden Gören den G-Punkt in "Ihren" Bauch als Mittelpunkt des Universums betrachten um den sich alles zu drehen hat, sondern bei den Juden im heiligen Land wo der Mann als Leitbild der Familie (immernoch) bestimmt: Die Frucht deines Leibes gehört unseren Volk! Es ist die Pflicht der Frau Leben zu schenken, zu ammen und groß zu ziehen.
    Welche existenzberechtigung hat ein gegendertes Wesen das untenrum Kanalgeräumt und obenrum silikoniert ist?

  4. Gedanken (kein Partner)
    27. Dezember 2013 15:11

    Vielleicht wäre es ganz gut, wenn wir "Männer" uns einmal selbst gewisse Fragen, wie ob wir überhaupt noch "Männer" sind, ehrlich beantworten. Darunter fällt mit 100%iger Sicherheit NICHT das Verhalten eines "Machos". Betrachtet man das Verhalten von - immer mehr - "Männern" ist es nicht ganz unerklärlich, dass Feministinnen immer größenwahnsinniger werden. Pantoffel-Helden gab es zwar zu allen Zeiten, doch heute? Meine Großmutter war eine liebenswerte, resolute UND selbstbewusste(!!) Frau. Doch wenn Großvater seinen gewissen Blick bekam, kannte sie und ihre Geschlechtsgenossinnen - und das waren Einige in unserem Haus - recht schnell und sehr genau - ihre Grenzen. Doch es war auch im umgekehrten Sinn so. Auch "Er" kannte seine Grenzen ganz genau!
    Und genau DAS fehlt heutzutage. Leider...

  5. Amalek (kein Partner)
    27. Dezember 2013 14:59

    Der Westen geht unter, aber das Leben geht weiter

    „Wir glauben, dass unsere Zivilisation kurz vor dem Zusammenbruch steht.“ Mit diesem Bekenntnis eröffnen zehn wissenschaftlich und wirtschaftlich erfolgreiche christliche Professoren ihr gerade erschienenes Kollektiv-Werk „Höllensturz und Hoffnung.“

    http://ef-magazin.de/2013/12/25/4778-krisendiagnose-unsere-zivilisation-vor-dem-hoellensturz

  6. Wilhelm Conrad (kein Partner)
    27. Dezember 2013 14:02

    Dieser Artikel von Dr. Unterberger ist für mich eine weitere Bestätigung, dass man alle in Österreich verfügbaren Zeitungen (einschließlich der "Presse", leider) wegschmeissen kann und getrost Unterbergers Tagebuch lesen kann, wenn man wahre, logische, anständige und zukunftsweisende Worte zum Zeitgeschehen lesen will.

    Danke, Dr. Unterberger, für Ihre klare Sicht der Dinge, und dass Sie diese mit uns teilen.

    • Der Turm (kein Partner)
      30. Dezember 2013 01:37

      Gerade Die Presse ist jene Zeitung in Österreich, die voll auf dem Gender-Trip fährt (eigentlich als einzige).

      Die Presse hat das Parteiorgan der Grünen (Standard) inzwischen längst linksaußen überholt.

  7. Sandwalk
    27. Dezember 2013 13:51

    Mir hat's die Sprache verschlagen. Der ganze Genderwahnsinn in einem Aufsatz übersichtlich, klar und einsichig dargestellt.
    Es wird noch eine Zeitlang dauern, bis wir den ganzen verrückten Schmiedismus und die Heinisch-Hosekologie überwunden haben, aber es wird kommen.
    Was wir brauchen ist ein Politiker, der sagt, was Sache ist und der uns den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Genederismus erklärt.
    Einen Tussinator eben.

  8. Verdi (kein Partner)
    27. Dezember 2013 10:55

    STIMME RUSSLANDS:
    Ehemalige deutsche Fernsehmoderatorin Eva Herman über Frauen, Familie und Kinder.
    Eva Herman: zurück zu mehr Menschlichkeit.
    Frau Herman, ich freue mich, dass ich heute hier sein darf und ich habe mir gedacht, dass wir als Startpunkt des Interviews den Moment nehmen, wo sich für Sie alles geändert hat dadurch, dass Sie ein Kind bekommen und festgestellt haben, das ganz andere Werte plötzlich wichtig werden und im Vordergrund stehen, wie war das für Sie?

    Da standen begeisterte Fernsehteams vor mir, die sagten: „Mensch, das ist ja super, wie Sie Karriere und Kind unter einen Hut bekommen!“ Ich antwortete denen: „Es tut mir leid, aber ich krieg’s gar nicht gut unter einen Hut“ – weil immer dann – als das Kind dann da war – wenn ich ein Flugticket in der Hand hatte und irgendwohin musste, und mein Kind, sei es auch bei der Omi, lassen musste, dann riss es mir das Herz aus dem Leib. Und wenn ich sagte, ich kann es gar nicht gut vereinbaren, ich möchte am liebsten immer bei meinem Kind sein, dann wollte das niemand hören. Entweder hat man das dann gar nicht gesendet, oder es kamen merkwürdige Kommentare, nach dem Motto: „Na ja das wird auch wieder besser werden – die Arme, aus dem Loch kommt sie auch wieder raus“. Aber ich wollte eigentlich sehr gerne in diesem Loch drin bleiben, weil es mir da drinnen sehr gut ging. Und da begann dann schon ein extremes Umdenken bei mir, extrem gut, extrem positiv und ich verließ zunehmend politisch korrekten Boden…
    Okay, politisch korrekt, sagen Sie jetzt, aber ist es denn wirklich politisch unkorrekt, nicht die perfekte zu Mutter sein, in Zeiten in denen suggeriert wird, dass die perfekte Mutter die ist, die alles super unter einen Hut bekommt?

    Es ist nicht das perfekte Bild. Wer in die Realität schaut ....
    Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2013_12_22/Eva-Herman-zuruck-zu-mehr-Menschlichkeit-4328/

  9. Heinrich Moser (kein Partner)
    27. Dezember 2013 05:54

    Deswegen bin ich seit Jahren der Meinung, dass die ÖVP vernichtend geschlagen werden muss, um eine Alternative aufkommen zu lassen.
    Einer Partei, die für nichts mehr steht, dass Feigenblatt einer Blockpartei neben eine sozialistischen Einheitspartei darstellt.
    Und damit jede konservative Alternative verhindert.

    • Heinrich Moser (kein Partner)
      27. Dezember 2013 07:02

      Entschuldigen Sie bitte die Tippfehler (Eine Partei, das Feigenblatt, einer sozialistischen Einheitspartei, Nichts). Ich werde nichts mehr vom Phablet aus kommentieren. Versprochen!

    • simplicissimus
      27. Dezember 2013 07:33

      Die Tippfehler tun nichts zur Sache, um den Inhalt gehts.

    • cmh (kein Partner)
      27. Dezember 2013 09:27

      Warum habe ich nur aus Ihrer Feder (sic!) nichts zum Lobe Schüssels vernommen?

    • Richtig (kein Partner)
      27. Dezember 2013 14:14

      @ Heinrich Moser

      Sie haben leider ganz recht. So habe ich immer wieder gedacht, und mich dann im Moment der Wahrheit doch dafür entschieden, wieder die Schwarzen zu wählen - hauptsächlich, um den Horror Rot-Grün unwahrscheinlicher zu machen. Man muß nur an Wien, an den süffisanten Herrn Häupl und sein völlig unerträgliches dreistes grünlinxlinkes Beiwagerl denken, damit einem das Kotzen kommt. Oder an den schlichten Herrn mit der Matura h.c., damit man sich vom Kotzen nicht erholt. Dennoch scheint es keine andere Möglichkeit zu geben, als die Schwarzen endlich abzustrafen, und gleichzeitig inständig zu hoffen, dass den Stimmviehgenossen Ähnliches vorschwebt. Und: dass die Mitbürger mit Migrationshintergrund (oder wie man halt jetzt laut Meinungsterror zu sagen hat) schon soviel Durchblick haben, nicht weiter sklavisch die Roten anzukreuzen, nur weil sie es jahrzehntelang in ihrer Heimat getan haben.

    • perseus
      27. Dezember 2013 19:41

      nächste Mal müssen beide sozialistischen Parteien vernichtend geschlagen werden - vor allem die SPÖ

  10. Auditor
    27. Dezember 2013 02:04

    Zu diesem Kommentar von Dr.AU kann man nur eines sagen: Großartig. Und man kann nur eines tun: Applaus spenden.
    Als ich den Kommentar las, war ich zu Tränen gerührt:
    singulär, weil ich selbst basierend auf einer lügenhaften Schutzbehauptung aus meiner Wohnung grundlos vom Nanny-Staat monatelang weggewiesen war,
    im allgemeinen, weil wir und unsere Gemeinschaft im Moment diesem systematischen Missbrauch offensichtlich machtlos gegenüberstehen.

  11. Schani
    26. Dezember 2013 20:35

    Dieser Beitrag und das darinn erwähnte Buch sollten der Familienministerin zur Pflichtlektüre gereichen!

  12. mischu
    26. Dezember 2013 13:01

    Selbst Peter Handke, einstiger Vorzeigelinker, hat längst erkannt, daß Ehe, Familie und Kinder zur schützenswerten Spezies mutiert sind und der eingeleitete Verfall nur durch Vernunft und entsprechende Maßnahmen aufgehalten werden kann.

    http://www.news.at/a/gastkommentar-peter-handke-news

    Denn auf all diese kinder-, familien- und frauenfeindlichen Auswüchse reagiert die Mehrzahl der Betroffenen bereits mit Nachwuchsverweigerung und löst damit unweigerlich den Untergang unserer Gesellschaft aus.

    Für die dringend notwendige Gegenbewegung kann man Frau Birgit Kelle und dem Tagebuchkommentator nicht genug danken!

    • Zraxl (kein Partner)
      27. Dezember 2013 10:58

      Handke und Vernunft in einem Satz? Die Märchenerzähler als intellektuelle Leitfiguren? Na, dann Gute Nacht.
      Es mag ja sein, dass auch im Gebrabbel eines Schwerstbesoffenen hin und wieder eine wahre Botschaft enthalten ist. Zitierenswert ist das aber deshalb noch lange nicht.
      Aber der Herr Handke hat immerhin bewiesen, dass man es durch politische Arschkriecherei zu einigem Wohlstand und Ansehen bringen kann.

    • Mitwisser (kein Partner)
      27. Dezember 2013 23:36

      @Zraxl

      Politische Arschkriecherei?
      Ich glaube, Sie sind etwas verwirrt!
      Denken Sie an Handke, Serbien und Milosevic, dann kommen Sie sehr rasch drauf, wie falsch Sie liegen!

    • WFL
      30. Dezember 2013 17:26

      @mischu:
      Herzlichen Dank für diesen link. Den Handke-Text kannte ich noch nicht.
      Selbst bei Handke, dem Milosevic-Bewunderer, ist noch nicht alles verloren....!

  13. Anonymer Feigling
    26. Dezember 2013 12:51

    >> Und wieder reagierten Männer in ihrer Unbedarftheit schuldbewusst, ohne zu durchschauen, ...

    Oft genug habe ich hier im Tagebuch darauf hingewiesen, dass ein wirklich ernstzunehmender Protest gegen die Verhunzung der Sprache und gegen den Feminismus nur so ausschauen kann, wenn wir die weibliche Endung -in vollends aus unserer Sprache elimiert haben.

    Und was tut Hr. Unterberger? Er schreibt: Bestsellerautorin, Feministinnen (gibt es denn keine männlichen Feministen?), Herrscherin, u.s.w.

    Ich hätte ja nichts dagegen, würde Unterberger auch gleichberechtigt die explizit männliche Endung als Kontrapunkt verwenden. Ach ja, ganz vergessen, die deutsche Sprache kennt ja keine explizit männliche Endung. Die Männer werden ja so beiläufig in der allgemeinen Form mitgenannt.

    Und Unterberger macht da beherzt mit! Merkt er nicht, dass sein Kampf gegen den Feminismus und seinen Schäden, die er anrichtet, nur halbherzig ist?

    • Brigitte Imb
      26. Dezember 2013 22:37

      Bitte, übertreiben Sie nicht. Herrscherin war seit jeher für Frauen an der Reichsspitze typisch und sprach man über eine Frau war auch immer die weibliche Endung üblich.
      Möglich, daß es männliche Feministen gibt, aber doch wohl eher in verschwindend geringer Zahl.

      Freund - Freundin, od. männlicher Freund, bzw. weiblicher Freund um die männl. Endung hervorzuheben? Fände ich nicht sehr erbauend und sprachlich ebenso verhunzt wie das Binnen I.

    • Anonymer Feigling
      26. Dezember 2013 23:57

      @ Brigitte Imb

      >> Herrscherin war seit jeher für Frauen an der Reichsspitze typisch ...

      Ich rede nicht davon, was typisch ist, sondern davon, in welche Richtung sich die Sprache weiter entwickeln soll.

      Ich mache das für mich schon einige Zeit und es ist gar nicht so schwer. Manches ist Gewohnheitssache und nach einiger Zeit ist alles ganz natürlich. Bei 99% der Fälle kann man ohne Probleme die Endung weglassen, beim Rest tu ich mir manchmal auch schwer, so z.B. bei Prinzessin. Welche Vollidioten müssen da auch die weibliche Endung doppelt anwenden? Spaßhalber sage ich mittlerweile zu den weiblichen Flugbegleitern auch Stewardessinnen.

      Sätze wie "Maria Theresia war ein ... Herrscher" haben den Vorzug, dass sie die Betonung auf die _Rolle_ des Herrschens haben und nicht die Betonung auf irgendein im konkreten Fall unwichtiges Geschlechtsorgan. (Und dass die beteiligte Person eine Frau ist, kann man eindeutig aus dem Vornamen ableiten.)

      >> Freund - Freundin, od. männlicher Freund, bzw. weiblicher Freund

      Hier ist das Englische schon weiter. Ganz selbstverständlich spricht man von "friends" _unabhängig_ vom Geschlecht. Und wenn man es genauer haben will, stellt man ein "girl-" oder "boy-" voran.

      Was die Englischsprecher jetzt schon können, sollten wir Deutschsprecher auch zusammenbringen.

      Ich wiederhole:
      In welche Richtung sich unsere Sprache entwickelt, haben wir in der Hand. Und wir sollten uns vom unnötigen Ballast der Vergangenheit befreien.

      LG

    • Brigitte Imb
      27. Dezember 2013 00:23

      @ Anonymer Feigling,

      Ihren letzten Satz lasse ich zustimmend und sehr richtig stehen, sonst wage ich weiterhin zu "widersprechen".

      Freunde - Freund - Freundin ..für mich ganz normal, war immer so, ist eindeutig zuordenbar. Da sind uns die Anglikaner nicht voraus.
      Cats - He-cat - She-cat.... Katzen, Kater Katze....

      Daß der "Neusprech" ignoriert werden muß, darüber sind wir uns bestimmt einig.

      LG

  14. Anonymer Feigling
    26. Dezember 2013 12:12

    >> Nämlich jener mit der Diktatur des immer aggressiver werdenden Feminismus, nicht nur mit seinen Dummheiten, sondern auch den Schäden, die er anrichtet.

    Schaden anrichtet! Ja, mutig! Kaum jemand traut sich, das so auszusprechen.

    Ich möchte es hier noch krasser formulieren: Der Feminismus ist ärger als Hitler und sein brauner Sozialismus!

    Was ist schlimmer für ein Volk als eine Geburtenrate, die wesentlich kleiner als 2.2 ist?
    Ja, der 2. Weltkrieg hat das Volk zahlenmäßig dezimiert. Noch viel stärker war die Dezimierung im 30-jährigen Krieg. Aber all diese Schäden kann ein gesundes Volk locker wegstecken, wenn es gebärfreudig ist.

    Ein Volk mit eine Geburtenrate von 1.6 ist meiner Meinung nach schwer krank (totkrank will ich nicht sagen, ich bin ein Optimist und glaube noch an eine Wendung.)

    Und wer ist eigentlich dafür in erster Linie verantwortlich? Der Feminismus!
    Und entsprechend sollten wir in Zukunft den Feminismus bei jeder Gelegenheit würdigen: Die Feministen sind ärger als Hilter und seine Schergen!

    • mannbar
      26. Dezember 2013 13:17

      So drastisch würde ich es nicht sagen, aber Gefährlichkeit und Schaden sind doch so groß, dass es mir persönlich mehr als reicht.

      Ganz sicher bin ich mir nicht, ob man die Demographie alleine den Frauen umhängen kann. Ich bin ehrlich: Mir wäre es durchaus sehr recht, wenn ich sagen könnte: Die Frauen sind schuld! Das habt ihr jetzt vom Feminismus!

      Aber ich meine, dass die Männer auch weniger Kinder haben wollen. Es ist nicht so, dass alle Männer 3, 4 Kinder haben wollten - und nur die modernen Frauen wollten nur eines oder 2 allerhöchstens. Vielleicht sind Frauen tatsächlich mehr schuld, aber sicherlich nicht alleine und sicherlich nicht alle. Die Männer sind Teil davon.

      Ich kenne zB einige Frauen, die vom Feminismus gar nix halten - und selber auch keine Kinder haben. Es ist was anderes ist die Ursache oder zumindest mit die Ursache. Natürlich mindert Feminismus die fertiltität, aber eben nicht alleine.

    • Rau
      26. Dezember 2013 14:00

      Eine Demographiekrise in einem der dicht besiedelsten Teile der Erde herbeizureden ist sogar noch schwachsinniger als alles was der Feminismus hervorgebracht hat und liegt auf einer Welle mit der Klimakrise. Den Frauen umhängen kann man das alles nicht, unnötig das zu betonen.

      Eine weibliche Endung anzuwenden, wenn konkret eine Autorin gemeint ist - soviel Zeit muss sein. Übertreiben muss man es nicht!

      Zuguterletzt halte ich es mit Volker Pispers: Ein paar von der Leyens weniger und der Rest hat vielleicht wieder Lust sich zu vermehren ;)
      Wer die Vereinbarkeit von Krieg und Familie vorantreiben will, da hör ich eigentlich nur mehr, passend zur weihnachtlichen Zeit ein Glöckchen läuten - nämlich das Totenglöckchen einer Ideologie.

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 14:42

      Pardon Rau, auch ich meine dass Europa uebersiedelt ist. Aber die Demographiekrise abzustreiten ist vielleicht auch nicht der allerhellste Gedanke.
      Unsere PolitikerInnen haben sich ja nicht fuer eine Politik der schrumpfenden Bevoelkerungen mit gut durchdachten begleitenden Massnahmen entschieden, sondern sie schliessen die Luecken durch Massenimport irgendwelcher mehr oder eher weniger passenden Menschen. Die Schrumpfung an Zahl findet ja gar nicht statt!
      Und "man" haengt das hier nicht den Frauen um, sondern dem Feminismus, der ja auch durch Maenner betrieben wird. Und auch Maenner sind dank der Gesetzgebung und des Feminismus zu Zeugungsverweigerern geworden.
      P.S.: Eine Schrumpfung von rund 30-40% pro Generation IST historisch gesehen dramatisch rasant und kann kaum ohne Folgen bleiben. So gut es fuer die Umwelt waere, so schwierig ist es fuer die Gesellschaft.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 21:31

      Die Frage der Überbesiedelung ist halt immer eine subjektive oder relative. Ich persönliche empfinde Europa überbesiedelt. Ein anderer mag das ganz anders sehen. Es kommt halt darauf an, was man persönlich bevorzugt - ganz abgesehen davon, dass es der eine wie der andere eh nicht beeinflussen kann ;-)

      Die (statische) Bevölkerungsdichte ist aber was anderes als die (dynamische) demographische Entwicklung. Unabhängig davon, ob man Europa für zu dichtbesiedelt hält, kann man folglich sagen, dass etwas mit einer Population nicht "stimmen" kann, die sich unter der Reproduktionsrate vermehrt. Aktuell sind es 2, 1 Kinder, die die Bevölkerung stabil halten würden, darunter nimmt die Bevölkerung ab, so wie in mW jedem Land in Europa (zumindest gemessen an der autochthonen Bevölkerung).

      Würde die Kinderzahl diese 2,1 ad infinitum unterschritten, dann würde Europa irgendwann menschenleer sein. Das ist rein mathematisch klar. Das kann man nur dann gutfinden oder gleichgültig, wenn man vom Menschen an sich nichts hält. Ich möchte nicht, dass auch nur ein einziges Land in Europa menschenleer wird. Für mich sind diese Rückgänge sehr besorgniserregend.

      Man kann alllerdings nicht jetzt schon sagen, ob der demographische Abwärtstrend so weitergehen wird. Tut er es, dann ist wie gesagt irgendwann "Schluss im Schacht". Ich bin wie Simplicissimus nicht todpessimistisch. Besorgt aber sehr wohl.

      Was kurz- oder mittelfristig wichtig ist, betrifft die Pensionen. Der demographische Rückgang bedeutet hier ein besonderes Problem. Es wäre aber gleichsam folgenlos, wenn es nicht das Umlagesystem gäbe. Insofern ist es wieder einmal eine Frage der falschen Politik.

  15. Mag Peter Dettelmaier
    26. Dezember 2013 12:06

    Für diese ebenso ergreifenden wie sachlichen Gedanken ein herzliches "danke"!

  16. Papalima
  17. mannbar
    26. Dezember 2013 11:24

    Toller Beitrag. Vielen Dank! Es ist wichtig, dass sich gewichtige Personen wie AU in der Öffentlichkeit so dezidiert exponieren. Ich bin auch froh, dass Birgit Kelle da ist. Diese Rede ist ihr angemessen.

  18. Josef Maierhofer
    26. Dezember 2013 11:17

    Menschen, einfach Mensch sein dürfen, einfach Familie.

    Dafür muss man in der heutigen, künstlich und ideologisch, medial, propagandamäßig geschaffenen Familienfeindlichkeit heute schon kämpfen. Was früher selbstverständlich war wird heute durch den Dreck gezerrt.

    Auch der Wert der Religion ist ein hoher und die Orientierung an diesen Werten ist das Um und Auf des mündigen Menschen, heiß bekämpft von der Mainstream Propaganda- Medienwalze.

    Fassen wir Mut, ändern wir uns selbst, dann wird sich die Gesellschaft langsam auch ändern zum Guten, langsam, denn 40 Jahre Sozialismus pur müssen erst einmal verkraftet werden.

  19. perseus
    26. Dezember 2013 11:11

    Wenn ich den Kommentar von AU lese wird mir wieder schmerzlich bewusst, wie beschämend es ist, dass sich die österreichische Politik (die Linken sowieso, aber noch beschämender auch die ÖVP) nie um die gekümmert hat, die unter dem extremen Nationalismus der letzten 50 – 60 Jahre am meisten gelitten haben. Das waren die komplett durchmischten Nachfolgestaaten der alten Monarchie und es handelt sich um Sudetendeutsche, Donauschwaben, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben…oder die Altösterreicher der jetzigen Ukraine. Angesiedelt unter Maria Theresia oder früher. Aus den jetzt „reinen Nationalstaaten“ Tschechische Republik, Slowakei, Ukraine, Rumänien, Serbien, Bosnien, Kroatien, Slowenien…

    Nie haben sich österreichische Politiker um diese Menschen gekümmert, die leben jetzt alle in Deutschland – die Deutschen haben an Stelle Österreichs die Verantwortung wahrgenommen; stattdessen werden in Österreich Türken, Serben und Afghanen eingebürgert (siehe Statistik unter „Zahlen und Daten" im Tagebuch) .

    Das wären auch tüchtige Leute gewesen, die anpacken. Aber die sind ja wieder den hiesigen Gewerkschaften ein Dorn im Auge; aber dass auch die Industrie lieber Türken wollte - ohne Ausbildung aber mit fundamentalistischem islamischen Glauben!?

  20. Collector
    26. Dezember 2013 11:07

    Für AU ist es "unbestreitbar klar: Es gibt keine einzige Kultur, keine einzige Religion, in der einerseits die Freiheit aller Menschen wie auch die Gleichwertigkeit von Männern und Frauen so stark, in weiten Bereichen so selbstverständlich ist wie in der durch Christentum und Aufklärung geprägten europäisch-amerikanischen Welt."

    Ist dieser Mann noch bei Trost?

    Die durch "Christentum und Aufklärung europäisch-amerikanischen Welt" ist dem Untergang geweiht! Christentum und Aufklärung sind unvereinbar. Die "Aufklärung" schafft das Christentum ab! Für die "Aufklärung" ist Gott eine Erfindung, ein Geschöpf des Menschen und nicht der Mensch ein Geschöpf Gottes (Anselm Feuerbach), eine "Wahnidee" (R. Dawkin: Gotteswahn). Religion ist für Aufklärer "Opium des Volk" (Karl Marx), Instrument der Herrscher über die von ihnen Ausgebeuteten.

    "Für den aufgeklärten Liberalen gehört Religion dem kindlichen Stadium der Menschheit an (Auguste Comte). Religion behindert Aufklärung, Wissenschaft, Bildung, Mündigkeit, Fortschritt und Freiheit, indem sie Abhängigkeit, Furcht, Hilflosigkeit, Unwissenheit, Irrationalität, Aberglauben, Geschichtspessimismus, Pfaffenherrschaft, Unterdrückung, Vorurteile, Dogmatismus und Intoleranz fördert (mit all den schrecklichen Konsequenzen, die wir aus der Geschichte kennen: Kreuzzüge, "heilige" Kriege, Niedermachung der Ungläubigen, Inquisition, Ketzerverbrennungen, Antisemitismus, Shoah)", so die Ansicht der "aufgeklärten" Liberalen.

    Jetzt wird deutlich, was "Aufklärung" für den Liberalen in Wahrheit ist: das Projekt der Loslösung oder "Emanzipation" des Menschen von Gott und schließlich von jeglicher Autorität - der väterlichen, der staatlichen und der kirchlichen - unter Rekurs auf die einzelmenschliche, "autonome" Vernunft. Sapere aude! Die "autonome" Vernunft anerkennt kein vorgegebenes "Naturrecht", sie nimmt nicht mehr teil an einem "göttlichen Logos", sie beruft sich nicht mehr auf irgendeinen "Glauben", ein "Lumen fidei", eine "offenbarte" Wahrheit. Sie ist ganz grundsätzlich "areligiös".Für sie gilt nur mehr, was eindeutig, positiv und intersubjektiv "bewiesen" werden kann nach dem Gesetz der Kausalität, also von "Ursache und Wirkung." Ist aber die Vernunft determiniert durch Ursache und Wirkung, so ist sie nicht mehr "frei" Die Loslösung von Gott endet immer in Unfreiheit. Eben darin besteht die "Dialektik der Aufklärung" (Adorno/Horkheimer): die autonome "ratio" verkehrt sich in "irratio", aus Rationalismus wird Irrationalismus, Fortschritt wird zur Zerstörung, Humanität zur Entfremdung und Entmenschlichung. Ohne die durch Christus offenbarte Wahrheit keine Freiheit, sondern Unterwerfung unter die "Diktatur des Relativismus" und der Political Correctness.

    Die Unvereinbarkait mit dem Christentum führt dazu, dass "Aufklärung und Liberalismus" zur "Immunschwäche Europas" geworden sind (Bischof Kurt Krenn). Durch die "pervertierte Aufklärung" (Altabt Gregor Henckel von Donnersmarck) schafft nicht nur Österreich und Deutschland sich ab, sondern Europa und die ganze "westliche" Welt. Sie ist der Grund für "The Death of the West" (Pat Buchanan), nicht zuletzt durch die "Ökonomisierung" des Lebens. Als "vernünftig" gilt nämlich nur noch das ökonomische Kalkül von Nutzen und Ertrag, Kosten und Aufwand, "pleasure and pain". Mütter und Kinder bleiben da auf der Strecke, denn sie verlangen "Opfer".

    Mitschuld an unserer "Abschaffung", der fehlenden "Reproduktion" und der Zerstörung der Familien tragen diejenigen, die, wie AU, die Unvereinbarkeit von Christentum und liberal-pervertierter "Aufklärung" nicht erkennen oder leugnen.
    Sie sind Vertreter einer "Kultur des Todes" (JP II.), und wissen es nicht!

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 11:44

      Sie meinen also nur religioese Kulturen sind langfristig ueberlebensfaehig?
      Vielleicht haben Sie recht, aber vielleicht weniger deshalb, weil die Religion "stimmt", sondern weil der Mensch so gestrickt ist. Er ist eben nicht frei und kann nirgendwo absolute Freiheit finden, er steckt in seiner Haut. Religion ermoeglicht ihm vielleicht subjektives Freiheitsempfinden, gut, kann ich nicht nachvollziehen, aber nehme es zur Kenntnis.
      Welche Religion ist eigentlich die richtige?

      Wenn Sie sagen "Mitschuld an unserer "Abschaffung", der fehlenden "Reproduktion" und der Zerstörung der Familien tragen diejenigen, die, wie AU, die Unvereinbarkeit von Christentum und liberal-pervertierter "Aufklärung" nicht erkennen oder leugnen". Da moechte ich Ihnen widersprechen. "Abschaffung" und fehlende "Reproduktion" sehe ich vielmehr durch die technisch-wirtschaftliche Entwicklung, durch den gesellschaftlichen Materialismus bedingt, als durch Mangel an Religion. Ich moechte jetzt den Spiess - ein bisschen provozierend - umdrehen: Sobald durch Wohlstand und Geborgenheit das Beduerfnis nach Religion abnimmt, verschwindet sie auch. Religion ist eine Funktion des Zustandes einer Gesellschaft, nicht umgekehrt. Man koennte nun entgegnen, Religion bereitet den Boden fuer die Entwicklung einer Gesellschaft, die Gesellschaft entwickelt sich gemaess der Religion. Hmm, wenn ich mir das Nord-Suedgefaelle ansehe, sehe ich im Norden Protestantismus, in der Mitte Katholizismus und im Sueden Islam. Etwas unscharf dargestellt, die Welt hoert ja nicht am Aequator auf und der Kolionalismus hat auch einige Verwerfungen herbeigefuehrt.
      Fuer mich ist es halt offensichtlich, dass ueber lange Zeitraeume Gesellschaften sich ihre Religion so zimmern, wie es ihrer Gesellschaftsentwicklung entspricht und weniger umgekehrt. Das spielt nur kurz- bis maximal mittelfristig eine Rolle.
      Aber sehen Sie doch einfach nach Afrika suedlich der Sahara, wie die verschiedenen Religionen dort interpretiert werden.
      Unser Abstieg ist durch den Wohlstand und Ueberreife unserer Gesellschaft bedingt. Diese loest einen Identitaets- und Religionsverlust aus, nicht umgekehrt. Religionsverlust auch daher, weil es sehr leicht ist, Religion anzuzweifeln, allein wegen der teilweisen Widerspruechlichkeit der verschiedenen Religionen und der fehlenden Beweise. Und man zweifelt den goettlichen Schutz aus menschlich verstaendlicher Schwaeche heraus auch umso leichter an, je besser es einem geht.

      Die Aufklaerung hat Riesenfortschritte hervorgebracht, die lass ich mir nicht schlecht reden. Es liegt halt am Menschen selbst, wie er mit dem errungenen Fortschritt umzugehen versteht. Es ist menschlich, sich ueberlegen zu fuehlen, wenn man etwas weiter gebracht hat. Den Erkenntnisfortschritt deswegen abzulehnen ist keine Loesung und fuer mich keineswegs die Bestimmung des Menschen. Um der Frage vorzubeugen: Fuer mich liegt Bestimmung in realer Erkenntnis, eingeschraenkt durch die Erkenntnisfaehigkeit des Menschen.

      Sie verzeihen mir meine simplen Ausfuehrungen, ich habe keine philosophischen Buecher gelesen.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 12:13

      Bitte setzen Sie "Liberalismus" und "Aufklärung" nicht in eins. Ich verstehe mich beispielsweise als Liberaler, auch als Ungläubiger, aber ich würde mich nicht als Aufklärungsapostel sehen, genausowenig würde ich - obwohl ich selbst nicht glaube - das Christentum verwerfen.

      Die Aufklärung ist so wie das Christentum auch ein äußerst komplexes Phänomen, das ganz und gar nicht eindeutig oder einwertig ist, im Gegenteil enthalten beide Systeme viel an Paradoxie, an Gegenläufigkeit. Das sprechen Sie aber ohnehin mit Adorno auch an.

      Beide "Systeme" haben ihre dunklen Seiten, in beiden geht es eben meines Erachtens darum, eine Balance zu halten. Denn beide haben Elemente, die dann, wenn sie isoliert an die Spitze getrieben werden, schlimmste Folgen zeitigen können.

      Verbohrtes Christentum kann genauso gefährlich sein wie eine aufklärerische Vernunftverherrlichung. Was der Aufklärung immer gefehlt hat, war eine Aufklärung der Aufklärung selbst, oder wie man so schön sagt, eine Abklärung der Aufklärung.

      Ich kann weder zum Christentum noch zur Aufklärung Substantielles anmerken, weil eben beide Phänomene hochkomplex sind. Man müsste enorm viel an Geistesarbeit leisten, um diese Dinge wirklich grundlegend zu verstehen. Adorno mag da das eine oder andere gesagt haben, wenn auch in seinem grauenhaften Schreibstil.

      Das Bild ist schillerend. Denken Sie nicht, dass es vielleicht gerade das Christentum selbst war, das Aufklärung erst ermöglich hat. Ist nicht der Subjektivismus vielleicht gerade durch das Christentum im europäischen Denken verankert worden? Natürlich geht es da auch um Griechentum, das Christentum selbst wiederum ist ohne Griechentum wahrscheinlich nicht denkbar. Es mag sehr paradox erscheinen, aber trotzdem wäre es lohnend, zu untersuchen, inwiefern nicht das Christentum erst den Europäer vorbereitet hat für die Aufklärung.

      Werfen Sie also bitte nicht Aufklärung und Liberalität zusammen. Sapere aude muss auch nicht heißen, dass man kein Naturrecht mehr anerkennt. Sehen Sie, wie etwa Hoppe auf die gute alte Tradition der "Rechtsfindung" des prä-existenten Rechts hinweist. Ein Erz-Libertärer kann sich sehr wohl dieser Idee des vorbestehenden Naturrechts verschreiben, gerade im Gegensatz zum positiven Recht des moderen Staates der Unfreiheit.

      Es gilt eben den immer schwierig und schmal sein werdenen Grat entlang zu schreiten, der am rechten Maß der Rationalität geführt liegt. Umgekehrt gilt es, das "Lumen fidei" nicht so hell zu schalten, dass es in seinem Grell-Sein alle natürlichen Kontraste überstrahlt. Ein auf das Maximum gestelltes Licht kann auch auf eine einheitlich grell-weiße Fläche führen, die den Unebenheiten und Kavernen des Lebens nicht gerecht wird. Hier haben die beiden Lichter - lumen fidei und das Licht der Aufklärung - wohl etwas gemein: Es geht um das rechte Maß. Die Kunst liegt meines Erachtens mithin darin, fides und ratio auszutarieren. Ein Unterfangen, das immer grenzwertig sein wird.

      Eine voll durchkonjugierte Aufklärung, die sich selbst vom Aufklärungsauftrag ausnimmt, kann nur scheitern. Da gebe ich Ihnen ja recht. Aber eine Rückkehr zu einem gänzlich unbefragten Glauben kann auch nicht der richtige Weg sein. Zuletzt: Das Christentum selbst ist ja schon ein stückweit Aufklärung - wenn man es gegen die reinste Irrationalität hält, die Magie.

      Europäische Rationalität kann durchaus mit einem Christentum zusammengehen. Ja, sie ist womöglich gar dessen Produkt. Die Immunschwäche Europas liegt bestimmt auch im Verlust des Spirituellen. Der moderne sozialistische Wohlfahrtsstaat substituiert die alten Werte. Über kurz oder lang führt das zu seiner Implosion oder schlimmer Explosion. In diesem Endprozess stehen wir gerade. Die Ökonomisierung und der blanke Materialismus sind Übel. An deren Wurzel steht wahrscheinlich der sozialistische Staat, der sukzessive die letzten werthaltigen Residuen abbaut. Im Moment werden wir Zeugen des Abbaus der Familien.

      Es steht zu befürchten, dass eine Rückbesinnung erst wieder erfolgen wird, nachdem die Staaten in ihrer (zumal finanziell) nicht auf Dauer tragbaren Verfassung kollabiert sind. Die Gefahr dieser Stunde Null wird dann aber auch die Zuspitzung auf absolute Tyrannei sein. Man wird sehen, der Glaube stirbt zuletzt...

    • mannbar
      26. Dezember 2013 12:45

      @simplicissimus

      Zur Religiosität habe ich meine Privat-Theorie :-)

      Ich gehe davon aus, dass die Anzahl der Gläubigen wie der Ungläubigen sowie die der Priester in jeder Gesellschaft relativ konstant ist. Religion verschwindet nicht, sie ändert ihre Form.

      Wir haben heute wenige Christen, dafür neue Gläubige, etwa ist der "Klimawandel"-Wahn oder der Sozialimus religionsförmig. Überhaupt ist das Aufkommen der Ideologien im 20. und im 21. Jh. das Hochschießen neuer Religionen.

      Die Priester sind auch noch alle da. In der Regel sind es linke Intellektuelle, Experten (Auguren) und die Königspriester des leviathanischen Wohlfahrtsstaates.

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 12:49

      Da haben sie nicht unrecht, mannbar.

    • Anonymer Feigling
      26. Dezember 2013 13:10

      @ Collector

      Freuen Sie sich, wir sind dabei, in eine Zeit vor der Aufklärung zurückzukehren.
      Die Europäer sterben aus, die Moslems vermehren sich wie die Karnickel und bald wird nur noch die Scharia gültig sein. Alle Ungläubigen werden gesteinigt (verbrannt haben damals die Christen) und wer behauptet, die Erde ist rund, muss um sein Leben fürchten.

      Ihnen muss es doch warm ums Herz werden?

    • Andreas Tögel
      26. Dezember 2013 13:58

      Der "anonyme Feigling" trifft den Nagel auf den Kopf. Könnten die Linken wie sie wollten, säßen AU und Konsorten längst im Gulag oder wären bereits an die Genickschußar komplimentiert worden. Könnten "Collector" und seine Weihrauchbrigaden wie sie wollten, würden spätestens morgen wieder die Scheiterhaufen brennen. Anmaßung von Wissen, gnadenlose Intoleranz und jederzeitige Gewaltbereitschaft sind nun eimal die univesellen Kennzeichen totalitärer Geister, gleich ob rinks oder lechts...

      Der Stil verrät alles: Eine Herabwürdigung gleich zu Beginn ("nicht bei Trost"), exzessives Namedropping (für jedes eingestreute Zitat läßt sich mühelos eines von gleichwertigen Schwergewichten finden, welches das genaue Gegenteil besagt - was also wäre damit am Ende bewiesen?) und die unerschütterliche Überzeugung, als einziger über die Deutungshoheit zu verfügen.

      Worin, in aller Welt besteht "das Christentum" in unserer heutigen Zeit? "Das Christentum" gibt es nicht! Es gibt 3 Haupt- und mindestens 20 Nebenchristentümer - von welchem ist die Rede? Ich nehme an, "Collector" meint die einzig wahre Lehre - den Katholizismus. Mir (und nicht nur mir) ist aber eine ganze Reihe guter Katholiken bekannt, die keinerlei Problem damit haben, zur selben Zeit gläubig und liberal/libertär zu sein. Wie das möglich ist? Weil das nach Romigs Auffassung eben lauter Vollidioten, Apostaten oder Verräter sind, zu blöd oder zu bösartig, um die Wahrheit zu erkennen oder erkennen zu wollen, so wie ihm das in einzigartiger Weise gegeben ist...

      Wenn das der Umgang mit einem Thema sein soll, das Anspruch auf seiöse Wissenschaftlichkeit erhebt, dann gute Nacht...
      Mit freundlichem Gruß,
      A. Tögel

    • Collector
      26. Dezember 2013 15:12

      @simplicissimus (26.12, 11:45)

      Verehrter simplicissmus!

      Ich habe Ihnen gar nichts zu verzeihen.

      Sie schreiben: Der Mensch "ist eben nicht frei...", und damit haben Sie recht. Jedenfalls ist er es nicht in einer "durch Aufklärung und Christentum geprägten europäisch-amerikanischen Welt" .Da sind wir beide (übrigens auch mit Papst Franziskus) einig, und das galt es gegenüber AU festzuhalten.

      ""Abschaffung" und fehlende "Reproduktion" sehe ich (simplicissimus) viel mehr durch die technisch-wirtschaftliche Entwicklung, durch den gesellschaftlichen Materialismus bedingt, als durch Mangel an Religion".

      Hier und in zahlreichen weiteren Ausführungen zur „Religion als Reflex ökonomisch-gesellschaftlicher Verhältnisse“ hängen Sie noch an einem wissenschaftlich längst überholten Marxismus, der aber noch immer mainstream der Politisch-Korrekten ist. Die wissen es oder wollen es nicht besser wissen.

      Der „gesellschaftliche Materialismus“ ist nicht der Grund für das Verschwinden der Religion, sondern umgekehrt, der Abschied von der Religion ist die eigentliche Ursache des Materialismus und Ökonomismus. Jedenfalls ist das die Ansicht aller maßgebenden Kulturanthropologen. Jüngstes Beispiel der heute vielgelesene Amerikaner David Graeber (Jg. 1961), der sogar das „Geld“ (diesen Gott der Materialisten) und die „Geldschöpfung“ in religiösen Kulten beursprungt sieht („Debt. The First 5000 Years, 2011, 2012 auch deutsch). Rund hundert Jahre früher hat in seinem Buch „Heiliges Geld“ der Althistoriker Bernhard Laum diesen Gedanken vom kultischen Ursprung des Geldes zum festen Besitz der gebildeten Europäer gemacht (die amerikanischen „Bestseller“ sind im Geistigen fast immer ein gutes Jahrhundert hinter den Europäern).

      Der Gegensatz zum Materialismus ist der Idealismus. Religionen (auch Pseudoreligionen oder „Ideologien“) sind immer „idealistisch“, d.h. „ideationell“ oder „ideengeprägt“. Haben diese Ideen im Bewusstsein von Menschen und Kulturen ihren Ursprung in der Offenbarung des Schöpfers und seiner Schöpfung (dem „Sein“, d. i. der Gott der Philosophen), dann sprechen wir von „Religion“. Die „wahre“ oder vollkommene Religion ist nach der Auffassung der „Strukturalisten“ jene, in der Gott Mensch geworden ist, also die christliche. Islam, Judentum, Buddhismus, Hinduismus und erst recht dämonisch-animistische Glaubensäußerungen gehören zu den „inferioren“ Religionen.

      Ich hoffe, mit dem letzten Absatz ist auch Ihre Frage nach der „richtigen Religion“ beantwortet, zu der sich erfreulicherweise ja nach hartem Ringen auch Frau Kelle oder die von AU genannte Pakistanistin Sabatina James durchgerungen haben.

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 16:27

      Werter Collector, ich habe ueberhaupt keine Ahnung davon, dass das Henne-Ei Problem (Materialismus-Religion) in derselben Art durch die Marxisten gesehen wird. Ich leite das aus eigenen Beobachtungen und Ueberlegungen so ab. Wenn Marxisten das auch so sehen, dann haben sie meiner Meinung nach in diesem Punkt recht.
      Ausserdem kann ich Ihre Aussage nicht unterstuetzen, dass das Fehlen der Religion den Materialismus bewirkt, ich glaube ganz einfach, dass der Materialismus viel zu tief im animalischen Selbstbehauptungs-, Selbstbefriedigungs- und Ueberlebenswillen des Menschen steckt, als dass er jemals durch Idealismus ausgerottet werden koennte. Er kann hoechstens kanalisiert und bestmoeglich zum Vorteil der Gesellschaft genutzt werden, wie es eine Symbiose des egoistischen Kapitalismus mit einer altruistischen Ideologie (Sie verzeihen mir, wenn ich jetzt Kirche und Sozialismus in dieselbe Kategorie stecke) bewirken kann.
      Wenn Sie meinen, die christliche Religion sei die richtige -meinetwegen. Aber welche Spielart? Vergessen Sie nicht, dass Protestanten zB den Papst bzw. die ihm durch Katholiken gegebene Wertigkeit ablehnen. Meine persoenlichen Vorfahren haben sich dafuer hinrichten lassen.
      Weiters wuerde ich nun gerne diese Ihre Aussage einem gelehrten Imam zur Diskussion stellen (Gott ist Mensch geworden) und warte auf seine Beweisfuehrung, warum das moeglicherweise Gotteslaesterung ist. Ein intelligenter und gebildeter juedischer Wuerdentraeger wird vielleicht ueberzeugend argumentieren koennen, dass seine Religion die einzig wahre, urspruengliche ist und alles danach bemuehte Fehlinterpretationen.
      Was Buddhisten sagen koennten, kann ich nicht abschaetzen, interessant waere es.
      Und Naturreligionen klammere ich jetzt aus, denn ganz gewiss werden deren glaeubige Vertreter mit einem ueberlegenen Laecheln feststellen, dass ein christlicher Europaeer Geister und Hexen weder sehen noch fuehlen kann und daher absolut ausserstande ist, ernstzunehmend darueber zu diskutieren, geschweige denn zu urteilen.

    • Collector
      26. Dezember 2013 20:09

      @simplicissimus, 26.12, 16:27

      Mit Christentum wird von „Collector“ gemäß der "Erklärung über die Einzigartigkeit und Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche - Dominus Iesu" durch die Kongregation für die Glaubenslehre vom 6. Aug.2000 stets nur "die katholische Kirche, die vom Nachfolger Petri und den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird", bezeichnet (n. 16). Die evangelische Gemeinschaften (zB. AB und HB) und Sekten sind "nicht Kirchen im eigentlichen Sinn" (n. 17) und auch nicht „Schwesterkirchen“ wie die „orthodoxen Kirchen“.

      @ A. Tögel

      Es geht nicht darum, ob Sie "eine ganze Reihe guter Katholiken" kennen, "die keinerlei Problem damit haben, zur selben Zeit gläubig und liberal/libertär zu sein", sondern was das höchste katholische Lehramt stipuliert. Die Äußerungen des Lehramts sind von den Gläubigen zuerst einmal „in Demut und Gehorsam“ anzunehmen (vgl. CIC, Can. 212 und 752-754). Erscheint dem Gläubigen dies nicht möglich, dann ist ihm geboten, seine Einwendungen dem Lehramt vorzutragen und es respektvoll um eine authentische Interpretation zu ersuchen. Hochmut und Besserwisserei ist dabei zu vermeiden. Nur das um Wahrheit bemühte und wohlinformierte Gewissen des Katholiken hat allenfalls das Recht von den Äußerungen des Lehramts abzuweichen.Umgekehrt wird vom Lehramt wohl kein Gläubiger, der sich auf solche Weise um Wahrheit bemüht, als Vollidiot, Apostat, Verräter oder bösartig eingestuft werden.

    • Schani
      26. Dezember 2013 20:31

      Werter Simplicissimus!
      Ihrer Theorie müßten Nordkorea, sowie seinerzeit auch Albanien die reinsten Schlaraffenländer sein, bzw. gewesen sein.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 21:45

      Ich will noch einmal kurz einwerfen, dass ich es für angemessen oder empfehlenswert halte, wenn sowohl die christliche Seite wie die liberale Seite ihre Standpunkte nicht überdehnen. Es gibt tatsächlich viele Liberale, die auch katholisch oder wenigstens christlich sind. Es gibt auch im katholischen Klerus Leute, die mit moderner Wisschenschaftlichkeit kein Problem haben. Und so fort. Die ganze Sache ist nicht eindimensional.

      Den radikalen antichristlichen Furor eines Dawkins habe ich einmal geteilt, finde ihn heute aber eher vulgär, wobei Dawkins sicherlich auch deshalb so vehement ist, weil er radikale Gegner hat. In den USA ist es da oftmals heftiger als in Europa.

      Der Grundsatz "Dem Kaiser, was des Kaisers" ist ja gute alte christliche Tradition. Wenn man einander nicht ins Gehege kommt, sollte es keine Probleme geben. Den europäischen Szientismus und Rationalismus an sich zu verteufeln, erscheint mir verfehlt. Ich denke aber auch, dass die Ratio nicht völlig zügellos sein sollte. Umgekehrt ist es nicht sehr fein, Religiosität als Wahn zu verlachen. Solange alles durch ein Gegengewicht im Lot gehalten wird, sind alle diese typisch europäischen Erbtümer wie Liberalismus, Rationalität aber auch Christentum eine Bereicherung.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2013 05:17

      Werter Schani, ich glaube, Sie interpretieren mich falsch. Weiter oben habe ich geschrieben:
      "Sie meinen also nur religioese Kulturen sind langfristig ueberlebensfaehig?
      Vielleicht haben Sie recht, aber vielleicht weniger deshalb, weil die Religion "stimmt", sondern weil der Mensch so gestrickt ist."
      Ich spreche keineswegs Religionen ab, nicht aeusserst positiv wirken zu koennen.
      Natuerlich kann es auch anders kommen, das haengt meiner Meinung nach eben mehr vom Zustand der Gesellschaft, als von der Religion ab, obwohl es da sicher intensive wechselseitige Beeinflussungen gibt.
      Wie Sie auf Nordkorea kommen, ist mir schleierhaft. Das ist ja eher ein pseudoreligioeser Personenkult, was dort aufgefuehrt wird.
      Ich schliesse mich viel eher der Aussage mannbars an.

    • Collector
      27. Dezember 2013 13:05

      mannbar, 26.12., 12:13

      In Ihrem Beitrag steht sehr viel Richtiges und Bedenkenswertes.Keine Verabsolutieren, Maßhalten, neben den dunklen auch die hellen Seiten betrachten. Das aber darf nicht davon abhalten, um Klarheit zu ringen, "die Anstrengung de Begriffs" (Hegel) auf sich zu nehmen, durch den Begriff das "Wesen" oder die "Natur" einer Sache auszudrücken, richtige Rangfeststellungen zu treffen und so Ordnung ins Denken und Handeln zu bringen. Denn ganz richtig (bis auf das "auch") erkennen Sie: "Die Immunschwäche Europas liegt bestimmt auch im Verlust des Spirituellen", also im Geistigen.

      Natürlich darf "Aufklärung" und "Liberalismus" nicht in "eins gesetzt" werden. Sie verhalten sich zueinander wie Mutter und Tochter. Liberalismus ist ein Kind der "Aufklärung" so wie ja auch der "Marxismus", "Kommunismus" und "Sozialismus". Alle Ideologien beruhen auf der mit der "Aufklärung" verbundenen Häresie, nämlich der Leugnung, dass Jesus Christus, der menschgewordene Sohn Gottes, König und Herr, "wahrer Gott vom wahren Gott" ist (Juan Donoso-Cortéz).Der Liberalismus leugnet diese Wahrheit. Konsequent verbindet sich deshalb der Liberalismus mit Subjektivismus und Protestantismus bis hin zum Atheismus. Religion wird zur "Privatsache".Die Folge: die Gesellschaft verliert ihre Bindekraft oder "Ligatur". Der Verlust der Bindekraft führt zu Chaos und Anarchie, schließlich, wie Sie in den beiden letzten Absätzen andeuten, zu totalitärer Tyrannis oder, wie Johannes Paul II. oder Franziskus es bezeichnen, zu einer "Kultur des Todes".

      Eben deshalb ist es so wichtig, "in der durch Christentum und Aufklärung geprägten europäisch-amerikanischen Welt" (Original AU) den Todeskeim zu erkennen.

    • no na (kein Partner)
      29. Dezember 2013 12:53

      "Die Unvereinbarkait mit dem Christentum führt dazu, dass "Aufklärung und Liberalismus" zur "Immunschwäche Europas" geworden sind (Bischof Kurt Krenn). Durch die "pervertierte Aufklärung" (Altabt Gregor Henckel von Donnersmarck) schafft nicht nur Österreich und Deutschland sich ab, sondern Europa und die ganze "westliche" Welt."

      Wer sich auf die zwei notorischen Herren beruft, der kann nicht ernst genommen werden. Tut leid! Ayatollahs aller Arten sind mir zuwider.

  21. Jewgeni Gorowikow
    26. Dezember 2013 11:01

    Zum Artikel von Dr. Unterberger meine volle Zustimmung!!

    Ergänzend möchte ich noch meinen Respekt für Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina zum Ausdruck bringen. Diese beiden Pussy-Riot-Ativistinnen haben sich auch nach Jahren im Gefängnis und nach einem Jahr Sibirien "nicht die Schneid abkaufen lassen" (wie man in Wien sagt):

    Pussy Riot: „Russland ist nach dem Modell einer Strafkolonie aufgebaut“

    (23.12.2013) Auch die letzte Aktivistin der Punkband Pussy Riot ist frei: Nadeschda Tolokonnikowa wurde aus einem Straflager entlassen. Kurz darauf kritisierte sie die russische Regierung - wie zuvor schon ihre ebenfalls entlassene Mitstreiterin Maria Aljochina.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pussy-riot-russland-ist-nach-dem-modell-einer-strafkolonie-aufgebaut-12725200.html


    Diese beiden Frauen sind mutig und couragiert und nutzen ihr demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung. Ich hoffe nur dass sie nicht wieder eingesperrt werden.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 11:22

      Diese beiden Frauen kann man besser mit 2 Worten bezeichnen: "Dumme Kühe". Es ist sicher nicht alles gut in Russland, vieles schlechter, manches aber auch besser als im Westen.

      Aber mit demokratischem Recht auf Meinungsäußerung hat das nichts zu tun. Hätten sie es nicht in einer Kirche gemacht, wäre ihnen nichts passiert. Die Kommentatoren im Westen haben es leider verabsäumt, das zu bedenken. Hausfriedensbruch ist nun einmal ein Delikt. Und dass die Russen die Kirche ernstnehmen, kann man ihnen wohl kaum vorwerfen.

    • Rau
      26. Dezember 2013 11:28

      Vor allem war es nicht irgendeine Kirche, sondern ein Symbol für Wiederaufbau und Religionsfreiheit nach den Zeiten des religionsfernen Kommunismus

    • perseus
      26. Dezember 2013 11:37

      @mannbar: Beifall! Seh' ich genauso

    • Jewgeni Gorowikow
      26. Dezember 2013 11:47

      mannbar & Rau

      Nur eine Ergänzung um etwas zu betonen was westliche Betrachter (und das sind wir alle) oftmals übersehen oder von vorne herein nicht wissen:

      Die Rolle der russ. orthodoxen Kirche ist zwiespältig und sie war es auch in der Geschichte - insbesondere zur Zarenzeit:

      - Die russ. orthodoxe Kirche ist unzweifelhaft so etwas wie der zentrale Punkt der nationalen Sammlung der russischen Nation. Und sie ist somit klar die nationale christliche Kirche die sich für die russische Nation in ihrer Gesamtheit zuständig fühlt. Und diese religiöse Zuständigkeit stets zu monopolisieren versucht.

      - Andererseits - oder vielleicht gerade aus dieser Rolle heraus verständlich - war und ist jetzt offenbar wieder: Die russisch orthodoxe Kirche immer die Kirche der "Oberen" gewesen. Besonders wurde dies zur Zarenzeit deutlich wo sich diese Kirche einen Dreck um die Not der analphabetischen und ungebildeteten Massen Russlands geschert hatte. Und dass sich die russ. orthodoxe Kirche derzeit wieder mit der gegenwärtigen autokratischen Macht in Russland arrangiert ist wohl offensichtlich.

      Ich bin der erste der für die Religionsfreiheit und die Unversehrtheit und den Schutz der heiligen Stätten der Kirchen eintritt.

      Andererseits sollte man auch vor den Gefühlen, den Überzeugungen und dem Wissen der kritischen russischen Intelligenz nicht die Augen verschließen.

      Die ganze Sache: Russ.-orthodoxe Kirche & Pussy Riot ist nicht schwarz oder weiß zu sehen, sondern da sind eine Menge Grautöne zu berücksichtigen.

    • caruso
      26. Dezember 2013 11:52

      Werter Herr Gorowikow!

      Ohne die Redefreiheit und das demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung einschränken oder dem russichen System Rosen streuen zu wollen, möchte ich doch stark bezweifeiln, dass diese "Radau-Schwestern" Ihren Respekt tatsächlich verdienen.

      Ich empfehle den Artikel aus der FAZ:
      http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pussy-riot-lady-suppenhuhn-11867761.html

      Zitat:[Die Frauen drangen in die wichtigste Kathedrale des Landes ein, sangen dort „Scheiße, Scheiße, Gottesscheiße“ (etwa vergleichbar mit dem italienischen „porco dio“) und dass der Patriarch ein „Schweinehund“ (das russische Wort entspricht stilistisch dem englischen „bitch“) sei.]

      Meiner Meinung nach ist das alles nur billiger Provokations-Radau unter dem Deckmantelchen der Kunst. Und alle Medien springen auf den Zug auf und bringen tränendrüsendrückende Hascherlberichte.

      Auch interessant wie "locker" bei all den Berichterstattungen in Radio und Fernsehen das Wort "Pussy" über die Lippen und den Äther kommt. Entweder wissen die nicht, was es übersetzt bedeutet, oder es ist egal, weil es ja der "guten Sache" dient.

      Ich bezweifle, dass man die deutsche Übersetzung davon ebenso leichtfertig zitieren würde. Derselbe Zweifel gilt für eine maskuline Variante.
      Aber vielleicht beweist ja noch jemand das Gegenteilt. Unter "Co*k riot" ist bislang noch "keine demokratische Aktivistengruppe" bekannt.

    • Elisabeth Mudra
      26. Dezember 2013 12:28

      Alle Gutmenschen bejubeln "pussy riot", weil diese eine Kirche geschändet hatten und sich der Name dieser Kriminellen so lieb anhört. Auch der Herr Kardinal schweigt dazu vornehm und verschenkt lieber eine Ottakringer Kirche.

      Dennoch: Ich vermisse fortschrittliche Zuneigung zu Linksaktivistinnen, wenn sie sich intelligent als "Fotzenaufstand" bezeichnen und dergestalt Moscheen oder Synagogen entweihen.

      .

    • mannbar
      26. Dezember 2013 12:29

      @Jewgeni Gorowikow

      Ich möchte mir nicht anmassen, viel zu verstehen, was Russland ausmacht. Das ist eine faszinierende und vielschichtige Kultur, die wir Westler leider fast gar nicht kennen. Ich kann nur auf dem Wenigen aufbauen, das ich gelesen habe. Ja, ich weiß, die Orthodoxie dürfte eine sehr ambivalente Sache sein. Soviel ich gelesen habe, ist den Russen diese aber auch sehr wichtig, trotz ihrer Schwächen und Gefahren, weil sie eine Kontinuität der russischen Identität bietet.

      Man kann sicherlich mit Recht die Machtverwobenheit der russ. Kirche anprangern. Aber die Art und Weise, wie es diese "Damen" gemacht haben, lässt mich doch mehr als unbeeindruckt. Was soll ich zu so einer Kritik sagen? Geht es dümmer, platter, infantiler, primitiver? Ist es wirklich ein leuchtender Stern der Kultiviertheit, wenn man sich ein Huhn vaginal einführt?

      Oder geht es gar zu 10% um Kritik und zu 90% um selbstverliebte Mediengeilheit, um Abfuhr von Emotionen, die nur mit einem selbst zu tun haben? Ich kann für diese Frauen leider keine Achtung aufbringen.

      Und mir ist völlig klar, dass der Westen nur deshalb auf den "Pussy Riot"-Zug aufgesprungen ist, weil es eben jungen Frauen waren, die sich gegen Dinge auflehnen, die unsere Linken so lieben. Was in Russland genau passiert, kapieren die Westler eh nicht, wollen sie auch nicht wissen.

      Aber gegen Kirche, gegen Putin und dann noch mit jungen Frauengesichtern, mit Riot und mit Pussies - das ist geil für die Linken im Westen.

      Wären es alte Männer gewesen - und nicht junge Frauen - die eine vernünftige Kritik geäußert hätten: Wen hätte das im Westen interessiert. Man weiß somit nicht, was vulgärer ist: Pussy Riot oder die tumbe Begeisterung der linken Medien im Westen.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 12:48

      Ich korrigiere:

      "Und mir ist völlig klar, dass der Westen nur deshalb auf den "Pussy Riot"-Zug aufgesprungen ist, weil es eben jungen Frauen waren, die sich gegen Dinge auflehnen, die unsere Linken so LIEBEN."

      ....HASSEN war natürlich gemeint.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 12:57

      @Rau:

      "Vor allem war es nicht irgendeine Kirche, sondern ein Symbol für Wiederaufbau und Religionsfreiheit nach den Zeiten des religionsfernen Kommunismus."

      Das wusste ich nicht, danke für diesen Hinweis. Das macht die Sache noch unappetitlicher.

    • Eco
      26. Dezember 2013 14:17

      Dass diese beiden dummen Kühe überhaupt einen Platz in den Medien einnehmen verdanken sie dem dekadenten westlichen Boulevard.
      Sich in einer russ. orthodoxen Kirche mit provokanten SingSang zu prostituieren,
      hatte berechtigte Folgen.
      Sie sind nach geltendem Recht straffällig geworden, haben ihre gerechte Strafe erhalten und wurden nun begnadigt.
      Was solls ?

    • fenstergucker
      26. Dezember 2013 22:04

      @Eco

      ************!

    • Brigitte Imb
      26. Dezember 2013 23:12

      @ Jewgeni Gorowikow,

      diesmal bin ich mit Ihrer Meinung nicht einverstanden, denn einen derartigen Auftritt hinzulegen, hat auch etwas mit Benehmen, guten Sitten und Intellekt zu tun (in dem Fall sind diese 3 Eigenschaften offensichtlich nur rudimentär vorhanden) und empfinde ich pers. als eine riesige Provokation um unangenehm aufzufallen.
      Redefreiheit ja, aber in angemessener Sprache und nicht mit verbalen Fäkalien.

    • Jewgeni Gorowikow
      27. Dezember 2013 18:32

      Nach allen zahlreichen Diskussionsbeiträgen zu den Pussy-Riot-Mädchen möchte ich noch ergänzend auf die spezielle Mentalität der Russen hinweisen, wo man es viel weniger gewohnt ist als beispielsweise in Österreich, dass man diplomatisch ist, dass man Kompromisse schließt und den goldenen Mittelweg sucht und findet.

      Die folgenden Schilderungen der „russischen Seele“ sind für die Diskussion sicherlich aufschlussreich:

      Die „russische Seele“ wird als ein Zustand der permanenten Bipolarität, also ein Hang zu extremen Gegensätzen beschrieben, der sich durch die Aufnahme von extremen Gegensätzen in die russische Volkskultur ergeben hat. Diese Extreme äußern sich z. B. in dem Streben nach dem absolut Äußersten, mit der Bereitschaft, sich entweder nach der einen oder plötzlich und ganz spontan in die entgegengesetzte Richtung zu wenden.

      Weitere Eigenschaften und Stereotype, die dem Begriff der Russischen Seele zugeordnet werden, sind eine ausgeprägte Schicksalsergebenheit, der Hang zur Geduld, die Neigung zum Aberglauben, die Fähigkeit und die Bereitschaft Leid zu ertragen, oder auch eine sehr starke Heimatverbundenheit. Dazu kommt die bereits erwähnte Alles-oder-nichts-Mentalität, die keinen Kompromiss oder goldene Mitte kennt.

      Eine weitere bekannte Eigenschaft ist es Gefühle, positive wie negative, offen und direkt zu zeigen, was Ausländer oft irritiert. Insgesamt spielen für viele Russen Gefühle eine größere Rolle als Rationalität, was bisweilen als Gegensatz zu eher individualistischen, rational handelnden und denkenden Westlern aufgefasst werden kann. Bestandteil des Begriffs der russischen Seele ist weiterhin ein starkes Solidaritäts- und Gemeinschaftsgefühl.

      Die russische Gesellschaft ist traditionell kollektivistisch geprägt, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe sehr wichtig. Dieses Wertesystem stammt nicht erst aus den Zeiten des Kommunismus, sondern reicht weiter zurück in die Lebensweise der bäuerlichen Dorfgemeinschaft, dem Mir. Da auch Grund und Boden lange Zeit Gemeingut waren, hat sich bei den Russen verinnerlicht, dass die Interessen des Einzelnen vor den Interessen der Gruppe zurückzustehen haben.

      Man definiert sich über die Gemeinschaft und achtet auf die Stimmigkeit von eigenem Verhalten und eigener Meinungsäußerung mit denen des Kollektivs.

      Die Familie ist für viele Russen eine wichtige Bezugsgruppe, besonders auf dem Land lebt man in jeder Beziehung eng zusammen. Dort wohnen oft mehrere Generationen in einer Wohnung oder in einem Haus. Die traditionelle Familie unterstützt sich finanziell und hilft einander bei der Kinderbetreuung und Seniorenpflege. Die Kollektivorientierung zeigt sich bisweilen auch heute noch im Berufsalltag. Das Kollegium wird als Gemeinschaft erlebt und es ist sehr wichtig, diese Gruppenorientierung zu stärken.


      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Russland#Gesellschaft_und_Mentalit.C3.A4t

    • Karl Knaller
      27. Dezember 2013 21:20

      Wenn die Pussy-Tussis wirklich was d'raufhaben, dann mögen sie ihre Show bitte in auch in einer Moschee oder einer Synagoge abziehen. Einen Anlass dafür sollten sie sogar mit ihrem schlichten Intellekt finden. Und dann schau'n mer mal, wie die Münchner sagen. Nämlich: wie die Gutmenschen und -menscher die - in diesen Fällen unausweichliche (nur die Christen müssen sich's gefallen lassen) - sofortige Liquidierung der Tussis dann kommentieren.

  22. Tullius Augustus
    26. Dezember 2013 10:52

    Dass damals hier in Berlin auch ein anderer, ebenfalls als groß bezeichneter König ....

    Vielen Dank Herr Dr. Unterberger dass Sie in Ihrer Rede und in Ihrem Artikel in einem Nebensatz auch auf den preussischen König Friedrich II eingegangen sind.

    Denn er hatte Österreich großes Unrecht angetan.

    Und er war der wichtigste Vertreter des unglückseligen und sprichwörtlichen preussischen Militarismus dessen Spätfolgen bis zu den beiden Weltkriegen reichten ...

    • hamburger zimmermann
      26. Dezember 2013 12:42

      Daß Friedrich II dazumals in Schlesien einmarschiert ist, ist hinreichender Nachweis, daß Preußen/Deutschland alle Kriege verschuldete, die seither stattfanden. Warum diese Überlegung nicht ausweiten? Preußen/Deutschland verursachte auch alle Kriege, die sich VORHER ereigneten. Vielleicht bis Romulus und Remus zurück. Herr Rathkolb und die umerzogene "Wissenschaft" lassen grüßen.

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 14:07

      Seit den Kimbern und Teutonen und spaeter dem Teutoburger Wald sind die Germanen halt militante Barbaren. Dieses Image wird ihnen bis zur Endaufsaugung durch andere Voelker auch bleiben. Die meisten Gegnernationen waren romanischen Ursprungs oder romanische Mischvoelker, also teils Nachfahren der so kultivierten Roemer.
      Die Auseinandersetzung Oesterreich-Preussen war Teil des Machtkampfes zwischen Habsburg und dem protestantischen Norden Deutschlands um die Vorherrschaft im deutschen Sprachraum.
      Alles Elend der Weltkriege kann man dem preussischen Militarismus nicht in die Schuhe schieben, da war viel Neid und Missgunst Britanniens im Spiel und verletzter franzoesischer Nationalstolz (die hatten ja mit Napoleon und 1970 auch zwei Katastrophen zu bewaeltigen).
      Schlimmer als der preussische Militarismus hat sich vielleicht die Unbedarftheit von Kaiser Wilhelm ausgewirkt gepaart mit Vertrauen auf die eigene taktische Staerke, was gleichzeitig eine vernuenftige Buendnisstrategie vergessen liess.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 21:57

      Die Verteufelung der Deutschen, ist auch eine sehr eigenartige Sache. Denn das eigentliche germanische Wolfsvolk sind ja die Engländer gewesen. Keiner hat weltweit mehr Länder überfallen als die Briten.

      Man kann den 2. WK natürlich nicht entschuldigen, aber hätte man Deutschland nicht seit eh und je gedemütigt, wäre er so nicht passiert. Ich bin geschichtlich zu wenig beschlagen, aber das Los der Deutschen scheint mir doch das zu sein, dass andere Mächte immer zugesehen haben, dass sich Deutschland nie seiner Größe entsprechend entfalten kann.

      Dieses künstliche Kleinhalten durch andere Großmächte hat dann wohl den Wahn des 2. WK entfacht. Deutschland als Land im Schnellkochtopf sozusagen. Simpel gesagt, aber ganz falsch erscheint mir das nicht. Und jetzt hat man wieder das Problem mit den Deutschen, die zuviel exportieren. Die man wirtschaftlich coupieren will. Gesund ist das alles nicht. Wenn man ein Volk ständig beschneiden will, dann erzeugt das auf Dauer Probleme. Nicht dass ich Angst vor DE hätte. Aber es ist einfach klar, dass die Deutschen, die nach dem 2. WK ewig vor allen buckeln mussten, vielleicht wieder einmal ins Gegenteil umkippen. So wie ja auch der Maulkorb mit der Political Correctness unterschwellig sein Gegenteil schwären lässt, dass später in verschärfter Form an den Tag kommt.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2013 05:32

      mannbar, die Engländer haben gewonnen und die Deutschen verloren, so einfach ist das. Klein gehalten haben die Deutschen sich durch ihre Kleinstaaterei ueber Jahrhunderte selber, waehrend andere Nationen groessere Nationalstaaten Frankreich, spanien, England) oder multinationale reiche (Oesterreich) geschaffen haben. Erst die extrem spaete Vereinigung Deutschlands Mitte des 19 Jahrhunderts gepaart mit dem weltweit rasantesten technischem und wirtschaftlichem Fortschritt, machte Deutschland urplötzlich zum gefaehrlich empfundenen Konkurrenten von England und Frankreich. England besass 14 Millionen km² an Kolonien mit 450 Millionen Menschen, Frankreich 12 Million mit 65 Millionen Menschen. Riesenreiche, die um jeden Preis gegen die dann propagandistisch verteufelten "Hunnen" verteidigt werden sollten, obwohl Deutschland gar keinen Angriff, sondern nur wirtschaftliche Expansion plante. Mit Ausnahme der Landnahme von bisher weitgehend unbeanspruchten Kolonialgebieten, die klein im Vergleich zu denen Englands und Frankreich waren. Traurigerweise hatte den Ausdruck "Hunnen" Kaiser Wilhelm seinen Leuten als erster gegeben, als er seine Truppe gegen den Boxeraufstand in China schickte.

  23. Cotopaxi
    • Rau
      26. Dezember 2013 11:24

      Hoffentlich erschüttert diese Aktion den Glauben des Kardinals nicht allzusehr. Gott nimmts sicher gelassen hin ist anzunehmen. Der wurde ja auch mal für tot erklärt. Was soll da noch schlimmeres kommen ;)

    • mannbar
      26. Dezember 2013 11:28

      Das zeigt für mich, wie der Feminismus moralisch abgefuckt ist. Das Auftauchen der Femen ist das beste Symbol für die letzte Phase der Dekadenz des Feminismus. Insofern ist das wiederum auf paradoxe Weise gut. Es ist die beste Selbst-Decouvrage...

  24. Eco
    26. Dezember 2013 10:20

    Danke für diesen eindrucksvollen Beitrag. Leider wird einem jedoch bewusst, wie weit wir uns vom idealen Frauenbild entfernt haben.
    Ich habe mir zwar vorgenommen, den Weihnachtsfrieden zu wahren, komme jedoch nicht umhin, den Sozialismus als Haupttäter an dem verfehlten Frauenbild auszumachen.
    Angefangen von Rosa Luxemburg, die heute noch als Ikone betrachtet wird finden wir in den linken Reihen - mit wenigen Ausnahmen - Frauen, die ihre Existenzberechtigung in der Vernichtung der konservativen Familie sehen.
    Gehen Sie mal die österreichischen Politikerinnen der SPÖ im Geiste durch und Sie werden mir Recht geben.

  25. Rau
    26. Dezember 2013 09:47

    Birgitt Kelle ist das Produkt eines Feminismus, der versucht Frauen nicht zu befreien, sondern sich immer mehr vor Pflichten zu drücken, die mit Rechten nun mal untrennbar verbunden sind. Gleichstellung Ja, aber nur dort, wo es vorteilhaft ist. Ansonsten spielt es die Opferrolle, und zwar überall dort wo unangenehme Pflichten drohen.
    Sie kämpft eigentlich um nichts anderes, als um das Recht der Frauen ihre Pflicht zu erfüllen. Ein Buch wie "Dann mach doch..." wäre vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen. Man hätte es zuklappen können und nur mit dem Kopf schüttelnd in sich hineindenken: Wofür kämpfen sie jetzt? Dafür das zu tun, wovon sie der moderne Feminismus befreien wollte?
    Jetzt, da die vielen Schizophrenien dieser Ideologie etwas weiter gediehen sind und in der Tat bereits irreversible Schäden anzurichten drohen, sieht es natürlich anders aus.
    Birgit Kelles Wirken ist von unschätzbarem Wert. Die Passivität von Männern in dieser Situation ist aber verständlich, weil man(n) ja nicht schon wieder als Unterdrücker dastehen will, der die Frauen nur behindert. Als Mann kann man auf dem Gebiet eigentlich nur Undankbarkeit ernten. Das ist Frauensache.

    Ein Nebenthema des Buches ist ja auch Sexismus dazu nur ein Zitat, das die Situation am besten beschreibt:
    Feminismus und Sexismus traten als Begriffe nicht zufällig im Kontext der jüngeren Umwälzungen gemeinsam auf. Dieser situativen Gemeinsamkeit liegt eine intimere zugrunde, die sich im Laufe der politischen "Siegeszüge" der Frauenbewegung immer deutlicher als Synonymie, als Identität herausstellte.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 11:31

      Es ist sehr schwer, als Mann dagegen anzutreten. Richtig. Ich selbst bin da auch gar nicht mutig. Trotzdem finde ich ihr "Das ist Frauensache" komplett falsch. Das ist die Bankrott-Erklärung der Männer.

    • Rau
      26. Dezember 2013 11:46

      Es ist nicht notwendig gegen den Feminismus anzutreten, es genügte ihn einfach fallen zu lassen. Eigenleben hat der nämlich keines.

    • Rau
      26. Dezember 2013 11:57

      Nochwas - Männer tun nix nur als Männer. Wenn sich Männer zu Gruppen zusammentun, dann unter dem Leitbild einer übergeordneten Idee. Nur unter dem Banner der Geschlechtszugehörigkeit zu versuchen ein Gruppenbewusstsein aufzubauen, hat der Feminismus in die Welt gesetzt - genau das ist ja Teil des wesenhaften Sexismus, den Michail A Xenos in dem Zitat anspricht, wenn ich das richtig verstehe. Dagegen aufzutreten kann nur Frauensache sein.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 12:36

      "Männer tun nix nur als Männer. Wenn sich Männer zu Gruppen zusammentun, dann unter dem Leitbild einer übergeordneten Idee."

      Da haben Sie 100%ig recht. ich freue mich auch, dass Sie Xenos ansprechen. Der Mann hat viel von diesem Phänomen sehr gut analysiert.

      Diese Eigenschaft der Männer ist ja an sich sehr gut. Es geht auch nicht darum, dass Männer was für Männer (als Männer!) tun. Männer sollen sich auch für Frauen einsetzen, das liegt in ihrer Natur und ist sinnvoll. Leider machen beide Elemente die allermeisten Männer blind für den feministischen Unsinn.

      Ich gebe Ihnen absolut recht: Würden die Männer aufhören, an den Feminismus zu glauben, wäre es um ihn geschehen. Die Männer müssten nur das tun - sie müssten nicht einmal darüber reden. Leider aber geschehen Umdenkprozesse oftmals nur durch öffentlichen Diskurs. Und das macht die Sache so schwierig.

      Substanz hat der Feminismus keine. Es hat noch nie eine "Ideologie" gegeben, die intellektuell so schwach und erbrämlich war und doch so wirkungsvoll. Aber man merkt, dass der Zenit schon überschritten wurde. Langsam dämmert es immer mehr Menschen.

  26. Arundo.donax
    26. Dezember 2013 09:37

    Wirkliche Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist meines Erachtens erst dann erreicht, wenn es nicht mehr nötig ist zu betonen, jemand habe etwas "als Mann" bzw. "als Frau" geschafft. Davon sind wir noch meilenweit entfernt, denn Quotenregelungen und sprachliche Verhunzungen im vermeintlichen Dienst dieser Sache sind eine Beleidigung für jede intelligente Frau. Menschen wie Birgit Kelle, die "als Frau" Fehlentwicklungen und in die falsche Richtung gehende Mechanismen aufzeigen kann, sind für die weitere Diskussion absolut notwendig und führen, als Orientierungsfiguren gesehen, vielleicht zu einem langsamen Umdenken in der Bevölkerung. Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel ... Ich weiß, was ich wohl demnächst lesen werde. Als Frau. :-)

  27. Wertkonservativer
    26. Dezember 2013 09:37

    Allein schon aus der Schilderung der Persönlichkeit Frau Kelles durch Dr. Unterberger wird es klar, dass sie mit ihrem Buch und mit ihrer Arbeit an sich eine "Sumpfblüte" unserer Zeit verdienstvollerweise "aufs Korn nimmt"!
    Feminismus und Genderei: das ist Übertreibung pur! Allein schon der Umstand, dass praktisch alle intelligenten Damen unseres Forums sich extrem negativ über beide Themen auslassen, zeigt mir, wie unnötig und falsch die Zielrichtungen dieser "Zeiterscheinungen" sind!

    (mail to: gerhafrd@michler.at)

  28. Undine
    26. Dezember 2013 09:16

    Welche Wohltat, all die selbstgemachten Probleme der heutigen Zeit zusammengefaßt lesen zu können --- im Hinblick auf eine mögliche Erlösung aus dieser Misere durch Menschen wie Birgit Kelle, die vorzeigt, daß und wie es möglich ist, das Ruder doch noch einmal herumreißen zu können.

    Diese bewundernswerte Frau hat rechtzeitig erkannt, daß der bisher eingeschlagene, von der linken Politik forcierte Weg ins Nichts führt und zunächst für sich eine Änderung vollzogen.

    Ihr Beispiel zeigt, daß wir---Männer und Frauen---an einem Strang ziehen müssen und nicht resignieren dürfen, sondern den Mut haben müssen, der eigenen inneren Stimme zu folgen und den unsinnigen, vernichtenden "Mainstream" LINKS liegen zu lassen, dort nämlich, wohin er gehört. An uns Frauen liegt es, wie sich die Zukunft eines Volkes gestalten wird; besinnen wir uns doch unserer genetischen Möglichkeiten!

    Danke für den wunderbaren Kommentar, lieber Dr. Unterberger!

    • Josef Maierhofer
      26. Dezember 2013 11:10

      @ Undine

      Ja, man kann sich nur selbst ändern und maximal durch Beispiel wirken.

    • Kapuzerer (kein Partner)
      27. Dezember 2013 10:53

      Jooooh, "wir---Männer und Frauen---an einem Strang ziehen müssen"

      Klingt schön, liebe Undine, jedoch wie soll das gehen, mit Frauen deren höchstes Interesse Klamotten und ähnlicher Blödsinn ist?

      Meine Erfahrung: Mit Frauen gemeinsam ist nichts zu machen, die meisten von ihnen sind durch Feminismus verdorben. Wir Männer müssen alleine ziehen!

      Der Mann muss, soll es vielleicht wieder besser werden, unbelohnte Opfer bringen, er muss wieder Einzelkämpfer werden!

    • byrig
      28. Dezember 2013 00:00

      es soll in erinnerung gerufen werden,dass bereits die vielleicht schon in vergessenheit geratene esther vilar mit ihrem buch "der gezähmte mann" die problematik erkannt und beschrieben hat.
      erwähnt soll auch sein,dass die bösartigsten ausformungen des feminismus durchaus von der ostküste stammen.

  29. Politicus1
    26. Dezember 2013 09:03

    Mütter haben dazu keine Zeit ...
    Danke für das Deutlichmachen der Realität.
    Man beobachte nur die Frauenbewegungen in den politischen Parteien, wo man kaum Mütter mit kleineren Kindern findet - und gerade die sollten dort vertreten sein, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.
    Man gehe in eine der zahllosen Mütterrunden in den Pfarren. Sie sollten eher Großmütterrunden heißen, denn auch dafür hat eine Mutter mit Kinder im Erziehungsalter keine Zeit.
    Vielleicht böte das Internet und die Netzwerke per e-mail eine neue Chance, dass sich Mütter auch vom Kinderzimmer aus solidarisieren und sich von den eher mütterfeindlich eingestellten Kampffrauen entfesseln (um dieses aktuelle Wort zu gebrauchen)?

    • Gerhard Pascher
      26. Dezember 2013 12:23

      Bei der Diskussion von kinderlosen Frauen darf man aber nicht vergessen, dass es viele Frauen gibt, welche gerne eigene Kinder haben wollten, dieser Wunsch aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht in Erfüllung ging. Manche dieser Frauen engagieren sich sehr für fremde Kinder bzw. adoptieren sogar welche.

    • Politicus1
      26. Dezember 2013 14:47

      Pascher:
      o.k. - natürlich Zustimmung.
      Doch kann ich das nicht als eine Massenerscheinung akzeptieren

  30. Gerhard Pascher
    26. Dezember 2013 08:11

    Bravo Herr Dr. Unterberger, guter Artikel.

    So lange nur Frauen Kinder bekommen können, so lange wird es nicht die von den Feministinnen gewünschte Gleichstellung geben. Es wäre viel besser, wenn sich diese Fanatikerinnen um die Verbesserung der Lebenssituationen des weiblichen Geschlechtes in manchen Kulturen Afrikas und Asiens einsetzen würden. Aber auch in der Türkei und unter den eingewanderten Moslems in Europa liegt noch vieles im Argen. Da leiden die Mädchen und Frauen an nicht selbst entschiedene Genitialverstümmelungen, Zwangsverheiratungen, Verschleierungspflicht usw.

    Eine Frage als P.S.: was bewegt Herrn Unterberger dazu, den Katholizismus nach dem alten Coca Cola-Slogan als "It's the real thing" zu bezeichnen? Das erinnert mich an den früheren Anspruch mancher römischen Päpste von der "einzig selig machenden Kirche", welcher aber in Wirklichkeit für alle christlichen Glaubensrichtungen Gültigkeit hat. Die hier genannten "Evangelikalen" orientieren sich - ohne Ballast von Vatikan u.a. - ganz nach der Lehre der christlichen Bibel. Tatsache ist aber, dass dabei die Grenzen zwischen wirklichen christlichen Gemeinden und Sekten sehr verschwommen sind, daher heißt es auch hier: Holzauge, sei wachsam!

    • Interessierter Leser
      26. Dezember 2013 09:42

      @Gerhard Pascher,
      zu "It's the real thing" meint etwas ganz anderes als "einzig selig machenden Kirche", die im Vaticanum II sozusagen „abgeschafft“ wurde. "It's the real thing" bedeutet nur, dass es viele Wege zu Gott gibt, dass aber - wie auch ich glaube - die Möglichkeiten, uns auf diesen Weg zu begleiten, bei der katholischen Kirche (bei allen Fehlern, die sie gemacht hat und macht) optimiert sind. Oder anders: Alle Autos (so sie zum Verkehr zugelassen sind) bringen einem von A nach B, die Frage ist, fahre ich - wenn ich die freie Wahl habe - mit einem Trabi oder mit einem BMW.

    • Gerhard Pascher
      26. Dezember 2013 12:18

      Interessierter Leser:
      Danke für Ihre Bemerkung - I agree with you.

  31. simplicissimus
    26. Dezember 2013 07:35

    Zwei Sünden halte ich für den Westen hauptverantwortlich für den Abstieg:

    - die Verschwendungs- und Schuldenphilosophie
    - den FeminIsmus

    Von beiden halte ich den Feminismus für schlimmer. Schulden kann man zur Not, wenn auch mit vielen Problemen verbunden, durch Konkurs entkommen.
    Fehlende Nachkommen zu ersetzen dauert unendlich lange und schwächt auf Dauer.

    In Österreich und Deutschland kommt noch die Nazierbsünde dazu, die sozusagen unser Immunsystem schwächt. Angelsächsische Länder haben dafür - viel - abgeschwächter das Kolonialismussyndrom, das eher an Krokodilstränen erinnert.
    Aber dafür haben wir dieses als brave Verlierer ja gleich ernsthaft als weitere Schuld für uns adoptiert.

    • schreyvogel
      26. Dezember 2013 10:51

      ******!
      Manchmal frage ich mich wirklich, ob nicht doch ein "Mastermind" hinter dieser so überaus erfolgreichen Gehirnwäsche steht!

      Karl Marx war, nach Jesus Christus, der erfolgreichste Visionär der Weltgeschichte.

    • M.S.
      26. Dezember 2013 12:33

      @simplicissimus

      Die für den Abstieg hauptverantwortlichen Sünden würde ich unbedingt um den Materialismus und den daraus resultierenden Atheismus ergänzen.

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 12:37

      Materialismus ja, Atheismus nein.
      Feminismus basiert auch auf Materialismus.
      Atheismus allein tritt vielleicht haeufig gepaart mit Materialismus auf, ist jedoch nicht die Vorbedingung dafuer.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 13:04

      Beide Elemente, die Sie nennen, hängen aber zusammen. Die explodierenden Schulden der Staaten entstehen durch Wählerbestechung - vulgo "Wohlfahrtsstaat". Erst durch diesen wird Feminismus möglich. Aber auch die Demographie. Wenn der Staat alles absichert, Scheidungen erleichtert, Ausbildung gratis vergibt, künstlich Posten schafft, die Pensionen sichert und Kinder zu einem Luxusartikel macht, dann erst können sie Feminismus haben.

      In einer Gesellschaft mit einem schlanken Staat haben sie weder Schulden noch Emanzen. Beides gehört zusammen. Die Väter werden in dem Maße unerheblich wie Vater Staat deren Funktion übernimmt.

      Die Nazi-Vergangenheit ist sicherlich auch eine Last, aber ich würde diese nicht für irgendwelche Entwicklungen heute verantwortlich machen. Alle westlichen Länder haben mehr oder weniger diesselben Probleme, die sie beschreiben.

    • simplicissimus
      26. Dezember 2013 13:50

      mannbar, die Nazivergangenheit hab ich nur als zusaetzliches Kuriosum zur Beleuchtung unserer Selbstzerfleischung aufgenommen, waehrend in den USA noch immer diskutiert wird, ob die Atombombenabwuerfe gerechtfertigt waren. Sie haben recht, hauptverantwortlich ist sie nicht und auch die ehemaligen Gegner haben ganz aehnliche Probleme.
      Und natuerlich sind die wechselseitigen Zusammenhaenge komplex.
      So gesehen ist die Tochter der Wohlstandsverwahrlosung, der Feminismus schlimmer als ihr Vater.

    • mannbar
      26. Dezember 2013 22:17

      Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen dass Schulden und Feminismus (bzw. Demographie) strukturelle Ähnlichkeiten haben. Bei beiden gibt es einen Punkt, wo alles kippt. Bis dahin sieht die Lage ruhig aus. 50% Staatsschulden, dann 70%, 90%. Aber irgendwann zahlt man nur noch die Zinsen. Und spätesten dann, wenn diese hochschnellen, ist es aus und der Staatsbankrott ist da.

      Auch die Demographie ist an sich schwer zu fassen. Weil die Folgen auch hier so spät eintreten. Wir verstehen rein intuitiv weder exponentielles Wachstum noch eine schleichende Degression wie im Falle der Demographie.

      Die Kinder kann man nicht plötzlich ersetzen. Aber man kann auch nach einem Konkurs nicht wieder von einem Tag auf den anderen normal weitermachen. Beides bedeutet eine lange Zeit des Wiederaufbaus.

      Leider spielen Demographie und Schulden zusammen. Das eine fällt langsam, das andere inflationiert gemächlich. Weniger Kinder bedeutet weniger Menschen, die Pensionen erarbeiten können. Das kompensiert man mit mehr Schulden. Oder besser: Man könnte es eine Zeitlang kompensieren. Wenn das Fehlen der Kinder schlagend werden wird, werden wir aber keine Möglichkeit mehr haben, die Schulden zu vergrößern. Somit kommt beides zusammen und trifft sich letztlich in dem Punkt, wo das System kollabiert.

    • simplicissimus
      27. Dezember 2013 05:45

      mannbar, ich habe ganz aehnliche Gedanken. Unsere Mitmenschen sehen die schleichenden negativen Veraenderungen nicht, weil sie uns wie Zeitlupe vorkommen. Historisch gesehen, sind diese allerdings rasend schnell.
      Nach einem Konkurs alles neu aufzubauen, kann sehr schnell und leicht gehen, oder langsam und schwierig, haengt vom Konkurs ab und wie er abgewickelt wurde. Staatenkonkurse wuerden unzaehlige Geldgeber mit in den Ruin treiben, aber geschickt durchgefuehrt kann es durchaus hauptsaechlich bei Papierverlusten bleiben.
      Die Demographische Entwicklung kann hingegen kaum rasch geaendert werden.

  32. kritikos
    26. Dezember 2013 02:26

    Für diesen großartigen Beitrag ist nur höchstes Lob am Platz. Danke!




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