Es sind oft die Alltagsdinge, unter denen der Österreicher genauso wie unter der Dummheit politischer Entscheidungen leidet. Noch mehr nervt aber, dass sie sehr oft durch Böswilligkeit oder Dummheit von Behörden oder Unternehmen verursacht sind. Und am meisten empört, dass man dagegen ziemlich hilflos ist.
Bunt gemischt dreizehn Ärgernisse, über die ich jetzt binnen weniger Stunden gestolpert bin:
- Da veranstaltet die Stadt Wien alljährlich einen Marathonlauf, den wie jedes Jahr ein Mann aus Ostafrika gewinnt. Was wenig überrascht, da die Ostafrikaner im Langstreckenlaufen immer weit besser als alle anderen Völker sind. Das mag genetisch oder traditionell bedingt sein – aber über solche fundamentalen Unterschiede zwischen Rassen und Nationen auch nur nachzudenken, ist so etwas von politisch inkorrekt, dass es alle Sportjournalisten lieber zu hundert Prozent unterlassen. Man kann es ihnen nachfühlen. Journalistisch und mutig ist es halt nicht sonderlich.
- An sich ist ja trotz der Eintönigkeit der Ergebnisse die Abhaltung eines Marathons zu begrüßen, da dabei auch Zehntausende Österreicher die Gelegenheit nutzen, um ihren eigenen Körper zu entrosten. Schon weniger ist man freilich begeistert, weil dadurch die ganze Stadt lahmgelegt und zweigeteilt ist, weil sich Zehntausende Wiener oder Touristen, die sich weniger für Marathons interessieren, ungeplant und plötzlich nur mittels U-Bahn bewegen können. Noch viel ärgerlicher, ja niederträchtig ist aber dann, dass die gleiche Stadt Wien am gleichen Sonntag zur gleichen Stunde an den Ausgängen von U-Bahnstationen planquadratmäßige Kontrollen durchführt. Naturgemäß haben viele Menschen keinen Fahrschein dabei, weil sie morgens beim Weggehen gar nicht daran gedacht haben, wegen des von der gleichen Gemeinde veranstalteten Marathons mit der U-Bahn fahren zu müssen. Daher ist das trotz Sonntagszuschlag für die Kontrollore zweifellos besonders ergiebig. Solche Wegelagerer-Methoden erinnern intensiv an die Raubritter und die Mafia.
- Nein, ich selber bin da kein Opfer geworden, habe aber etliche Mitbürger dabei beobachten können, wie sie empört in der Falle gezappelt sind. Bei der "dpd" hingegen bin ich schon wieder Opfer geworden, einem deutschen Paket-Nichtzustell-Dienst. Auch wenn ich hundertprozentig den ganzen Tag an der angegebenen Adresse gewesen bin, bekam ich abends ein Mail, dass ich leider nicht anzutreffen gewesen wäre und dass ich mir daher mein Paket doch in einem rund vier Kilometer entfernten Shop abholen soll. Dort stehen dann rund zehn andere angeblich und leider, leider Nicht-anwesend-Gewesene und müssen fast eine Stunde warten. Und wenn sie endlich an der Reihe sind, werden sie einfach aufgefordert, sich ihr Paket doch einfach selber unter den rund hundert dort chaotisch herumliegenden Paketen zu suchen. Immerhin – und man soll ja auch immer das Positive betonen – hat keiner der anderen Nicht-anwesend-Gewesenen Gefallen an meinem Paket mit einem nicht gerade wertlosen Laptop gehabt und es an sich genommen.
- Apropos Computer: Mindestens ebenso abenteuerlich wird es, wenn man versucht, ein Abo für ein elektronisches Hilfsprogramm zu kündigen, weil dessen Nutzen gar nicht so groß und wichtig gewesen ist, wie man einst geglaubt hatte. Denn auf den Homepages der betreffenden – wie fast immer amerikanischen – Softwarefirma findet man alles, nur keine Kündigungsmöglichkeit. Als man endlich nach langem Suchen irgendwo versteckt eine Mail-Adresse gefunden und angeschrieben hat, bekommt man Antwort – freilich nicht von einem Menschen, sondern von einem elektronischen Agenten, dessen KI auf freundlich und vieles andere programmiert worden ist, nur nicht auf die Entgegennahme einer Kündigung.
- Das ähnelt ganz stark jenen Telefonnummern, wo man von der dortigen vorgespiegelten Intelligenz immer wieder gebeten wird, je nach dem eigenen Begehr jeweils auf eine bestimmte Zifferntaste zu drücken. Es mag ja an meiner Dummheit liegen – aber für mich sind solche Telefonate fast immer der Weg ins telefonische Nirwana. Zwar sind die Melodien, die einem am Weg dorthin in zahllosen Warteschleifen vorgespielt werden, auf eine unglaublich einschläfernde esoterisch-beruhigende Wirkung getrimmt. Nur bei mir tritt die nicht ein, sondern das Gegenteil …
- Völlig chancenlos ist man auch im Kampf gegen die sogenannten Spams, also die Mails von Absendern, die einem irgendetwas verkaufen wollen. Nämlich Dinge, nach denen ich mit absoluter Sicherheit noch nie gesucht habe. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass es in China derzeit eine unglaubliche Überproduktion von elektrischen Fahrrädern geben muss. Deren Erzeuger suchen jedenfalls besonders oft einen Verkäufer in Österreich. Möglicherweise sind das sogar sehr gute Techniker, die diese Fahrräder produzieren. Das kann ich daraus schließen, dass es ihnen immer spielend gelingt, ihre Verkaufsmails durch alle möglichen Spamfilter durchzubringen, mit denen ich mich zu schützen versucht habe.
- Ebenso kreativ und lästig sind jene Mail- oder SMS-Absender, die sich als irgendeine seriöse Institution oder Bank ausgeben, und die mir mitteilen, dass mein Konto oder Abo leider blockiert werden musste, weil irgendetwas damit nicht stimme. Ich brauche aber nur auf einen bestimmten Link zu drücken, dort alles Mögliche bekannt geben und dann werde alles wieder gut. Offenbar muss sich diese betrügerische Bauernfängerei auszahlen. Sonst würden sie (oder ihre KI-Software) es nicht immer wieder versuchen und sich immer wieder neue Tricks ausdenken.
- Unsere Politiker, vor allem jene im EU-Parlament und in der Brüsseler Kommission, geben ständig vor, uns – und noch mehr die Jugendlichen – vor den Gefahren aus dem bösen Internet schützen zu müssen. Nur: Vor den wirklichen täglichen Problemen wie den Spams oder die Betrugsversuche haben sie uns noch nie geschützt, sondern nur vor Mails und Internet-Seiten, in denen politisch unerwünsche Gschichtln erzählt werden, in denen Kritik an der Politik oder gar eine "Delegitimierung des Staates" versucht wird. Und das ist ja wirklich gefährlich. Für die Politik.
- Die von (heimlich als Teil der Sozialversicherungsbeiträge eingehobenen) Zwangsbeiträgen lebende und daher wirklich im Geld schwimmende Arbeiterkammer verlangt, dass gleich mehrere Steuern kräftig erhöht werden, so insbesondere die Körperschaftssteuer von 23 auf bis zu 32 Prozent. Zwei Dinge sagt sie dabei aber nie dazu: Erstens wie viele Unternehmen bei Einführung solcher Steuersätze Abschied aus Österreich nehmen werden. Und zweitens, dass sie selbst trotz übergroßer Einnahmen keinen Cent Körperschaftssteuer zahlt. Daran wird sich auch nichts ändern, solange ein Arbeiterkämmerer Finanzminister ist.
- Die Österreicher arbeiten pro Kopf eindeutig weniger Stunden als andere Nationen. Nicht nur die Arbeiter-, sondern auch die Wirtschaftskammer und die von beiden bezahlten Propagandainstitutionen, vulgo "Think Tanks", veröffentlichen ständig den immer gleichen "Lösungs"-Vorschlag dazu: Sie verlangen immer noch mehr und immer noch länger geöffnete Kindergärten und Horte. Dann würden die vielen derzeit nur auf Teilzeit-Basis oder gar nicht arbeitenden Frauen mit Begeisterung wieder vermehrt in die Fabriken und Büros strömen. Und wenn sie nicht wollen, dann wollen die Kämmerer offenbar Gewalt anwenden. Denn in Wahrheit sind 62 Prozent der Frauen deshalb in Teilzeit tätig, weil sie das einfach so wollen, weil der Mann genug verdient, weil sie lieber studieren oder aus ähnlichen Gründen. Mit anderen Worten: Nur 37,9 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen sind mit der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen beschäftigt. Und selbst bei denen ist es alles andere als sicher, dass sie massenweise die Kinder möglichst früh in Kindergärten oder die Alten in Pflegeheime abschieben werden. Denn vielen von ihnen ist die menschliche Aufgabe wichtiger als zusätzliches Geld. Mit anderen Worten: Auch noch so viele Milliarden für Kindergärten werden Büros und Fabriken nicht füllen. Das würde nur – wie in immer mehr Ländern Europas – erstens bei Erhöhung des Pensionsantrittsalters und zweites bei Einführung der Flat Tax gelingen, also eines einheitlichen Steuerprozentsatzes, egal ob man viel oder weniger verdient. Dann würden deutlich weniger Menschen als heute sagen: Es zahlt sich ja gar nicht aus, länger zu arbeiten, weil man dann für jede zusätzliche Stunde prozentuell immer weniger des Lohnes oder Einkommens behalten darf.
- Eine Möglichkeit, was Menschen früher sinnvoll mit ihrer, wenn auch damals noch etwas knapperen Freizeit machen haben können, wird ihnen jetzt freilich kräftig vergällt. Im Kunsthistorischen Museum werden jetzt die Texte unter den Bildern politisch korrekt im Sinne des linksradikalen Postkolonialismus umgefärbt. Das wird hoffentlich Herrn Babler als oberstem Kulturchef des Landes gefallen – zumindest, wenn man ihm verrät, wo er denn dieses Museum finden kann.
- Apropos KHM: Da ist jetzt schon wieder ein Chef unter Beschuss, weil er "Mobbing" betrieben hätte. Wie kann er nur! Hat er vielleicht gar gewagt, Kritik an weiblichen Mitarbeitern zu üben? Da ist dann Mobbing gleich schlimm wie Belästigung …
- Zu schlechter Letzt ein Blick auf den Wohnungsmarkt, wo die Regierung wieder einmal die zwingenden Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen Maßnahmen ignoriert hat. Ergebnis: Es werden immer weniger Wohnungen gebaut. Die "Agenda Austria" hat das in einer Graphik über die Entwicklung der bewilligten Nutzflächen in Wohngebäuden unter die Überschrift gestellt: "Baugenehmigungen im freien Fall". Und selbst das ist fast noch euphemistisch formuliert. Denn 2025 sind nicht einmal halb so viel Wohnflächen zu bauen begonnen worden wie 2021! Aber wen wundert es, wenn Vermieter von der Politik – konkret: von der SPÖ mit stillschweigender Zustimmung der anderen beiden Koalitionspartner – täglich als blutsaugende Ausbeuter hingestellt werden, wenn man Mieten nicht einmal mehr an die Inflation anpassen darf. Da steckt doch niemand mehr privates Geld in den Bau neuer Wohnungen. Gibt es doch zahllose andere Möglichkeiten – meist außerhalb Österreichs –, wo man sinnvoller investieren kann.










