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Gastkommentare

Geschichte, Gegenwart und Zukunft

21. Januar 2026 19:50 | Autor: Helmut Wöber
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Die Ereignisse des letzten Jahres, besonders die Bestrebungen des Möchtegernkaisers Donald I sowie des Zaren Putin und des derzeitigen Kaisers von China, verleiten dazu, geschichtliche Betrachtungen und Vergleiche anzustellen, die vielleicht eine Vorahnung der Zukunft unserer Welt ergeben. Auch wenn man weder Geschichtsprofessor noch Politologe ist, aber eine gute Mittel- und Hochschulausbildung genossen hat, auf allen fünf Kontinenten und Grönland gearbeitet hat und ein gewisses Alter erreicht hat, kann man nicht umhin, sich Gedanken zu machen.

Die Geschichte der Zivilisationen und der Machtblöcke auf dieser Erde zeigt einen periodisch stattfindenden Wandel. Siehe die Reiche von Ägypten, Mesopotamien, das Reich Alexander des Großen, das Römische Reich, Das Heilige Reich Deutscher Nation – unter Karl V. ein Reich, in dem die Sonne nie unterging –, die Reiche von Tamerlan und Kublai Khan, das Osmanische Reich, das Reich der russischen Zaren, die Kolonialreiche von England, Frankreich, Spanien und Portugal, die wenn auch kurzfristige Allianz der Alliierten des 2. Weltkrieges. Letztere schlug in eine Teilung der Machtblöcke in Ost und West um, führte zur Formation der NATO und des Ostblockes unter der Führung der Sowjetunion, zu deren Zusammenbruch und der derzeitigen Konstellation von Machtblöcken.

Diese Konstellation scheint unter den Machinationen von Donald I zu zerbrechen. Vielleicht dauert sein Einfluss nur noch drei Jahre, aber seine Mitregenten und potentiellen Nachfolger zeigen ähnliche Bestrebungen, beruhend auf der Macht des derzeit mächtigsten Militärapparates der Welt.

Es sieht so aus, als ob die Geschichte (oder wer oder was auch immer) mit einem Rubik-Würfel spielte, wobei immer wechselnde Farb-(Macht-)Kombinationen an die Oberfläche kommen.

Die Drohung, sich Kanada und Grönland wenn notwendig auch mit Gewalt einzuverleiben, die Hegemonieansprüche in den Amerikas, die Intervention in Venezuela und die Anzeichen, eine direkte militärische Intervention selbst in Iran in Betracht zu ziehen, erscheinen irrsinnig, sind aber nicht weniger gefährlich für die derzeitig noch bestehende Konstellation der Kräfte, denn von einer Ordnung kann man wohl kaum sprechen.

Damit wird man dazu verleitet, Betrachtungen dazu anzustellen, wie es weitergeht und zu welcher Konstellation der Mächte es kommen könnte. China und dessen wachsender Einfluss in Afrika, die Annäherung des indischen Subkontinentes an China und Russland werden wahrscheinlich noch eine Zeit weiterbestehen.

Was aber wird aus Europa und seiner Zivilisation? Kann Europa unter Beibehaltung seiner demokratischen Staatsformen weiter bestehen oder wird es sich auch einer anderen Konstellation anschließen, um überhaupt weiter zu bestehen? Nun hat Europa ja auch mit England und Frankreich zwei nicht unbedeutende Länder mit Atomwaffen. Können diese weiterhin der Abschreckung eines weltvernichtenden Konfliktes dienen? Können sie damit auch der Erhaltung seiner eigenen Existenz und Ganzheit dienen?

Eine hypothetische Konstellation, beruhend auf gemeinsamen Interessen und der Abwehr von Donald I wie auch der Ambitionen von Zar Putin, könnte vielleicht unter gewissen Voraussetzungen zustande kommen:

  1. Europa, bzw. die EU und "Gemeinschaft der Willigen” verhandelt mit Russland ein Abkommen, das den Erhalt der Ukraine in ihrer ursprünglichen Ausdehnung und deren Anschluss an die EU beinhaltet.
  2. Im Gegenzug verhandelt Europa mit Russland ein Nichtangriffs- und Friedensabkommen, welches wirtschaftliche Zusammenarbeit und Handelsabkommen miteinschließt.
  3. Kanada schließt sich aus Eigeninteresse dieser Konstellation und den Abkommen an.
  4. Ein Koexistenz- und Friedensabkommen inklusive der Definition von Interessenssphären mit China und möglicherweise Indien.

Damit würde ein cirkumpolarer Gürtel von Ländern geschaffen werden, der von Kanada über Grönland, Europa und Russland reicht, und dessen natürliche Ressourcen und Industriepotential diesen autark vom Rest der Welt macht.

Sicherlich ein Phantasieprojekt, dessen Verwirklichung unter anderem die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Regierungsformen voraussetzt, sowie die Einsicht von Hunderten von Millionen Einwohnern.

Aber wer hätte gedacht, dass sich so viele utopische Voraussagen von Aldous Huxley (Schöne Neue Welt) und George Orwell (1984), in deren Fall allerdings leider, verwirklichen würden?

Auf der anderen Seite ist die Not die Mutter der Erfindungen. Träumen ist aber noch erlaubt …

  

DI Helmut Wöber ist Diplom-Bergbauingenieur, lebt in einem Vorort von Vancouver, Kanada, und war beruflich auf allen fünf Kontinenten und Grönland tätig, unter anderen auch auf dem Gebiet Uranexploration und Uranbergbau.

 

 

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