Der Tanz auf dem Vulkan drucken

Lesezeit: 6:30

Die Beschlüsse der Brüsseler EURO-Chaostruppe vom 21. Juli 2011 liegen nun auf dem Tisch.

Wer nicht haushalten kann und überschuldet ist, bekommt noch mehr Geld. Wem das Zahlen nicht möglich ist, der braucht erst in 30 Jahren ans Rückzahlen zu denken, wenn die Kapitalien durch die Inflation entwertet sind. Vereinbarte Zinsen werden ermäßigt oder auf Jahrzehnte gestundet.

Banken, die sich verspekuliert haben, bekommen neues Kapital vom „Stabilitätsfonds“ der EU. Wenn der Steuersäckel zu viele Löcher hat, wird er aus der unerschöpflichen EU-Quelle vorsorglich gespeist. Der Markt wird außer Kraft gesetzt. Geld entsteht aus dem Nichts. Die Chaoten lassen heute die Puppen tanzen. „Nach uns die Sintflut“ ist ihre Devise.  

Der Teufel in Person des Hedgefondsmanagers amüsiert sich königlich über Sarkozy, Merkel, Juncker und die Adabeis in der Chaostruppe. So zu lügen wie die, traut sich nicht einmal er. „Private“ an der Griechenlandrettung beteiligen? Na sicher, am Profit! Unser Hedgefondsteufel hat am 19. Juli noch schnell Bankaktien gekauft und nach zwei bis drei Tagen verkauft – mit 10-15 Prozent Gewinn. Der Wert der Banken ist dank der Beschlüsse  gleich um einige Milliarden Euro gestiegen.

Jetzt garantiert die EU den Banken auch noch ihre aufgekauften Anleihen überschuldeter Staaten zu 100 Prozent. Die Cleveren der Finanzbranche haben schnell vor dem Gipfel griechische Anleihen zu Diskontpreisen gekauft, die sie ein paar Tage später ebenfalls mit 15 Prozent Gewinn abgestoßen haben. Jetzt kommen die Banker und ihre Hedgefondsteufelchen in den Steueroasen mit dem Geldzählen kaum noch nach. 

Die EU hat ihnen zu einer Gewinnmaschine verholfen, einer Art Perpetuum mobile. Banken kaufen gutverzinsliche Staatsanleihen, die sie bei der EZB als Collateral hinterlegen, um flüssige Mittel zu niedrigeren Zinsen zu bekommen, die sie wieder zum Kauf von höherverzinslichen Staatsanleihen verwenden, die sie als Collateral bei der EZB hinterlegen, um flüssige Mittel zu niedrigeren Zinsen zu  bekommen … usw. Wunderbare Geldvermehrung im Kreislauf, risikofrei. Was will man mehr als Banker? Kommerzielle Kreditvergaben an noch so aussichtsreiche Unternehmungen samt mühevollen Kreditprüfungen kann man sich ersparen. 

„Der EURO ist stabil“, „wir sorgen für Stabilität“, behauptet unsere Chaostruppe und sorgt für die Bocksprünge auf den Finanzmärkten. Jedes Mal, wenn sie sich trifft, verursacht sie Schockwellen, welche die Spekulanten ausnützen. Jetzt ist sie dabei, einen „Stabilitätsmechanismus“ (ESM) einzurichten, der auf Dauer, genauso wie sein befristeter Vorgänger (EGSF), Instabilität hervorbringt. Vor jedem Beschluss herrscht das große Zittern.

„Was wir da machen, kostet den Steuerzahler nicht einen Cent“. Stimmt, es kostet ihn nur seinen Wohlstand und seine Zukunft sowie die seiner Kinder und Kindeskinder. Entweder wird kaputtgespart oder kaputtinflationiert. Geschehen wird wohl beides. 

Die Ersparnisse auf dem Sparbuch werden jeden Tag weniger wert. Die „kalte Enteignung“ braucht keine Steuern, das Aufblasen des Geldvolumens genügt. Die Kaufkraft von Löhnen und Sozialleistungen schmilzt, die Mieten steigen, die prekären Lebensverhältnisse nehmen zu. Die Preise der Güter des täglichen Bedarfs steigen rapid. Mit sieben Prozent liegt ihr Index doppelt so hoch wie der für die ganze EU ausgewiesene Verbraucherpreisindex. Für Mehl zahlen wir 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Semmel wird zum Luxus (+ 30 Prozent). Das Heizen unserer Wohnung wird zum Problem (+ 17 Prozent), Ausfahrten mit unserem Auto unterlassen wir besser (Diesel + 36 Prozent) 

Die EURO-Währung „währt“ nicht mehr. Als Weichwährung macht sie dem Dollar Konkurrenz, der jetzt abzustürzen droht. Der Goldpreis ist seit Einführung des EURO um zehn Prozent p.a. gestiegen. Gegen den Schweizer Franken hat der EURO 30 Prozent verloren, dabei wurde die Schweiz von der Finanzkrise noch schwerer gebeutelt als der EURO-Raum. Für die Importe an Energie, Rohstoffen und Nahrungsmitteln müssen wir jetzt um 30 Prozent mehr zahlen als die Schweiz. Nicht erfreulich für ein Importland, wie wir es sind.

Die Staatsquote am Bruttosozialprodukt nimmt kontinuierlich zu, die Leistungen des Staates werden immer weniger, er „lagert sie aus“. Statt dass der Staat sie bezahlt, müssen wir unser Portemonnaie öffnen auf Kosten unseres Lebenstandards. Trotzdem steigt das Budgetdefizit in – noch vor wenigen Jahren, da der eine oder andere Tag noch „gut begann“ – unvorstellbare Höhen. In Wahrheit sind wir pleite. Wir sind ein Schuldner, der sich bei bester Bonität nur noch über Wasser hält, indem er noch mehr Schulden macht.

Früher oder später führt das zum Crash. Der Gang ins Casino hat leider auch nichts genützt: Die Cross Border Leasing-Geschäfte, die Veranlagungen in „strukturierte Produkte“, die „Swaps“, sie gingen fast alle in die Hose. Bund, Länder, Gemeinden, ÖBB, Donaukraftwerke haben große Teile des Vermögens der Bürger verspielt, Pensions- und Wohnbauförderungsfonds Milliarden und Abermilliarden verloren. Und damit wiederum ein Stück Zukunft und Rücklagen für schlechtere Zeiten.

Und jetzt also noch die verrückten Beschlüsse von Brüssel. Von ihnen sagt nun selbst der Präsident der Deutschen Bundesbank – Schönredner Novotny, schreib es dir hinter die Ohren! – dass sie „die Grundlagen der auf fiskalischer Eigenverantwortung beruhenden Währungsunion schwächen. Indem umfangreiche zusätzliche Risiken auf die Hilfe leistenden Länder und deren Steuerzahler verlagert werden, hat der Euro-Raum einen großen Schritt hin zu einer Vergemeinschaftung von Risiken im Falle unsolider Staatsfinanzen und gesamtwirtschaftlicher Fehlentwicklungen gemacht. Künftig wird es noch schwieriger, die Anreize für solide Finanzpolitik aufrechtzuerhalten”.

Jetzt geht es mit Riesenschritten auf die Fiskal-, Schulden-, Haftungs- und Transferunion mit EU-Wirtschaftsregierung  und schließlich politische Union zu, die niemand wollte. Hilfsteufelchen   Claude Juncker leistete ganze Arbeit: "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“. Und wenn es Geschrei gibt, „müssen wir halt lügen“.

Bürger und Parlamente werden nicht mehr gefragt. „Ist auch nicht nötig“, sagt unser Bundeskanzler im Duo mit der Finanzministerin. Gesetz und Recht zählen nicht, die Verfassung wird außer Kraft gesetzt, der Lisssabon-Vertrag mit „Ratsbeschluss“ grundlegend verändert, die „No-Bailout“-Klausel einfach aufgehoben, der einst als „Katastrophenhilfe“ eingerichtete „Stabilitätsfonds“ (EFSF/ESM) zum Geldesel-Streck-dich aufgemöbelt. Ein ganz eindeutiger Rechtsbruch. Doch Klagen sind nutzlos, längst wurde unsere Justiz in lebensentscheidenden Fragen „zur Hure der Politik“. 

Was also tun? FPÖ und BZÖ sind bei Ausweitung der Griechenlandhilfe und den weiteren Haftungsübernahmen machtlos, die einfache Mehrheit  der Österreichischen Verräter-Parteien (ÖVP/SPÖ) genügt vorerst, doch wenn es nach Faymann und seiner Finanzministerin geht, kommt das nicht einmal ins Parlament. Der Dauerrettungsschirm ESM – der letzte Atemzug vor dem Tod des österreichischen Souveräns – bedarf der Verfassungsmehrheit. Trotz Opposition von FPÖ und BZÖ wird sie erreicht, denn die Grünen, so ließ Herr Kogler durchblicken (Der Standard, 23./24. Juli, S. 11) werden nach den bereits gesetzten „Schritten in die Richtige Richtung“ zustimmen. Sie waren billig zu haben. 

In Scribes „Tanz auf dem Vulkan“ genügten ein paar Couplets, um vor dem Schafott zu retten und den König zu stürzen. Wir dürfen das aufgestaute Missfallen durch Eintrag in Andreas Unterbergs Tagebuch ablassen  – „das Ventil der Machtlosen.“ Stürzen wird das niemanden.

Friedrich Romig 

Der Autor lehrte Politische Ökonomie in Wien, Graz und Aachen. Sein jüngstes Buch „Der Sinn der Geschichte“ erschien im Juni 2011 im Regin-Verlag, Kiel.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    27. Juli 2011 23:45

    Unsere Festplatten werden sich an diejenige erinnern - lückenlos - die uns den Weg in den Abgrund gewiesen haben. Den Rest wird man in künftigen Geschichtsbüchern nachlesen können. Je nach Ausgang, in der entsprechenden Intonierung.

  2. Ausgezeichneter KommentatorJohann Scheiber
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 12:44

    Ich denke, Friedrich Romig's neuestes Buch, "Der Sinn der Geschichte" ist eine Plichtlektüre für jeden der informiert sein will!

    http://www.amazon.de/Sinn-Geschichte-Friedrich-Romig/dp/3941247328/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1311849729&sr=1-1

  3. Ausgezeichneter KommentatorProConsul
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 08:29

    Danke für diesen Gastbeitrag.

    Leider scheinen wir gegen diese Entwicklung machtlos zu sein; ob das Wählen von Blau/Orange ausreicht, mag bezweifelt werden. Zumindest versuchen kann man es.

  4. Ausgezeichneter Kommentatoralfons adam Partner Homepage
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 09:58

    Leider ist alles logisch nachvollziehbar und stimmig, was Friedrich Romig schreibt. Es ist schwindelerregend. Aber können wir wirklich nichts tun außer auf die große Katastrophe warten? Ich glaube, daß wir ein neues Gesellschaftsmodell anbieten sollten, welches die wichtigste menschliche Institution umkrempelt, nämlich die Familie. Das wäre den Menschen relativ leicht verständlich zu machen und hätte ungeahnte Auswirkungen auf alle Lebensbereiche.

  5. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 13:11

    Also bei diesem profunden Beitrag kann ich mich wirklich nicht sinnvoll einbringen:
    da fehlt Hintergrundwissen und Übersicht.

    Eines verstehe ich wirklich nicht (heutige Frühnachrichten):

    da sind - neben den Hauptgläubigern China und Japan) etliche hochverschuldete Euro-Länder (GB, Irland u.a.) Milliarden-Gläubiger der ebenfalls hochverschuldeten USA ! Wie geht das eigentlich?

    Andererseits wird den USA zugetraut, die prekäre Situation ohne allzugroße Winkelzüge und Probleme durchstehen zu können.

    Eines muss uns jedoch inzwischen klar sein: China, Indien (!), Japan und die asiatischen Tigerstaaten sind die einzig anscheinend wirklich reichen Länder dieser Welt: die werden mittel- und langfristig die westliche Hemisphäre wirtschaftlich und politisch wohl in den Sack stecken!!
    Und das ganz ohne Waffen und Krieg, nur mit der Macht des dort vorhandenen Geldes!

    Weit haben wir's gebracht, wir Abendlandler!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  6. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 16:55

    Die Demokratie gibt es nicht mehr, schon gar nicht in der EU.

    Es gibt noch Reste davon in der Schweiz.

    'Tanz auf dem Vulkan', Ihr Titel trifft wohl sehr zu. Er bebt bereits der Vulkan und bald kommt die Asche und äschert Europa ein, ein paar verbrannte Euros werden dann noch herumliegen.

    Schon in den 1980-er jahren konnte man das Fiasko absehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=q7HsEzGyQ7c

    ... und Demokratie wird es auch so schnell nicht mehr geben in Europa ...
    ... und keiner war's ...

  7. Ausgezeichneter Kommentatorlibertus
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    28. Juli 2011 00:31

    Herrn Romigs realistische Ausführungen auf den Punkt gebracht: die EU hat "die Büchse der Pandora" geöffnet und die Hoffnung hat kaum noch Chancen.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorTertullian
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    29. Juli 2011 12:32

    Die Griechenlandrettung koste nur 7 EURO?
    Sie Griechen müssen bis 2020 ihre 300 Mias € für fällige Anleihen
    zahlen. Europa hat 500 Mill Umweltverschmutzer.
    Und jetzt die Rechnung:
    300 Mia / 500 Mill = 600 € pro Kopf. Das auf 9 Jahre = 66 €/Kopfjahr =
    5,5 € pro Kopfmonat.
    Das ist verkraftbar, insbesondere wenn man bedenkt, dass der
    Österreicher allein für ÖBB, Bundestheater, Asfinag
    und sonstige Horrorstellen mehr als 1ooo € PRO Jahr laufend zu zahlen
    hat! Also ab in den Konkurs mit den Griechen,
    irgend eine Quote wird die nötigen € 5,5 (bei 30% Quote auf bloß 3,85 €/
    pro Monat) schon senken.
    DAS VERKRAFTEN WIR LEICHTER ALS DEN GRIECHEN das 3.4.5. usw.
    Rettungspaket zu schnüren. Und ernten noch Undank dafür,
    die Griechen sind ja ein stolzes Volk! Die sind ja böse auf uns wegen
    der Auflagen und des Wunsches unser Geld wieder
    zurückzukriegen. Also nochmals: ab mit den Hellenen in den
    Staatsbankrott. Billiger geht es für uns nicht.

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  1. Macco (kein Partner)
  2. Karcy (kein Partner)
    18. Februar 2015 21:47

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    20. Januar 2015 01:45

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  12. Tertullian (kein Partner)
    29. Juli 2011 12:32

    Die Griechenlandrettung koste nur 7 EURO?
    Sie Griechen müssen bis 2020 ihre 300 Mias € für fällige Anleihen
    zahlen. Europa hat 500 Mill Umweltverschmutzer.
    Und jetzt die Rechnung:
    300 Mia / 500 Mill = 600 € pro Kopf. Das auf 9 Jahre = 66 €/Kopfjahr =
    5,5 € pro Kopfmonat.
    Das ist verkraftbar, insbesondere wenn man bedenkt, dass der
    Österreicher allein für ÖBB, Bundestheater, Asfinag
    und sonstige Horrorstellen mehr als 1ooo € PRO Jahr laufend zu zahlen
    hat! Also ab in den Konkurs mit den Griechen,
    irgend eine Quote wird die nötigen € 5,5 (bei 30% Quote auf bloß 3,85 €/
    pro Monat) schon senken.
    DAS VERKRAFTEN WIR LEICHTER ALS DEN GRIECHEN das 3.4.5. usw.
    Rettungspaket zu schnüren. Und ernten noch Undank dafür,
    die Griechen sind ja ein stolzes Volk! Die sind ja böse auf uns wegen
    der Auflagen und des Wunsches unser Geld wieder
    zurückzukriegen. Also nochmals: ab mit den Hellenen in den
    Staatsbankrott. Billiger geht es für uns nicht.

  13. Komma
    29. Juli 2011 10:58

    Den vielen, überaus treffenden Kommentaren ist nichts hinzuzufügen. Aber es lohnt sich, zwei namhafte Stimmen „vom Fach“ herunterzuladen. Dann wird die ganze Katastrophe der Brüssel-Beschlüsse sichtbar und die Schönrednerei von Faymann, Fekter, Nowotny samt ORF-Runden noch besser als Lug und Trug durchschaut.

    Prof. Kerber (Finanzwissenschaft TU Berlin): Brüsseler Sturm hat Grundfesten der EU verändert. Weder Deutschland noch der EURO sind gerettet. Die nationalen Interessen Deutschlands wurden verraten, die Selbstaufgabe wurde in Brüssel vollzogen (Anm. Und das gilt 1:1 auch für Österreich - ohne das Volk, wie Faymann versprach - zu fragen! Wie nennt man einen Wortbrüchigen? Ein Schwein?) (http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13512761/Deutsche-Politik-feiert-Selbstaufgabe-als-Erfolg.html )

    Prof. Sinn, Deutsches „Wifo“ München: Staatschulden werden vergemeinschaftet, die Stabilität wird gefährdet. Banken erzielen Wertsteigerungen. Austritt Griechenlands wäre das kleinere Übel und absolut keine Katastrophe. Was jetzt beschlossen sei, " bedeutet zehn Jahre Siechtum und Massenarbeitslosigkeit, wenn nicht Schlimmeres. Und die Banken sind so oder so pleite, wie es auch der griechische Staat schon ist." (http://www.welt.de/wirtschaft/article13505159/Ein-Austritt-Griechenlands-waere-das-kleinere-Uebel.html )

  14. Josef Maierhofer
    28. Juli 2011 16:55

    Die Demokratie gibt es nicht mehr, schon gar nicht in der EU.

    Es gibt noch Reste davon in der Schweiz.

    'Tanz auf dem Vulkan', Ihr Titel trifft wohl sehr zu. Er bebt bereits der Vulkan und bald kommt die Asche und äschert Europa ein, ein paar verbrannte Euros werden dann noch herumliegen.

    Schon in den 1980-er jahren konnte man das Fiasko absehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=q7HsEzGyQ7c

    ... und Demokratie wird es auch so schnell nicht mehr geben in Europa ...
    ... und keiner war's ...

  15. Wertkonservativer
    28. Juli 2011 13:11

    Also bei diesem profunden Beitrag kann ich mich wirklich nicht sinnvoll einbringen:
    da fehlt Hintergrundwissen und Übersicht.

    Eines verstehe ich wirklich nicht (heutige Frühnachrichten):

    da sind - neben den Hauptgläubigern China und Japan) etliche hochverschuldete Euro-Länder (GB, Irland u.a.) Milliarden-Gläubiger der ebenfalls hochverschuldeten USA ! Wie geht das eigentlich?

    Andererseits wird den USA zugetraut, die prekäre Situation ohne allzugroße Winkelzüge und Probleme durchstehen zu können.

    Eines muss uns jedoch inzwischen klar sein: China, Indien (!), Japan und die asiatischen Tigerstaaten sind die einzig anscheinend wirklich reichen Länder dieser Welt: die werden mittel- und langfristig die westliche Hemisphäre wirtschaftlich und politisch wohl in den Sack stecken!!
    Und das ganz ohne Waffen und Krieg, nur mit der Macht des dort vorhandenen Geldes!

    Weit haben wir's gebracht, wir Abendlandler!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • ProConsul
      28. Juli 2011 21:37

      Liechtenstein ist auch noch ein reiches Land. Ein paar Inseln werden also noch übrig bleiben, wohin man sich flüchten kann...nur muss man teilweise schon Jahre vorher beginnen sich eine Brücke dorthin zu bauen.

  16. Johann Scheiber
    28. Juli 2011 12:44

    Ich denke, Friedrich Romig's neuestes Buch, "Der Sinn der Geschichte" ist eine Plichtlektüre für jeden der informiert sein will!

    http://www.amazon.de/Sinn-Geschichte-Friedrich-Romig/dp/3941247328/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1311849729&sr=1-1

    • Komma
      28. Juli 2011 16:49

      Das 19, Kapitel hat es in sich: "Europa ohne Gott" Alle läuft auf den "Ordo novus seaculorum ab chao" hinaus. Libertus hat recht: Mit den EURO-Bescvhlüssen wurde die "Büchse der Pandora" geöffnet.

    • ProConsul
      28. Juli 2011 22:11

      Der Verdienst Romigs ist nicht bloß, schlüssig darzulegen, wie wir auf dem Weg zu einer One-World-Government also einer Weltregierung sind - das haben viele andere vorher auch schon erkannt -, sondern, dass er begriffen hat, dass diese einen religiösen Ursprung hat. Sie ist letztlich mitsamt der Globalisierung die Erfüllung vieler Prophezeiungen.

      Dr. Friedrich Romig kann man getrost einen Propheten unserer Zeit nennen. Natürlich wird sein Buch nur von Leuten mit religiöser Erziehung/Bildung verstanden werden, allen anderen bleibt der Sinn der Geschichte verborgen, auch jenen "die immer lernen und die doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen können." (2 Timotheus 3,7)

      Hier eine Kostprobe:

      "Obwohl im Verfassungsvertrag das heimliche Endziel der EU, die Herausbildung eines einheitlichen und zentralen 'Bundesstaates' offengelassen wurde, sind die Völker der EU längst auf dem Wege ihre Rechte auf Existenz, auf Fortführung ihrer religiösen, kulturellen, ethischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Traditionen im eigenstaatlichen Rahmen einzubüßen und zu verlieren. Im 'Grand design' ihrer Konstrukteure stellt die EU eine Etappe auf dem Weg zu einem 'Weltstaat' dar, der heute bereist durch das amerikanisch-israelische Imperium repräsentiert wird und für die Judaisierung der Welt sorgt [...] Unter den Schalmeientönen von Humanität, Menschenrechten, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Gewaltlosigkeit, Frieden, Toleranz, Demokratie, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Nicht-Diskriminierung, Achtung von Frauen, Marktwirtschaft, freier Handel, Rechtsstaatlichkeit und Beschränkung der Staatsmacht werden heute völkerrechtswidrige Aggressionskriege vom Zaun gebrochen und jene civitas diaboli errichtet, deren apokalyptische Züge sich nach den Erfahrungen des Holocausts und der atomaren Vernichtung von Hiroshima und Nagasaki immer deutlicher abzeichnen." (Friedrich Romig, Der Sinn der Geschichte, S.217)

    • november (kein Partner)
      29. Juli 2011 10:22

      Toll, also nicht die Islamisierung, sondern die "Judaisierung" ist die größte Geißel der heutigen Zeit. Das nenne ich weltoffen und liberal. /sarcoff.

    • ProConsul
      29. Juli 2011 11:41

      liebe november

      eine 'Islamisierung' stellt im theologisch-philosophischen Sinn keine ernsthafte Gefahr, da deren Lehre mE nicht die Tiefe und deren Anhänger nicht das intellektuelle Niveau der Juden besitzen. Was wir jetzt erleben, ist nur ein grobschlächtiger, verzweifelter Versuch der 'Umma' sich gegen das System (Globalisierung/Judaisierung) zu wehren, ein Versuch der zum Scheitern verurteilt ist, auch wenn er bedrohlich wirkt.

    • Komma
      29. Juli 2011 16:17

      @November

      Darf angenommen werden, dass Sie mit Ihrer Anmerkung auf die Rezension des Buches „Der Sinn der Geschichte“ durch Herrn Canisus Höfter in www.kreuz.net/article.13393.html anspielen? Sie ist dort unter dem Titel „Nicht die Islamisierung – die Judaisierung ist das Problem. Die Neuaufrollung der Judenfrage bestimmt das Geschichtsbild des 21.Jahrhunderts.“ Die Tatsache, dass wir heute in einem „jüdischen Zeitalter“ (Jewish Age) leben, wird heute von informierter und maßgeblicher jüdischer wie christlicher Seite kaum noch bestritten. Aber vielleicht können Sie uns zu besserer Einsicht verhelfen?

    • ProConsul
      29. Juli 2011 20:51

      ad Komma
      ich gaube, da überschätzen Sie "November" etwas:-)

    • november (kein Partner)
      30. Juli 2011 12:12

      @"ProConsul"

      Sie sind Sie ein bisschen von sich eingenommen? Es würde Ihnen, wie einigen anderen hier, jedenfalls nicht schaden, einmal von Ihrem hohen Ross herunterzusteigen, liebe "ProConsul". :-D

  17. alfons adam
    28. Juli 2011 09:58

    Leider ist alles logisch nachvollziehbar und stimmig, was Friedrich Romig schreibt. Es ist schwindelerregend. Aber können wir wirklich nichts tun außer auf die große Katastrophe warten? Ich glaube, daß wir ein neues Gesellschaftsmodell anbieten sollten, welches die wichtigste menschliche Institution umkrempelt, nämlich die Familie. Das wäre den Menschen relativ leicht verständlich zu machen und hätte ungeahnte Auswirkungen auf alle Lebensbereiche.

  18. ProConsul
    28. Juli 2011 08:29

    Danke für diesen Gastbeitrag.

    Leider scheinen wir gegen diese Entwicklung machtlos zu sein; ob das Wählen von Blau/Orange ausreicht, mag bezweifelt werden. Zumindest versuchen kann man es.

    • Wertkonservativer
      28. Juli 2011 13:00

      Was, lieber ProConsul, sollte sich nach allfälligem Wählen von Blau/Orange schon ändern?
      Abgesehen davon, dass gerade diese Beiden von Wirtschaften und Finanz wirklich Null Ahnung haben (Orange vielleicht etwas mehr), wäre es wohl vermessen, unseren Austro-Politgrößen rundum auch nur einen minimalen Einfluss auf die Weltwirtschaftspolitik zuzubilligen.

      Was erwartet man sich hier eigentlich wirklich von einer erhofften Stärkung dieser beiden rechten Parteien in Richtung Wirtschaft- und Finanzpolitik?
      Da fehlt - bei weitgehend inferiorer Personalausstattung - doch jegliche Wirtschaftskompetenz! Manche der blau/orangen Thesen sind regelrecht wirtschaftsfeindlich (EU-Austritt, Rückkehr zum Austro-Dollar u.a.): Anwandlungen dieser Art würden uns in ein tiefes Loch stürzen lassen (da ist die Griechenhilfe ein Klacks dagegen!).
      Also, von diesen rechten Knaben können Sie sich wahrlich keine Wunder erwarten!

      Grüße!

      (mail to: gerhard@michler.at)

    • logiker2
      04. August 2011 09:15

      @Wertkonservativer,
      ihre besonnene und zurückhaltende Art ist lieb und nett, nur ändern kann man damit garantiert nichts. Ihre Beschreibung der "Rechten" trifft nähmlich genausogut auf die "Linken", wenn nicht ärger, zu. Daher, wenn schon nichts Besseres, so doch ein Zeichen des Prodestes bzw. wenn Sie so wollen eine Notwehrhandlung aller Wutbürger über die verkommene herrschende Politklasse. Schlechter kann es bestimmt nicht werden.

  19. libertus
    28. Juli 2011 00:31

    Herrn Romigs realistische Ausführungen auf den Punkt gebracht: die EU hat "die Büchse der Pandora" geöffnet und die Hoffnung hat kaum noch Chancen.

    • Karl Rinnhofer
      28. Juli 2011 08:37

      @Libertus
      "...die Büchse der Pandora geöffnet": Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht
      (************)

  20. Helmut Oswald
    27. Juli 2011 23:45

    Unsere Festplatten werden sich an diejenige erinnern - lückenlos - die uns den Weg in den Abgrund gewiesen haben. Den Rest wird man in künftigen Geschichtsbüchern nachlesen können. Je nach Ausgang, in der entsprechenden Intonierung.

    • contra
      28. Juli 2011 11:20

      Das System wird zuschlagen und einen Weg finden, die Festplattenerinnerungen gnadenlos zu löschen, wenn die Stunde gekommen ist!





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