
Seit Herbst 2009 läuft das Internet-Tagebuch nun: mit großem Zuspruch und unentgeltlich. Inzwischen arbeitet schon ein halbes Dutzend technischer, administrativer
und redaktioneller Helfer mit (auch wenn alle Texte aus meiner Feder stammen). Auf der bisherigen wirtschaftlichen Basis kann das Angebot nicht fortgesetzt werden.
Die Frage nach der Zukunft ist unvermeidbar geworden.
Fußnote 77: Kunst sein Dank
Endlich hat Wien seine Arschbar.
Parteien ohne Geschichte haben keine Zukunft
Jede Gemeinschaft braucht emotionale Wurzeln, braucht ein gemeinsames Verständnis ihrer Geschichte, braucht personalisierte Ikonen, will sie langfristig überleben. Eine Partei braucht das erst recht. Was die SPÖ weiß. Was die ÖVP nicht weiß.
Fußnote 76: Der will auch noch Geld haben!
Die Debatte um den Vertrag von Franz Pinkl ist grotesk.
Eine Wahl und viel Ärger
Die Wirtschaftskammer ließ ihre Mitglieder wählen – und schlug dabei heftig über die Stränge: Selbst Unternehmer, die eigentlich die Mehrheitsfraktion wählen wollten – oder es dennoch taten – haben sich grün und blau geärgert über den Druck, der bei einer an sich freien Wahl auf sie ausgeübt worden ist. Sie wurden mit Telefonanrufen bombardiert, Wahlkarten wurden von politischen Mitarbeitern persönlichen abgeholt, ein ausgeklügeltes Schleppersystem kontrollierte, ob man eh bei der Wahl war.
Mediennennungen: ÖVP knapp voran
Die SPÖ ist erwacht und liefert nun – im Gegensatz zum Jänner – der knapp führenden ÖVP ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das zeigt die Bilanz von Mediainsight für den Monat Februar.
Fußnote 75: Echtes Geld für unechte Väter
Neue Tricks beim Sozialbetrug in Deutschland.
Mehr Steuern, weniger Geld
Die Republik sucht verzweifelt Einnahmequellen. Aber wo sie auch immer hinblickt, muss sie zur Erkenntnis kommen: Praktisch jede Form der Steuererhöhung führt am Ende des Tages zu einem noch größeren Loch im Staatssäckel. Das zeigte sich schon bei allen möglichen Formen einer Bankensteuer und das wird in diesen Stunden rund um die Mineralölsteuer wieder einmal besonders evident.
Fußnote 74: Zitat zum Tag
Wie man halt im Wiener Rathaus so redet.
Wien, eine Stadt wird hässlich
Einige Wochenendspaziergänge rückten – trotz der schönen Frühlingsvorboten – dem Tagebuchschreiber die ganze Explosion an Hässlichkeit ins Bewusstsein, die in den letzten Jahren in Wien passiert ist. Von der Verwahrlosung des Leopoldsbergs über die Verschandelung des Kahlenbergs, die riesigen Neubauten in den Neustifter Einfamilienhaus-Gebieten, die völlig unkoordiniert quer durch die Stadt aus dem Boden wachsenden Hochhäuser – bis zu den extrem hässlichen Dachbodenausbauten, die Hunderte historische Bauten Wiens mit protzigen zwei- bis dreistöckigen modernistischen Aufbauten beladen haben.
Pfui, schon wieder ein Mann
Skandal: Schon wieder wurde eine Frau bei einer Rektorswahl diskriminiert. Dieser Meinung ist jedenfalls eine ominöse Bundes-Gleichbehandlungskommission. Wie man dem “Standard” (wem sonst?) entnehmen kann.
Hurra, die Richter sind wieder da
Willkommen zurück im Dreiviertel-Job: Österreichs Richter haben (bis auf wenige löbliche Ausnahmen) eine Woche lang nicht verhandelt und loben nun diese Woche im Eigenurteil als sinnvoll. Nun, auch wir wollen hoffen, dass die Schneelage gut war und die Quartiere außerhalb der Energieferien preisgünstig. Und wir sind natürlich alle überzeugt, dass die Richter, wie sie uns nun weismachen, diese Woche sinnvoll genutzt haben, um Rückstände abzubauen, ob in einem Skiort oder bisweilen auch an ihrem Arbeitsplatz im Gerichtsgebäude. Wo sie ja im Unterschied zu anderen Lohnabhängigen keine Anwesenheitspflicht haben.
Handeln versus Zuwarten
Den Banken geht es schlecht. Aber sie versuchen zumindest, etwas zur Stabilisierung zu tun, wie die vergangene Woche gezeigt hat. Was sich auch Bundes- und Landesregierungen zum Vorbild machen sollten. Die Politik hingegen kennt Sanierungsmaßnahmen immer nur in der Zukunft.
Fußnote 73: Aktionismus im Parlament
Ein kleiner aber feiner Unterschied zwischen Wien und Berlin.
Lehrstunde über Koalition und Bankenwelt
Vom Vorschlag Werner Faymanns ist inzwischen nicht mehr viel übrig: Der SPÖ-Chef wollte in Österreich eine Bankensteuer quer über die Bilanzsumme aller Banken einführen. Nunmehr soll es auf Wunsch des ÖVP-Chefs aber offenbar nur noch um als risikoreich eingestufte Bankgeschäfte gehen, wofür im Gegenzug die Kreditsteuer abgeschafft werden soll.
Die Kultur, der Filz und unser Geld
Bei den Salzburger Osterfestspielen tobt ein Skandal: Der technische Leiter hat bei jedem Auftrag persönlich für die eigene Kassa mitgeschnitten. Die Geschäfte dieser Osterfestspiele aber hat niemand anderer als der jeweilige Landeshauptmann geführt, ob männlich oder weiblich. Wieder ein grausliches Stück Filz.

