Ein Angriff auf direkte Demokratie und Redefreiheit drucken

Lesezeit: 1:30

Ich habe mir die Rede des deutschen Autors und Strafverteidigers Ferdinand von Schirach angehört, die er bei den inzwischen beendeten Salzburger Festspielen gehalten hat. Zweieinhalb Mal.

Von Schirach findet es bedenklich, dass jedermann über die sozialen Medien seine Meinung sagen kann. An den folgenden Satz von Voltaire kann er dabei nicht gedacht haben: "Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht, welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben. Dieses Vorrecht kommt uns von Grund auf zu; und es wäre abscheulich, dass jene, bei denen die Souveränität liegt, ihre Meinung nicht schriftlich sagen dürften."

Als nächstes spricht er besorgt über die direkte Demokratie. Diese Besorgnis kommt noch öfters. Die Schweiz als Land mit der höchstentwickelten Demokratie der Welt müsste demnach ein Hort für das Dunkle, das Falsche und das Furchtbare sein.

Um seine Argumentation zu untermauern erzählt von Schirach, die Geschichte des Bürgers Calas und den Anteil von Voltaire darin. Trotz dreimaligem Anhören hat sich mir nicht entschlüsselt, was darin gegen die direkte Demokratie spräche.

Von Schirach findet es bedenklich, dass Facebook-Nutzer sich bei Facebook-Freunden über die Tagespolitik informieren. Was ist dagegen zu sagen? Dürfen nur bestimmte Leute informieren?

Einer Meinung bin ich mit von Schirach über die Wertschätzung der Verfassung. Aber was nützt die beste Verfassung, wenn die Politiker sich nicht daran halten. Siehe das Brechen der Maastricht-Verträge oder das Brechen des Dublin-Abkommens. Diese Rechtsbrüche hat nicht das Volk begangen, es waren die Politiker.

Ich finde es schlecht, wenn im Zuge der Salzburger Festspiele Menschen die Gelegenheit geboten wird, ihre intoleranten Meinungen zu verbreiten. Noch viel schlimmer finde ich es, wenn der Steuerzahler ein Honorar dafür zahlen muss.

P.S. Oder sollte das Ganze ein Scherz gewesen sein, und nur ich bin darauf reingefallen?

Angela Ritzengruber war jangjährige Angestellte und ist jetzt Pensionistin

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  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. September 2017 17:04

    Das klingt nach einem klaren und offenen Bekenntis zum Faschismus.

  2. Ausgezeichneter KommentatorRomana
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. September 2017 09:01

    Wieso holt man für die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele einen Deutschen ein, der nur Insidern bekannt ist und der die Gelegenheit nützt, seine fragwürdigen politischen Standpunkte (gegen die Meinungsfreiheit) von sich zu geben, und den man dafür auch nicht zu knapp aus Steuergeldern bezahlen muss? Zu diesem Anlass hätte er über die Kunstsprechen sollen, die heute eine große Krise erlebt und daher einer Stellungnahme wert gewesen wäre, oder gar nicht.

  3. Ausgezeichneter Kommentatorwienerhans
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. September 2017 02:01

    nicht zu begreifen ist, wieso veranstalter auf solche scharlatane reinfallen - oder ist es nicht vielleicht absicht, deren "wissen" im volk zu verbreiten ?!

  4. Ausgezeichneter Kommentatorglockenblumen
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    09. September 2017 08:28

    "Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben einsetzen, daß du es sagen darfst"
    (Evelyn Beatrice Hall)

    Davon ist die abgehobene selbsternannte "Elite" Europas Lichtjahre entfernt!

  5. Ausgezeichneter KommentatorTorres
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    08. September 2017 11:56

    Sollte sich Ferdinand von Schirach seine Auffassungen von Rede- und Meinungsfreiheit sowie direkter Demokratie vielleicht von seinem Großvater (Baldur von Schirach) abgeschaut haben?

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorZraxl
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. September 2017 17:04

    Das klingt nach einem klaren und offenen Bekenntis zum Faschismus.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorwienerhans
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    08. September 2017 02:01

    nicht zu begreifen ist, wieso veranstalter auf solche scharlatane reinfallen - oder ist es nicht vielleicht absicht, deren "wissen" im volk zu verbreiten ?!

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  1. glockenblumen
    09. September 2017 08:28

    "Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben einsetzen, daß du es sagen darfst"
    (Evelyn Beatrice Hall)

    Davon ist die abgehobene selbsternannte "Elite" Europas Lichtjahre entfernt!

  2. Zraxl (kein Partner)
    08. September 2017 17:04

    Das klingt nach einem klaren und offenen Bekenntis zum Faschismus.

  3. Torres (kein Partner)
    08. September 2017 11:56

    Sollte sich Ferdinand von Schirach seine Auffassungen von Rede- und Meinungsfreiheit sowie direkter Demokratie vielleicht von seinem Großvater (Baldur von Schirach) abgeschaut haben?

  4. Romana
    08. September 2017 09:01

    Wieso holt man für die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele einen Deutschen ein, der nur Insidern bekannt ist und der die Gelegenheit nützt, seine fragwürdigen politischen Standpunkte (gegen die Meinungsfreiheit) von sich zu geben, und den man dafür auch nicht zu knapp aus Steuergeldern bezahlen muss? Zu diesem Anlass hätte er über die Kunstsprechen sollen, die heute eine große Krise erlebt und daher einer Stellungnahme wert gewesen wäre, oder gar nicht.

  5. wienerhans (kein Partner)
    08. September 2017 02:01

    nicht zu begreifen ist, wieso veranstalter auf solche scharlatane reinfallen - oder ist es nicht vielleicht absicht, deren "wissen" im volk zu verbreiten ?!





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