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So wird das Gesundheitssystem nur noch kränker drucken

Lesezeit: 7:00

Im Grund war es völlig klar: Wenn zwei SPÖ-Minister bei einem linken britischen Institut (das also aus einem Land mit einem maroden total verstaatlichten Gesundheitssystem kommt) ein Gutachten eines Autors mit griechischem Namen zum österreichischen Gesundheitswesen bestellen, dann wird die Sache teuer. Nicht nur für die Erstellung von mehr als 1000 Seiten, sondern auch für die Zukunft des Gesundheitswesens und der Steuerzahler.

Denn die Studie bringt außer Weihrauch für das existierende System fast nur Vorschläge, die letztlich noch teuer werden. Auf alle echten Maßnahmen, die etwas bringen würden, verzichten Studie und die beiden dafür verantwortlichen SPÖ-Politiker weiterhin. Ja, sie diskutieren nicht einmal darüber.

Einzig die Reduktion der Zahl der Krankenversicherungen würde zwar ein wenig Einsparungen bringen, aber lange nicht so viel, wie in der politischen Propaganda (übrigens auch von FPÖ und ÖVP) behauptet wird.

Das, was so nett "Harmonisierung" der Leistungen der einzelnen Krankenkassen heißt, was von fast allen Politikern gerne angesprochen wird, macht in der österreichischen Realität das System nicht billiger, sondern teurer. Denn es bedeutet praktisch immer eine Harmonisierung nach oben. Bei jeder einzelnen Leistung wird Maßstab am jeweils spendabelsten Institut genommen, dem sich die anderen anpassen werden. Eine andere Entwicklung – also eine Leistungs-Reduktion bei einzelnen Instituten auf das billigere Niveau anderer – ist angesichts parteipolitisch und sozialpartnerschaftlich gelenkter Institute nicht vorstellbar.

Was aber würde wirklich etwas bringen – ohne Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen zu haben? Die wichtigsten Punkte:

  1. Das, was im Vergleich zur Einsparung einiger Direktoren- und Backoffice-Posten durch Zusammenlegungen viel mehr bringen würde, sind das üppige Dienstrecht und die großzügigen Pensionsregelungen für die Sozialversicherungs-Angestellten (von denen aber gar nicht wenige auf parteipolitischem Weg zu ihrem Job gekommen sind …). Die sollten auf das normale Angestellten-Niveau reduziert werden.
  2. Nicht angesprochen wird auch die skandalöse Einstellung politiknaher Bereiche zu teuren Gesundheitsleistungen. Wie etwa die weit häufigere Inanspruchnahme von Kuren durch Beamte. Wie etwa das immer wieder berichtete Verhalten von Betriebsräten im öffentlichen Bereich: "Herr Kollege, warum waren Sie heuer noch nicht im Krankenstand? Das ist doch unkollegial."
  3. Die in der Studie angesprochenen Einsparungsmöglichkeiten durch Reduktion der Spitalsaufenthalte – und Verschiebung vieler Behandlungen in den Bereich der Arzt-Ordinationen – würde an sich natürlich etwas bringen. Nur haben sich im Lauf der Jahre die Krankenversicherungen diese Möglichkeit selbst kaputt gemacht, indem sie durch schlechte Honorierung die meisten Mediziner davon abgebracht haben, eine Kassenordination aufzumachen. Die Jungärzte streben daher heute fast alle entweder ins besser bezahlende (vor allem deutsche) Ausland oder wollen Spitalsärzte mit geregeltem Gehalt und Arbeitszeiten werden (ganz auf Linie der heute so modischen Work-Life-Balance, also des Wunsches, nicht mehr so viel zu arbeiten wie die Väter). Das heißt: Es müsste zuerst sehr viel Geld in die Hand genommen werden, um trotz des wachsenden Mangels vielleicht wieder mehr Ärzte dazu bewegen zu können, Kassenordinationen aufzumachen, bevor es im Spitalsbereich eine Einsparung gibt.
  4. Der Versuch einer Verschiebung von Patienten aus dem in Österreich intensiv überbenutzten und teuren Spitalsbereich hinaus wird überdies solange scheitern, solange die Geldströme im Gesundheitssystem bei Institutionen landen, die ständig einer anderen Seite die Kosten zuschieben wollen. Dabei kommen alle dabei verschobenen Gelder ja ohnedies aus den Taschen des Steuerzahlers (beziehungsweise aus den ständig wachsenden Schulden, welche die Politik auf unsere Kinder lädt). 
    1. Hier die Sozialversicherungen, von denen die Kassenärzte abhängig sind: fest in der Hand von Gewerkschaften und Kammern.
    2. Dort die Spitäler: in den Händen vor allem der Länder, mit Nebenrollen für Gemeinden, Bund, einige Universitäten und einige private, vor allem kirchliche Träger.

Dieser strukturelle Grundfehler des österreichischen System lässt sich aber nur durch verfassungsrechtliche Änderungen beseitigen. Über eine solche wird jedoch nicht einmal ernsthaft diskutiert. Denn jeder der genannten Akteure verteidigt sein Imperium mit Zähnen und Klauen, weshalb weder SPÖ noch ÖVP irgendwelche ernsthafte Ansätze zeigen, sich aus deren Geiselhaft zu befreien.

  1. Natürlich würde auch die Reduktion der Zahlen von Asylanten und der in Österreich auch ohne Asyl Gratis-"Schutz" konsumierenden Drittweltmenschen viel bringen, die derzeit alle Ambulanzen vor allem in Wien zum Platzen bringen. Aber natürlich wird so etwas von linken Politikern nicht angesprochen.
  2. Alle Versuche, die ständig steil steigenden Kosten des Gesundheitsbereiches in den Griff zu bekommen, oder gar zu Einsparungen zu kommen, werden vor allem deshalb blamabel scheitern, solange der Allerwichtigste nicht entscheidend ins Spiel kommt, der derzeit bei allen Überlegungen ja nicht einmal erwähnt wird. Das ist der Patient beziehungsweise der potenzielle Patient und sein Verhalten.
    1. Wie weckt man sein Eigeninteresse am gesunden Leben (Bewegung, Gewicht, Ernährung usw.)?
    2. Wie weckt man sein Eigeninteresse, im Gesundheitsbereich erkennbar Überflüssiges zu reduzieren (Mehrfachdiagnosen, widersprüchliche Therapien), was er derzeit apathisch über sich ergehen lässt?
    3. Wie weckt man sein Eigeninteresse daran, den effizientesten Weg zur Behandlung von Krankheitssymptomen zu suchen (zwischen Spital, Ambulatorium, Kassenarzt, Wahlarzt)?
  3. Der Patient muss umgekehrt auch sehr konkrete und durchsetzbare Schadenersatzansprüche bekommen, damit das System mehr Interesse bekommt, die auffallende Häufung folgender Vorfälle zu vermeiden (die Bekannten von mir allein im letzten Jahr passiert sind):
    1. Dass Patienten, die mit unklaren und bedrohlichen Symptomen ins AKH gebracht worden sind, dort erst nach zehn Stunden einen Arzt zu Gesicht bekommen.
    2. Dass in mehreren anderen Spitälern Patienten tagelang auf Gangbetten liegen müssen.
    3. Dass Patienten im AKH wochenlang in einer falschen Abteilung liegen, wo man eingestandenermaßen keine Ahnung von ihren Leiden hat (Konkret: Dass sie auf einer HNO-Station liegen, aber eigentlich in die Neurologie gehören, was alle wissen, was aber nicht stattfindet).
  4. Von der Politik über die Medien bis zur Wirtschaft richtet sich alles nach dem Verhalten der Wähler, der Leser, der Konsumenten. Nur im Gesundheitssystem – und ganz besonders in allen sozialistischen Überlegungen dazu – wird er als willenloses Stück Fleisch ohne jede Entscheidungs- und Verhaltensautonomie gesehen. Dabei ist völlig klar: Das Interesse der Menschen wird weit besser als durch Propaganda durch zwei konkrete Strategien geweckt, welche in allen anderen Bereichen menschlicher Aktivität auch gut funktionieren, welche aber von den Sozialisten in fast allen Parteien abgelehnt werden. Diese lehnen nämlich Eigenverantwortung prinzipiell ab. Sie fürchten vielleicht gar nicht ganz zu Unrecht, dass Eigenverantwortung nach Jahrzehnten des real existierenden Sozialismus unpopulär und ungewohnt geworden ist.
  5. Der erste Weg zu mehr Eigenverantwortung ist Wettbewerb zwischen den einzelnen Krankenversicherungen und Kassen. Nur wenn es diesen Wettbewerb gibt, wird bei den Kassen Effizienz, Bemühen um Sparsamkeit UND um den Kunden einkehren. Wettbewerb heißt, dass der Kunde die Versicherung wechseln kann, sobald sie ihm zu teuer ist oder sobald er mit den Leistungen unzufrieden ist. Natürlich fürchten Kassen, Sozialpartner und Politiker ein solches System wie die Pest, weil es ihre Macht dramatisch reduzieren würde. Und die Politik fürchtet das erst recht. Ein solcher Wechsel von der Pflichtversicherung zur Versicherungspflicht wird von ihnen immer mit zwei Argumenten bekämpft, die aber beide nicht halten:
    1. Die Krankenversicherungen würden dann zu viel Geld in Werbung stecken. Das ließe sich aber gesetzlich leicht unterbinden – würde man einen diesbezüglichen Paragraphen etwas weniger zahnlos machen als jenen, der die Wahlkampfkosten limitiert.
    2. "Schlechte" Risiken – also vor allem schwierige Patienten und solche mit teuren Dauerleiden – würden keine Versicherung finden. Das ließe sich mit einem Modell wie bei der Autohaftpflicht-Versicherung leicht lösen, wo schlechte Risiken (also Unfallfahrer) reihum genommen werden müssen.
  6. Der zweite Weg zu mehr Eigenverantwortung (der durchaus zugleich mit dem ersten realisiert werden kann) ist ein System von Selbstbehalten. Wenn jeder Patient einen kleinen Teil jeder Diagnose und Behandlung mitzahlen müsste, würde er sich mit Sicherheit bewusster und effizienter verhalten, dann würde er mehr bei allen oben angesprochen Fragen mitdenken. Die Selbstbehalte müssten natürlich mit einem kleinen Prozentsatz des Jahreseinkommens gedeckelt sein, um nicht chronisch kranke Patienten zu strafen. Sonst aber dürfte es keine Ausnahmen geben (etwa für Mindestsicherungsbezieher).

Ja, und wenn manche Menschen trotzdem weiterhin ungesund leben, wenn sie weiterhin das System missbrauchen wollen? Dann müssten sie auch in einem höheren Ausmaß selbst die Konsequenzen des höheren Risikos tragen. Das ist ja auch im sonstigen Leben so: Wer riskant Auto fährt, wer Extremsportarten betreibt, wer betrunken Motorboot fährt, wer sein Haus in hochwassergefährdeten Zonen baut, wer raucht, trägt ja auch selber das Risiko eines frühen Todes. Wenn aber der Medizinsozialismus mit Erfolg den Eindruck erwecken kann, dass man auf Kosten der Allgemeinheit auch bei noch so riskanter Lebensweise einfach den Körper nur in der öffentlichen Gratisreparaturwerkstatt abzugeben braucht, um ihn dann auf Kosten der übrigen Bevölkerung wieder gesund zurückzuerhalten, dann muss das System unweigerlich scheitern.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorBob
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 09:17

    Wozu haben wir Politiker wenn man für jedes Problemchen die Meinung eines Experten kaufen muß? Gibt es in Österreich keine gescheiten Köpfe mehr? Die Antwort ist einfach: durch unser verdammtes Proporzsystem gibt es keine neutrale Stellungnahmen mehr. Wir haben eine sündteure Verwaltung, die nicht effizient arbeitet.

  2. Ausgezeichneter KommentatorRomana
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 09:32

    Warum ist der zuständige Minister samt akademisch gebildeten _Sektionschefs und einem Heer von Beamten nicht in der Lage, die Probleme zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten, wie es Herr Dr. Unterberger tut, der kein Fachmann ist? Wieso bestellt man eine 600000 €- teure Studie, deren mehr als 1000 Seiten kaum jemand lesen wird, und kurz zusammengefasst nur das bestehende System gutheißt, statt die eigenen Fachleute damit zu betrauen? Der gleiche Missbrauch von Steuergeld findet statt, wenn von Ministerien und Landesregierungen immer wieder Experten und Berater um teures Geld beauftragt werden. Wozu werden die Leute bezahlt, die in den Ministerien und diversen _Gremien sitzen?

  3. Ausgezeichneter KommentatorIngrid Bittner
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 08:06

    Wenn ich eins nicht verstehe, dann ist es das teure Zukaufen der diversen Studien.
    Wir haben soviele, vermutlich überbezahlte Beamte, sind die dazu nicht in der Lage, festzustellen, was passt und was nicht?

  4. Ausgezeichneter Kommentatorkritikos
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 01:01

    Verehrter Dr. Unterberger, die Liste ist gewaltig und rigoros, aber eindeutig utopisch. Ich glaube auch nicht, dass die meisten Punkte wirklich eine deutliche Einsparung oder Verbesserung bringen würden, nicht bei uns in Bagdad. Der Punkt 9. und besonders der Punkt 10. wären wirkliche Einsparungs-und Verbesserungsschritte - aber .... auch die sind Utopie. Keine Partei wird es wagen, hier Einschnitte zu machen, schon gar nicht Verfassungsgesetze einzubringen. Wie es weitergeht? Weiter wurschteln!

  5. Ausgezeichneter KommentatorBrigitte Imb
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 17:30

    Zu all dem Kram möchte ich mich gar nicht weiter äußern, als daß mein Mann in gehobener Position der Kammer in 15 Jahren aufreibender Tätigkeit (zum eigenen finanziellen Nachteil) völlig umsonst gekämpft hat. Man kann "Purzelbäume" schlagen soviel man will, ist es der Politik nicht genehm wird NICHTS umgesetzt. Es kann gar nichts so sinnvoll sein, als daß es die Politik auch nur andenken würde, falls es nicht in ihren begrenzten Parteihorizont paßt.

    Angst habe ich jedoch vor der medizinischen Versorgung der Zukunft. Der niedergelassene Bereich wird zerstört um ein staatlich kontrolliertes System zu etablieren. Persönlich werde ich es mir im extramuralen Bereich schon noch richten können, im Spital jedoch sehe ich schwarz, dort herrscht auch schon unter Medizinern der linke Geist.

  6. Ausgezeichneter Kommentatorteifl eini!
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 08:13

    Von allen aufgeführten Vorschlägen sind die Punkte 8, 9 und 10 die allerwichtigsten. Man könnte es sogar auf die Formel "Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung" beschränken: mehr braucht es nicht.

    Ähnliches gilt übrigens für unser Bildungssystem: Autonomie der Schulen, Eigenverantwortung und Wahlfreiheit.

    Mehr Zentralismus dagegen macht alles nur noch schlimmer (wie in der EU übrigens ...).

    Gesundheits- und Schulsystem werden sich von innen heraus nicht mehr reformieren. Solange man an den bestehenden Grundstrukturen festhält, bleibt jede Reform Flickwerk. Wenn man ein totes Pferd reitet, soll man absteigen ...

  7. Ausgezeichneter KommentatorClaudius
    3x Ausgezeichneter Kommentar
    26. August 2017 09:07

    Apropos Selbstbehalte, damit der Faktor der Eigenverantwortung in das Gesundheitssystem eingeführt wird:

    Sozialminister Alois Stöger (der früher einmal Gesundheitsminister war) ist für die Abschaffung aller Selbstbehalte.

    Nach dem Motto:
    "Selbstbehalte im Gesundheitssystem soll es grundsätzlich überhaupt nicht geben." - dafür tritt Stöger immer wieder vehement ein.

    Im Kurier war es vor wenigen Tagen:

    https://www.pressreader.com/austria/kurier/20170825/281539406083894

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  1. Laokoon (kein Partner)
    30. August 2017 18:47

    In der franz. Revolution, sie habe sich zwar nicht daran gehalten, aber neben der Brüderlichkeit haben sie auch Trennung von Justiz, Exekutive und Legislative gefordert.

    Das ist das Problem in unseren Gesundheitssystem. Vom Reinigunspersonal, Pflegepersonal (Krankenpfleger), Ärzte, Primarii, Direktor (Ärztlicher Leiter) des Spitals, Stadtrat/in bis Bürgermeister ist alles in einer Hand.

    Wie sollen sie da eine Misstand abstellen. Am besten zum Bürgermeister aber zu dem wird man nicht vorgelassen. Da bleibt nur die Presse oder die DREI-KLASSENMEDIZIN. Man nimmt eigenes Geld in die Hand, sucht sich die Experten und entgeht so der fahrlässigen Tötung!

    MfG: Dr. Peter NIERLICH

  2. aw70_ohne_abo (kein Partner)
    28. August 2017 10:17

    Was das österreichische System angeht, kann ich dem Blog-Autor nur zustimmen. Eine Bemerkung hätte er sich aber besser sparen sollen: nämlich die, dass das Gesundheitssystem in Großbritannien am Ende ist. Das zu schreiben, zeugt von mangelnder Beschäftigung mit dem Thema, und der sturen Wiedergabe von Stereotypen - und ist es nicht genau das, das Sie immer wieder ihren linken Kollegen (zu Recht!) vorwerfen?

    Natürlich ist das NHS nicht in allen Belangen optimal. Aber verglichen mit dem österreichischen Gesundheitswesen ist es geradezu verblüffend gut organisiert: vor allem hat es genau die Art von Rückkopplungs-Schleifen im System, die eine gewisse dauernde Optimierung ermöglichen. (forts.)

    • aw79_ohne_abo (kein Partner)
      28. August 2017 10:18

      So wird zB landesweit erhoben, was für einen Gewinn an Lebensqualität (Mobilität, selbstbestimmtes Leben, Schmerzfreiheit) bestimmte Operationen eigentlich bringen. Patienten werden im Anschluß an ihre OPs stichprobenartig überprüft, die Ergebnisse veröffentlicht. Basierend auf solchen Fakten wurden zB Hüft-OPs wieder altersmäßig uneingeschränkt freigegeben: denn sie bringen bei ordentlicher Durchführung einen starken Gewinn an Lebensqualität. Manche Arten von Wirbelsäulen-OPs wurden dafür heruntergestuft. (forts.)

    • aw70_ohne_abo (kein Partner)
      28. August 2017 10:19

      Es werden auch laufend die Wartezeiten in Spitalsambulanzen erhoben. Wenn ein Spital die zentralen Zielvorgaben (wenige Minuten für akute Fälle) nicht einhält bzw. einhalten kann, wird gehandelt.

      Ist das NHS perfekt? Nein, natürlich nicht. Es gibt auch Engpässe. Aber den österreichischen Flohzirkus auf Bundesländer-Ebene mit dem landesweit einheitlich organisierten und einigermaßen funktionstüchtigen NHS zu vergleichen, zeugt ziemlich von Ahnungslosigkeit.

  3. Brigitte Imb
    26. August 2017 17:30

    Zu all dem Kram möchte ich mich gar nicht weiter äußern, als daß mein Mann in gehobener Position der Kammer in 15 Jahren aufreibender Tätigkeit (zum eigenen finanziellen Nachteil) völlig umsonst gekämpft hat. Man kann "Purzelbäume" schlagen soviel man will, ist es der Politik nicht genehm wird NICHTS umgesetzt. Es kann gar nichts so sinnvoll sein, als daß es die Politik auch nur andenken würde, falls es nicht in ihren begrenzten Parteihorizont paßt.

    Angst habe ich jedoch vor der medizinischen Versorgung der Zukunft. Der niedergelassene Bereich wird zerstört um ein staatlich kontrolliertes System zu etablieren. Persönlich werde ich es mir im extramuralen Bereich schon noch richten können, im Spital jedoch sehe ich schwarz, dort herrscht auch schon unter Medizinern der linke Geist.

  4. El Dorado
    26. August 2017 16:33

    Die strukturellen Korrekturen die A. Unterberger anführt (Dienstrecht, Reduzierung Spitalaufenthalte, etc.) sind zweifellos notwendig. Was mich jedoch stört, ist der Umstand, dass es niemand der Mühe wert findet, jene Geldvernichtung im täglichen Betrieb der öffentlichen Krankenhäuser aufzuzeigen, die nicht unmittelbare Folge von Gesetzen und Rechtsgrundlagen sind:
    - Verwaltungswahnsinn, sie könnten österreichweit Massen von Verwaltungspersonal nach Hause schicken, ohne dass in den Krankenhäuser irgendetwas (noch) schlechter laufen würde. Die Mehrkosten für zusätzlichen Personalbedarf bei Ärzten und Pflege könnten zu einem beträchtlichen Teil durch eine verschlankte und effiziente Administration gegenfinanziert werden. Das würde ich auch als Patient begrüßen!
    - Massive Fehlinvestitionen: Können Sie sich einen Unternehmer vorstellen, der seine eigenen Millionen in sündteure Anlagen investiert und diese Anlagen nur von morgens bis zum frühen Nachmittag in Betrieb sind? Oder dass die teuersten Bereiche eines Krankenhauses ab Nachmittag nahezu bis zum nächsten Morgen nahezu still stehen? Und das in nahezu jedem öffentlichen Krankenhaus!
    - Führung und Verantwortung: Wohin die Gewerkschaften Unternehmen führen, ist bekannt. Eine andere Unternehmensführung ist in öffentlichen Krankenhäusern jedoch quasi nicht vorhanden! Diejenigen, die das am Papier sein sollten, haben ihren Job meist von der Gewerkschaft oder einer ihr zufällig nahestehenden Partei.
    -Massiv sparen, ohne dass einem Patienten "ein Haar gekrümmt wird"
    Statt Kostenwahrheit und Verantwortung liegt das Gegenteil vor. Um das zu durchschauen, muss man natürlich auch ein Grundverständnis von einem funktionierendem Betrieb und einer effizienten Organisation haben. Journalisten und Steuerzahler glauben naiverweise, dass Einsparungen generell auch den Patienten treffen. Bereits bei den Einsparmöglichkeiten, die vor notwendigen Änderungen von Gesetzen, Strukturen umgesetzt werden müssten und die keinen Einfluss auf die Patientenbehandlung haben, handelt es sich schon um massiven Abbau von Steuerverschwendung!

    Das einzig wirksame Mittel zum Wohle von Patienten und Steuerzahler ist die Privatisierung von Krankenhäusern. Effizient und professionell agierende Gesundheitsunternehmen - welche die gesetzliche Vorgaben erfüllen - anstatt Dinosaurier, die sich von der Realwirtschaft weiter abdriften und die sich aufgrund ihres massiven Interessenfilzes (manche nennen das Korruption) schon längst nicht mehr selbst sanieren können. Oder kennen Sie ein Unternehmen, das von den Kreisen gerettet wurde, die es zum massiven Sanierungsfall gemacht haben?

    • Brigitte Imb
      26. August 2017 17:35

      Zur Auslastung der Krankenhausgeräte sei gesagt, daß dazu auch das entsprechende Personal Schicht tun müßte und die Patienten auf jegliche Nachtruhe verzichten müßten.

      Theoretisch ist der Ansatz gut, aber praktisch sicher nicht kostendeckend und zufriedenstellend durchzuführen.

    • El Dorado
      28. August 2017 08:28

      Werte Frau Imb,
      wenn in sündteuren OP-Sälen täglich bis 20.00 h anstatt bis 15.00 h operiert würde, kämen die von Steuerzahler bezahlten, leerstehenden Millioneninvestitionen schon auf eine deutlich höhere Anlagenauslastung. Ein Verzicht auf Nachtruhe für Patienten ist da eigentlich kein Thema.

      Natürlich würde das bedeuten, dass Anästhesisten, Chirurgen, Pflege nicht generell um die gleiche Zeit mit der Arbeit beginnen/aufhören würden (ein Anästhesist fragte mich völlig entrüstet, ob ich mir als Patient das Risiko einer OP um 15.00 h antun wollte...). Dass relativ viele Chirurgen am Nachmittag in ihrer Privatordination sein "müssen", spielt ebenfalls eine gewisse Rolle.

  5. steinmein
    26. August 2017 16:05

    In der Gewerbl Vers. ist auch der Selbstbehalt eingeführt. Als "Prämie " für gesunden Allgemeinzustand wird der Selbstbehalt auf die Hälfte reduziert !!
    Für mich wäre auch interessant, Freizeitunfälle und Sportschäden durch eine eigene Versicherung abzudecken. Fallbeispiel: Wer intensiv Tennis spielt und Arm- und Schulter-beschwerden hat, kann doch nicht in Invalidenpension gehen? Ein Knochenbruch etwa beim Schifahren wird da voll gedeckt mit KH Aufenthalt und Krankenstand, von einem eventuellen HS-Transport abgesehen.
    Beamte verschreiben sich gerne Kuren , die Beamten VA ist da sehr entgegenkommend.
    Schließlich hackt eine Krähe...

    • Brigitte Imb
      26. August 2017 17:40

      Wie hoch muß der Lebensstandard dieser Personen sein, um sich freiwillig in eine staatliche Kuranstalt zu begeben? Ich fasse diese Tachinierer nicht.

      Mir ist die Reha vor einigen Jahren in Erinnerung, als hätte man mich als Zwölfjährige in ein strenes Internat gesperrt. NIE wieder!!! Und wenn ich 30 000 selbst berappen muß.
      Heute bin ich davon noch traumatisiert. Kein Schmäh.

  6. Franz77
    26. August 2017 15:33

    Wir haben ein Krankheitssystem. Ärzte leben von der Krankheit, warum sollten sie ihre Patienten gesunden wollen? Dann ist das Geschäft dahin. Achja, weil sie so gute Menschen sind? Hoch verschuldet sind sie alle, immer teurere Technik und Geräte, strengste Kontrollen. Umbringen tun sie natürlich auch nicht, dann ist das Geschäft total hinüber, aber möglichst lange krank halten. In China - so hörte ich - wird der Arzt bezahlt wenn der Patient gesund ist.

    • glockenblumen
      26. August 2017 17:18

      *************************************!

    • Brigitte Imb
      27. August 2017 10:54

      @Franzz77,

      Verzeihung, aber das ist Schrott. Ein Arzt der seine Pat. absichtlich krank hält zählt selbst nicht zu den gesunden Leuten und wird kein besonders gutes Geschäft machen.

  7. HDW
    26. August 2017 12:37

    Mein Vater hat eine Kassenpraxis betrieben und ich auch jahrzehntelang. Mmn hat die Republik diverse Syndikate gebildet und verfassungsmäßig abgesichert wie die Nebenregierung der Sozialpartnerschaft der SV, zur legalen Verteilung des Steuergeldes an ihre Angestellten und Mitglieder. Mit Zustimmung der Mehrheit, der Wahlkampf besteht ja auch nur wieder aus Geldforderungen oder deren Absicherungen. Mehr Bürgermitsprache würde wahrscheinlich dasselbe ergeben. Nicht von ungefähr sagt man ja auch 'Verbrechersyndikat'.
    Es ist gelaufen, nur ein finanzieller Zusammenbruch könnte einen Neuanfang bewirken. Könnte! Aber wer will das schon.
    Dürrenmatt wünschte sich in einer bei ihm unerwarteten Alterseinsicht eine "Verschweizerung Europas". Dem kann man grosso modo zustimmen, dann auch indirekt dem schleichenden Souveränitätsverlust Ösistans. Aber leder auch hier, bis jetzt Entwicklung eher in Richtung realexistierenden Sozialismus a la DDR, und wie immer als Zentrale Macht, auch dem Großkapital sehr wilkommen.

  8. Leopold Franz
    26. August 2017 12:07

    Die Struktur mag man nur durch Verfassungsgesetze ändern können (dh, de facto nicht), aber das Dienstrecht ist durch normale Bundesgesetze mit einfacher Mehrheit im Parlament änderbar. Ob das die Schwarzen können?

  9. dssm
    26. August 2017 11:10

    Unser System ist gar nicht so schlecht und ungerecht.
    Denn, wie ich aus leidvoller eigener Erfahrung weiß, sind die meisten Mediziner völlig inkompetent. Kaum ist etwas nicht 08/15 schon beginnen die Fehlbehandlungen. Wer aber selbstständig ist, der hat keine Entgeltfortzahlung, der muss trotz Schmerzen in die Arbeit.
    Da aber einige Ärzte durchaus sehr gut sind, muss man nur genügend abklappern und schon bekommt man die richtige Diagnose und folgende Behandlung.

    Ich zahle zwar in die Sozialversicherung ein, bekomme aber keine brauchbare Gegenleistung. Das ist für alle anderen aber auch so! Daher bekommen jene, welche genügend Geld für das schöne Wort ‚Privatpatient‘ haben, leicht Termine bei den wenigen guten Ärzten.

    Aus dieser Sicht wäre es sehr wünschenswert, wenn die Krankenkasse der Beamten mit der GKK fusioniert würde. Dann wären diese dauerkranken Simulanten endlich aus den Privatarztpraxen draussen.

    • Politicus1
      26. August 2017 12:09

      Entschuldigung, aber den letzten Absatz nehmen Sie doch wohl selbst nicht ernst.
      Welcher Beamte geht um sein eigenes Geld dauernd simulierend in Privatpraxen?

    • dssm
      26. August 2017 13:54

      @Politikus1
      Leider gehen die Beamten eben nicht um ihr eigenes Geld, sondern denen zahlt das ihre Krankenkasse.
      Abgesehen davon, die Beamten haben deutlich mehr Krankenstände als alle anderen Berufsgruppen.

    • Politicus1
      26. August 2017 15:55

      dssm:
      woher haben Sie die Information, dass die Beamtenkassa die Honorare für Priavtärzte bezahlt? Seien Sie doch bitte mit Ihren Fakenews etwas sparsamer.

    • dssm
      26. August 2017 18:51

      @Politicus1
      Zumindest bei uns gibt es genügend Ärzte die zwar keine GKK, SVA (...) haben, aber die KfA gilt.

  10. Josef Maierhofer
    26. August 2017 11:10

    Zäumen wir das Pferd von hinten auf oder der 'Unwohlstand'.

    Diejenigen, die ihr Leben lang Kinder groß gezogen haben, haben so wenig Pension, dass sie Selbstbehalte nicht zahlen können und auch nicht die gesunde Nahrung, denn das billige Glyphosat Giftfutter bekommt man billig. Diejenigen, die die Selbstbehalte zahlen könnten (privilegierte Klientel, etc.), diejenigen sorgen über die Politik dafür, dass sie ihr eigenes Grab, das sie sich durch ihr 'Wohlstands' Leben gesundheitlich geschaufelt haben, dass sie ihre Lebensweise abgesichert bekommen.

    Dafür würde ich Gesundheitspunkte vergeben, für alles, was mit dem Lebensstil zusammenhängt und die regeln den Selbstbehalt. Einst gehörte ich selbst zu dieser Stresssorte, der Körper hat es mir deutlich gezeigt, wo es lang geht.

    Keiner in der Politik ist bereit das mühsam mit den Menschen zu diskutieren, keiner in den Medien tut das. Es gab ganze Völkerschaften, die gesund waren, etwa Amazonas, peruanische Urwälder, wo alles mit Naturmedizin geheilt wird.

    Es ist nur bei den von der amerikanischen Giftmüll Pharmaindustrie beeinflussten und abhängigen 'westlichen Zivilisation' so, dass die Menschen abgehoben haben und verrückt wurden, in Lebensweise und als Folge Gesundheit, in Politik, in eigentlich allem.

    Ein Gesundheitssystem, das nicht mehr den Menschen in den Mittelpunkt stellt, sondern lediglich Ideologie, Selbstbedienung (Dr. Unterberger hat dem dankenswerter weise Rechnung getragen), etc. ist verzichtbar. Bei Selbstbedienung denken wir bloß an die straff gewerkschaftlich durchorganisierte Spitalschwesternzunft, die um 16 Uhr das Abendessen für die Patienten ausgibt, damit sie um 17 Uhr aus dem Haus sind.

    Für mich liegt das Problem an der Institutionalisierung und Selbstbedienung durch Partei und Staat und das zerstört die Gesellschaft und auch das Gesundheitswesen.

    Nehmen wir das andere Ende her, das amerikanische System. Wer Geld hat, bekommt dort sündteure Verfahren, die mit dem Menschen nichts mehr zu tun haben, bloß mit der Gier von Ärzten und Spitälern, natürlich auch bei der Medikamentenauswahl. Wer kein Geld hat darf (trotz Obamacare, das auch dort nicht funktioniert), darf verrecken.

    Zum Vergleich bei uns, wer Geld hat, parteipolitisch wichtig ist, sich also auf Kosten der armen Leute bereichert hat, also Selbstbediener ist, der vertritt natürlich die Zweiklassenmedizin und bevölkert sie auch und das auch auf Steuerzahlers Kosten.

    Also dort blanke Dollars, hier blankes Parteibuch, blanke Selbstbedienung.

    Wie sollen auch die Täter das System, das sie sich selbst schwer bezahlter weise geschaffen haben, für sich, verbessern ?

    Der Ansatz ist richtig, die Menschen aufzuklären, wie es früher die Großmutter getan hat, für gesunden Lebensstil zu werben, etc. dass die medial verblödeten Menschen (Werbung etwa) Menschen wieder erkennen lernen, dass sie es sind, die für ihre Gesundheit verantwortlich sind. Aber der geht bei der Verflechtung der Lobbys und der Politik in die Hose. Darum auch so windige Gutachten um 'sauber' dazustehen.

    Werte Politiker, merkt Euch, nicht Eure windigen Gutachten sprechen Euch von der Verantwortung an der österreichischen Gesundheitsmisere frei, Ihr habt das ja so geschaffen und auf Eure windigen Lügen als 'Wahlversprecher' fallen nur noch die hinein, die Ihr noch medial verblöden könnt.

    Es gibt enorm viele Pharmaskandale, wo man etwa sündteure Medikamente forciert und (fast) Hausmittel (weil billig), unterdrückt.

    Einige linke Forscher sprechen bereits vom ewigen Leben. Der Herrgott wird Euch schon den Weg weisen, hoffentlich auch den Menschen, die ungesund leben und .
    den Politikern, die das alles betreiben.

    Ein Beispiel:
    https://www.youtube.com/watch?v=CzOl9XtfBJU

    Aber das alles betrifft Menschen, die sehr wahrscheinlich der Wohlstandslüge aufgesessen sind.

    Die Gesellschaft ist krank, die Menschen sind krank, die Politik ist krank alle aber werden für die Interessen amerikanischer Geldmacher ausgenutzt. Unsere blinde Politik nennt das 'Wohlstand'.

    Nennen wir es nicht mehr 'Gesundheitssystem' sondern Krankheitssystem für kranke Leute gemacht von kranken (meist) gierigen Leuten.

  11. tampa
    26. August 2017 10:14

    Solange der ÖGP und Kammern im Verfassungsrang alle Register der Parteipolitik
    spielen können wird sich nix ändern lassen!!
    Dem Tüchtigen Vorrang vor Parteilichkeit einräumen
    Wer direkte Verantwortung trägt soll auch besser verdienen dürfen
    Subsidiarität in allen Ebenen
    Transparenz ohne Ausnahmen nach Politikwillkür
    Keine Medizin Unis mit Sozial-Gender-Frauen-Migrations-Quoten!
    Medunis -Niveau heben-Forschung fördern ohne Einflußnahme der Politik-nur die Leistung zählt!!
    Internationalität nach dem Können und nicht nach der politischen Einstellung
    UTOPIA ............

  12. John Baxter Smith
    26. August 2017 09:48

    Die vieldiskutierte Studie zum Download:

    https://broschuerenservice.sozialministerium.at/Home/Download?publicationId=424

    Efficiency Review of Austria's Social Insurance and Healthcare System (August 2017) London School of Economics and Political Science (LSE Health), PDF-Formal 1393 Seiten.

  13. Romana
    26. August 2017 09:32

    Warum ist der zuständige Minister samt akademisch gebildeten _Sektionschefs und einem Heer von Beamten nicht in der Lage, die Probleme zu analysieren und Lösungen zu erarbeiten, wie es Herr Dr. Unterberger tut, der kein Fachmann ist? Wieso bestellt man eine 600000 €- teure Studie, deren mehr als 1000 Seiten kaum jemand lesen wird, und kurz zusammengefasst nur das bestehende System gutheißt, statt die eigenen Fachleute damit zu betrauen? Der gleiche Missbrauch von Steuergeld findet statt, wenn von Ministerien und Landesregierungen immer wieder Experten und Berater um teures Geld beauftragt werden. Wozu werden die Leute bezahlt, die in den Ministerien und diversen _Gremien sitzen?

    • Franz Strasser (kein Partner)
      26. August 2017 11:35

      Romana, würden die Minister und ihre willfährigen akademisch gebildete Gefolgschaft ein Gutachten erstellen, dann gute Nacht Österreich ????????

  14. Bob
    26. August 2017 09:17

    Wozu haben wir Politiker wenn man für jedes Problemchen die Meinung eines Experten kaufen muß? Gibt es in Österreich keine gescheiten Köpfe mehr? Die Antwort ist einfach: durch unser verdammtes Proporzsystem gibt es keine neutrale Stellungnahmen mehr. Wir haben eine sündteure Verwaltung, die nicht effizient arbeitet.

    • AppolloniO (kein Partner)
      28. August 2017 12:04

      1. Man benötigt externe um nachher den Zweiflern die "Expertenmeinubg" um dir
      Ohren zu hauen.
      2. Man macht den Externen (versteckte) Vorgaben, damit nachher das Richtige
      (Gewünschte) herauskommt. Siehe angesprochene Studie letzter Punkt:
      Leistung ein bissel anpassen, alles andere so lassen wie`s ist.
      3. Man hält die "Experten", dazu gehören auch Meinungsforscher, bei Laune und
      die veröffentlichen auch Zwischendurch nichts "Falsches". Die wollen ja neue
      Aufträge.

      Das Drahdiwaberl funktioniert bestens.

  15. Claudius
    26. August 2017 09:07

    Apropos Selbstbehalte, damit der Faktor der Eigenverantwortung in das Gesundheitssystem eingeführt wird:

    Sozialminister Alois Stöger (der früher einmal Gesundheitsminister war) ist für die Abschaffung aller Selbstbehalte.

    Nach dem Motto:
    "Selbstbehalte im Gesundheitssystem soll es grundsätzlich überhaupt nicht geben." - dafür tritt Stöger immer wieder vehement ein.

    Im Kurier war es vor wenigen Tagen:

    https://www.pressreader.com/austria/kurier/20170825/281539406083894

    • Normalsterblicher
      26. August 2017 14:50

      Ja eh - denn mit den Selbstbehalten könnten endlich die letzten noch verbliebenen Skrupel wegfallen. Dann erst kann die Parole völlig ungeniert lauten:

      "Zoat ehhh olles de Vasicherung" - sagen dann alle Erste-Hilfe-Assistenten, Notärzte, Rettungswagen-Fahrer, Apotheker, Fachärzte, Pharma-Unternehmen etc im Chor, und halten beim Vater Staat die Hand für ihren "gerechten Anteil" für Rechnung des Steuerzahlers auf ...

  16. machmuss verschiebnix
    26. August 2017 08:32

    Wenn im Sport jemand einen Fehlstart hinlegt, dann ist er draußen.
    Die Politik (alle zusammen) legen nach JEDER Wahl einen Fehlstart
    hin und stellen sich bei der nächsten Wahl gleich selber wieder auf.
    Obendrein kündigen sie gleich den nächsten Fehlstart an !@?

    Wie nennt man das ? Doch nicht etwa Demokratie !

  17. teifl eini!
    26. August 2017 08:13

    Von allen aufgeführten Vorschlägen sind die Punkte 8, 9 und 10 die allerwichtigsten. Man könnte es sogar auf die Formel "Versicherungspflicht statt Pflichtversicherung" beschränken: mehr braucht es nicht.

    Ähnliches gilt übrigens für unser Bildungssystem: Autonomie der Schulen, Eigenverantwortung und Wahlfreiheit.

    Mehr Zentralismus dagegen macht alles nur noch schlimmer (wie in der EU übrigens ...).

    Gesundheits- und Schulsystem werden sich von innen heraus nicht mehr reformieren. Solange man an den bestehenden Grundstrukturen festhält, bleibt jede Reform Flickwerk. Wenn man ein totes Pferd reitet, soll man absteigen ...

  18. Ingrid Bittner
    26. August 2017 08:06

    Wenn ich eins nicht verstehe, dann ist es das teure Zukaufen der diversen Studien.
    Wir haben soviele, vermutlich überbezahlte Beamte, sind die dazu nicht in der Lage, festzustellen, was passt und was nicht?

    • Cotopaxi
      26. August 2017 09:12

      Ein Teil dieser üppigen Honorare für Dritte fließt über dunkle Kanäle als Parteispende oder als sonstiger Vorteil an die Auftraggeber zurück. ;-)

    • riri
      26. August 2017 11:18

      Lauter Silbersteins, wohin man auch blickt.

  19. kritikos
    26. August 2017 01:01

    Verehrter Dr. Unterberger, die Liste ist gewaltig und rigoros, aber eindeutig utopisch. Ich glaube auch nicht, dass die meisten Punkte wirklich eine deutliche Einsparung oder Verbesserung bringen würden, nicht bei uns in Bagdad. Der Punkt 9. und besonders der Punkt 10. wären wirkliche Einsparungs-und Verbesserungsschritte - aber .... auch die sind Utopie. Keine Partei wird es wagen, hier Einschnitte zu machen, schon gar nicht Verfassungsgesetze einzubringen. Wie es weitergeht? Weiter wurschteln!

    • Freisinn
      26. August 2017 04:22

      Wieso sollte das denn nicht gehen: die BVA (andere Versicherungen?) arbeiten auch mit Selbstbehalten!

    • Nestor 1937
      26. August 2017 09:09

      kririkos,
      die Liste ist n i c h t utopisch, sondern realistisch und rigoros.

      Sie gehört in besonderer Weise dem Sebastian Kurz ans Herz gelegt !!

    • Cotopaxi
      26. August 2017 09:13

      Basti Kurz hat soeben das gleichheitswidrige Frauenpensionsantrittsalter einzementiert.

    • Nestor 1937
      27. August 2017 10:15

      Cotopaxi!
      Es ist Wahlkampf!





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