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Irrweg Forschungsförderung drucken

Lesezeit: 3:00

Österreich und große Teile der EU sacken in globalen Vergleichen und Rankings immer weiter ab. Das ist bei all jenen Studien der Fall, die nicht die Bequemlichkeiten des Lebens, sondern Wirtschaftsdynamik und Innovationsfähigkeit messen (was freilich langfristig auch die Bequemlichkeit bedroht). Wie das Amen im Gebet ertönt daraufhin immer die Forderung: „Mehr Geld für Bildung und Forschung!“. Auch in Alpbach ist gerade von vielen Lobbyisten dieser Ruf ertönt. Dennoch ist er völlig falsch.

Ein näherer Blick zeigt nämlich, dass Österreich in beiden Bereichen ohnedies relativ viel Steuergeld ausgibt. Und ein noch schärferer Blick macht klar, dass bei der Forschungsförderung unglaublich viel falsch läuft. Dass es eigentlich das weitaus Klügste wäre, diese gesamte Förderung durch EU, Bund und Länder einzustellen – und das Geld in Form von Steuerbegünstigungen an Unternehmen zu lenken. Denn diese wissen zehnmal besser als alle Bürokraten, wo Forschen sinnvoll ist.

Nur: Davon redet niemand öffentlich. Aus drei Gründen:

  • Dann könnte sich kein Politiker, keine Kammer mehr eine Feder an den Hut stecken, wenn wieder ein neues Förderungsprogramm lanciert wird.
  • Fast alle Wirtschaftsforscher, die in Studien ständig noch mehr Forschungsgeld fordern, beziehen selbst Forschungsgelder. Sie werden daher nie ihre eigene Nährquelle kritisieren.
  • Auch über diese Wirtschaftsforscher hinaus ist die Lobby, die möglichst viel Staatsgeld unter dem Titel "Forschung" haben will, sehr lautstark. Sie hat sich auch bei den Medien mit Forschungsgeld längst gut eingekauft.

Als „aufgeblähte Bürokratie und sinnlose Geldverschwendung“ hat hingegen vor einigen Jahren der EU-Rechnungshof die EU-Forschungsförderung bezeichnet. Damals hat er errechnet, dass nur 60 Prozent der Gelder bei den Forschungsinstitutionen ankommt. Seither gibt es zwar keine neue Rechnungshofkritik (im EU-Rechnungshof dominiert inzwischen die Überzeugung, dass man EU-Kritikern keine Nahrung mehr geben soll...), aber geändert hat sich absolut nichts.

Die gleiche Kritik ist auch bei der österreichischen Forschungsförderung zutreffend.

Was noch viel schlimmer ist: Firmen und Universitäten, müssen immer mehr Zeit aufwenden, um an Förderungen heranzukommen, gleichgültig ob sie österreichische oder EU-Gelder erhoffen. Dennoch bleiben oft 80 Prozent der Anträge erfolglos.

Und das, was dann wirklich gefördert wird, ist durch oft absurde Moden und Massentrends diktiert (derzeit etwa: Global Warming, E-Mobilität, Genderismus, Start-Ups). Vieles wird nur wegen der Förderung „geforscht“, obwohl es weder eine Chance auf wirtschaftlichen Nutzen noch auf naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinn gibt.

Schockierend ist auch, was der österreichische Rechnungshof in diesem Frühjahr errechnet hat – ohne dass da irgendwo der fällige Aufschrei „Schluss damit!“ gefolgt wäre. Nicht weniger als 24 öffentlich-rechtliche Forschungsförderungsinstitutionen sind in diesem Land tätig. Sie haben 136 verschiedene Programme zu administrieren. In Ministerien und Landesregierungen sind 216 Organisationseinheiten damit befasst. Das schafft insgesamt 811 Vollzeit-Jobs.

Wohlgemerkt nur bei den Förderern nur in Österreich ohne EU. Dazu kommt noch ein Vielfaches von Jobs bei den Antragstellern, die sich durch diesen Dschungel durchkämpfen, die Anträge, Berichte und (wenn erfolgreich) Abrechnungen schreiben, die die von der EU verlangten internationalen „Netzwerke“ knüpfen.

So notwendig Forschung an sich ist, so absurd ist, was da die Politik daraus gemacht hat.

Ich schreibe in jeder Nummer der Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung „Börsen-Kurier“ die Kolumne „Unterbergers Wochenschau“.

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  1. Ausgezeichneter Kommentatorexp(i*pi)+1=0
    16x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 04:32

    Zur Tagebuchnotiz „Irrweg Forschungsförderung“:
    Über Forschung und Entwicklung (F&E) wird viel geredet aber hauptsächlich von Managern und Politikern, die selbst nie in diesem Bereich tätig waren. In meinem Berufsleben konnte ich immer wieder gut ausgebildete TU Absolventen beobachten, die kurz nach dem Eintritt in das Berufsleben in die Entwicklungsabteilungen einer internationalen Firma kamen. Nach kurzer Zeit konnte man unterscheiden, wer nicht nur von der Ausbildung her, sondern auch von seinen persönlichen Talenten her, für F&E wirklich geeignet ist. In F&E braucht man nämlich nicht nur gute Ausbildung, sondern auch Talent, vergleichbar einem fähigen Musiker.
    Bei den neu eingetretenen TU-Absolventen war deshalb nach kurzer Zeit fast immer eine Aufspaltung in zwei Gruppen zu beobachten. Die Einen begannen sich nach wenigen Jahren in F&E sozusagen zu langweilen, in ihrer zukünftigen Karriere eingeschränkt zu fühlen und „höhere Weihen“ im Management anzustreben. Die wirklich talentierten Köpfe hingegen „verliebten“ sich in ihr Fach und waren in Gefahr eventuell langfristig als „Fachidioten“ abgestempelt zu werden.
    Sehr wichtig ist, daß echte Forschung, aber auch Anwendungsentwicklung schwer planbar, weil „spielerisch“ entstehend ist und sehr viel Kontinuität erfordert.
    Die Management-Typen möchten aber von ihrem Wesen her planbare Projekte und Vorgaben was konkret herauskommen soll. Diese Einstellung ist den Geldgebern von F&E sehr willkommen, daher machen überwiegend Management-Typen Karriere. Das Ergebnis ist dann, daß diese Manager viel über F&E reden und scheinbar auch davon etwas verstehen, die „Forscher-Typen“ hingegen an Einfluß verlieren. So kommen dann zweitklassige Entscheidungen über den Einsatz von Mitteln für F&E als Regelfall zu Stande.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorsimplicissimus
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 02:19

    Sind nicht "absurd" und "Politik" heute Synonyme geworden?

  3. Ausgezeichneter KommentatorMaria Kiel
    8x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 03:06

    jetzt, wo man den "lästigen" Moser endlich los geworden ist, wird man nicht einmal mehr auf diesem Weg all die bürokratischen Geldvernichter-Grauslichkeiten schwarz auf weiss lesen müssen; sogar das bisher schon erfolgte "net amol ignorieren" werden sich die Herrschaften ersparen!

  4. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 11:06

    Heute muss ein OT sein, aber ich habe gerade die bisher beste Werbung für Norbert Hofer gesehen.

    Der Bürgermeister von Eugendorf (ÖVP) ist auf die Idee gekommen, südländische Facharbeiter zum Reinigen der Bushaltestellen einzusetzen. Da noch dazu ein Reinigungsfahrzeug zu einem kleinen Stau führte, war genügend Zeit diese Experten zu beobachten.
    Erstens: Die Gesichter zeigten eine geradezu unglaubliche Langeweile.
    Zweitens: Die können nicht einmal mit einem Besen umgehen (es war wirklich zum Lachen!).
    Drittens: Wenn die eine Schnecke zertreten, dann muss ihnen diese von hinten hineingerast sein.

  5. Ausgezeichneter KommentatorUndine
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 11:57

    OT---aber da im ORF immer wieder genüßlich und bereitwillig behauptet wird, daß die FPÖ, bzw. HOFER den Spruch "MACHT BRAUCHT KONTROLLE" von der ÖVP, bzw. von KLESTIL "gestohlen" habe, ist ERLOGEN, deshalb ist diese RICHTIGSTELLUNG notwendig:

    "ÖVP soll ihn erfunden haben: "Macht braucht Kontrolle" ist ein FPÖ-Spruch aus dem Jahr 1973"

    https://www.unzensuriert.at/content/0021597-OeVP-soll-ihn-erfunden-haben-Macht-braucht-Kontrolle-ist-ein-FPOe-Spruch-aus-dem?utm_source=Unzensuriert-Infobrief&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Infobrief

    Es ist ja nur eine von 1000 anderen LÜGEN der LINKEN!

  6. Ausgezeichneter KommentatorJosef Maierhofer
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 10:50

    Das, was die Forschungsabteilung einer Großfirma, ein staatliches oder halbstaatliches Forschungsinstitut (respektive eine Forschungsabteilung) tut, habe ich als EPU bis KMU alleine gemacht, darum hatte ich mein Leben lang Aufträge und das jetzt noch mit fast 70, Aufträge von Forschungszentren, Industriefirmen, KMUs, etc.

    Betrachtet man so ein staatliches Forschungszentrum, so gilt natürlich das von @ exp(i*pi)+1=0 Geschriebene voll und ganz zu, allzu viele Systemerhalter und -verwalter und 'Manager' und ganz wenige, meist oft nur ein einziger, mit dem man in der Praxis dort wirklich technisch reden kann.

    Es ist dies natürlich genauso ein Spiegelbild der Gesellschaft, wie in Politik, Verwaltung, Großfirmen, usw., niemand will sich mehr plagen, es geht ja scheinbar auch so mit Wohlfühlen, Urlaub, etc., aber nicht mehr lange. Das Geld stimmt, die Gegenleistung nicht, die Eigenverantwortung fehlt oft zur Gänze, vor allem dort, wo Parteihengste und -stuten sitzen (voll gegendert). Genau Bürokratie und Genderismus, Quoten, etc. tun das ihre, eben all das unnötige Linksgetue.

    Wie gesagt, niemand will sich mehr plagen, er hat ja die Linken als 'Fürsprecher'. Das beginnt schon vom Kindergarten, geht über die Schule, lesen konnte ich mit 6 1/2, lesen können heute 14-jährige nicht, falsche Zuwanderung tut das ihre dazu, und endet bei den Unibesuchern und -absolventen, alleine schon die überlaufenen 'leichten' Studienzweige zeigen das ganz deutlich, wie verkommen diese Gesellschaft geworden ist. Alle Absolventen gehen mit Titel hausieren, aber leider sehr oft ohne Mittel. Dann gehen sie eben mit dem Parteibuch hausieren.

    Geld ist da was völlig falsches, Geld geht direkt an die 'Schlüsselfiguren' (meist selbst nicht die besten in der Position, aber von der Partei dort hingesetzt zum Schaden von Forschung und nicht an die Forschungsprojekte. Was ich selbst entwickelt habe, habe ich OHNE Geld, oft auch ohne entsprechende Ausstattung auf Grund von Erfahrung, oft in Kooperation oder Gerätemiete, etc. allein durchgeführt. Darum taten mir auch all die Forschungsleiter, Subleiter, 'QuotInnen', etc. so leid, oft keine Ahnung, was sie zu tun haben, keine Fundamente, oft nicht einmal nach dem 'papierenen' 'Abschluss' eines solchen (sehr oft theoretischen) Projektes, etwa nach dem Motto, 'is ja eh nur ein EU Projekt', Hauptsache ich wurde dafür bezahlt', aber enorm viel Bürokratie und den ganzen Tag 'Besprechungen'.

    Zu den Fundamenten wollte ich was beitragen und half an einer Wiener technischen Fachhochschule 17 Jahre lang. In den späten 1990-er Jahren (ich habe immer nach Ausleseprüfungen nur 20 pro Kursdurchgang (2-3 Semester) genommen, oft von 200 Interessenten. Alleine die Auslese ist total bürokratisiert ('objektiv'), sodass trotzdem noch einige wenige von den 20 sich als Nieten herausstellten. In den Jahren nach 2010 waren es meist 7-8 von 20, die man gebrauchen konnte, der Formalismus (linker Kreation) hievte den Rest auch zu einem Diplom, notfalls mit anderen Fächern.

    Also keiner will sich mehr anstrengen. Dazu kommen die Überstundenverbote und sonstigen sozialromantischen Segnungen der Gewerkschaften, an die wir offenbar glauben, oder inzwischen zu glauben haben und die ausufernde Bürokratie.

    In einer Großfirma, hat ein dortiger Entwickler mit mir gewettet, dass er ohne jemals wirklich was zu tun bis zur Pension dort System erhalten kann, als Entwickler, ohne jemals ein Projekt zu berühren. Ja, er hat alles gemacht, vom Zeitbeauftragten über den Sicherheitsbeauftragten, den Zeitschriftenbeauftragten, den Normenbeauftragten, ... was halt die Technik inzwischen so an Bürokratie hergibt, aber nichts entwickelt. Nachdem ich die Wette verloren hatte (1 Jahr später) wurde ihm das natürlich zu blöd, er wirkt jetzt bei einer kleinen Firma in der Entwicklung und dort kann man auch arbeiten. Noch schlimmer die dienstfreigestellten Betriebsräte, die bis zur Pension nie etwas für die Firma getan haben, außer die willigen Kollegen von der Arbeit abzuhalten. Als 'schlechtes Beispiel' stand ich da als Selbständiger stets im Visier solcher Typen, bis ich meine Arbeiten von meiner Firma aus gemacht habe, die Kundenfirma in mein Büro kam zu Besprechungen, etc., womit ich aus deren Schusslinie war.

    Klar, mit 3500 bis 4500 Arbeitsstunden pro Jahr und einem auf Normalzeit umgerechneten Effizienzfaktor 1,7 (Ergebnisse/Stunde im Verhältnis zum Durchschnitt in der Firma, hat einer einmal ausgerechnet, der viel Zeit hatte) war ich da konkurrenzlos und auch die Qualität, es waren nämlich fast alles zukunftsweisende Ergebnisse, war auch in diesen Umgebungen konkurrenzlos.

    Nun 3500 bis 4000 Arbeitsstunden durch über 20 Jahre haben natürlich die Gesundheit zerstört und die Konsequenzen habe ich zu tragen.

    Aber die Aussage, dass es sehr oft weder Einsatz noch Willen noch ausreichend Fundamente noch Entbürokratisierung noch Durchforstung oft völlig sinnloser Auflagen noch genügend Ansprechpartner auf hohem Level gibt, halte ich aufrecht.

    Es sei der Politik gesagt, Geld und Förderung ist selten ein guter Ratgeber, denn dieses Geld landet nicht dort, wo es hingehören würde. Gesetzes- und Auflagenentlastung, das wäre ein Thema, wo die Politik was tun könnte, aber da hat man halt dann keine Klientelposten frei. Lieber sollten sie die Steuern senken.

    Die allermeiste Innovation kommt heute aus den KMUs in Österreich, die Spitzenforschungsinstitute sind aber nicht hier in Österreich, die österreichischen sind mittelmäßig, aber Spitze sind sie nicht, Spitze sind bei uns nur die Hochglanzprospekte und die Jubel - Präsentationen ohne wirkliche Fortschritte, fast so wie in der Politik.

    Frischer Wind wäre nötig aber nicht Geld. Aber ich weiß, auch in der Politik gibt es kaum jemanden, der das alles versteht, dass man die Steuern radikal senken muss, um denjenigen Firmen eine Lebenschance zu geben, die wirklich was beitragen. Es sind da nicht die staatlichen Forschungszentren gemeint, die fast ausschließlich staatliche und EU Aufträge machen und dafür noch die KMUs benötigen, die ihnen das alles zeigen, wie es zu gehen hat, was machbar ist und was nicht, etc.

    Sich so eine Erkenntnis und Unterstützung von den Kammern oder gar Gewerkschaften oder gar Politik zu erwarten ist bei unserem System unmöglich, da sind wir gesellschaftlich zu fixiert und auch blockiert.

    So wundert mich die Konkursanzahl der KMUs nicht.

    So wundert mich das Absacken der österreichischen Forschungsinstitute überhaupt nicht.

  7. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    25. August 2016 09:02

    Beamte und Politiker wissen nun einmal viel besser wo und wie geforscht werden muss! Und dies tun sie wirklich, zumindest wenn es um die Qualität des Wählerkaufens geht.

    Wir haben viel zu viele Akademiker, bei viel zu niedrigem Niveau. Selbst die Technik ist betroffen. Da aber gerade die schlechtesten Studenten am meisten lernen müssen, haben diese das Gefühl wirklich etwas geleistet zu haben, also wollen sie einen entsprechenden Job. Daher gibt es zahlreiche staatsnahe Institutionen wo 'geforscht' wird. Dort fließt viel Geld hin. Und dann noch die ganzen Abgänger von Juristerei und Wirtschaft, für die fehlen die sinnvollen Jobs. Also noch schnell eine Bürokratie rund um die Förderungen aufbauen und schon gibt es eine gut dotierte Beraterszene.

    Ernste Forschung ist in Österreich sowieso verboten! Denn Forschung heißt durchgearbeitete Nächte und Wochenenden, dies ist aber leider durch das Arbeitszeitgesetz verboten. Daher wird es in Österreich (und vielen anderen EU-Staaten) auch kein privates Geld geben, denn Forschung von 9 bis 17h funktioniert nicht.

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorbürgerIn
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    27. August 2016 07:10

    wozu noch forschungsförderung? wir importieren laufend fachkräfte, die keine forschungsförderung brauchen, sondern nur noch staatliche alimentierung. warum also so kompliziert denken?

  2. Ausgezeichneter KommentatorWissenschaft ist feig!
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    27. August 2016 10:15

    Wozu eine Forschungsförderung, wenn es gar keine Wissenschaftler mehr gibt, sondern nur mehr islamophile Keifziegen und schwule Freimaurer?

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  1. fxs (kein Partner)
    28. August 2016 21:38

    Natürlich kann man Forschung auch auf unmittelbar wirtschaftlich verwertbare Forschung reduzieren, also nur "angewandte Forschung" betreiben und hoffen dass Grundlagenforschung anderswo betrieben wird. Ich halte diesen Weg jedoch für falsch. Staatliche Forschungsförderung sollte vorwiegend die Grundlagenforschung fördern. Für angewandze Forschung sind innovative Unternehmen ohnehin bereit entsprechende Forschungsaufträge zu finanzieren.

  2. Ökonomie-Vergelter
    28. August 2016 00:03

    Die Forschungsförderungspolitik ist ein Symptom der um sich greifenden Wahnvorstellung, dass mit staatlicher Beaufsichtigung der Wirtschaft und von oben dekretierter Ausrichtung selbiger an vorgeblich gesellschaftliche Bedürfnisse Wohlstand erreicht werden kann. Als gesellschaftliches Bedürfnis drängt sich dabei immer mehr die Beschäftigung von Universitätsabsolventen in den Vordergrund.

    Und so wird zwar (noch) nicht über die Unsterblichkeit der Maikäfer geforscht, aber über Einkommensungleichheit, Gender-mainstreaming, den Rassismus "von Rechts", die Methoden der Volkserziehung zur eMobilität, oder - ohne Bedachtnahme auf das Aufwand-Ertrag-Verhältnis - über Dinge, die sich erst in Jahrhunderten zivilisatorisch bereichernd auswirken können, wie bei den furchtbar aufregenden "Glasperlenspielen" in der Nuklearphysik, etwa die Erforschung des Higgs-Bosoms und dgl mehr (nämlich mit zigtausenden an Wissenschaftler-Heerscharen, ein paar hundert wären ja eine quantité négligable).

    Das damit gestillte Bedürfnis nach Beschäftigung ist aber eines der Eliten, nicht der Gesellschaft als Ganzes. Es schafft genausowenig Wohlstand, als ließe man Unterbeschäftige um den Lohn von von der Nationalbank aus dem Nichts geschöpfter Gelder Gräben ausheben und wieder zuschütten.

    Diese Wahnvorstellung wird befeuert durch sozioökonomische Gesellschaftskonzepte von sich über jedem Plebiszit erhaben wähnenden Intellektuelleneliten, die uns eine Globalisierung unterjubelt haben, die zwar enorm erfolgreich als Exportmultiplikator und wettbewerbstreibende Vielfalt beworben worden ist, tatsächlich aber - Überraschung! - Einfalt beschert hat, nämlich Eliminierung von Standorten (übrigens nicht nur wegen des internationalen Lohngefälles, weshalb auch der Industrie 4.0 Standard keine "Wunderwaffe" sein wird), weiters Produktionsverlagerung, Deindustrialisierung, Budget- und Außenhandelsdefizite, Perspektivenlosigkeit und somit auch die Verteilung des Mangels, mithin die sattsam bekannte Planwirtschaft im neuen Gewande. All dies haben die wenigsten Volkswirtschaftsexperten prognostiziert, und schon gar nicht jene, die Auftritte im Fernsehen oder den sogenannten Qualitätsmedien bekommen.

    Aber schließlich wären andersrum etliche hochqualifizierte Volkswirtschaftsprofessoren arbeitslos geworden. So ist das eben in einer Zivilisation, in der akademische Qualifikation a priori als jegliche Kosten übersteigender Nutzen dekretiert wird. Auch im Ostblock musste ja jeder Apparatschik bzw V-Mann seinen Dialektischen Materialismus kennen und hatte damit seine höchsten Weihen ...

    [Beim ersten Mal zu früh abgeschickt, daher doppelt!]

  3. Ökonomie-Vergelter
    28. August 2016 00:00

    Die Forschungsförderungspolitik ist ein Symptom der um sich greifenden Wahnvorstellung, dass mit staatlicher Beaufsichtigung der Wirtschaft und von oben dekretierter Ausrichtung selbiger an vorgeblich gesellschaftliche Bedürfnisse Wohlstand erreicht werden kann. Als gesellschaftliches Bedürfnis drängt sich dabei immer die Beschäftigung von Universitätsabsolventen in den Vordergrund.

    Und so wird zwar (noch) nicht über die Unsterblichkeit der Maikäfer geforscht, aber über Einkommensungleichheit, Gender-mainstreaming, den Rassismus "von Rechts", die Methoden der Volkserziehung zur eMobilität, oder - ohne Bedachtnahme auf das Aufwand-Ertrag-Verhältnis - über Dinge, die sich erst in Jahrhunderten zivilisatorisch bereichernd auswirken können, wie bei den furchtbar aufregenden "Glasperlenspielen" in der Nuklearphysik, etwa die Erforschung des Higgs-Bosoms und dgl mehr (nämlich mit zigtausenden an Wissenschaftler-Heerscharen, ein paar hundert wären ja eine quantité négligable).

    Das damit gestillte Bedürfnis nach Beschäftigung ist aber eines der Eliten, nicht der Gesellschaft als Ganzes. Es schafft genausowenig Wohlstand, als ließe man Unterbeschäftige um den Lohn von von der Nationalbank aus dem Nichts geschöpfter Gelder Gräben ausheben und wieder zuschütten.

    Diese Wahnvorstellung wird befeuert durch sozioökonomische Gesellschaftskonzepte von sich über jedem Plebiszit erhaben wähnenden Intellektuelleneliten, die uns eine Globalisierung unterjubelt haben, die zwar enorm erfolgreich als Exportmultiplikator und wettbewerbstreibende Vielfalt beworben worden ist, tatsächlich aber - Überraschung! - Einfalt beschert hat, nämlich Eliminierung von Standorten (übrigens nicht nur wegen des internationalen Lohngefälles, weshalb auch der Industrie 4.0 Standard keine "Wunderwaffe" sein wird), weiters Produktionsverlagerung, Deindustrialisierung, Budget- und Außenhandelsdefizite, Perspektivenlosigkeit und somit auch die Verteilung des Mangels, mithin die sattsam bekannte Planwirtschaft im neuen Gewande. All dies haben die wenigsten Volkswirtschaftsexperten prognostiziert, und schon gar nicht jene, die Auftritte im Fernsehen oder den sogenannten Qualitätsmedien bekommen.

    Aber schließlich wären andersrum etliche hochqualifizierte Volkswirtschaftsprofessoren arbeitslos geworden. So ist das eben in einer Zivilisation, in der akademische Qualifikation a priori als jegliche Kosten übersteigender Nutzen dekretiert wird. Auch im Ostblock musste ja jeder Apparatschik bzw V-Mann seinen Dialektischen Materialismus kennen und hatte damit seine höchsten Weihen ...

  4. Dr. Knölge (kein Partner)
    27. August 2016 12:46

    Der Leiter der Forschungsabteilung zum Personalchef:
    Suchen Sie jemanden, der die Fähigkeiten hat, mich zu ersetzen. Haben Sie ihn gefunden, feuern Sie ihn.

  5. Dr. Knölge (kein Partner)
    27. August 2016 12:33

    ZDF Videotext, gestern:
    Forscher haben herausgefunden, daß in diesem Jahr zwischen 300.000 und 400.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden.
    Ich hätte da ein paar Fragen...

    In Deutschland gibt es rund 160 Genderprofessoren. Ich bin stolz auf mein Land, hier stehen wir unbestritten auf Platz eins im Weltranking.

  6. AppolloniO (kein Partner)
    27. August 2016 11:31

    In der Forschung ist es wie bei den Sommersportlern. Weil kaum Erfolge, schreit man nach mehr Geld.
    Bitte, diese Leute sollen erst einmal herzeigen was mit den bisherigen Millionen gelungen ist, dieses Ergebnis mit dem der Nachbarländer vergleichen und uns Geldgebern dann zeigen, dass sie adäquate Leistungen erbringen.
    Von einzelnen, selbstgestrickten Erfolgstypen abgesehen, ist es zappenduster.

  7. Wissenschaft ist feig! (kein Partner)
    27. August 2016 10:15

    Wozu eine Forschungsförderung, wenn es gar keine Wissenschaftler mehr gibt, sondern nur mehr islamophile Keifziegen und schwule Freimaurer?

  8. bürgerIn (kein Partner)
    27. August 2016 07:10

    wozu noch forschungsförderung? wir importieren laufend fachkräfte, die keine forschungsförderung brauchen, sondern nur noch staatliche alimentierung. warum also so kompliziert denken?

  9. brechstange
    26. August 2016 01:31

    Dieser Wasserkopf ist eine Katastrophe.

  10. riri
    25. August 2016 19:45

    *In Österreich ist exzellente Forschung nicht mehr möglich! Deshalb gehe ich nach Berlin. Die Bürokratie mit ihrer Fantasielosigkeit würgt alles ab.*

    So Prof. Josef Penninger vom IMP, unser Vorzeige-Forscher, in einem Zeitungsinterview. Irgendwie hat man ihn dann doch überredet zu bleiben.
    Wie auch von @Rudolf schon geschrieben, die Forschungskapazunder wandern aus.

    Es ändert sich aber nichts. Leider gibt es kein Wissenschaftsministerium, und das Gesundheitsministerium mit der Stadt Wien für das AKH-Wien zuständig, blockiert.

    Das Problem ist, es kommen immer mehr unqualifizierte Personen an Positionen mit Entscheidungsmacht, aufgewachsen an einem Parteischreibtisch. Die haben keine Ahnung von exzellenter Forschung, noch nie einen Glaskolben gesehen, entscheiden aber über wichtige Projekte nach dem Daumensystem. Oder nach der momentanen Befindlichkeit. Die Motivation dieser Leute, die Forschung bestmöglichst zu unterstützen und alles Notwendige zur Verfügung zu stellen = NULL.
    Da breitet sich Resignation aus.

    Angebot über ein High-Tech Gerät für die Zellkulturtechnik an ein Wiener Hospital. Da meldet sich der Beschaffungsleiter mit der Frage, ob wir getrennte Toiletten und einen Schädlingsbekämpfungsbeauftragten in der Firma haben. Nix über Qualität, Preis und Garantie und so.

    Versuchte Vorstellung eines High-Tech Gerätes, Neuheit, Robotersystem, für den Bereich Bluttransfusion.
    1. Schritt/ zum Anwender eines Institutes - zuständig ist aber
    2. Schritt/ der Institutsleiter - zuständig ist
    3. Schritt/ der Leiter vom Krankenanstaltenverbund KAV - zuständig ist
    4. Schritt/ die Gesundheitsstadträtin der Gem.Wien - zuständig ist
    5. Schritt/ das Gesundheitsministerium Abt. xxx

    Nach 14 Monaten im Gesundheitsministerium angelangt, wird aufgeklärt, zuständig ist der Institutsleiter, wir müssen uns an diesen wenden.

    Zwei kleine Beispiele aus der Praxis. Liebe engagierte junge Damen und Herren,
    wandert aus.

  11. hellusier
    25. August 2016 18:05

    Das Thema Forschung-Wissenschaft-Technik-und seine ökonomische Zielsetzung
    im Zusammenhang mit sozial(pseudo)wissenschaftlichen -gendergerechten-
    quotenfeministischen Herrschaftsmechanismen ist von Anfang deshalb verfehlt
    weil einmal sowohl Natur- Wissenschaft und sein Zwillingsbruder Technik als auch
    ihre" Mutter" die Geisteswissenschaften in summa von Leuten der politischen Zunft
    kontrolliert und unter Kuratel gehalten werden! Daher wird mit bürokratischer
    Penibilität die Kluft zwischen Bevölkerung und Wissenschaft als Geber zu Nehmer
    dargestellt um so so die Notwendigkeit einer sozialen Ausrichtung im Sinne
    einer sozialistischen Bildungspolitik medial auszunützen.
    Nur so ist es zu verstehen ,dass überall eindeutig politisch pointierte Institute
    ihren Senf zu allen universitären Problemen mit dementsprechenden Personal
    dazugeben und letztlich maßgeblich in Entscheidungen eingreifen ,die eigentlich
    die Wissenschaftler nur selbst im internationalen Context und eigenem Team
    abschätzen können- doch dazu ist ja Geld und zusätzliches Personal öfters erforderlich und dann sind wir wieder bei der unsäglichen Parteipolitik! Diese nützt
    ihre Macht jeden Tag und verzettelt im wahrtsen Sinne das geistige wie ökonomische
    Potential der Republik!!

  12. Hiefler
    25. August 2016 15:31

    Beispiel gefällig?
    Im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft wird noch selbst geforscht. Sogar mehr als das: Es gibt im selben Forschungsbereich sogar zwei Einrichtungen. Eine Bundesanstalt für Bergbauernfragen und eine Bundesanstalt für Agrarwirtschaft. Der große fachliche Unterschied: einmal ist von einem sozioökonomischen Forschungsinstitut die Rede, das andere Mal von einer sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtung. Also der kleinstmögliche Unterschied. Für mich gar kein Unterschied.
    In einer großen Koalition ist da ein sinnvoller Zusammenschluss seit beinahe 30 Jahren nicht möglich, denn eine Einrichtung wurde von einem ÖVP-Minister geschaffen, die andere von einem SPÖ-Minister. Denkmalgeschützte Organisationsform, quasi.
    Zahlen tut es ja eh der Steuerzahler: Zwei Geschäftsführer, zweimal Verwaltung, zweimal Arbeitsprogramm. Residieren tun beide lustiger weise im selben Haus, in der Marxergasse, Wien.

  13. Undine
    25. August 2016 11:57

    OT---aber da im ORF immer wieder genüßlich und bereitwillig behauptet wird, daß die FPÖ, bzw. HOFER den Spruch "MACHT BRAUCHT KONTROLLE" von der ÖVP, bzw. von KLESTIL "gestohlen" habe, ist ERLOGEN, deshalb ist diese RICHTIGSTELLUNG notwendig:

    "ÖVP soll ihn erfunden haben: "Macht braucht Kontrolle" ist ein FPÖ-Spruch aus dem Jahr 1973"

    https://www.unzensuriert.at/content/0021597-OeVP-soll-ihn-erfunden-haben-Macht-braucht-Kontrolle-ist-ein-FPOe-Spruch-aus-dem?utm_source=Unzensuriert-Infobrief&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Infobrief

    Es ist ja nur eine von 1000 anderen LÜGEN der LINKEN!

  14. dssm
    25. August 2016 11:06

    Heute muss ein OT sein, aber ich habe gerade die bisher beste Werbung für Norbert Hofer gesehen.

    Der Bürgermeister von Eugendorf (ÖVP) ist auf die Idee gekommen, südländische Facharbeiter zum Reinigen der Bushaltestellen einzusetzen. Da noch dazu ein Reinigungsfahrzeug zu einem kleinen Stau führte, war genügend Zeit diese Experten zu beobachten.
    Erstens: Die Gesichter zeigten eine geradezu unglaubliche Langeweile.
    Zweitens: Die können nicht einmal mit einem Besen umgehen (es war wirklich zum Lachen!).
    Drittens: Wenn die eine Schnecke zertreten, dann muss ihnen diese von hinten hineingerast sein.

  15. Josef Maierhofer
    25. August 2016 10:50

    Das, was die Forschungsabteilung einer Großfirma, ein staatliches oder halbstaatliches Forschungsinstitut (respektive eine Forschungsabteilung) tut, habe ich als EPU bis KMU alleine gemacht, darum hatte ich mein Leben lang Aufträge und das jetzt noch mit fast 70, Aufträge von Forschungszentren, Industriefirmen, KMUs, etc.

    Betrachtet man so ein staatliches Forschungszentrum, so gilt natürlich das von @ exp(i*pi)+1=0 Geschriebene voll und ganz zu, allzu viele Systemerhalter und -verwalter und 'Manager' und ganz wenige, meist oft nur ein einziger, mit dem man in der Praxis dort wirklich technisch reden kann.

    Es ist dies natürlich genauso ein Spiegelbild der Gesellschaft, wie in Politik, Verwaltung, Großfirmen, usw., niemand will sich mehr plagen, es geht ja scheinbar auch so mit Wohlfühlen, Urlaub, etc., aber nicht mehr lange. Das Geld stimmt, die Gegenleistung nicht, die Eigenverantwortung fehlt oft zur Gänze, vor allem dort, wo Parteihengste und -stuten sitzen (voll gegendert). Genau Bürokratie und Genderismus, Quoten, etc. tun das ihre, eben all das unnötige Linksgetue.

    Wie gesagt, niemand will sich mehr plagen, er hat ja die Linken als 'Fürsprecher'. Das beginnt schon vom Kindergarten, geht über die Schule, lesen konnte ich mit 6 1/2, lesen können heute 14-jährige nicht, falsche Zuwanderung tut das ihre dazu, und endet bei den Unibesuchern und -absolventen, alleine schon die überlaufenen 'leichten' Studienzweige zeigen das ganz deutlich, wie verkommen diese Gesellschaft geworden ist. Alle Absolventen gehen mit Titel hausieren, aber leider sehr oft ohne Mittel. Dann gehen sie eben mit dem Parteibuch hausieren.

    Geld ist da was völlig falsches, Geld geht direkt an die 'Schlüsselfiguren' (meist selbst nicht die besten in der Position, aber von der Partei dort hingesetzt zum Schaden von Forschung und nicht an die Forschungsprojekte. Was ich selbst entwickelt habe, habe ich OHNE Geld, oft auch ohne entsprechende Ausstattung auf Grund von Erfahrung, oft in Kooperation oder Gerätemiete, etc. allein durchgeführt. Darum taten mir auch all die Forschungsleiter, Subleiter, 'QuotInnen', etc. so leid, oft keine Ahnung, was sie zu tun haben, keine Fundamente, oft nicht einmal nach dem 'papierenen' 'Abschluss' eines solchen (sehr oft theoretischen) Projektes, etwa nach dem Motto, 'is ja eh nur ein EU Projekt', Hauptsache ich wurde dafür bezahlt', aber enorm viel Bürokratie und den ganzen Tag 'Besprechungen'.

    Zu den Fundamenten wollte ich was beitragen und half an einer Wiener technischen Fachhochschule 17 Jahre lang. In den späten 1990-er Jahren (ich habe immer nach Ausleseprüfungen nur 20 pro Kursdurchgang (2-3 Semester) genommen, oft von 200 Interessenten. Alleine die Auslese ist total bürokratisiert ('objektiv'), sodass trotzdem noch einige wenige von den 20 sich als Nieten herausstellten. In den Jahren nach 2010 waren es meist 7-8 von 20, die man gebrauchen konnte, der Formalismus (linker Kreation) hievte den Rest auch zu einem Diplom, notfalls mit anderen Fächern.

    Also keiner will sich mehr anstrengen. Dazu kommen die Überstundenverbote und sonstigen sozialromantischen Segnungen der Gewerkschaften, an die wir offenbar glauben, oder inzwischen zu glauben haben und die ausufernde Bürokratie.

    In einer Großfirma, hat ein dortiger Entwickler mit mir gewettet, dass er ohne jemals wirklich was zu tun bis zur Pension dort System erhalten kann, als Entwickler, ohne jemals ein Projekt zu berühren. Ja, er hat alles gemacht, vom Zeitbeauftragten über den Sicherheitsbeauftragten, den Zeitschriftenbeauftragten, den Normenbeauftragten, ... was halt die Technik inzwischen so an Bürokratie hergibt, aber nichts entwickelt. Nachdem ich die Wette verloren hatte (1 Jahr später) wurde ihm das natürlich zu blöd, er wirkt jetzt bei einer kleinen Firma in der Entwicklung und dort kann man auch arbeiten. Noch schlimmer die dienstfreigestellten Betriebsräte, die bis zur Pension nie etwas für die Firma getan haben, außer die willigen Kollegen von der Arbeit abzuhalten. Als 'schlechtes Beispiel' stand ich da als Selbständiger stets im Visier solcher Typen, bis ich meine Arbeiten von meiner Firma aus gemacht habe, die Kundenfirma in mein Büro kam zu Besprechungen, etc., womit ich aus deren Schusslinie war.

    Klar, mit 3500 bis 4500 Arbeitsstunden pro Jahr und einem auf Normalzeit umgerechneten Effizienzfaktor 1,7 (Ergebnisse/Stunde im Verhältnis zum Durchschnitt in der Firma, hat einer einmal ausgerechnet, der viel Zeit hatte) war ich da konkurrenzlos und auch die Qualität, es waren nämlich fast alles zukunftsweisende Ergebnisse, war auch in diesen Umgebungen konkurrenzlos.

    Nun 3500 bis 4000 Arbeitsstunden durch über 20 Jahre haben natürlich die Gesundheit zerstört und die Konsequenzen habe ich zu tragen.

    Aber die Aussage, dass es sehr oft weder Einsatz noch Willen noch ausreichend Fundamente noch Entbürokratisierung noch Durchforstung oft völlig sinnloser Auflagen noch genügend Ansprechpartner auf hohem Level gibt, halte ich aufrecht.

    Es sei der Politik gesagt, Geld und Förderung ist selten ein guter Ratgeber, denn dieses Geld landet nicht dort, wo es hingehören würde. Gesetzes- und Auflagenentlastung, das wäre ein Thema, wo die Politik was tun könnte, aber da hat man halt dann keine Klientelposten frei. Lieber sollten sie die Steuern senken.

    Die allermeiste Innovation kommt heute aus den KMUs in Österreich, die Spitzenforschungsinstitute sind aber nicht hier in Österreich, die österreichischen sind mittelmäßig, aber Spitze sind sie nicht, Spitze sind bei uns nur die Hochglanzprospekte und die Jubel - Präsentationen ohne wirkliche Fortschritte, fast so wie in der Politik.

    Frischer Wind wäre nötig aber nicht Geld. Aber ich weiß, auch in der Politik gibt es kaum jemanden, der das alles versteht, dass man die Steuern radikal senken muss, um denjenigen Firmen eine Lebenschance zu geben, die wirklich was beitragen. Es sind da nicht die staatlichen Forschungszentren gemeint, die fast ausschließlich staatliche und EU Aufträge machen und dafür noch die KMUs benötigen, die ihnen das alles zeigen, wie es zu gehen hat, was machbar ist und was nicht, etc.

    Sich so eine Erkenntnis und Unterstützung von den Kammern oder gar Gewerkschaften oder gar Politik zu erwarten ist bei unserem System unmöglich, da sind wir gesellschaftlich zu fixiert und auch blockiert.

    So wundert mich die Konkursanzahl der KMUs nicht.

    So wundert mich das Absacken der österreichischen Forschungsinstitute überhaupt nicht.

    • exp(i*pi)+1=0
      07. September 2016 10:29

      @Josef Maierhofer
      Ich habe Ihren Kommentar (25.Aug.2016) leider erst viel zu spät gelesen (7.Sept. 2016). Trotzdem ist Ihr Kommentar aktuell und trifft den Nagel auf den Kopf. Ihr Zitat "...Das, was die Forschungsabteilung einer Großfirma, ein staatliches oder halbstaatliches Forschungsinstitut (respektive eine Forschungsabteilung) tut, habe ich als EPU bis KMU alleine gemacht..." erscheint mir - leider - durchaus glaubwürdig. Sehr gut ist die Passage "...ohne jemals wirklich was zu tun bis zur Pension dort System erhalten kann, als Entwickler, ohne jemals ein Projekt zu berühren. Ja, er hat alles gemacht, vom Zeitbeauftragten über den Sicherheitsbeauftragten, den Zeitschriftenbeauftragten"

  16. Politicus1
    25. August 2016 10:02

    Die vom FWF geförderten Projekte kann man hier einsehen:
    http://pf.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/wissenschaftsdisziplinen/

    Empfehlenswert finde ich die Lektüre der unter SOZIALWISSENSCHAFTEN subventionierten Forschungsprojekte

  17. Rudolf
    25. August 2016 09:36

    Forschungsförderung in Österreich ist im Wesentlichen ein Bürokratenrecycling.

    In Österreich erschallt, wenn es ein Problem gibt, augenblicklich der Ruf nach der Geldgießkanne. Das ist einfallslos, denn Geldverstreuen bewirkt nichts. Das größte Problem in Österreich ist die Mentalität, die sich unter dem Einfluss von Ideologen immer mehr in Richtung Mittelmaß entwickelt hat. „Passt scho!“ ist der Schlachtruf der Ritter des Durchschnitts. Wer über ein mittelmäßiges System Geld streut, bekommt nur noch mehr Mittelmaß. Das ist das System Österreich.

    Chancengleichheit ist für rohstoffarme Länder wichtig. Wenn aber Chancengleichheit zur Ergebnisgleichheit verkommt, wie das bei uns üblich ist, und das Mittelmaß zur Norm wird, dann können daraus weder Nobelpreisträger noch sportlichen Sieger entstehen.

    Österreich liegt in der Nobelpreisträgerstatistik (ohne Wirtschafts-„Nobelpreise“), in der ganze, halbe und Drittelpreise berücksichtigt werden, weltweit an 11. Stelle. Diese Ausbeute geht fast zur Gänze auf die Zeit vor dem 2. Weltkrieg zurück. Nach dem Krieg gab es nur noch einen großen Nobelpreis, jenen von Konrad Lorenz. Dieser wird bis heute beschimpft, weil er Mitglied der NSDAP war (Stichwort „Mitläufer“), viel mehr aber, weil die linken Kulturwissenschaftler bis heute nicht einmal ansatzweise verstanden haben, wofür er den Nobelpreis wirklich bekommen hat. Graugänse haben damit nur am Rande zu tun.

    In allen Listen und Rankings, in denen es um Forschung und Lehre geht, lässt Österreich kontinuierlich nach. Der Humangenetiker Markus Hengstschläger brachte es auf den Punkt: „Wir sitzen in der Durchschnittsfalle“. Die oberste Maxime unseres Bildungssystems ist der durchschnittliche Bürger, der seine Sache gut macht. Außergewöhnliche Stärken würden laut Hengstschläger nicht gefördert, sondern sogar als störend empfunden. David Alaba wäre in einem österreichischen Verein ein brauchbarer Fußballspieler geworden, niemals aber einer der weltbesten Verteidiger.

    Mehr Geld für die Forschung hätte nur mehr Beamer, renovierte Toiletten und mehr Sekretärinnenstellen zur Folge. Die wirklichen Forschungskapazunder gehen nach Deutschland, Großbritannien, USA, Canada und an die Universitäten von Zürich, Haifa und Singapur. Österreich ist im Hi Tec-Bereich zu einem Drittweltland verkommen. Die wenigen Ausnahmen bestätigen nur die traurige Regel.

  18. Politicus1
    25. August 2016 09:21

    Forschungsförderung ist eine falsche Bezeichnung.
    In Wahrheit gibt es in Österreich eine FORSCHERförderung.
    Meistens werden Universitätsprofessoren gefördert, die mit ihrer Professur auch die Verpflichtung zum Forschen übernommen haben und dafür auch mit ihrem - nicht gerade geringen - Monatsgehalt entlohnt werden.

  19. socrates
    25. August 2016 09:13

    Keine Industrie hätte Richard Wagner oder König Ludwig gefördert, aber sie waren das Beste Geschäft für Bayern bis heute. Echte Grundlagenforscher setzen auf Entwicklungen, die schwer verständlich sind und kaum gefördert werden. Die Bürokratie und der Genderismus bringen in Österreich die Naturwissenschaft und ihre so notwendige Forschung um. Wenn ein begabter Hoffnungsträger angestellt werden soll, kommt sofort die Frauenbeauftragte und fragt "Warum kann das keine Frau machen?" Eine Antwort verbietet sich von selbst in Österreich. Auch kommen andere Frauen, die den Forscher betriebswissenschaftlich an die Kandare nehmen wollen. Die beste Antwort war "Wenn Sie nicht verschwinden, gebe ich das EU Forschungsprojekt auf und sie sind arbeitslos" Daher gehen die Begabten dorthin, wo sie in aller Ruhe arbeiten können.
    Solche Sachen lassen sich gar nicht erfinden, sie müssen erst passieren.

    • Rau
      25. August 2016 21:27

      Für Heinz Zemanek interessierte sich IBM auch erst, als sein "Mailüfterl" der erste in Europa gebaute voll transistorisierte Computer realisiert war. Am Anfang des Projekts stand auch keine grosse Forschungsförderung sondern eine Anfrage um eine Sachspende von 1000 Transistoren.

    • Rau
      25. August 2016 21:28

      "Zemanek sagte über sein Projekt später, es sei ein halb illegales Unterfangen eines kleinen Hochschulassistenten gewesen, das er ohne offizielle Genehmigung und somit auch ohne finanzielle Unterstützung der Universität mit einer Gruppe von Studenten realisierte. Er reiste 1954 zu Philips nach Holland, um dort wegen einer Sachspende vorzusprechen. Die Menge von 1.000 Transistoren und deren Einsatzzweck waren nur sieben Jahre nach Erfindung des Transistors schwer zu vermitteln.

      Zemanek erhielt aber dennoch eine Zusage über 1.000 eher langsame Hörgerät-Transistoren[3] und bekam schließlich von Philips insgesamt 4.000 hochwertige Transistoren (lediglich vier waren defekt)"

  20. dssm
    25. August 2016 09:02

    Beamte und Politiker wissen nun einmal viel besser wo und wie geforscht werden muss! Und dies tun sie wirklich, zumindest wenn es um die Qualität des Wählerkaufens geht.

    Wir haben viel zu viele Akademiker, bei viel zu niedrigem Niveau. Selbst die Technik ist betroffen. Da aber gerade die schlechtesten Studenten am meisten lernen müssen, haben diese das Gefühl wirklich etwas geleistet zu haben, also wollen sie einen entsprechenden Job. Daher gibt es zahlreiche staatsnahe Institutionen wo 'geforscht' wird. Dort fließt viel Geld hin. Und dann noch die ganzen Abgänger von Juristerei und Wirtschaft, für die fehlen die sinnvollen Jobs. Also noch schnell eine Bürokratie rund um die Förderungen aufbauen und schon gibt es eine gut dotierte Beraterszene.

    Ernste Forschung ist in Österreich sowieso verboten! Denn Forschung heißt durchgearbeitete Nächte und Wochenenden, dies ist aber leider durch das Arbeitszeitgesetz verboten. Daher wird es in Österreich (und vielen anderen EU-Staaten) auch kein privates Geld geben, denn Forschung von 9 bis 17h funktioniert nicht.

    • Riese35
      25. August 2016 11:00

      >> "..., dies ist aber leider durch das Arbeitszeitgesetz verboten."

      Ist das wirklich so schlimm? Ja, es schafft (unnötige) Bürokratie. In meinem Bereich war das aber noch nie ein wirkliches Problem. Wenn man Interesse an einer Sache hat und etwas weiterbringt bzw. weiterbringen will, wirkt das auch erholsam und entspannend. Der eine entspannt sich an einem Roman, der andere an wissenschaftlicher Literatur bzw. an einer erfolgreich getesteten Konstruktion. Und Erholungszeit ist durch das Arbeitszeitgesetz nicht erfaßt. Das produktivste Output ist meist zwischen 2100 UHR und 0300 UHR entstanden, denn dann belästigen einen keine penetranten Manager, und Frau und Kinder schlafen schon bzw. ...

    • Riese35
      25. August 2016 11:05

      ... "erholen" sich gerade selbst auf ähnliche Weise.

      Ich kenne auch niemanden, der in einem solchen Bereich "arbeitet" und nach abgesessener Minute bezahlt wird.

      Wie hieß es so schön in einem Cartoon, als die Heimarbeit (neudeutsch "Homeworking") eingeführt wurde: Fragte der betroffene Mitarbeiter seinen Chef, ob er bei der Heimarbeit nun die Zeit als Arbeitszeit eintragen solle, die er früher im Böro (schlafend) verbracht habe, oder die Zeit, in der er wirklich etwas für die Firma gemacht habe.

    • Riese35
      25. August 2016 11:10

      Aber es stimmt schon: Das Arbeitszeitgesetz ist für so eine Tätigkeit sinnloser, bürokratischer Ballast, über den man sich sehr ärgert, wenn man gezwungen wird, ihn ernst zu nehmen. Das betrifft meistens den Firmenchef mehr als den Techniker, der an einer Sache selbst arbeitet. Das gehört selbstverständlich reformiert und den Bedürfnissen angepaßt.

    • dssm
      25. August 2016 11:18

      @Riese35
      Ich darf rund um die Uhr arbeiten, aber ich hatte leider engagierte Mitarbeiter! Die Strafen bei der GKK-Prüfung waren ganz nett. Förderung habe ich natürlich auch nie bekommen, dafür aber hinterher, wenn man Technologieführer ist immer die Sprüche 'so etwas müsste gefördert werden'.
      In Österreich habe ich jedenfalls alle Entwicklungsarbeiten eingestellt. Denn entweder man zahlt unkalkulierbare Strafen oder das Team geht genau wenn es spannend wird nach Hause.

    • Undine
      25. August 2016 13:20

      @Riese35

      "Wenn man Interesse an einer Sache hat und etwas weiterbringt bzw. weiterbringen will, wirkt das auch erholsam und entspannend."

      Das größte Vergnügen für meinen Cousin---und zugleich erholsam und entspannend---ist es, aus dem Lateinischen ins Griechische und umgekehrt zu übersetzen. ;-)

    • Riese35
      25. August 2016 15:58

      @dssm: Ich verstehe Sie und teile Ihre Ansicht voll und ganz.

      Salzburg ist erst etwa 200 Jahre bei Österreich. Salzburg ist bereits über 1200 Jahre lang Erzbistum, während Wien noch Jahrhunderte lang eine kleine Pfarre war, die zu Passau gehört hat. Einige Teile der Diözese Wien gehörten sogar zum Erzbistum Salzburg. In wenigen Jahren wird Wien die 300-Jahrfeier zur Erhebung zum Erzbistum begehen: 300 Jahre zu 1200 Jahre. Das ist ein Faktor 4.

      Mitten durch Österreich (ich meine das Erzherzogtum, bestehend aus Ober- und Niederösterreich) geht eine Kulturgrenze. Im Westen und westlich davon (inkludiert auch Salzburg) verwendet die Volksmusik überwiegend in Dur-Tonarten, im Osten ...

    • Riese35
      25. August 2016 16:13

      ... Moll-Tonarten.

      Diese Kulturgrenze bewirkt auch vollkommen unterschiedliche Mentalitäten. Ich gebe jetzt keine Bewertung ab, nur eine Feststellung. Eine Folge davon ist, daß man im Osten und im Westen mit Gesetzestexten und Vollzugspraktiken anders zu leben gelernt hat. Sie im Westen haben engagierte Mit"arbeiter", die ihre Arbeit verrichten und deren Arbeitszeit erfaßt und kontrolliert wird. Im Osten "arbeitet" man nicht so viel. Im Osten ist man nicht so "arbeit"sam.

      Wenn man aber ein Ziel vor Augen hat, "genießt" man es auch im Osten, diesem Ziel unaufhaltsam entgegenzukommen. Das ist der eigene Antrieb. Aktivität ja, um ein Forschungsergebnis zu erzielen, Arbeit nein. ...

    • Riese35
      25. August 2016 16:20

      ... Das ist der kulturelle, vielleicht auch nur sprachliche Unterschied.

      Wie gesagt, das ist keine Rechtfertigung und auch keine Bewertung, sondern nur eine Feststellung. Man sagt ja, in Wien in St. Marx beginne der Balkan. Ich sage damit nicht, daß die östliche Herangehensweise die bessere wäre. Aber die Gesetze kommen aus Wien, und es ist gut, diese Zusammenhänge zu verstehen.

      Kommunismus war Kommunismus. In Rußland und anderen slawischen Ländern konnte man es sich trotzdem irgendwie einrichten und damit auskommen. ...

    • Riese35
      25. August 2016 16:22

      ... In Deutschland erging es einem aber unter dem Kommunismus miserabel, denn Kommunismus gepaar mit deutscher Gründlichkeit konnte nur schiefgehen.

      Ich kenne Ihre Sicht von Wien und muß oft hier im Blog herzhaft lachen. Ich selbst teile ja auch viele Ihrer Ansichten und sehe vieles in Wien sehr ähnlich.

    • Riese35
      25. August 2016 16:25

      @Undine: Das verstehe ich sehr gut. Man könnte ja auch Beruf und Steckenpferd miteinander verbinden. Oder statt aus dem Lateinischen überetzen gleich lateinisch lesen ohne zu übersetzen.

    • Undine
      25. August 2016 17:26

      @Riese35

      Besagter Cousin ---mittlerweile längst in Pension---hat Latein und Englisch unterrichtet---Englisch wegen der Berufsaussichten. Seine Liebe gilt aber immer noch Latein und Griechisch.

  21. Leo
    25. August 2016 09:01

    - Der bürokratische Aufwand in der Forschung ist unfassbar.
    - Die Gelder, die alleine für die Verwaltung aufgewendet werden sind immens.
    - Die Institutionen, die für die Verwaltung dieses Systems geschaffen wurden, behindern häufig Forscher und Forschung.
    - Gefördert wird nur mehr was en vogue ist und von diversen lokalen oder internationalen Lobbies vorgegeben wird.
    - Zweckfreie, neugiergetriebene Forschung, also jene Forschung, die allenfalls wirklich Neues hervorbringen würde, ist kaum mehr möglich.

    Wann wird Elisabeth Gehrer's "Weltklasse" endlich den Durchbruch schaffen?

  22. Erich Bauer
    25. August 2016 08:59

    In deindustrialisierten Ländern ist auch von der Forschung nicht mehr allzuviel zu erwarten. Die Vergabe von massiven Fördermitteln aus Steuergeldern, als "Rezept", weist da eher auf sattsam bekannte Polit-Sedierung des Volkes hin. Für kurze Zeit zeigt der politisch-mediale Komplex manischen Aktionismus... Was aber nicht heißt, dass die propagierten und sehnlich erwünschten Gelder nicht trotzdem fließen - an "Forschungs-Beamte"...

  23. Bob
    25. August 2016 08:39

    Der Förderungsdschungel gehört gehörig durchforstet.Oft werden unnötige Projekte durchgeführt, nur weil es gefördert wird. Jeder Pimperlverein sucht jährlich um eine Förderung an. Wenn man seine Freizeitaktivitäten nicht selbst finanzieren kann, dann soll man es bleiben lassen.

  24. Leopold Franz
    25. August 2016 08:10

    Es mag schon sein, dass innerhalb dieser Forschungsförderungsvielfalt auch sinnvolle Projekte gefördert werden. Zwar unkoordiniert, aber immerhin.
    Das Gesamtbild entspricht dem des breiten österreichischen Subventionsbereiches. Hier wird den schwarzrotgrünen Vorfeldorganisationen, die das Land überziehen, das wirtschaftliche Überleben gesichert. Das war offensichtlich auch unter Schwarz-Blau so und ist wohl als österreichisches Gewohnheitsrecht einzuschätzen. Ich kann mich an ein Interview mit der besorgten damaligen Leiterin des DÖW erinnern, die eine Kürzung oder Streichung der Subventionen für ihren und die vielen ähnlichen Vereine befürchtete und beklagte. Aber da hat sich niemand drüber getraut.
    Eine Neuordnung und Straffung des österreichischen Subventionsbereiches würde die wirtschaftliche Sanierung des Landes ermöglichen. Da jetzt noch die Presseförderung für den Erhalt der Vielfalt unserer "Qualitätszeitungen" vervielfacht wird, ist dieses Unterfangen noch schwieriger geworden.

  25. Michael Josef JANK
    25. August 2016 07:52

    Die Richtlinien/ Regeln für förderungswürdige Projekte haben leider immer auch Schlupflöcher.
    Wenn z. B. eine Uni zu Projektgelder kommen möchte, muss sie oft als Förderbedingung ein "privatwirtschaftliches" Unternehmen finden.
    Das klingt oberflächlich betrachtet vernünftig, weil schließlich soll die angewandte Forschung eng mit der Wirtschaft verbunden sein.
    Doch Schlupflöcher in diesen Richtlinien/ Regeln machen es möglich, dass dann das
    "Uni-Personal" selbst diese Unternehmen gründen um den Fördertopf anzuzapfen.

  26. exp(i*pi)+1=0
    25. August 2016 04:32

    Zur Tagebuchnotiz „Irrweg Forschungsförderung“:
    Über Forschung und Entwicklung (F&E) wird viel geredet aber hauptsächlich von Managern und Politikern, die selbst nie in diesem Bereich tätig waren. In meinem Berufsleben konnte ich immer wieder gut ausgebildete TU Absolventen beobachten, die kurz nach dem Eintritt in das Berufsleben in die Entwicklungsabteilungen einer internationalen Firma kamen. Nach kurzer Zeit konnte man unterscheiden, wer nicht nur von der Ausbildung her, sondern auch von seinen persönlichen Talenten her, für F&E wirklich geeignet ist. In F&E braucht man nämlich nicht nur gute Ausbildung, sondern auch Talent, vergleichbar einem fähigen Musiker.
    Bei den neu eingetretenen TU-Absolventen war deshalb nach kurzer Zeit fast immer eine Aufspaltung in zwei Gruppen zu beobachten. Die Einen begannen sich nach wenigen Jahren in F&E sozusagen zu langweilen, in ihrer zukünftigen Karriere eingeschränkt zu fühlen und „höhere Weihen“ im Management anzustreben. Die wirklich talentierten Köpfe hingegen „verliebten“ sich in ihr Fach und waren in Gefahr eventuell langfristig als „Fachidioten“ abgestempelt zu werden.
    Sehr wichtig ist, daß echte Forschung, aber auch Anwendungsentwicklung schwer planbar, weil „spielerisch“ entstehend ist und sehr viel Kontinuität erfordert.
    Die Management-Typen möchten aber von ihrem Wesen her planbare Projekte und Vorgaben was konkret herauskommen soll. Diese Einstellung ist den Geldgebern von F&E sehr willkommen, daher machen überwiegend Management-Typen Karriere. Das Ergebnis ist dann, daß diese Manager viel über F&E reden und scheinbar auch davon etwas verstehen, die „Forscher-Typen“ hingegen an Einfluß verlieren. So kommen dann zweitklassige Entscheidungen über den Einsatz von Mitteln für F&E als Regelfall zu Stande.

    • simplicissimus
      25. August 2016 07:44

      Gute Beobachtung.

    • HDW
      25. August 2016 08:39

      Ein beliebtes retardierendes Element ist in diesem Zusammenhang die Forderung nach einer "Budgeterstellung" !

    • Riese35
      25. August 2016 09:12

      ***************************!

      >> "in die Entwicklungsabteilungen einer internationalen Firma"

      Ja, internationale Megafirmen zeigen ähnliche bürokratische, planwirtschaftliche Krebsgeschwüre wie öffentliche Verwaltungen. Das beobachte ich auch schon lange. Die Subsidiarität, Eigenverantwortung und Kontinuität werden immer geringer.

      >> " Das Ergebnis ist dann, daß diese Manager viel über F&E reden und scheinbar auch davon etwas verstehen, ..."
      http://www.waltzingrhino.com/humor/business/accidenture.html

    • socrates
      25. August 2016 09:15

      Richtig!!!!!!!! ******************************************************

    • Leo
      25. August 2016 09:34

      Völlig richtig.

    • dssm
      25. August 2016 11:24

      Da fehlt noch ein Problem, nämlich die völlige wirtschaftliche Ahnungslosigkeit der Naturwissenschaftler. Gerade wenn ein Projekt aus dem Ruder läuft, so sollten die Techniker dies erkennen und dann alles hinterfragen. Wer aber von Kosten und Liquidität keine Ahnung hat, der wird der beschriebene 'Fachidiot', dem der Kaufmann dann den Hahn abdreht – oft zum völlig falschen Zeitpunkt.

    • Ökonomie-Vergelter
      25. August 2016 12:16

      @ DSSM:

      Da happert es aber an der "Bringschuld" der Manager und nicht an den Kapazitäten der Wissenschafter, um es im zeitgeistigen Jargon auszudrücken. Die Financiers haben nämlich einen direkten Draht mit F&E im Gange zu halten, und müssen rechtzeitig avisieren, welche Projektarbeit wann aus dem Ruder zu geraten droht. Natürlich braucht es dazu auch ein intermediäres Verständnis von der Materie und ein Vorstellungsvermögen.

    • El Capitan
      25. August 2016 12:57

      Wer sich "exp(i*pi)+1=0" nennt, hat definitiv eine Ahnung vom naturwissenschaftlich-technischen Denken. ;-) Chapeau!

      Ich kann jeden Ihrer Sätze unterschreiben, gebe aber zu bedenken, dass in den österreichischen Büros auch viele ahnungslose Menschen sitzen und die Bequemlichkeit und die Gemütlichkeit halt doch ein Lebensprinzip der Österreicher ist.

      Das wäre noch nicht schlimm, aber die SPÖ hat das "Arbeitsleid" erfunden, in ihr Programm übernommen und damit den Niedergang der Initiativen verschuldet. Überbelastet sind nur die Überbelasteten und die wählen SPÖ und grün. Die Belastbaren wandern aus.

    • Riese35
      25. August 2016 14:21

      @El Capitan: >> "Wer sich "exp(i*pi)+1=0" nennt, hat definitiv eine Ahnung vom naturwissenschaftlich-technischen Denken."

      Ich finde, diese Gleichung ist eine der faszinierendsten überhaupt, die die wichtigsten geistigen (abstrakten) Naturkonstanten bzw. Grundgrößen zueinander in Beziehung setzt, sie in einen Zusammenhang zwängt, sie "einrenkt", d.h. in die richtige Stellung zueinander bringt (im Arabischen würde man "dschabara" sagen, bzw. als Substantiv "Einrenkung" = "Dschabr", oder mit Artikel "die Einrenkung" = "al Dschabr", bzw. ägyptisch ausgesprochen "al Gebr" / dsch=g, bzw. als arabisches Fremdwort in der deutschen Sprache "Algebra").

      So wie der Marktstandler ...

    • Riese35
      25. August 2016 14:32

      ... das abstrakte Modell der natürlichen Zahlen mit seinen algebraischen Operationen des Addierens und Multiplizierens verwendet, um die Anzahl der verkauften Äpfel mit Hilfe eines Bleistifts und eines Zettels zu ermitteln, so erblickt man die komplexe Exponentialfunktion mit ihren e, Pi, i und eins, wenn man ein Kind auf einer Schaukel sieht. Man erblickt sie überall dort, wo die Beschleunigung negativ proportional zum Ort ist, wo mit der Orts- oder Größenveränderung Gegenkräfte zu wirken beginnen, ob das nun eine Feder ist, eine Schaukel, ein Pendel, ein Kondensator in einem Stromkreis mit Induktivität etc.

      Es reicht fast ausschließlich diese eine lineare Differentialgleichung ...

    • Riese35
      25. August 2016 14:42

      ... 2. Ordnung, um das ganze Verhalten der Exponentialfunktion eindeutig zu beschreiben. Jene Differentialgleichung, die in der Sprache der Mathematik das beschreibt, was man mit Hausverstand als das Wesen z.B. einer Schaukel, eines Wachstums, der Kapitalentwicklung bei Zinseszinsen erkennen möge. Dieser "Zwang" erzeugt, mit Hilfe der Mathematik genau quantifizierbar, die Exponentialfunktion im Reellen ganz genau so wie im Komplexen, und führt letzten Endes bei dem Ort entgegengesetzter Kraft (negativer Faktor) zu einem imaginären Exponenten (Wurzel aus negativer Zahl) und bei einer halben Periode (halber Kreisumfang = PI bei Radius = 1) zu dieser faszinierenden Gleichung.

    • exp(i*pi)+1=0
      25. August 2016 16:29

      Der Schweizer Leonhard Euler gilt als einer der der bedeutendsten Mathematiker. Es wird erzählt, seine Lieblingsformel sei exp(i*pi)+1=0 gewesen.
      Euler kann als einer der Begründer der Analysis angesehen werden. 1748 publizierte er das Grundlagenwerk „Introductio in analys in infinitorum“, in dem zum ersten Mal der Begriff "Funktion" vorkommt.
      Mich beschäftigt manchmal die Frage, wie ein solches Genie, wenn es erst in unserer Zeit geboren worden wäre, sich entwickeln hätte können.

  27. Maria Kiel
    25. August 2016 03:06

    jetzt, wo man den "lästigen" Moser endlich los geworden ist, wird man nicht einmal mehr auf diesem Weg all die bürokratischen Geldvernichter-Grauslichkeiten schwarz auf weiss lesen müssen; sogar das bisher schon erfolgte "net amol ignorieren" werden sich die Herrschaften ersparen!

    • Undine
      25. August 2016 09:41

      Ich bin überzeugt, daß Josef MOSER der beste RH-Präsident aller Zeiten war. Jetzt sind leider wieder die Handlanger der Linken am Ruder --- in allen Bereichen.

  28. simplicissimus
    25. August 2016 02:19

    Sind nicht "absurd" und "Politik" heute Synonyme geworden?





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