In begründeter Sorge: Aufruf zur Volksbefragung drucken

Wir, die Unterzeichneten, fühlen uns verpflichtet und herausgefordert, vor der Volksbefragung unsere Stimme zu erheben. Wir wissen, dass unsere Ansicht auch von der überwiegenden Mehrheit der Offiziere und Unteroffiziere getragen wird.

Wir haben in den letzten Jahrzehnten in den verschiedenen Führungsebenen des Bundesheeres Verantwortung getragen und entsprechend dem Primat der Politik für die Einsatzbereitschaft der Armee oft unter schwierigsten Bedingungen gesorgt. Und dieses Bundesheer hat sich bei allen Einsätzen im In- und im Ausland mit viel Wertschätzung und Lob bewährt.

Wir kennen durch unsere Tätigkeiten die komplexen Verhältnisse im Bundesheer im Rahmen der staatlichen Verwaltung genau, wissen von den Bedingungen anderer Armeen in Europa und bewerten unser auf Österreich zugeschnittenes Wehrsystem der allgemeinen Wehrpflicht als das geeignetste für unser Land. Nach Auswertung mehrerer seiner Aussagen gehen wir davon aus, dass auch der Herr Bundespräsident als Oberbefehlshaber diese Ansicht teilt.

Gleichgültig wie man dazu steht, die Volksbefragung ist nun beschlossen und wir rufen daher zur Stimmabgabe auf, damit nicht eine Minderheit über eine wesentliche Frage unserer Sicherheit entscheidet.

Unser Mahnruf ist kein Votum für eine Partei! Wir fühlen uns nach wie vor an unser Gelöbnis gebunden, der Sicherheit und dem Schutz unserer Bürger zu dienen.

Wir stellen dazu nachdrücklich fest, dass die bisherigen Leistungen unserer wehrpflichtigen, einsatzfreudig ihre Aufgaben erfüllenden Soldaten, volle Anerkennung erfahren haben und jegliche herabsetzende Feststellung als ungerechtfertigt und entwürdigend zurückzuweisen ist.

Wir sind der Überzeugung, dass die in Zukunft erforderlichen Leistungen z.B. zum Schutz der kritischen Infrastruktur oder zur Hilfe bei Katastrophen größeren Umfanges (wie etwa bei einem längeren „Blackout“) nur im Rahmen der allgemeinen Wehrpflicht erbracht werden können und nur so zu einem effizienten Instrument der staatlichen Sicherheit führen. Dabei ist eine Reform und bessere Sinngebung des Wehrdienstes unerlässlich. Ähnlich handelt auch die Mehrheit der acht vergleichbaren Länder in Europa.

Wir sind in Sorge, dass durch einen Übergang zu einem Berufsheer eine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung des Bundesheeres herbeigeführt würde. Die Erfahrungen aus der Geschichte seit den Anfängen der Republik Österreich und die Erkenntnisse über die Entwicklungen von Berufsarmeen in Europa weisen darauf hin, dass diese Art eines Wehrsystems nicht für jedes Land nachahmenswert ist und unter normalen Umständen kaum – und dann oft nur zu spät – rückgängig gemacht werden kann.

Wir rufen daher unsere Bürgerinnen und Bürger auf, die Volksbefragung als Grundsatzentscheidung für das Wohl unseres Landes zu sehen, daran teilzunehmen und für die Beibehaltung der Wehrpflicht zu stimmen.

Folgende Generalsoffiziere iR sind die Unterzeichner dieses Aufrufs. (In Klammer die letzte Verwendung und Tätigkeit):

Richard BONDI (Leiter der österreichischen Militärmission Brüssel)
Mag. Dr. Peter CORRIERI (Leiter Sektion IV / Verteidigungsministerium)
Prof. Mag. Johann CULIK (Militärkommandant Niederösterreich)
Dipl. Ing. Mag. Günther GREINDL (Leiter der Militärvertretung und erster österreichischer Militärrepräsentant in der EU.)
Mag. Dr. Friedrich HÖTZL (Leiter der Sektion I / Verteidigungsministerium)
Mag. Günter HOCHAUER (Leiter der Generalstabsgruppe B / Verteidigungsministerium)
Prof. Mag. Ernest KÖNIG (Kommandant der Landesverteidigungsakademie, Militärpublizist)
Mag. Engelbert LAGLER (Kommandant des Korps II)
Karl MAJCEN (Generaltruppeninspektor)
Prof. Mag. Dr. Horst MÄDER (Leiter der Abteilung Truppendienst / Verteidigungsministerium, Militärpublizist)
Johann MITTENDORFER (Kommandant des Korps II)
Othmar PABISCH (Kommandant der Fliegerdivision)
Prof. Mag. Horst PLEINER (Generaltruppeninspektor, Militärpublizist)
Johann PHILIPP (Armeekommandant und Leiter der Sektion III / Verteidigungsministerium)
Mag. Alfred PLIENEGGER (Kommandant des Korps I)
Gerald PROPST (Leiter der Sektion III / Verteidigungsministerium)
Mag. Adolf RADAUER (Adjutant des Bundespräsidenten)
Mag. Karl REDL (Militärkommandant Vorarlberg)
Mag. Raimund SCHITTENHELM (Kommandant der Landesverteidigungsakademie)
Prof. Mag. Rolf URRISK-OBERTYNSKI (Leiter der Ausbildungsabteilung B / Verteidigungsministerium, Militärpublizist) 

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  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    4x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2013 16:57

    Die Führung der Freidemokraten entbietet den Herren ihren Gruß. Sie hat sich vorbehaltlos für den Primat der Wehrpflicht verbunden mit der Forderung nach umfassenden inhaltlichen und organisatorischen Erneuerungs- und materiellen Aufstockungsmaßnahmen für das Heer entschieden. Die freidemokratische Bewegung und ihre Funktionsträger betrachten es als eine Ehre, diese sicherheitspolitischen Ziele gemeinsam mit den obgenannten Herren, deren Verdienste bekannt sind, über jegliche Parteigrenzen hinweg gemeinsam anzustreben. Wehrpflicht hat Vorrang. Glück auf für die Abstimmung am 20. Januar.

  2. Ausgezeichneter Kommentatorterbuan
    2x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2013 16:33

    Sehr geehrte Herren,
    vielen Dank für Ihre Initiative,
    selbstverständlich werde ich an der Volksbefragung teilnehmen und für die Beibehaltung der Wehrpflicht stimmen!

    Der derzeitige Minister ist weder für die Führung eines Wehrpflichtigenheeres noch bzw. schon gar nicht für den Aufbau einer Berufsarmee qualifiziert.
    Es ist eine Volksbefragung aus politischem Kalkül und nur zum Schaden des Landes daher,
    eine Kampagne der Herren Faymann und Darabos im Verein mit dem Schmutzkübel-Boulevard "Krone, Österreich und Heute" kann man nur mit einem eindeutigen NEIN beantworten!!!

  3. Ausgezeichneter Kommentatordssm
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    15. Januar 2013 19:31

    Das tut im Herzen weh, nur lauter 'ehemalige'.
    Wie damals, als das rote Gesindel die Schüsselregierung angeschwärzt hat. Die ganzen pensionierten Diplomaten haben sich in den Dienst der Sache = Österreich, unentgeltlich gestellt, wissend, daß die roten Schmutzkübeln über Ihnen ausgegossen wurden.
    Es wäre schön, wenn den Unterzeichnern und ihren Unterstützern im aktiven Dienst, ein ähnlicher Erfolg vergönnt wäre, unabhängig davon ob man für oder gegen die Wehrpflicht ist.

    Solange es diese Engagement gibt, ist unser Land nicht vollkommen verrottet! Es gibt anständige Menschen in öffentlichen Funktionen, nur bekommen diese dort eine Maulkorb verpasst.

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  1. Martin W. (kein Partner)
    19. Januar 2013 20:22

    Wenn es sich um einen schulpolitischen Belang handelte, dann wäre jetzt die Reaktion des zuständigen Ministers klar: "Böse von der bösen Gewerkschaft getriebene Standesdünkler fühlen sich in ihrem Freizeitbedürfnis bedroht. Ihre Haltung zeigt deutlich die Notwendigkeit einer Reform, lässt ferner den Wunsch aufkommen, sie von künftigen Entscheidungen völlig auszuschließen ..."

  2. cmh (kein Partner)
    18. Januar 2013 18:00

    In Kanada soll es auch nicht unbedingt erforderlich sein, die Straßen von jeglichem Schnee zu befreien.

    In den Grenzgebieten ist die Solidarität aka Nachbarschaftshilfe auch noch ausgeprägt. Daher funktioniert es.

    Mein Argument ist aber, dass neben den manipulativen bei Militär zu erlernenden Tätigkeiten auch die verletzungsfrei Einordnung in eine bestehende Befehlsstruktur erlernt wird. Also etwas, das für die Generation der Ich-AGs ein absolutes Desidertum darstellen sollte.

  3. Neppomuck (kein Partner)
    16. Januar 2013 14:49

    Wenn UNinformierte über Uniformierte ... na, Gott sei Dank nicht abstimmen sollen, sondern nur befragt werden, dann geht das grundsätzlich in die Hosen.
    Zumal die Zivi-Minister und Ex-Steuerhinterzieher lügen wie gedruckt, wenn es um ein vergleichendes "benchmarking" geht.

    Als Trost sei nachgereicht:
    Diese "Volksbefragung" ist nichts als ein Farce. Allenfalls als ein Auftakt, bzw. Probegalopp zu den heurigen Wahlen zu verstehen.
    Die Wehrpflicht ist zwar nicht "in Stein gemeisselt", aber Bestandteil der Verfassung.
    Verfassungsänderungen sind nur mit einer 2/3-Mehrheit der Abgeordnetenstimmen möglich.
    Die wird es nie geben.
    Zumal man nur das Thema im Parlament abzuhandeln verpflichtet ist.
    Außerdem muss sich die nächste Regierung nicht an das gegebene Versprechen der jetzigen halten, bzw. das Ergebnis einer Befragung, eines UAes etc. ist für die nächste Regierung gegenstandslos.

    Also keine Bange.
    Die Wehrpflicht bleibt.

    Allerdings sollte man den Rosstäuschern, aus welchem Lager immer, eine gehörige Lektion erteilen.
    Gelegenheiten gibt es heuer genug dazu.

  4. Observer
    16. Januar 2013 08:49

    Warum dürfen nur ehemalige Offiziere ihre Meinung zum Thema Wehrpflicht vs. Berufsheer äußern? Es wäre doch wünschenswert, wenn auch aktive Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften dazu Stellung nehmen würden. Oder ist es diesen Personen verboten und wurden ihnen Maulkörbe umgehängt?

  5. Johann Scheiber
    15. Januar 2013 22:26

    UHBP hat im Radio gesagt, er stehe hinsichtlich der Volksbefragung zu dem was er gesagt hat, aber wiederholen wollte er das Gesagte nicht.

    Der Schweizer BP Ueli Maurer, der auch Verteidigungsminister ist, hat laut Weltwoche das Ziel ausgegeben, aus dem politisch vernachläsigten und verunsicherten Haufen Uniformierter "die beste Armee der Welt" zu schaffen. Dieses Ziel habe er nicht erreicht und er wird es auch nie erreichen, aber er hat den Wehrmännern, den Kadern wie den Soldaten, neues Selbstbewußtsein eingeflößt und er lässt keinen Raum für Zweifel, dass er die Sicherheit des Landes und die zentralen Instrumente, die diesem Zweck dienen (zuvorderst die Armee), wieder in das Zentrum der eidgenössischen Politik rücken will und wird. Das sind - so die Weltwoche - nicht nur Worte, der Bundespräsident zielt auf einen Kulturwandel.

    Soviel zur Differenz hinsichtlich Politpersonal!

    In der Schweiz geht es nicht um die Frage Wehrpflicht oder Berufsheer, nein die Eidgenossen haben bemerkt, dass in Europa, die Wehrbudgets hochgefahren werden und der Armeekomandant hat auch öffentlich festgestellt, dass dem Kontinent erhebliche innere Konflikte drohen. Sicherheitspolitik ist gefragt, das zentrale Element dabei ist die Armee.
    In Österreich hingegen ist in der Politik die Lagebeurteilung der Schweizer vermutlich nicht einmal evident, und man diskutiert die Abschaffung des Bundesheeres mit den Argumenten von Buchhaltern und Erbsenzählern im Hinblick auf Lebensverdienstsumme, BIP und dergleichen mehr. Ist auch verständlich, dass die Sozialisten und deren grüne und sonstigen Trabanten eine Scheindiskussion führen, da ihre tatsächliche Mission, nämlich verlängerter Arm der Brüsseller NATO- und EU-Kolonialherren zu sein, vom Stimmvieh nicht goutiert werden würde.

    Während in Österreich in der Diskussion dumpfes Chaos herrscht, gibt es im Freiheitsstaat Schweiz ein feines Sensorium für die Zeichen der Zeit und den Zusammenhang von militärischer, politischer, wirtschaftlicher und geistiger Selbstbehauptung. Dazu noch ein Zitat aus der Weltwoche:
    "Sicherlich können der wirtschaftliche Imperialismus und die Kolonialisierung des Rechtssystems, denen die Schweiz ausgesetzt ist, nicht mit einer starken Armee direkt bekämpft werden. Doch die unüberlegte Schwächung der militärischen Mittel, verbunden mit einer naiven Andienung an internationale Gebilde, hat das Selbstwertgefühl des Landes nachhaltig zerstört. Die Folgen sind die blinde Öffnung der Grenzen, die eilfertige Erfüllung ausländischer Forderungen und die passive Rolle als Spielball fremder Akteure."

    Bei dieser Volksabstimmung geht es nicht um wenig, sondern beinahe um alles. Jedenfalls um die Frage, ob wir noch ein Staat und ob wir noch der Staat sein wollen, oder ob wir analog der Breschnew-Doktrin als multikulturelle Teil-Republik der EUDSSR und als Vasall der NATO-Paktstaaten jenseits der Freiheit dahinvegetieren wollen.

  6. dssm
    15. Januar 2013 19:31

    Das tut im Herzen weh, nur lauter 'ehemalige'.
    Wie damals, als das rote Gesindel die Schüsselregierung angeschwärzt hat. Die ganzen pensionierten Diplomaten haben sich in den Dienst der Sache = Österreich, unentgeltlich gestellt, wissend, daß die roten Schmutzkübeln über Ihnen ausgegossen wurden.
    Es wäre schön, wenn den Unterzeichnern und ihren Unterstützern im aktiven Dienst, ein ähnlicher Erfolg vergönnt wäre, unabhängig davon ob man für oder gegen die Wehrpflicht ist.

    Solange es diese Engagement gibt, ist unser Land nicht vollkommen verrottet! Es gibt anständige Menschen in öffentlichen Funktionen, nur bekommen diese dort eine Maulkorb verpasst.

    • phaidros
      15. Januar 2013 20:15

      nur lauter 'ehemalige'

      Guter Punkt. Denken wir mal ein bisschen darüber nach:

      Warum keine Aktiven?

      Entweder, weil sie samt und sonders die Meinung nicht teilen (eher unwahrscheinlich).
      Oder, weil sie sich nicht trauen, dafür einzustehen.
      Oder weil sie einen Maulkorb tragen.

      Im Falle der Optionen 2 oder 3 ist die Courage nicht unbedingt die, die ich mir von militärischen Führern erhoffe. Und auch im Fall 1 kann man wohl nur Sorge vor dem Ausgang der Befragung unterstellen, andernfalls müsste doch irgendeine Wortmeldung zu hören sein!?

      Eine gute Frage ist auch die nach der Motivation.

      Für mich ist eine starke welche ziemlich klar, das noch so verweichlichte und unsportliche Kind »athletisch« nennen zu müssen, wenn man in verantwortlicher Position über Jahrzehnte mitgewirkt hat, dass es zum untrainierten Couchpotato wurde. Und außerdem damit zu verhindern hofft, dass jemals jemand ein wirklich athletisches Kind zu sehen bekommt...

    • dssm
      15. Januar 2013 20:43

      @phaidros
      Ich habe einen Militärattaché erlebt, der es wagte, eine andere als die politisch gewünschte Meinung, in einem privaten(!) Gespräch zu äußern; dabei schloss er sich der Meinung eines pensionierten Generals an.
      Eine am Tisch sitzende Politikerin verließ demonstrativ den Raum, eine andere fuhr ihm über den Mund, die Art war ehrenrührig. Als der Herr General und meinen Wenigkeit, unterstützt von unseren Ehefrauen, anfingen dazwischen zu gehen, verließ auch die zweite Politikerin den Raum, diskutieren nicht erwünscht, Sachargumente nicht erwünscht.
      Wie die Karriere des Herrn Attaché weiterging, ist ja wohl klar.
      Nicht jeder kann es sich leisten, aufzustehen und den Kampf aufzunehmen.

      Da wird einem die ewige Schuldenwirtschaft und der einhergehende Konsumterror aus anderer Perspektive gezeigt. Wer Schulden hat oder auf standesgemäße Luxusartikel wert legt (oder die Frau), der ist dem System ausgeliefert.
      Sie werden mir Recht geben müssen, da bleiben nicht viele Leute über.

    • Sensenmann
      15. Januar 2013 21:03

      @dssm: Die angesprochenen Politikerinnen werden schon in wenigen Jahren darum beten, diese Äußerungen und dieses Verhalten nicht gemacht zu haben. Man wird sie und ähnlich geartete Rotzpippen, die glauben, eine Parteikarriere sei eine Leistung, in einer Art abservieren und bestrafen, daß sie froh sein werden, noch in der Armenausspeisung bedient zu werden...
      Im Zusammenbruch eines Systems mit Verlust des Arbeitsertrages eines Lebens pflegt das Volk für derlei Gestalten nicht sehr viel Sympathie zu haben.

    • dssm
      15. Januar 2013 21:52

      @Sensenmann ein Ordnungsruf.
      Die repräsentative Demokratie abschaffen - JA!
      Dem Gesindel damit das Geld wegnehmen - Sehr gut!
      Den Rechtsstaat abschaffen - Niemals!

      Also keine Rachegelüste bitte.

      Bleiben Sie in der christlichen Kultur: Vergeben und Vergessen!
      Wer danach einer anständigen Arbeit nachgeht ist willkommen, egal welche Äußerungen er davor gemacht hat.

    • cmh (kein Partner)
      17. Januar 2013 17:21

      phaidros - sollen sich die aktiven Offiziere etwa für Sie öffentlich entleiben, damit Sie aufhören, Haltungsnoten zu erteilen.

      Erstens gibt es einen generellen Konsens, dass sich aktive Offizieren nicht zur Tagespolitik äußern. Oder hätten Sie gerne auch einen Aufruf von den Kanzeln zu aktuellen Themen?

      Zweitens Sie wissen ganz genau, dass es bei den Offizieren so zugehet, wie bei irgendeiner der Wirtschaftstreuhandkanzleien. Ein Auffallen mit unerwünschten Aussagen, auch wenn diese richtig sind, wäre nicht nur nicht förderlich, sondern möglicherweise für die Anstellung fatal.

    • phaidros
      18. Januar 2013 06:16

      ...sondern möglicherweise für die Anstellung fatal.

      Das war mir natürlich völlig neu und ich danke für diese Belehrung in Sachen taägliches Leben.

      Allerdings erhoffe ich von einer militärischen Führung etwas Rückgrat. Und wenn der Generalstab geschlossen aufträte, wäre es gar nicht möglich, persönliche Konsequenzen zu setzen.

      Insbesondere, als es sich bei der Hoffnung, dass jemand unbeeinflusst und ohne Druck von oben sein Amt bestmöglich ausüben kann exakt, auf den Punkt, zu 100% ganz genau um die einzige Begründung handelt, die es für Pragmatisierung gibt.

      Ich frage SIe also, kluger cmh: sind unsere Generäle pragmatisiert?

    • cmh (kein Partner)
      18. Januar 2013 09:42

      Soweit ich weiss, verehrtester phaidros, haben wir den Primat der Politik. Ich kann mir daher gut vorstellen wie der Herr Minister Darabosch von der Generalität informiert wurde:

      Das widerspricht allen logischen Grundsätzen.
      Das ist aus taktisch/strategisch/operativen/sachlichen Gründen nicht möglich.
      Bitte nicht Herr Minister.

      Danke Waldi!

      Und da gegen Dummheit selbst die Götter vergebens kämpfen, dürfen Sie den Generalen nicht diesen Vorwurf so machen.

      Dass sie allerdings in den letzen 40 Jahren zunehmend immer weniger Rückgrat zeigen, da haben Sie natürlich recht, scheint mir in der allegemeinen Rückgratlosigkeit der Techniker in der entwickelnden Wohlfahrssozialgesellschaft zu liegen.

      Im übrigen kann man auch einem pragmatisierten General sinnlose Aufträge geben.

  7. Helmut Oswald
    15. Januar 2013 16:57

    Die Führung der Freidemokraten entbietet den Herren ihren Gruß. Sie hat sich vorbehaltlos für den Primat der Wehrpflicht verbunden mit der Forderung nach umfassenden inhaltlichen und organisatorischen Erneuerungs- und materiellen Aufstockungsmaßnahmen für das Heer entschieden. Die freidemokratische Bewegung und ihre Funktionsträger betrachten es als eine Ehre, diese sicherheitspolitischen Ziele gemeinsam mit den obgenannten Herren, deren Verdienste bekannt sind, über jegliche Parteigrenzen hinweg gemeinsam anzustreben. Wehrpflicht hat Vorrang. Glück auf für die Abstimmung am 20. Januar.

    • phaidros
      15. Januar 2013 17:01

      Freidemokraten, die für Wehrpflicht sind? Kein Irrtum möglich? ;-)

      Um es aber klar zu sagen: unter einer deutlichen budgetären Aufstockung von 50-100% wäre natürlich auch eine Wherpflicht ordentlich zu gestalten.

      Aber die wird es nicht geben.

    • Helmut Oswald
      15. Januar 2013 17:12

      Aber Phaidros, jetzt kränkn s ihnen doch net, nur weil andere sich halt an Charakter leisten können, der auf zwanzigtausend Hintertürln verzichtet ;-)

    • phaidros
      15. Januar 2013 17:55

      Oh - sg. Hr. Oswald, ich lerne doch immer gerne etwas dazu! Zum Beispiel war mir neu, dass »Charakter« in die Kategorie »leistbar« fällt! ;-D

      Aber ernsthaft, und nur zur Klarstellung: nicht geben wird es natürlich die Mittelaufstockung, die Befragung könnte schon klar gehen. (Straßenumfrage übrigens in Oe24: 5 für Berufsheer, 2 für Wehrpflicht und ungefähr 6, deren Wortmeldung beim besten Willen nicht zu entnehmen war, wofür sie sind. Vermutlich wussten sie es selbst nicht).

      Sagen Sie bitte auch dazu, das Sie den allgemeinen Wehrdienst auf 10 oder 12 Monate + Milizübungen verlängern wollen, wenn etwas militätisch auch Sinnvolles heraus kommen soll. (Keine Einwände! Nur dazusagen, bitte!)

    • dssm
      15. Januar 2013 19:21

      @phaidros
      Die Freidemokraten haben vor einigen Tagen eine wirklich gute Verantstaltung zum Thema abgehalten, mit echten Fachleuten als Vortragende.

      Da wurde auch über Kampfkraft diskutiert, mit überraschendem Ergebnis!
      Da wurde über ein eigenes Militärdienstrecht (also nicht Beamten) diskutiert.
      Da wurde ein Militärbeschäftigungsgesetz angesprochen.
      Da wurden militärische Ausbildungswege angesprochen, welche eine zivile Karriere fördern würden.
      Da wurde auch der liberale Ansatz (keine staatliche Pflicht) eingeworfen.
      Schlußendlich, der Hauptvortragende Brigadier Puntigam, selber ein Anhänger des Berufsheeres, nannte gute Gründe warum die Umstellung jetzt nicht klappen wird.

      Damit fand ich meine Einstellung eigentlich bestätigt. Aufgrund der unschönen Eile wird es keine wirklich gute Lösung geben, aber momentan ist die Wehrplicht das kleinere Übel.

    • phaidros
      15. Januar 2013 19:31

      Stimmt alles, lieber dssm!

      Aber: die Frage in der gestellten Form ist eine Grundsatzfrage und keine nach der momentan besseren (im Sinne von weniger schlechten) Lösung!

      Das wird in dieser Diskussion übersehen. Die Antwort wird uns vermutlich auf Jahrzehnte festlegen (sofern sie im Lichte der anstehenden NR-Wahl überhaupt relevant ist und das militärische Weiterwurschteln nicht ohnehin feststeht)

    • dssm
      15. Januar 2013 19:36

      @phaidros
      Wir stehen am Ende eines Weges, niemand kann sagen wo es hin geht, aber es könnte ein Ritt auf dem Tiger folgen.

      Beim letzen Mal wo es wirklich gekracht hat, haben zahllose kleinere Staaten vorher die Rüstung heruntergefahren, daher besser heute eine drastisch verbesserungsfähige Wehrpflicht, als ein völlig blutloses Berufsheer.

    • phaidros
      15. Januar 2013 19:49

      ...daher besser heute eine drastisch verbesserungsfähige Wehrpflicht

      Ich verstehe durchaus den Punkt, und finde ihn theoretisch sogar stichhaltig. Aber bei Licht betrachtet muss man bitte die rosarote Brille abnehmen: die kriegen wir nicht! (mit 6 Monaten um 2 Mrd)

    • Helmut Oswald
      15. Januar 2013 23:19

      @ Phaidros - was wir kriegen, werden wir sehen, wenn wir darum gerungen haben. Und noch haben wir damit noch gar nicht erst angefangen. Die bestehenden Verhältnisse haben nur noch eine sehr kurze Halbwertszeit.
      Dafür sorgen ESM, Geithner und Goldman Sucks - dann werden die Karten neu gemischt, und haben wir uns einmal eingebracht, dann wird man wissen. Sie gleichen einem Kaperkapitän, der noch vor der Ausfahrt verzagt, ob er auch seine Prisen aufbringt. Kopf hoch - Pfeffersäcke werden uns schon ins Netz gehen ;-]

    • phaidros
      15. Januar 2013 23:41

      Dann darf ich aber auch mit einem Vergleich kontern:

      Sie gleichen wiederum einem Hund, der in den angebotenen Beißärmel beißt. Selbst, wenn er es gut macht, macht er doch nur das, was der Trainer von ihm erwartet.

      Wir sollten aber am Ärmel vorbei den Trainer in den Arm zwicken!

    • Marcus Aurelius (kein Partner)
      16. Januar 2013 13:55

      Sehr geehrte Offiziere,
      lieber Herr Oswald,

      meine Frau und ich (Leutnant der Reserve, Pioniere) haben bereits per Wahlkarte für die Beibehaltung der Wehrpflicht gestimmt, auch unsere zwei Kinder, die gerade das Wahlalter erreicht haben. Schön wär's halt, wenn mit einem positiven Resultat auch die hinterhältige Kaputtsparung des Bundesheeres ein Ende fände und (etwa im Sinne Veit Sorgers) die Ausbildung interessanter und fordernder, also motivierender gestaltet würde.

      Herzliche Grüße!

    • phaidros
      19. Januar 2013 17:23

      Schön wär's halt, wenn mit einem positiven Resultat auch die hinterhältige Kaputtsparung des Bundesheeres ein Ende fände und (etwa im Sinne Veit Sorgers) die Ausbildung interessanter und fordernder, also motivierender gestaltet würde.

      Von Dir will ich bitte nie wieder hören, ich wäre naiv, lieber Marcus.

  8. terbuan
    15. Januar 2013 16:33

    Sehr geehrte Herren,
    vielen Dank für Ihre Initiative,
    selbstverständlich werde ich an der Volksbefragung teilnehmen und für die Beibehaltung der Wehrpflicht stimmen!

    Der derzeitige Minister ist weder für die Führung eines Wehrpflichtigenheeres noch bzw. schon gar nicht für den Aufbau einer Berufsarmee qualifiziert.
    Es ist eine Volksbefragung aus politischem Kalkül und nur zum Schaden des Landes daher,
    eine Kampagne der Herren Faymann und Darabos im Verein mit dem Schmutzkübel-Boulevard "Krone, Österreich und Heute" kann man nur mit einem eindeutigen NEIN beantworten!!!

  9. Ai Weiwei
    15. Januar 2013 15:26

    Sehr geehrte Herren Offiziere!

    Ich kann mich mit Ihren Worten identifizieren. Ich habe in den letzten Tagen im Internet auf mehrenen Diskussionsforen - einschließlich der Webseite von Dr. Unterberger - meine Meinung, die eigentlich deckungsgleich mit Ihrer ist, kundgetan. Und ich werde am Sonntag für die Beibehaltung der Wehrpflicht/Zivildienst stimmen.

    Schon seit Wochen befindet sich diese Webseite im Internet, sie wird von Frau Barbara Blaha, einer ehemaligen Hochschülerschafts-Vorsitzenden betrieben. Sie kam zum Ergebnis dass die Wehrpflicht/Zivildienst für Österreich das Adequate ist:

    http://berufsheer.diefakten.at/

  10. phaidros
    15. Januar 2013 14:26

    Meine Fragen an jeden einzelnen der hochdekorierten Herren:

    ° In welcher Weise würde die militärische Leistngsfähigkeit eines Heeres noch weiter eingeschränkt werden, das lediglich auf einer Wehrpflicht mit einem Grundwehrdienst von 6 nur noch zum Teil zur Ausbildung genutzten Monaten beruht, und die keinerlei weiteren Übungsbetrieb mehr kennt?

    ° Was haben Sie persönlich konkret unternommen, um die schrittweise Herbeiführung dieses Zustands in den letzten Jahrzehnten zu verhindern?

    BG Matthias Wolf, OWm

    • Politicus1
      15. Januar 2013 16:05

      Auch ohne ein hochdekorierter Generalstabsoffizier i.R. zu sein, fällt mir zu Ihren Fragen spontan ein:
      1) Darabos hat keinen Plan für eine ordnungsgemäße Überführung des bestehenden Wehrpfkichtheeres in eine Berufsarmee. Alleine der plötzliche Abzug "systemerhaltender" Grundwehrdiener hinterlässt unzählige offene Lücken, die bestenfalls durch Leiharbeiter gefüllt werden können.
      Beispiele?
      Torkontrollen und Wachposten werden wohl kaum durch teure Fachkräfte aus dem pool der Zeitsoldaten besetzt werden können. Da bleiben wohl nur private "securities"! Wollen wir das? Ich nicht?
      Ein mobiles Heer braucht Kraftfahrer, die mit den speziellen Fahrzeugen umgehen können. In Wien ist es schwer genug, geeignete Taxifahrer zu bekommen. Woher wird Darabos mit einem Schlag hunderte qualifizierte Kraftfahrer nehmen?
      Die (noch) führende Militärmacht USA hat vor Jahrzehnten auf ein Berufsheer umgestellt. Und wie schaut es aus? Finden Sie dort wirklich die Besten der Nation? Zum Großteil ist die Army zur Aufnahme ansonsten am Arbeitsmarkt schwer vermittelbarer junger Menschen gezwungen. Ich möchte nicht, dass das AMS die Rekrutierung für unser Heer übernimmt ...
      2) Gerade der derzeitige Heeresminister zeigt, dass die Politik bestimmt - und nicht langjährig erfahrene und bestens ausgebildete Militärs. das soll auch so sein. Aber dazu bedarf es einer Ressortleitung, die mit ihren Spitzenbeamten auf Augenhöhe beraten, verhandeln und entscheiden kann ...

    • phaidros
      15. Januar 2013 16:18

      Alles zugestanden, sg. Politicus, aber Zusammenhang zu meinen Fragen sehe ich da keinen.

      Ich erlaube mir, auf http://www.biö.at/?q=VolksbefragungWehrpflicht und http://www.biö.at/?q=Verteidigung_Neutralitaet zu verweisen.

    • phaidros
      15. Januar 2013 16:56

      Um auch auf Ihre Beispiele einzugehen, sg. Politicus:

      Es kann auch wirtschaftlich nicht sinnvoll sein, 25000 GWD zu halten, um ein paar 100 billige Torkontrollen und Kraftfahrer zur Verfügung zu haben.

      Gegen am Arbeitsmarkt schwer Vermittelbare ist nichts einzuwenden, solange sie nicht arbeitsscheu sind. Im Gegenteil: Sie brauchen am MG keinen Philosophen, und auch keinen angehenden Wirtschaftstreuhänder. Es würde ihnen und der gesamten Wirtschaft guttun, wenn solche Leute kein Arbeitslosengeld mehr beziehen müssen. Denn von uns bezahlt werden sie im einen wie im anderen Fall.

      Dass Darabos keinen Plan für einen Übergang hat, steht völlig außer Zweifel (ich rede auch nicht für das Darabos-Modell). Aber hier geht es (jedenfalls vordergründig) um eine Grundsatzabwägung; Übergangsschwierigkeiten sollten dabei keine Rolle spielen.

    • cmh (kein Partner)
      18. Januar 2013 09:55

      Sehr geehrter Herr OWm phaidros!

      Offensichtlich haben Sie auf der HUOS beim Unterricht über Befehlsgebung geschlafen. Nur so können Sie, wie sich der Anschein aufdrängt, meinen, dass "Alle verfügbaren Männer zum Schlammschippen ins Tristingtal!" ein Befehl wäre. Trotz des Rufzeichens!

      Wenn Sie schauen, dann werden nicht einmal Ihre Befehle an jedermann, Ihrer Meinung zum Vorstoss der Gletscher, zu teilen, ignoriert. Gehen sie in den Tagen des derzeitigen Schneechaos doch in die Straßen, und organisieren Sie eine Schneeräumung in irgendeiner Straße.

      Ihrer Meinung nach muss es doch genügen, sich hinzustellen und zu sagen: "Jetzt holen sich alle eine Schaufel, fahren zum Rennbahnweg und beseitigen dort den Schnee!" Sie können sicher sein, dass der Schnee noch lange nach Ihrer Beseitigung nicht beseitigt ist. Wobei es aber nicht an der mangelnden Ausbildung oder den Fähigkeiten der Schaufler, sondern am Mangel der zum Schaufeln Bereiten liegen dürfte, während der Rettungsdienst, weil von langer Hand und in einer eingespielten Organisation vorbereitet klaglos funktionieren wird.

      Also arbeiten Sie an Ihrer Befehlsgebung, bevor Sie mangelnden Einsatz anderer kritisieren.

      cmh, Hptm

    • phaidros
      18. Januar 2013 10:34

      Sg. Herr Hauptmann, Gletscher? HUOS? Rufzeichen? Ich kann dem leider nichts entnehmen.

      Kanada hat keine Wehrpflicht, angeblich soll dort auch manchmal Schnee zu räumen sein und - Trommelwirbel - und Tusch!: es klappt dort auch halbwegs.

      Dass unsere militärische Ausbildung der GWD allerdings nur zum Schneeschippen reicht, da bin ich völlig Ihrer Meinung.

    • cmh (kein Partner)
      18. Januar 2013 18:01

      In Kanada soll es auch nicht unbedingt erforderlich sein, die Straßen von jeglichem Schnee zu befreien.

      In den Grenzgebieten ist die Solidarität aka Nachbarschaftshilfe auch noch ausgeprägt. Daher funktioniert es.

      Mein Argument ist aber, dass neben den manipulativen bei Militär zu erlernenden Tätigkeiten auch die verletzungsfrei Einordnung in eine bestehende Befehlsstruktur erlernt wird. Also etwas, das für die Generation der Ich-AGs ein absolutes Desidertum darstellen sollte.

    • phaidros
      19. Januar 2013 07:36

      Das ist aber nur weniger als ein viertel Argument, denn mehr als die Hälfte der Burschen geht zum Zivildienst und Mädchen gar nicht.

      (Und reden SIe mir bitte nicht gegen »zivilen Zusammenhalt«, der funktioniert großartig: beim Hochwasser 2002 waren so viele zivile Helfer vor Ort, dass man sie wegschicken musste)






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