Der Agent Provocateur im österreichischen Recht drucken

Paragraph 5 Absatz der 3 der österreichischen Strafprozessordnung ist im Vergleich zu anderen Rechtsordnungen bemerkenswert klar: Beschuldigte oder andere Personen zur Unternehmung, Fortsetzung oder Vollendung einer Straftat zu verleiten oder durch heimlich bestellte Personen zu einem Geständnis zu verlocken, ist unzulässig. Lockvögel einzusetzen, die die eigenen Bürger zu Straftaten provozieren, damit diese eingesperrt werden können, ist ein Markenzeichen nichtdemokratischer Staaten.

Der Agent Provocateur ist im österreichischen Recht also verboten. Die genannte Bestimmung bezieht sich freilich lediglich auf die Polizei. Das erstaunt. Normalerweise darf ja die Polizei in der Aufklärungsarbeit mehr als die übrigen Bürger.

Wenn es nun in Mode kommen sollte, dass Journalisten Politiker zu Straftaten verführen, muss man sich dennoch erstens die Frage stellen, ob diese Journalisten schon nach der jetzigen Rechtslage nicht selbst als Anstifter von der Staatsanwaltschaft verfolgt werden müssten. Zweitens muss man legitimerweise fragen, ob derartige Methoden, die der Polizei ausdrücklich verboten sind, der Ethik des modernen Journalismus entsprechen. Dann bietet sich ja ein weites Betätigungsfeld: von der Provokation von Gewalttätigkeiten bei Demonstrationen (beispielsweise Steinewerfen auf Polizisten) über Vermögensdelikte bis zum Mord gäbe es tolle Geschäftsmodelle.

Und drittens: Wenn Journalisten das straffrei dürfen, müsste auf Grund des Gleichheitssatzes die erfolgreiche Provokation eines strafbaren Verhaltens eines anderen für jeden Bürger straflos sein. Dann allerdings sind wir nicht mehr weit vom Überwachungsstaat entfernt, in dem sich die Bürger gegenseitig bespitzeln.

Wenn man sich all diese Konsequenzen durchdenkt, kann der Rechtsstaat eigentlich nur zu einer Konklusion kommen: Anstiften zu Straftaten sollte für alle verboten sein, nicht nur Polizisten. Auch die Macht der Medien darf nicht zu Narrenfreiheit führen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da empörte sich Österreich gar nicht zu Unrecht über den Einsatz eines weiblichen Lockvogels in der Tierschützerszene, der ganz schön weit gegangen sein soll. Jenseits aller Verschwörungstheorien, die den meisten Beobachtern den Blick auf das Wesentliche verstellen können, sollten wir die aktuelle Gelegenheit nützen, den Agent provocateur zu ächten, um keine Vernaderungsmentalität aufkommen zu lassen. Denn diese trägt einen noch viel gefährlicheren Keim der Zerstörung in sich als die Charakterschwäche eines mittelintelligenten Durchschnittspolitikers.

Der aktuelle Anlass wirft aber auch noch eine zweite Frage auf: Wenn wir es für richtig halten, dass ein Politiker, der sich zu einer folgenlosen Bereitschaft einer Geldannahme provozieren ließ, mit vier Jahren Haft bestraft wird: Welche Strafen sehen wir dann für Politiker vor, die tatsächlich Geld genommen haben?

Dr. Georg Vetter ist selbständiger Rechtsanwalt mit Schwergewicht auf Gesellschaftsrecht und Wahrnehmung von Aktionärsinteressen in Publikumsgesellschaften.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorSensenmann
    11x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Januar 2013 08:40

    So sehr man die korrupte Gesinnung eines Politikers wie dieses Strasser bestraft sehen will, sosehr bleibt auch der schale Beigeschmack der Politjustiz in diesem Fall.
    Nach der "Ethik des modernen Journalismus" zu fragen, verbietet sich, denn die Journaille hat keine Ethik mehr. Die Lüge ist das bevorzugte Instrument, wobei es oft auch die Lüge durch Weglassen ist. Wichtiger als alles andere wäre ein Gesetz, das der Journaille das Lügen verbietet - mit empfindlichsten Geldstrafen.
    Man muss allerdings das System erkennen: Die Beurteilung, daß es nach solchen Urteilen zum Spitzelstaat nicht mehr weit ist (dieses Zerrbild eines Staates ist ohnehin bereits zur Softporno-Variante der DDR verkommen) ist vollkommen zutreffend. WIr leben bereits in einem totalitären System, das sich das Mäntelchen der Demokratie umhängt.
    Die Urteile unserer linken Politjustiz sind also durchaus gewollt, um genau das herbei zu führen. In die gleiche Kerbe schlägt auch eine Strafe von 9 Jahren Haft für das angebliche Betreiben einer politisch ungustiösen Webseite (eine Demokratie sollte derlei Marginalien allerdings ertragen können, denn Wahlrelevant wirdderlei neimals werden). Die Justiz will Signale aussenden, daß politische Vergehen eben strenger als Mord bestraft werden. Mörder hingegen gehen mit bedingten Haftstrafen aus dem Saale um dann wenige Monate danach wieder zu rauben. Die Justiz will auch, daß die Menschen sehen: Vernadern ist gut. Der echte Gutmensch ist der Blockwart, der jeden anzeigt, denunziert und vernadert. DAS ist die Botschaft, die mitgesendet wird.
    Eines der Grundübel dieser Republik ist auch hier wieder einmal die völlig verlotterte Justiz, die allerdings gut damit lebt, daß 69% der Befragten Bürger angeben, kein Vertrauen in selbige zu haben. Es ist den Tätern im Talar schlichtweg egal.

  2. Ausgezeichneter KommentatorWertkonservativer
    9x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Januar 2013 18:45

    Das (teilweise staatlich sogar geförderte) Vernaderertum ist mir derart zuwider, dass mir richtig schlecht werden könnte.
    Ist schon die Vernaderei im täglichen Leben, das oft lächerliche "Anzeigen" von peanuts zwischen Nachbarn usw., eine der sichersten Einnahmequellen der Rechtsanwälte, führt es im wirtschaftlichen und politischen Bereich oft zu ganz üblen Nachteilen und Konsequenzen für die Vernaderten, so sie unschuldig in die Vernaderer-Mühle kommen.
    Die Strafen der letzter Zeit, die wegen bloßer Diskussion über mögliche Geldflüsse, ohne Realisierung derselben, ausgefasst wurden, halte ich jedenfalls für weit überzogen.
    Das sehe ich etwa so, als wenn ich einem mir nicht genehmen Zeitgenossen zuriefe: "Gehn Sie zum Teufel", und dafür eine Anklage wegen Todschlages ausfassen würde!

    Herr Dr. Vetter hat die Rechtslage und die Folgerungen bei Missbrauch oft anonymer Vernadereien klar herausgearbeitet! Respekt für diesen souveränen Beitrag!

    (mail to: gerhard@michler.at)

  3. Ausgezeichneter KommentatorS.B.
    6x Ausgezeichneter Kommentar
    18. Januar 2013 23:43

    Journalisten können auf Grund ihres Redakteursstatus' sowie des Redaktionsgeheimnisses so gut wie im rechtsfreien Raum "operieren", deshalb werden sie auch zurecht nicht mehr als vierte Macht im Staat, sondern fast schon als ERSTE bezeichnet.
    Um Mißbrauch einen Riegel vorzuschieben, wäre dringender Reformbedarf angebracht, denn vor dem Gesetz sollten alle ausnahmslos gleich sein und nicht die Journaille immer öfter gleicher.

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  1. Ausgezeichneter KommentatorSusanna
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2013 10:12

    Vielen Dank, Herr Dr.Vetter, für diese Analyse. Die darin enthaltenen Gedanken sind es wert, in mehrere Richtungen ausgeführt zu werden. Viele Assoziationen drängen sich auf.

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  1. Francois Villon (kein Partner)
    21. Januar 2013 17:13

    Der Fall Strasser war etwas spektakulär, weil ihn die Medien aufgeblasen hatten und auch etliche Partei-„freunde“, wie der wegen „Arbeitsunfähigkeit“ Pension beziehende "Herr Schwiegersohn", der Strasser als „Delegationsleiter“ im EU-„Parlament“ beerbte, ihr Süppchen kochten.

    Nichts desto weniger ist der Fall doch eher singulär was die agents provocateurs betrifft.

    Viel schlimmer ist jene staatlich alimentierte Vernaderungsstelle „DÖW“, die permanent und seit Jahrzehnten grundsätzlich jeden bespitzelt und – ohne dies im Einzelfall beweisen zu müssen (und meist wohl auch gar nicht könnte) – als ideologisch-propagandistische Schlägertruppe vor allem der linken Machthaberer fungiert.

    Am 4. Mai 1998 fand vor dem Wiener Oberlandesgericht die Berufungsverhandlung Univ. Doz. Dr. Friedrich Romig gegen Dr. Neugebauer vom DÖW statt.

    Anlaß war die Berufung Doz. Romigs gegen eine in zwei - eher nebensächlichen - Punkten erfolgte Verurteilung aufgrund der Klage Dr. Neugebauers wegen der von Doz. Romig öffentlich erhobenen Charakterisierungen des DÖW. Bereits in der ersten Berufung wurde Doz. Romig in zehn von zwölf Punkten - die die Hauptsache betrafen - freigesprochen, jenen, die das DÖW als unwissenschaftlich, eine kommunistische Zelle, als Privat-Stasi, usw. zu bezeichnen erlauben.

    Offen blieb die gewissermaßen als summarische Zusammenfassung der zehn Punkte festgestellte Bewertung des DÖW als eine "subversive Zelle zur Unterminierung des Staates mittels Lüge, Verleumdung und Fälschung", von der nun Doz. Romig ebenfalls freigesprochen wurde.

    Zum erstinstanzlichen Urteil bezüglich des Vorwurfes das DÖW sei ein "eiterndes Geschwür", befand das Gericht dies als eine exzessive Überschreitung erlaubter Kritik, und bestätigte hier die erste Verurteilung - eine bedingte Geldstrafe -, gegen die aber Doz. Romig weitere Rechtmittel (beim Europäischen Gerichtshof) einzulegen vorhatte.

    Die Freisprüche Doz. Dr. Romigs sind inzwischen rechtsgültig: d.h. es kann jedermann die von Romig getroffenen Charakterisierungen bezüglich der Art und Qualifizierung des DÖW als erwiesen anbringen. Es war ein bedeutender Tag für den Rechtsfrieden in Österreich, der den kriminalisierenden Verleumdungen des DÖW hoffentlich in Zukunft einen Riegel vorschieben wird.

    Der ehem. Leiter des DÖW, Honorarprofesssor Dr. Neugebauer, machte uns die Freude, ein weiteres Beispiel selbst mitzuteilen, das obige Qualifizierung unterstreicht. Als Handlanger des europäischen Bespitzelungs-"Institutes" machte es sich in diesen Tagen verdient. Was das DÖW sammelt sind genau jene Informationen, die auch eine STASI illegal über seine Bürger und politischen Opponenten zusammentrug, um sie (weit über deren Existenz) für politische Erpressung zu verwenden.

    Wie recht doch Romig hatte, das DÖW eine "Privat-Stasi" zu nennen, und wie gerecht, klug und weise vom österreichischen Oberlandesgericht, diese Beurteilung gerichtsnotorisch zu machen.

    Obwohl es nun gerichtsnotorisch ist, also als unumstößliche Wahrheit feststeht, daß das DÖW eine "kommunistische Tarnorganisation" völlig "unwissenschaftlichen" Charakters ist, das DÖW außerdem "mittels Lüge, Verleumdung und Fälschung den Staat unterminiert", usw. hatte es der Bundespräsident (Klestil) für nötig erachtet beim DÖW über den neuen Justizminister (Böhmdorfer) eine "Anfrage" zu stellen. (Die Presse berichtete.) – Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

  2. Torres (kein Partner)
    21. Januar 2013 15:38

    "Verleiten, verlocken, anstiften, provozieren" - da wird so getan als ob die "Verleiteten, Verlockten..." arme, willenlose, denkunfähige Hascherln wären, die einer Anstiftung widerstandslos ausgeliefert wären, den "Befehl" des Anstifters quasi zwangsweise ausführen müssen und daher auch nicht schuld sind. Geht's noch ärger? Ein geistig normaler, nicht besachwalteter Bürger ist wohl ganz allein für seine Taten verantwortlich und kann sich keineswegs auf eine "Anstiftung" oder Ähnliches von dritter Seite berufen; Ausnahme vielleicht: Erpressung. Ich will die "Anstifter" ja nicht verteidigen, aber eine Tat selbst hat meiner Meinung nach immer nur der Täter selbst und ganz allein zu verantworten (es sei denn, er ist geistig behindert).

  3. Observer
    19. Januar 2013 22:46

    Herr Dr. Vetter, wie verhält es sich in diesem Zusammenhang mit den schon vielfach anerkannten, aber auch Schuld beladenen Kronzeugen, welche durch deren Hilfen bei der Aufklärung ggfs. mit einer wesentlich geringeren Strafe (oder sogar straffrei) davonkommen?

  4. socrates
    19. Januar 2013 16:44

    Besonders delikat fand ich diese Geschichte: Bei einer Verkehrskontrolle hatte der Fahrer und Ehemann mehr als 0,008%. Ein Polizeibeamter hieß die Ehefrau das Auto korrekt zu parken. Da sie nun auch gefahren war, wurde sie auch überprüft und ihr ebenfalls der Führerschein abgenommen. Die Sache stinkt nach Agent Provokateur!

  5. Susanna (kein Partner)
    19. Januar 2013 10:12

    Vielen Dank, Herr Dr.Vetter, für diese Analyse. Die darin enthaltenen Gedanken sind es wert, in mehrere Richtungen ausgeführt zu werden. Viele Assoziationen drängen sich auf.

  6. S.B.
    18. Januar 2013 23:43

    Journalisten können auf Grund ihres Redakteursstatus' sowie des Redaktionsgeheimnisses so gut wie im rechtsfreien Raum "operieren", deshalb werden sie auch zurecht nicht mehr als vierte Macht im Staat, sondern fast schon als ERSTE bezeichnet.
    Um Mißbrauch einen Riegel vorzuschieben, wäre dringender Reformbedarf angebracht, denn vor dem Gesetz sollten alle ausnahmslos gleich sein und nicht die Journaille immer öfter gleicher.

  7. Wertkonservativer
    18. Januar 2013 18:45

    Das (teilweise staatlich sogar geförderte) Vernaderertum ist mir derart zuwider, dass mir richtig schlecht werden könnte.
    Ist schon die Vernaderei im täglichen Leben, das oft lächerliche "Anzeigen" von peanuts zwischen Nachbarn usw., eine der sichersten Einnahmequellen der Rechtsanwälte, führt es im wirtschaftlichen und politischen Bereich oft zu ganz üblen Nachteilen und Konsequenzen für die Vernaderten, so sie unschuldig in die Vernaderer-Mühle kommen.
    Die Strafen der letzter Zeit, die wegen bloßer Diskussion über mögliche Geldflüsse, ohne Realisierung derselben, ausgefasst wurden, halte ich jedenfalls für weit überzogen.
    Das sehe ich etwa so, als wenn ich einem mir nicht genehmen Zeitgenossen zuriefe: "Gehn Sie zum Teufel", und dafür eine Anklage wegen Todschlages ausfassen würde!

    Herr Dr. Vetter hat die Rechtslage und die Folgerungen bei Missbrauch oft anonymer Vernadereien klar herausgearbeitet! Respekt für diesen souveränen Beitrag!

    (mail to: gerhard@michler.at)

    • Riese35
      19. Januar 2013 10:52

      *************!

    • FranzAnton
      19. Januar 2013 20:55

      Ein Beispiel für obrigkeitliche Vernaderungsförderung ist das Wiener Baumschutzgesetz.
      Bei seiner Einführung in den siebziger Jahren wurde in einem bezüglichen magistratischen Vortrag dezidiert darauf verwiesen, daß der Griff zum Telefonhörer für Nachbarn nicht weit sei. Die Behörde schürt also die Angst der Menschen vor nachbarlichem Denunziantentum - analog den entsetzlichen Nazis und Kommunisten - um die Vorschriften dieses niederträchtigen Gesetzesmachwerkes durchzusetzen. Die Leidensfähigkeit unserer Mitmenschen erscheint unfassbar hoch zu sein, wenn sie es hinzunehmen bereit sind, einen Schattenbaum, welchen sie vor vielleicht 50 Jahren selber gepflanzt haben, gemäß Vorschreibung in der Fällungsgenehmigung mit 7 Neupflanzen ersetzen müssen! Der märchenhafte Drache mit den 7 Köpfen wird de facto druch dieses Gesetz Realität! Wann endlich reißt den Bürgern die Geduld, und sie verjagen die verantwortlichen Unterrücker und Freiheitsbeschränker mit dem nassen Fetzen von ihrer arrogierten Macht!?

    • Riese35
      19. Januar 2013 23:59

      @FranzAnton: Zwar Off-Topic, aber den Nagel auf den Kopf getroffen.

      **************!

      Endlich, daß sich jemand dieses leidigen Themas annimmt. Das Wiener "Baumschutz"gesetz ist ein für den altstalinistischen Kommunismus typisches Gesetz, wo die Obrigkeitsverwaltung bis in die privatesten Winkeln hineinregiert und nichts ohne behördliche Genehmigung gemacht werden darf. Die Behörde hat alle Macht, ohne sie geht nichts. Der einzelne Bürger ist dumm. Maximal wird ihm zugetraut, daß er sich bittend und flehend an die Behörde wenden darf. Ohne die Gemeinde geht gar nichts.

      Es ist ja nicht zu fassen, daß sich die Gemeinde die Erfassung einzelner Bäume Unsummen kosten läßt mit all dem Verwaltungsaufwand dahinter. Und das nicht nur in einer dicht verbauten Innenstadtzone, sondern auch und vor allem in Grüngebieten wie z.B. Gartensiedlungen, wo es eh nur so von Bäumen wimmelt und jeder selbst das Interesse an hinreichendem und sinnvollem Grünbewuchs hat.

      Der biologische Effekt dieses Gesetzes ist kontraproduktiv. Kaum jemand setzt noch Bäume, auch wenn er welche möchte, wenn er sie dann nicht mehr los wird und jeder Griff zur Säge einen in keiner Relation stehenden Verwaltungsaufwand auslöst.

      Wenn jedoch eine Baufirma einen größeren Grünbereich verbauen und komplett baumlos machen möchte (z.B. für Wohnsilos und Gemeindewohnungen), gibt es offenbar hinreichend Wege, die Tücken des Baumschutzgesetzes zu umgehen. Dann spielt der Magistrat offenbar mit, solange man nur seine Ehrenbezeigungen leistet. Dann gibt es Ausnahmen.

      Der einzelne Bürger bleibt auf der Strecke. Eine sinnvolle Bepflanzung von Grünland wird durch dieses Gesetz verhindert. Im Baumschutzgesetz wimmelt es nur so von sinnlosen Bestimmungen.

      Die einzig effektiven Seiten des Baumschutzgestzes sind:
      - Vernaderung
      - Aufblähung des Magistrats durch Verrichtung sinnloser Tätigkeiten
      - Bevormundung und Degradierung der Bürger.

      Als Wiener fühlt man sich nach Nordkorea versetzt. Es wird Zeit, daß sich hier bald etwas ändert.

  8. dssm
    18. Januar 2013 17:22

    Anstiften zu Straftaten ist schwerer zu bestrafen als die Straftat selbst!
    Dieser Rechtsgrundsatz war eigentlich immer die Basis aller Urteile.

    Ich bin etwas verwundert, dass dies heute nicht mehr gelten soll.
    Vielleicht kann Herr Vetter hier einen kleinen Nachtrag einbringen.

    Zur Ethik der Journaille: Mangels jeder Moral und/oder Wissen kann es keine Ethik geben!
    Das frappierende am aktuellen Skandal in Salzburg sind ja nicht die aktuellen Nachrichten, sondern es wurde alles jahrelang von den Medien ignoriert. Alles war offen zugänglich, man darf von der Journaille wohl erwarten, dass ein Landesbudget ‚zerlegt’ wird und dem Bürger die Resultate präsentiert werden, sonst kann die Demokratie, per Definition, nicht funktionieren.
    Also ist das Gesindel entweder extrem dumm, extrem faul und/oder extrem bestochen – also Ethik Null Komma Null.

  9. M.S.
    18. Januar 2013 11:42

    Dieser Artikel von Dr. Georg Vetter zeigt schonungslos, dass das Fundament auf dem unser Rechtsstaat aufgebaut ist an allen Ecken und Enden zerbröselt.

  10. Sensenmann
    18. Januar 2013 08:40

    So sehr man die korrupte Gesinnung eines Politikers wie dieses Strasser bestraft sehen will, sosehr bleibt auch der schale Beigeschmack der Politjustiz in diesem Fall.
    Nach der "Ethik des modernen Journalismus" zu fragen, verbietet sich, denn die Journaille hat keine Ethik mehr. Die Lüge ist das bevorzugte Instrument, wobei es oft auch die Lüge durch Weglassen ist. Wichtiger als alles andere wäre ein Gesetz, das der Journaille das Lügen verbietet - mit empfindlichsten Geldstrafen.
    Man muss allerdings das System erkennen: Die Beurteilung, daß es nach solchen Urteilen zum Spitzelstaat nicht mehr weit ist (dieses Zerrbild eines Staates ist ohnehin bereits zur Softporno-Variante der DDR verkommen) ist vollkommen zutreffend. WIr leben bereits in einem totalitären System, das sich das Mäntelchen der Demokratie umhängt.
    Die Urteile unserer linken Politjustiz sind also durchaus gewollt, um genau das herbei zu führen. In die gleiche Kerbe schlägt auch eine Strafe von 9 Jahren Haft für das angebliche Betreiben einer politisch ungustiösen Webseite (eine Demokratie sollte derlei Marginalien allerdings ertragen können, denn Wahlrelevant wirdderlei neimals werden). Die Justiz will Signale aussenden, daß politische Vergehen eben strenger als Mord bestraft werden. Mörder hingegen gehen mit bedingten Haftstrafen aus dem Saale um dann wenige Monate danach wieder zu rauben. Die Justiz will auch, daß die Menschen sehen: Vernadern ist gut. Der echte Gutmensch ist der Blockwart, der jeden anzeigt, denunziert und vernadert. DAS ist die Botschaft, die mitgesendet wird.
    Eines der Grundübel dieser Republik ist auch hier wieder einmal die völlig verlotterte Justiz, die allerdings gut damit lebt, daß 69% der Befragten Bürger angeben, kein Vertrauen in selbige zu haben. Es ist den Tätern im Talar schlichtweg egal.

    • dssm
      18. Januar 2013 17:24

      'Softporno-Variante der DDR' - der Spruch des Tages.

    • Riese35
      19. Januar 2013 09:50

      ***********************!

      Das Traurige an der Sache ist nur, daß einer der wichtigsten, einstigen Gegner auf politischem Parkett, die ÖVP, nicht nur auf vollkommen ideologische Wehrlosigkeit umgeschwenkt ist, sondern die linken Parteien oft links zu überholen trachtet.

      Das sieht man z.B. an der Haltung der ÖVP zur Heeresfrage, wo es weniger um Bedrohungszenarien, Sicherheit und Erhaltung der staatlichen Integrität als viel mehr um den Zivildienst geht. Mit einer solchen Argumentationsbasis bringt man das Heer und damit einen Pfeiler unserer staatlichen Integrität langfristig eher um als daß man ihm nützt.

      Ähnlich verhält es sich mit der Haltung der ÖVP zur Familie: Viele Argumente der ÖVP sind eher kurzfristige und schaden langfristig. Man braucht ja nur auf die Verpartnerungsideologie zu schauen. Onkel und Neffe Pröll sind die Totengräber der ÖVP. Übrig bleibt langfristig maximal eine NÖ Linkspartei mit Pröll'schem Personenkult um den Führer.

      Strasser war leider ein Teil dieses Systems, und dieses System, an dessen Aufbau er auch maßgeblich mitbeteiligt war, hat nun erbarmungslos sein eigenes Kind gefressen. Ein solcher Werdegang ist für linke Kämpfer typisch. Man denke z.B. nur an Leo Bronstein.

  11. oberösi
    18. Januar 2013 04:56

    die todesstrafe natürlich. vorausgesetzt, der täter ist fpö/övp-mandatar. oder ist laut expertInnen des döw sympathisant oder gar mitglied einer rechten vereinigung. oder hatte die absicht, mitglied zu werden. und dies laut gedacht,
    oder war gar klimaleugner.....

    stalin, die lubjanka, hohenschönhausen oder guantanamo lassen grüssen....

    • oberösi
      18. Januar 2013 11:03

      ps.:
      herr vetter, gratulation übrigens zu ihrem überaus treffenden und notwendigen kommentar!!






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