Das Bundesheer und seine Reform drucken

Es gab in Österreich seit dem verdienstvollen Wiederaufbau des Bundesheeres nach 1945 eine einzige wirkliche Heeresreform; eine, die den Namen auch tatsächlich verdient hat. Jene des Generals Spannocchi, die ab den 1970er Jahren umgesetzt wurde (Emil Graf Spannocchi, 1916?-?1992). Sein Konzept der „Raumverteidigung“ war gescheit, für das klein gewordene Österreich maßgeschneidert und sowohl mit den finanziellen Möglichkeiten des Landes vereinbar, als auch den militärischen Erfordernissen entsprechend.

Ein System, das auf die Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht gestellt war, ausgestattet mit einem zentralen Kader aus Berufsoffizieren, mit Miliztruppen und mit einer dem Zivilstand entnehmbaren Truppenreserve mit Reserveoffizieren. Mehrere Monate Miliz-Grundwehrdienst wurden mit diversen Truppenübungen ergänzt, welche in die zwanzig Folgejahre der „Bereitschaft“ fielen. So wären im Fall einer Krise dann rund 240.000?Mann eingeübt, das heißt, theoretisch auch kampfbereit gewesen.

Nach Spannocchi wurde dann heruntergewirtschaftet, Schritt für Schritt – nicht in Verantwortung der Militärs gelegen, sondern in jener der immer weiter nach links driftenden politischen Kaste. Nach 1989 wurde das Heer auf einen Krisenstand von 150.000?Mann und nach 1998 auf 110.000?Mann vermindert. In der nach Kreisky übelsten Zeit republikanischer Destruktionspolitik fanden sich dann durch Kanzler Schüssels famose „Bundesheer-Reformkommission“ die ohnehin zunehmend verringerten Truppenübungen noch weiter reduziert.

Da ohne Übungen eigentlich auch keine „Bereitschaft“ mehr besteht, also die praktikable Einsatzmöglichkeit einer Reserve dahinschwindet, ist das Heer nunmehr auf eine potentielle Größe von 55.000?Mann abgebaut (was sich aus 13.000 Berufssoldaten, 3500 für eine bestimmte Zeit verpflichteten Soldaten, 11.000 jeweils frischen Rekruten und den noch einberufbaren Abgerüsteten ergibt). Schon unter Schüssel also, dem nachgesagt wird, sehr den Wünschen der USA zugewandt gewesen zu sein, wurde die Richtung auf ein minimiertes „Berufsheer“ (=Söldnertruppe) eingeschlagen. Seither wird auch umfassend de facto unersetzliches militärisches Gerät verramscht und werden die entsprechenden Liegenschaften verkauft. So hat man bereits rund 750?Panzer abgestoßen beziehungsweise verschrottet; darunter, besonders erwähnenswert, 60?Leopard-Kampfpanzer, zentrale Ressource einer effizienten Landesverteidigung. Vom neuen Kampfflugzeug „Eurofighter“ haben wir jetzt – Konsequenz früherer und derzeitiger Trottelwirtschaft im Verteidigungsressort – nahezu um den gleichen Stückpreis 15 statt 18?Exemplare, dafür aber ohne Nachtsichtsystem.

Und als nächstes zum Verkauf ausgeschriebenes Kasernengelände ist jenes in Wien-Breitensee vorgesehen, mit etlichen denkmalgeschützten Objekten darauf, die dann wahrscheinlich der inzwischen zum allgemeinen Polit-Standard gehörenden Grundstücksspekulation zum Opfer fallen werden. Die jetzige Heeres-Debatte ist Folgeprodukt vorangegangener und andauernder Fehlentscheidungen; warum dramatisch falsch, militärisch schwachsinnig und den Interessen des Landes völlig zuwiderlaufend gehandelt wird, soll hier ausgeführt sein.

Zur Heeresdebatte…

Die Wehrpflicht abschaffen, den „Jungen“ die „Sinnlosigkeit“ eines „öden“ Militäralltags ersparen, ihnen nicht wertvolle Monate ihres Lebens „stehlen“, eine „Berufsarmee“ einführen – das ist zur Zeit die Argumentationslinie der Sozialisten. All dies ist im Grunde auch der alte Klassenkampf, in diversen Wahlkampfauftritten jüngster Zeit reaktiviert – die Abneigung der Linken allem Militärischen gegenüber, das nicht völlig von ihr kontrolliert wird. Natürlich entspräche ein bestausgerüstetes und bestfinanziertes Berufsheer höchster Qualität einer Stärkung der Landesverteidigung; in etwa so, wie der Umzug vom Gemeindebau ins Palais Schwarzenberg eine Verbesserung der Wohnqualität bedeuten würde. Allerdings ist es eine Frage des Geldes.

Das Heeresbudget wird ständig gekürzt. Der momentane Verteidigungsminister (Sozialist und Zivildiener) vertritt die Idee das Heer, mir nichts dir nichts, in eine reine Berufsarmee von etwa 15.000?Mann umzuwandeln. Dieses Projekt kann mit den Begriffen zu wenig (in Bezug auf die Sicherheitsbedürfnisse des Landes) und zu teuer (in Bezug auf das zur Verfügung stehende Geld) charakterisiert werden. Bis jetzt rekrutiert sich das Heer kostengünstig aus den wehrpflichtigen Bürgern aller Schichten Österreichs; die Wehrpflicht spart Geld und ermöglicht dennoch eine partiell hinreichende militärische Ausbildung der Einberufenen. Die Qualität der militärischen Ausbildung, zumindest, was den Offizier anbelangt, ist in Österreich übrigens immer noch exquisit und hält jedem internationalen Vergleich stand.

Das projektierte „Berufsheer“ aber würde sich bei Wegfall der Wehrpflicht in Anbetracht des zu erwartenden Soldes (1200,-?€ pro Soldat und Monat, wenn es hoch kommt) wohl nahezu ausschließlich aus sozial Deklassierten rekrutieren; wenn man überhaupt die Leute dafür zusammenbekäme. Da stellt sich dann tatsächlich die Frage nach der Qualität. Und für diese gibt es anscheinend schon europäische Vorgaben – die Engländer sollen mittlerweile zahlreiche Rekruten für ihr Berufsheer aus den Gefängnissen holen; die Belgier haben einen Veteranenverein mit arbeitslosen Frühpensionisten kreiert; und die Spanier werben Analphabeten aus Lateinamerika.

Überdies käme bei uns dazu, dass der zum Heeresdienst als Alternative bestehende und mittlerweile bei Rettung und Pflege auch bewährte Zivildienst mit diesem Modell liquidiert würde. Dass ein „freiwilliger bezahlter Sozialdienst“, den sich einige unbedarfte Linke vorstellen, ebenso wenig funktionieren würde, wie ihr Bundesheer „light“, ist völlig absehbar; auch hier wären zur Einrichtung eines zum jetzigen auch nur vergleichbar effizienten Dienstes auf Angestelltenbasis enorme Gelder notwendig, die man kaum auftreiben wird können.

Warum brauchen wir das Bundesheer überhaupt? Selbst wenn wir davon ausgehen, dass klassische Bedrohungen von außen, wie sie in Zeiten der Existenz der kommunistischen Hegemonie über das östliche Mitteleuropa noch gegeben waren, auf längere Sicht nicht zu erwarten sind, so bleiben zentrale Sicherungsaufgaben des Staates bestehen, für die im Notstandsfall das Heer einzusetzen ist. Wie etwa: Der Schutz der Energieinfrastruktur, also Leitungen, Umspannwerke, Pipelines; der Schutz des Trinkwassersystems; der Schutz der Verkehrseinrichtungen, also Flughäfen, Bahnhöfe, Schienen, Straßen, Brücken; der Schutz der Behörden; der Schutz der Kulturgüter; der Katastropheneinsatz; ein allfälliger Grenzschutz.

Dass die verfügbaren Polizei- und Feuerwehreinheiten zahlenmäßig dafür nicht ausreichen, wird deutlich, wenn man pro Bundesland rund tausend Objekte als solcherart schützenswert annimmt, was wahrscheinlich recht gering veranschlagt ist. Eine in der Schweiz durchgeführte Sicherungsübung, den Flughafen von Zürich-Kloten betreffend, benötigte alleine schon 7000 Mann. Wie sehr solche Sicherungsaufgaben aktuell bleiben, belegen etwa die häufiger werdenden und kaum behinderten Buntmetalldiebstähle am heimischen Bahnnetz. Und nachdenklich stimmen sollte es, wenn man liest, dass die auf ihre Landesverteidigung hohen Wert legende Schweiz unlängst Manöverannahmen mit dem Titel „Instabiles Europa“ wählte.

Dass die von den Vertretern des „Fortschritts“ nun angestrebte miniaturisierte „Berufsarmee“ wesentlichen Aspekten einer Landesverteidigung kaum gerecht werden könnte, ist völlig offenkundig. Es geht also bei der Reduzierung des Heeres auf eine reine Berufsarmee ganz gewiss nicht um Interessen des Landes. Beim näheren Hinsehen ergeben sich aber andere Interessensgefüge.

… und ihren Hintergründen

Was mag der Sinn solch einer neu eingeführten Berufsarmee sein? Für die Wahrnehmung jener Aufgaben, für welche an sich das Bundesheer zuständig wäre, wird sie zu klein sein. Wofür sie völlig ausreichen würde, wäre aber der Einsatz „Out of area“, der „Auslandseinsatz“ also. Es sind derzeit die USA, die bei ihren zahlreichen militärischen „Sicherungsoperationen“ zur „Verteidigung von Frieden und Demokratie“ in allen Erdteilen eine gesteigerte personale und budgetäre Entlastung durch die „Partnerstaaten“ erheischen. Dieser in Washington vertretene Ansatz wird uns solcherart kommuniziert, dass „Sicherheit im Verbund mit anderen“ anzustreben sei.

In dieses politische Wollen ist etwa die „NATO-Partnerschaft für den Frieden“ einzuordnen, oder auch die „breite Beteiligung“ von rund 50?Staaten, darunter Österreich, an der Besetzung Afghanistans. Man könnte die Sachlage auch undiplomatischer formulieren und zur Auffassung gelangen, dass die USA – beziehungsweise die sie eigentlich beherrschenden Oligarchen – zur Führung ihrer diversen Rohstoffkriege vermehrt auf die Mittel ihrer Vasallenstaaten in Europa zurückzugreifen wünschen. Zum Beispiel auf leicht einsetzbare Kontingente für ausgelagerte unangenehme Besatzungsaufgaben.

In dieses Bild passt auch der Besuch des sozialistischen Verteidigungsministers im Oktober 2012 im Pentagon. Antreten zur Befehlsausgabe? Die hierzulande gepflogene Außenpolitik ist lange schon von den Höhen zur Zeit Figls und Raabs in morastige Abgründe geraten. Unter Kreisky war sie so sowjetorientiert, dass Österreich auf den strategischen Karten des schon erwähnten Pentagons angeblich dem Ostblock zugerechnet wurde. Damals hätte man den völlig legitimen Kampf Amerikas gegen die weltweite kommunistische Expansion unterstützen müssen. Heutzutage sind es die USA, die weit über die ihnen zustehende Sphäre hinaus eine globale Bevormundungs- und Ausbeutungswirtschaft betreiben. Heute wäre gegen diese Politik zu optieren, statt, wie es in unserer Republik der Fall ist, sich bedingungslos den Zumutungen aus Washington zu fügen.

Zur Wehrpflicht

Wehrpflicht gab es bis zur Heeresreform des Marius schon im alten Rom; auch bei den Germanen galt eine Gefolgschaftsverpflichtung der Freien. Im Mittelalter setzte sich dies in gewisser Weise in wehrpflichtartigen Diensten des Bauern gegenüber dem Grundherrn fort und der feudale Lehensmann hatte dem Lehensherrn ohnehin Heerfolge zu leisten. Erst das späte Mittelalter im Übergang zur Neuzeit brachte die allmähliche Ablösung solcher Wehrdienste durch die vermehrte Anwerbung von Söldnern, die (wie bei den Legionen des antiken Imperiums) als gut geübte Kriegshandwerker gegen Bezahlung eingesetzt wurden.

Wallenstein schuf auf dieser Basis das stehende Kaiserliche Heer, welches das bestausgerüstete und disziplinierteste seiner Zeit war, dessen enorme Kosten allerdings von ihm vorgestreckt und dann vom geschlagenen Gegner bezahlt wurden. Ausnahmen in dieser Entwicklung bestanden auch – so etwa in der Schweiz und in Tirol, wo ein Großteil der Bevölkerung den Brauch, Waffen zu führen, beibehielt. Söldnerheere erleichtern den Krieg, wenn man ihre Bezahlung durch andere erzwingen kann. Sie erschweren (zumal teuer, wenn gut) den Krieg, wenn man selbst für die Kosten aufkommen muss.

Die „allgemeine Wehrpflicht“ kam dann mit den Terror- und Expansionskriegen, welche die französische Revolution über Europa brachte; die „Levée en masse“, die jeden Franzosen und jede Französin auf den Kampf für die revolutionäre Republik dienstverpflichtete, entsprach dem totalitären Ungeist der Ideologie der „Aufklärung“. Im völlig gerechtfertigten Widerstand gegen die Revolution griff dann – das Scharnhorst-Konzept – auch Preußen nach seiner verheerenden Niederlage auf die Wehrpflicht der Männer aller Stände zwischen 20 und 40?Jahren zurück, was ihm schließlich die siegreiche Führung des Freiheitskampfes von 1813-1814 ermöglichte. Auch Spanien und Tirol erwiesen während der französischen Unterdrückung in der Revolutionszeit die hohe Wirksamkeit des Widerstandes einer Bevölkerung unter Waffen.

Nach den Kriegen zu Anfang der zweiten Hälfte des 19.?Jahrhunderts wurde die Wehrverpflichtung (für den Mann und in gewissen Altersgrenzen) in den meisten Staaten Europas etabliert, was auch eine erhebliche Steigerung des Ansehens des Soldatenstandes mit sich brachte. Das Abnehmen dieses Ansehens im heutigen Europa zeigt sich etwa in den weitgehend unbestraften niederträchtigen Äußerungen und Maßnahmen von politischen Funktionären gegen militärische Tradition und das zugehörige Totengedenken. Und dies korrespondiert selbstverständlich mit den gegenwärtigen Tendenzen diverser Regierungen, sich der Wehrpflicht möglichst zu entledigen.

Und dies hat auch mit den öffentlich nicht ausgesprochenen, aber klar erkennbaren Absichten des etablierten Systems zu tun, die Bevölkerungen weitgehend zu entwaffnen und vom Militärischen fernzuhalten. Angesichts der mittels „Finanzkrise“ vorgenommenen Ausplünderung eben dieser Bevölkerungen und dem drohenden Herannahen europaweiter Unruhen, werden zusätzlich zu den von „außen“ einwirkenden politischen Vorgaben so auch die mit diesen zusammenklingenden „innenpolitischen“ Aspekte deutlich. Statt allgemein rekrutierter Milizarmeen soll also die jederzeit auch im „Inneren“ einsetzbare Soldtruppe aufgestellt werden.

Es wird der „plötzliche“ dringliche Wunsch gewisser (und gewiss nicht dem allgemeinen Wohl verpflichteter) Kreise nach Abschaffung der Wehrpflicht nur zu verständlich. Und neben den zahlreichen anderen guten Gründen empfehlen wir gerade auch deshalb und in Zeiten wie diesen ein „Ja“ zur Beibehaltung der Wehrpflicht und des Zivildienstes bei der „Volksbefragung“ am 20.?Jänner?2013. Das Tirol von 1809 soll uns hier ein ermutigendes Beispiel sein.

Nur ein wehrhaftes Volk vermag, dem Unrecht mit Widerstand  entgegenzutreten.

Albert Pethö

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  1. Ausgezeichneter KommentatorHelmut Oswald
    7x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2013 09:40

    Es gilt, eine Richtungsentscheidung zu treffen. Punkt.

    Die törichte Erbsenzählerei bis zum Erbrechen führt zu Nichts. Jede Entscheidung hat vor und Nachteile, ein für und wider - dies bis zum Erbrechen zu wiederholen hat weder eine Erkenntnis- noch einen Neuigkeitswert.
    Berufsheer bedeutet kurzfristig Bequemlichkeit, mittel- und langfristig Entwaffnung des Volkes. Es bedeutet, fremden Mächten ein mehr an Verfügungsgewalt einzuräumen, weil die Instrumente, ihnen zu widerstehen, verkleinert werden. Die fehlende Aufwuchs- und Regenerationsfähigkeit der Truppe ist in den ernstzunehmenden Bedrohungszenarien auch nicht innert nützlicher Frist wettzumachen, daher liegt die richtige Entscheidung klar auf der Hand.

    Der Versuch der 'Dauerbeurteiler', die gleich perseverierenden Greisen immer noch eine Bedachtheit und noch eine Verzierung ins Treffen führen, verfehlen das Thema. Das Thema heißt: triff eine Entscheidung. Was wie Weisheit aussehen soll, ist in Wahrheit Schwäche. Indem noch und noch hin und hergeredet wird, aus Angst, man müsste doch die Verantwortung dafür übernehmen daß eine Entscheidung nach einer Richtung andere Möglichkeiten auch auszuschließen vermag. So ist es aber, so ist die Wirklichkeit. Triff eine ENTSCHEIDUNG. Es gibt einen Punkt, da endet das BEURTEILEN.
    Er ist erreicht.

    Am 20. Januar Wehrpflicht.

  2. Ausgezeichneter KommentatorFranzAnton
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2013 07:14

    Persönlich bezweifle ich, daß die Proponenten eines Berufsheeres all die von Herrn Pethö ins Treffen geführten Überlegungen angestellt haben. Dem ursprünglichen Spiritus Rector der Wehrpflichtabschaffung, Herrn Bgm Häupl, ging es, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, vorrangig um Beeinflussung der Wiener Gemeinderatswahl; das Wohl und Wehe Österreichs spielte dem gegenüber gewiss kaum eine Rolle, ganz so, übrigens, wie es auch in allzu vielen anderen von linker Politik betriebenen, ruinösen Bestrebungen der Fall ist.
    Ohne jeden Zweifel genau so verhält es sich mit der aktuellen linken Propagandawalze gegen die Wehrpflicht. Ein allfälliges Obsiegen der Wehrpflichtgegner brächte der SPÖ wohl Rückenwind in den bevorstehenden Wahlkämpfen, womit Österreich noch tiefer in den ruinösen linken Morast gestossen würde. Persönlich versuche ich, allen meinen Bekannten diese Zusammenhänge aufzuzeigen; hoffentlich gehen unseren Landsleuten noch vor der Abstimmung am kommenden Sonntag die Augen über das "Wirken" der österreichischen Marxisten auf.

  3. Ausgezeichneter KommentatorKatholisch-Österreichische Landsmannschaft
    5x Ausgezeichneter Kommentar
    16. Januar 2013 09:31

    Ich möchte Dr. Pethö für diesen sehr gelungenen Artikel danken. Die besten Argumente gegen ein Profiheer hat Verteidigungsminister Darabos selbst in diversen Reden gebracht. Hier ein paar Zitate unseres Glücksritters:

    "Meine Damen und Herren, das Bundesheer hat viele Aufgaben zu bewältigen. Für all diese Zukunftsvorhaben brauchen wir ein starkes Fundament. Nur mit der bewährten Zusammenarbeit von Kaderpersonal, Grundwehrdienern und Miliz können die Aufgaben des Bundesheeres effizient erfüllt werden. Die allgemeine Wehrpflicht ist damit auch ein fester Bestandteil unserer Demokratie. Damit nicht genug: Der Grundwehrdienst ist auch eine tragende Säule des Bundesheeres. Ich will den Wehrdienst für die jungen Männer so attraktiv als möglich gestalten. Denn der Grundwehrdienst ist ein wichtiger Faktor für die Verbundenheit der Österreicherinnen und Österreicher mit ihrem Bundesheer. Es drückt aus, dass das Bundesheer ein verlässlicher Partner der Menschen in unserem Land ist.

    Eine für mich wichtige Voraussetzung ist, dass wir nicht wie manch anderer Staat eine Militärkaste haben, die zwar der politischen Führung untergeordnet ist, aber intern technokratisch strukturiert ist und abgehoben agiert. Dagegen ist unsere bewaffnete Macht nicht lediglich in den Institutionen verankert, sondern durch die Wehrpflicht auch tief in der Gesellschaft eingebettet. Die allgemeine Wehrpflicht ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Bürger für die Sicherheit unseres Landes. Deshalb wird es mit mir als Verteidigungsminister auch keine Abschaffung der Wehrpflicht geben. An der Wehrpflicht darf nicht gerüttelt werden.

    Die Zusammensetzung aus Kadersoldaten, Grundwehrdienern und Miliz sorgt für die notwendige gesellschaftliche Verankerung und damit auch für demokratische Kontrolle. Die Wehrpflicht ist vor diesem Hintergrund auch als ein fester Bestandteil unserer Demokratie zu sehen. Zugespitzt formuliert: Die systematischen Folterungen von Abu Ghraib im Irak waren und sind mit österreichischen Soldaten nicht möglich. Unsere Soldaten sind nicht Teil eines Staates im Staat - sie sind Teil der Gesellschaft.

    Es ist offensichtlich, dass wir auf diese Weise anderen Armeen - namentlich Berufsarmeen - überlegen sind: die müssen nehmen, was kommt. Und sie verfügen dadurch über keinen Querschnitt der Bevölkerung, sondern nur über Leute, die das, was sie tun, als Job betrachten und mehr nicht.
    Wir als neutraler Staat und Nicht-Nato-Mitglied fahren mit dem Mischsystem Berufssoldaten, Milizsoldaten und Grundwehrdiener am besten. Wir können nur mit diesem System 10.000 Mann für den Katastrophenfall und mindestens 1.000 Mann für den Auslandseinsatz bereithalten. Jede Änderung in Richtung einer Berufskomponente würde diese Kompetenz gefährden.

    Für mich ist die Wehrpflicht auch keine budgetäre Frage, sondern eine politische. Das österreichische Mischsystem hat sich bewährt, unser Heer ist bestens in die Gesellschaft integriert. Ich weiß auch, dass ein Berufsheer keinesfalls die kostengünstigere Alternative ist. Demnach würden sich bei einem Berufsheer die Kosten sogar verdoppeln. Für mich ist die Wehrpflicht in Stein gemeißelt.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Verteidigungs- und Friedenspolitik nicht dazu eignet, parteipolitisches Kleingeld zu wechseln. Ich werde das nicht tun.
    Solange ich in der Funktion des Verteidigungsministers bin, wird es keine Berufsarmee in Österreich geben. Darauf haben all jene mein Wort, die auf das derzeitige System vertrauen, aber auch jene, die es lieber heute als morgen abschaffen wollen!"

die besten Kommentare

  1. Ausgezeichneter KommentatorJacky
    1x Ausgezeichneter Kommentar
    19. Januar 2013 13:59

    Manche Wehrpflichtbefürworter tun ja gerade so, als hätten sich die Wehrpflichtigen des Bundesheeres im Fall eines Angriffs des Warschauer Pakts mutig dem Eindringling entgegengestellt und die sowjetischen Truppen heldenhaft zurück über die March getrieben...

    Dass ein Berufsheer den "wesentlichen Aspekten einer Landesverteidigung kaum gerecht werden könnte", wie Pethö schreibt, mag vielleicht sein. Das konnte unser Bundesheer aber auch bisher nicht.

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  1. Jacky (kein Partner)
    19. Januar 2013 13:59

    Manche Wehrpflichtbefürworter tun ja gerade so, als hätten sich die Wehrpflichtigen des Bundesheeres im Fall eines Angriffs des Warschauer Pakts mutig dem Eindringling entgegengestellt und die sowjetischen Truppen heldenhaft zurück über die March getrieben...

    Dass ein Berufsheer den "wesentlichen Aspekten einer Landesverteidigung kaum gerecht werden könnte", wie Pethö schreibt, mag vielleicht sein. Das konnte unser Bundesheer aber auch bisher nicht.

  2. ProConsul
    18. Januar 2013 15:12

    Dr. Harald Kotschy hat einen Apell zur Unterstützung der Allgemeinen Wehrpflicht verfasst, den ich gerade per Mail erhielt. Botschafter a.D. Dr. Harald Kotschy war Vertreter Österreichs in zahlreichen Ländern, zuletzt bei der OSZE.

    Liebe Freunde!
    Die Befragung zur Zukunft des Bundesheeres steht unmittelbar bevor.
    Es ist die wichtigste Weichenstellung für die Zukunft Österreichs seit der EU-Beitritts-Volksabstimmung im Jahre 1994.
    Was hat man uns damals nicht alles versprochen ! Wo ist der „Ederer-Tausender“ geblieben, der uns angeblich Jahr für Jahr im Geldbörsel bleiben sollte. Der alltägliche Einkauf oder Gastronomiebesuch belehrt uns eines Besseren.

    Und jetzt verspricht man uns, daß die wichtigen Leistungen, die im Gesamtsystem der allgemeinen Wehrpflicht erbracht werden, bei Umstieg auf ein Berufsheer / freiwilligen Sozialdienst ohne Mehrkosten zur Verfügung stehen werden. Allein der logische Hausverstand sagt uns - ein Berufsheer ist bei Beibehaltung des gegenwärtigen Leistungsniveaus nicht annähernd finanzierbar - gegenteilige Behauptungen beruhen schlicht auf unwahren Informationen.

    Berufsheere sind ein Rückschritt in die Zeiten der Feudalherrschaft vergangener Jahrhunderte. Sie wurden zur Durchsetzung der Macht- und Eroberungspolitik der jeweils herrschenden Dynastien der Kaiser und Könige (heute wären das wohl Politiker im Dienste der Konzerne und Banken) eingesetzt. Lasst Euch daher von Schalmeientönen wie „Professionalisierung“, „Freiwilligkeit“ nicht wieder täuschen. Erkennt vielmehr die wahren Motive der angestrebten Systemänderung:

    Es geht nicht um reale gegen unser Land gerichtete Bedrohungsszenarien wie Notwendigkeit des Objektschutzes im Terrorfall, organisierte Großkriminalität, unkontrollierte Migrationsbewegungen und marodierendes Einsickern von Fremden aus allen Kontinenten im Zuge der Globalisierung, u.ä., denen ein Berufsheer angeblich besser begegnen könnte. Diese könnten schon definitionsgemäss organisatorisch und von der Größe der Aufgabe her nur unter den Bedingungen allgemeiner Wehrpflicht bewältigt werden.

    „Professionell sterben für den Hindukusch“ (oder Timbuktu u.a.) ist die wahre Devise !

    Ein "Berufsheer" ist nämlich die Vorstufe und unbedingte Voraussetzung für die Unterstellung unserer Soldaten unter internationales Kommando und seinen Missbrauch für fremdbestimmte Zwecke. Der folgerichtige logische Schritt wäre dann der Beitritt zur NATO, um im Rahmen dieser „Verteidigungsallianz“ an vorderster Front als Werkzeug zur Durchsetzung der Rohstoff- und Machtinteressen unserer transatlantischen Freunde zu dienen, während die „US-boys“ vorwiegend in sicherer Entfernung aus ihren gut geschützten Befehlsständen heraus das „Kanonenfutter“ führen …...

    Wollt Ihr das wirklich ?

    Anders, als es manche Umfragen zu signalisieren scheinen, wird der Ausgang dieser außerordentlich wichtigen Abstimmung sehr knapp. Die Befürworter eines sog. "Profi-Heeres" (allein die Bezeichnung ist bereits eine systematische Beleidigung aller, die im bisherigen System qualitätvoll und mit persönlichem Einsatz Dienst getan haben) haben sich an die Verteidiger der allgemeinen Wehrpflicht bzw. eines demokratisch eingebetteten Volksheeres gefährlich angenähert.

    Daher meine Bitte: Leitet diese Hintergrundinformation umgehend an Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen weiter und bringt Euch in den nächsten zwei Tagen aktiv und bei allen Gelegenheiten in Gesprächen mit in die Meinungsschlacht um diese wichtige Entscheidung für unsere Zukunft ein.

    Herzliche Grüsse
    Harald Kotschy

  3. Francois Villon (kein Partner)
    18. Januar 2013 14:48

    Dr. Albert von Pethö hat alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt. So erlaube ich mir den – selbstverständlich – in der Presse nicht veröffentlichten LB zu diesem Thema, bzw. einem leicht verschobenen Gesichtspunkt, hier beizutragen.

    Das Volk hat nicht immer recht ... Die Presse 10. 1. 2013

    Prof. Taschner hat natürlich recht, daß „das Volk“ nicht immer recht hat.
    Das Problem ist nur, daß die Konstruktion der „Demokratie“ so tut, als wäre die Summe der Meinung einzelner Individuen die „Meinung des Volkes“.
    Davon könnte man näherungsweise dann ausgehen, wenn die Wähler eine einigermaßen ho-mogene Bevölkerung – nämlich tatsächlich ein Volk im rechten Sinn des Wortes – darstellten. Darauf wies ja schon Carl Schnitt hin, daß nur dann auch die unterlegene Minderheit quasi im Mehrheitsbeschluß sich noch mitrepräsentiert sehen kann. Anders ausgedrückt: die Kultur, Sitten, Gebräuche, Rechtsempfinden, usw. sind in den grundlegenden Dingen für alle weitest-gehend gleich.
    Die zweite Bedingung aber ist, daß das Thema so umfassend öffentlich „diskutiert“ wurde, daß es auch weitgehend von den Wählern verstanden werden konnte und die dazu vorgelegte Frage klar ist und eindeutige Antworten erlaubt.
    All dies ist nicht der Fall. Die massive Überfremdung Österreichs hat längst zu Parallelgesell-schaften geführt, die nicht unterschiedlicher sein könnten, die Shows der Polit-Clowns und die veröffentlichte Meinung bilden keine Grundlage zu einer der Sache angemessenen Mei-nungsbildung – und die Fragen sind meist so formuliert, daß jede „Interpretation“ hinterher möglich ist.
    Der schon von Friedrich Schiller angeprangerte Mangel dieser Art von Meinungsbildung bzw. politischer Entscheidung liegt auch darin, daß die Stimmen gezählt und nicht gewogen wer-den. Und die Dummköpfe sind nun einmal immer in der Überzahl.
    Der Rat an den Vizekanzler ist zwar auch richtig, aber was hilft es?
    Wer in so essentiellen Dingen – der Frage nach der allgemeinen Wehrpflicht - meint „dem Volk“ nach dem Maul reden zu müssen, und was anderes ist ja diese Ansage des Vizekanzlers (sich an das Votum strikt zu halten) nicht gewesen, der hat sich längst disqualifiziert. Daß Spindelegger seine eigenen Worte nicht wirklich ernst nimmt, darf man unterstellen; alles andere wäre ja dümmer als die Polizei erlaubt. Dann hätte er sich aber auch noch bei einer zu durchsichtigen Lüge ertappen lassen. Es ist halt kein Staat mit ihm zu machen.
    Was Prof. Taschner mit seinem Kommentar (Die Presse, 10. 1.) in Wahrheit sagt, ist, daß die-se Art der politischen Entscheidung(sfindung) ein Unfug ist, weil so ein Ergebnis von „Wetter und Launen“ abhängig ist, also schlimmer als ein Lotteriespiel, womit aber implizit eine Fun-damentalkritik am (direkt-)„demokratischen“ Verfahren überhaupt geübt wurde. Und das, was der Bundes- wie Vizekanzler zum Thema sagten (in Wahrheit: nicht sagten) reichte ja nicht einmal für eine Schmierenkomödie.

    Presse 11. 1.

    Prim. Dr. Zaunbauer (zu Taschner) hat recht, wenn er feststellt, daß „das Volk“ Repräsentan-ten wählt und diese dann – im Auftrag quasi – beschließen und somit „Recht“ setzen. Insofern hat das „Volk“ also recht. Auch wenn es – sachlich betrachtet – „nicht recht“ haben sollte, nämlich ein „schlechtes“ Gesetz beschlossen hätte. Und daß man das ändern könne, stimmt auch. – Theoretisch. Aber das trifft offenbar nicht den Punkt, den Prof. Taschner meinte. – Siehe oben meine Anmerkungen.

    Was das Ändern von Gesetzen betrifft, so ist das eigentlich keine Lösung. Ähnlich wie in der Schule: bekommt man ein Nichtgenügend, so kann man das mit einem „Nachzipf“ korrigie-ren, die „korrekte“ Vorgehensweise/Strategie wäre freilich es gleich von Anfang an richtig zu machen. Hierin liegt ja auch die Herausforderung an wirkliche Staatsmänner, das Staatsschiff in allen Fährnissen sicher zu steuern (und das Ärgernis, daß heute Hinz und Kunz und Berufs-jugendliche ohne Erfahrung, Kenntnisse oder nachgewiesener Bewährung in Staatsämter ge-hievt werden). Wenn aus partikularen oder persönlichen Interessen eine für den Einzelnen „richtige“ (= bequemere) Entscheidung getroffen würde (... die Zeit „besser“ im eigenen Be-ruf zu nutzen, oder ... Leerlauf zu vermeiden – sofern das überhaupt bezüglich der eigenen Leere und Langweile zutrifft!), so muß das für das Ganze – den Staat und die (Volks-) Ge-meinschaft - längst nicht auch zutreffen.
    Die gegenwärtige Schein-Debatte über das Heer fokussiert auf Wählerbestechung bzw. Dro-hung (SPÖ: kein „Zwang“, keine „Pflichten“ und per „Gutachten“ Prof. Meyers: auch Frauen könnten dann der Wehrpflicht unterliegen ...), die der ÖVP auf einer mit dem Heer und der Landesverteidigung nichts zu tun habenden Angstmacherei: soziale Hilfsdienste, Altenpflege und Rotes Kreuz würden zusammenbrechen bzw. finanziell unerschwinglich werden.
    Beide Sorten an „Argumenten“ sind primitiv und den Kern der Sache nicht treffend.
    Sie blenden die tatsächlichen (= staatspolitischen, existenziellen) Fragen
    - der Souveränität,
    - der Selbstbehauptung,
    - der äußeren und inneren Sicherheit völlig aus,
    - aber auch der Frage der Loyalität eines Heeres gegenüber Volk und Vaterland aus.
    Letztes ist ja von besonderer Bedeutung in apokalyptischen Zeiten, vor allem, wenn man seit längerem schon beobachten kann, wie die delegitimierten Mächtigen heimlich „schnelle Ein-greiftruppen“, Sonder-Kommandos, in den USA die Reaktivierung und den Neubau von KZs für Millionen(!) schaffen und die Söldnertruppen überdies privatisiert werden. – Wozu wohl?
    Statt dessen werden Krämerargumente (noch dazu verlogene) über Kosten und Effizienz ge-droschen, dem unverantwortlichen Pöbel nach dem Maul geschwatzt und das Heer als ein ubi-et-orbi Technischer Hilfsdienst fürs Präparieren von Skipisten und dgl. „verkauft“.
    Daß vom 8-klassigen Volksschüler „Dr.“ Faimann außer blöden, proletenhaftgen Sprüchen nichts zu erwarten ist, war zu erwarten, daß sein Alterego Spindelegger es auch – kongenial – auf nicht mehr als 0,5 Faimann (ein von mir eingeführtes neues Hohlmaß) mit seiner Wort-spende bringt, aber ebenfalls.

    Darin lag die Kritik Taschners, wenngleich etwas vornehmer formuliert.

  4. cmh (kein Partner)
    17. Januar 2013 10:57

    Wenn ich dieses vertrottelte Wort "Zwangsdienst" beim ÖBH schon höre!

    Es zwingt wird doch niemand gezwungen, Österreicher zu sein und schon gar nicht, es auch zu bleiben. Wieviele Asylanten wären froh, den eventuell frei werdenden Platz einzunehmen.

    Alles andere ist reine Dekoration.

  5. Wafthrudnir
    16. Januar 2013 12:14

    Leider kann ich Hr. Pethö zu kaum mehr als 60% zustimmen, d.h., ich werde gewiß so wie er abstimmen, aber seine Beweggründe unterscheiden sich zum Teil doch deutlich von meinen. Vor allem fällt mir unangenehm auf, dass Hr. Pethö die Argumente, die für ein Berufsheer sprechen, nur in Ansätzen einer fairen Würdigung unterzieht. Zu nennen wären etwa:
    o Ein Wehrpflichtigenheer beruht letztlich auf Zwang; die persönliche Freiheit und das Leben des Einzelnen sind keine unverrückbaren Menschenrechte, sondern existieren nur so weit, als die Allgemeinheit es ihm zugesteht, also seine Dienste nicht zwangsweise in Anspruch nimmt. In noch höherem Maß gilt das für den Zivildienst, wo eine Gesellschaft, die erstklassige Pflege wünscht, aber nicht bereit ist, dafür entsprechend zu bezahlen, schlicht beschließt, eine kleine Minderheit zwangszuverpflichten. Zudem ist mir etwas schleierhaft, was junge Menschen einer Gesellschaft "zurückgeben" sollten, die ihnen eine sich ständig verschlechterende Bildung zukommen ließ und wenig mehr hinterläßt als Überfremdung, Schuldenberge und ein bankrottes Pensionssystem, in das sie noch jahrelang einzahlen sollen, ohne realistische Chance, je selbst eine der Einzahlung entsprechende Pension zu erhalten.
    o Ein Berufsheer ist darauf angewiesen, dass sich ihm Freiwillige anschließen. Es muß also eine gerechte (i.e., marktkonforme) Bezahlung und menschenwürdige Unterbringung gewährleisten und darf seine Mitglieder keinen allzu hohen Risiken aussetzen. Die Freiwilligkeit stellt also ein starkes Disziplinierungsmittel dar, dass Machtmißbrauch durch Vorgesetzte einschränkt. Mit Wehrpflichtigen hingegen kann man praktisch umgehen wie man will, siehe die Massenschlachten der Weltkriege, zumal die Erfahrung zeigt, dass diejenigen, die den Pflichtdienst hinter sich haben, nur wenig bereit sind, sich für eine Erleichterung des Dienstes einzusetzen.
    o Das Argument mit der angeblich überlegenen Leistung von Wehrpflichtigen-Heeren ist schlicht falsch. Im Nahostkonflikt ist das israelische Wehrpflichtigenheer allen arabischen Berufsarmeen himmelhoch überlegen, auf den Falklands schlugen britische Berufssoldaten mühelos argentinische Wehrpflichtige. Die Liste ist fortsetzbar, vermutlich hängen Wehrbereitschaft und Leistungsfähigkeit einfach von viel zu vielen Faktoren ab.
    Warum ich trotzdem für die Wehrpflicht stimmen werde: In einer Zeit immer abgehobener agierender Eliten, zunehmender Entdemokratisierung (ESM!) und weitgehender Waffenlosigkeit der Bürger scheint mir ein Berufsheer ein arges Risiko. Wenn es sich dank unzureichender Bezahlung nur aus der untersten Unterschicht rekrutiert, sind seine Verwurzelung in demokratischen Werten, sein Idealismus und der politische Weitblick seiner Soldaten zumindest zweifelhaft. Es wäre damit ein hervorragendes Instrument, eine "alternativlose" neue Ordnung herzustellen, in der "sinnvolle" Lösungen nicht von demokratischen Zwängen behindert werden.
    Wäre die Alternative zur Wehrpflicht eine Verfassung, welche die Durchsetzung des Bürgerwillens garantiert, eine Liberalisierung des Waffenrechts sowie eine Berufsarmee, die so besoldet wird, dass sich die Besten um Aufnahme bewerben, würde ich gegen die Wehrpflicht stimmen.

    • phaidros
      16. Januar 2013 12:37

      vermutlich hängen Wehrbereitschaft und Leistungsfähigkeit einfach von viel zu vielen Faktoren ab.

      Ein wesentlicher ist sicher die Dienstdauer: in Israel, das Sie als Beispiel nennen, mindestens 2 Jahre. Hier dürften wir uns in der Größenordnung bewegen, die ein Wehrpflichtigenheer leistungsmäßig zu einem Berufsheer aufschließen lässt.

    • GerhardJ65 (kein Partner)
      18. Januar 2013 01:15

      ich möchte mal JFK kommentieren:
      Fragt nicht was der Staat für Euch tun kann, fragt was IHR für den Staat tun könnt.

      und den meisten Österreichern ist Patriotismus fast ein Fremdwort und die schreien nur nach dem Heer wenn Ihnen das Wasser schon über den Hals steht.

      Ich stimme für die Wehrpflicht weil es die beste Lösung für Österreich ist.

  6. dssm
    16. Januar 2013 10:46

    Das Thema muß ja wirklich unter die Haut gehen. So viele Beiträge gab es noch zu keinem anderen Thema im Unterberger-Blog.

    Zur Abstimmung ist eigentlich alles gesagt.

    Unter dem Punkt Wehrpflicht, finden sich doch ein paar grobe Schnitzer. Ich stelle immer wieder fest, die historische Bildung ist eine sehr oberflächliche, die von Herrn Unterberger immer wieder testierte Schulmisere ist leider sehr real.
    Die Geschichte bietet zahlreiche Beispiele für das Hier und Jetzt, dazu muss man aber auch eine breite Wissensgrundlage haben.

    Herr Unterberger hat den löblichen Versuch gestartet, mittels des ‚Sience-Blogs’ hier ein klein wenig positiv zu wirken; also die Bitte, nehmt am Sience Blog teil!

    • inge schuster
      16. Januar 2013 18:41

      vielen Dank für Ihre Werbung für unseren Science-Blog!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • dssm
      16. Januar 2013 23:00

      Liebe Inge Schuster!

      Schade, daß unser Mitblogger phaidros nicht die Fahne voranträgt.
      Es würde eine Freude sein, die Klinge mit ihm zu kreuzen, gerade der psychologische Beitrag würde einen gegebenen Anlaß darstellen; eine geistreiche Diskussion würde sehr förderlich sein.
      Auch Helumt Oswald, brechstange und Undine (und weitere!) fallen immer wieder durch richtungsweisende Einträge auf - daher bitte bitte teilnehmen; auch wenn die Meinungen weit auseinandergehen mögen!

      Danke Frau Schuster für Ihre Hilfe.

  7. Helmut Oswald
    16. Januar 2013 09:40

    Es gilt, eine Richtungsentscheidung zu treffen. Punkt.

    Die törichte Erbsenzählerei bis zum Erbrechen führt zu Nichts. Jede Entscheidung hat vor und Nachteile, ein für und wider - dies bis zum Erbrechen zu wiederholen hat weder eine Erkenntnis- noch einen Neuigkeitswert.
    Berufsheer bedeutet kurzfristig Bequemlichkeit, mittel- und langfristig Entwaffnung des Volkes. Es bedeutet, fremden Mächten ein mehr an Verfügungsgewalt einzuräumen, weil die Instrumente, ihnen zu widerstehen, verkleinert werden. Die fehlende Aufwuchs- und Regenerationsfähigkeit der Truppe ist in den ernstzunehmenden Bedrohungszenarien auch nicht innert nützlicher Frist wettzumachen, daher liegt die richtige Entscheidung klar auf der Hand.

    Der Versuch der 'Dauerbeurteiler', die gleich perseverierenden Greisen immer noch eine Bedachtheit und noch eine Verzierung ins Treffen führen, verfehlen das Thema. Das Thema heißt: triff eine Entscheidung. Was wie Weisheit aussehen soll, ist in Wahrheit Schwäche. Indem noch und noch hin und hergeredet wird, aus Angst, man müsste doch die Verantwortung dafür übernehmen daß eine Entscheidung nach einer Richtung andere Möglichkeiten auch auszuschließen vermag. So ist es aber, so ist die Wirklichkeit. Triff eine ENTSCHEIDUNG. Es gibt einen Punkt, da endet das BEURTEILEN.
    Er ist erreicht.

    Am 20. Januar Wehrpflicht.

    • phaidros
      16. Januar 2013 09:55

      mittel- und langfristig Entwaffnung des Volkes.

      Wir haben kein bewaffnetes Volk. Wenn Sie schon nicht Erbsen zählen wollen, zählen Sie wenigstens Gewehrläufe, die Sie so gerne in der Hand des Volkes sehen wollen:

      0 Stück.

    • Helmut Oswald
      17. Januar 2013 02:21

      Auch hier irren sie, ihrer Polemik zuliebe, fundamental. 12.000 Grundwehrdiener tragen 12.000 Gewehre. Den genauen Stand lassen Sie sich durch die Personalabteilung bekanntgeben oder erfragen sie von der Homepage. Das sind derzeit noch 12.000 mehr, als bei einem Berufsheer.

      Abgesehen davon, daß es noch ein Wehrrecht gibt - und nicht nur eine Wehrpflicht.
      Und daher gesetzt den Fall einer levee en masse die in privatem Besitz stehenden Waffen hinzutreten. Die zählt ihnen gerne das Innenministerium auf. Zuletzt ein paar hunderttausend.

    • phaidros
      17. Januar 2013 05:40

      Polemik?

      ° 12000 Grundwehrdiener sind »ein bewaffnetes Volk«, aber 8500 Österreicher sind es nicht?

      ° Wie verzichte ich auf dieses mein »Recht« (auf ein Recht kann man ja wohl verzichten, oder irre ich da auch fundamental)?

      Aber jetzt unpolemisch: Mit »bewaffnetem Volk« und dessen Wehrhaftigkeit kann ja wohl nur gemeint sein, dass unüberwindlicher Widerstand dadurch entsteht, dass kein Zug möglich ist, ohne auf einen Bewaffneten zu stoßen. 12000 Grundwehrdiener sind gerade genug, um die wichtigesten Gebäude und ein paar andere zu schützen, wie uns erklärt wird.

      (Und vergessen wir bitte ganz schnell private Waffen in diesem Zusammenhang. Wir reden von kriegerischen Auseinandersetzungen, wo Kommandanten aller Ebenen wissen müssen, was zur Verfügung steht und nicht von Gassenschießereien)

      Wer ist also polemisch, wenn über »das Volk darf nicht entwaffnet werden« geredet wird?

    • phaidros
      17. Januar 2013 07:38

      Und noch ein Satz zu den »in privatem Besitz stehenden Waffen «, die Ihrer Meinung nach hinzutreten würden:

      Faustfeuerwaffen (weitestgehend verboten) sind in militärischen Auseinandersetzungen so gut wie wertlos, Jagdwaffen sind am ehesten Schafrschützengewehren vergleichbar (erreichen aber beiweitem nicht die Einsatzschussweite). Ein reines »Scharfschützenheer« ist aber ebenfalls militärisch völlig wertlos.

      Am Mann brauchen Sie Waffen, die zu Feuerstößen in der Lage sind.

    • cmh (kein Partner)
      17. Januar 2013 15:44

      Ihre militärisch taktischen Argumente sind ja ganz richtig, phaidros, sie gehen aber an einem Problem vorbei:

      Es soll in einem demokratischen Staat keine Unterscheidung in Drohnen und Soldaten geben dürfen. Dass wir eine politische Kaste bereits am bekommen sind, sollte doch wohl genügen.

      Ein Berufsheer brächte aber eine Kaste von Drohnen, für die jede Beschäftigung mit der Tätigkeit des Kämpfens denkunmöglich gemacht wird. Der Bub soll ja was Gescheides (was auch immer das sein soll) machen und nicht beim Militär herumlungern.

      Dabei sind die Österreicher natürlich nicht am Ende der kommenden Legislaturperiode alle zu kampfunfähigen Drohnen geworden, das dauert etwas länger. Aber es wird mittelfristig vergessen, dass es etwas geben sollte, für das es sich zu kämpfen lohnt.

      Die Änderung des geistigen Kostumes der Bevölkerung ist es.

      Wir haben es hier mit einem fortgeschrittenen Versuch zu tun, eine Umerziehung am lebenden Objekt durhczuführen. Dagegen gilt es einzuschreiten.

      Es ist keine Frage der Taktik oder Heeresorganisation, sondern eine Frage der Menschformung.

      Nur leider sind die Konservativen sowas von selbstmörderisch ehrlich und versuchen immer, ein Sachproblem zu sehen, das in beiderseitigem Einverständnis gelöst werden kann. Für die Sozialdemokraten aller Parteien geht es hingegen nicht um die Sache, sondern um ihre Macht.

      Hier wie in der sogenannten Schulreform geht es nicht um bessere Landesverteidigung oder um besser gebildete Schüler. Sie können daher Gift darauf nehmen, dass analog den mangelnden Rechenkenntnissen am Ende der sozialistischen Umbauarbeiten eine Bevölkerung steht, die keine Ahnung von Waffen dafür aber eine Abscheu vor diesen hat. Und eine ordentliche Furcht vor den Wächtern des Staats.

      Der muss natürlich nicht Österreich heissen und es muss natürlich nicht innerhalb von 25 Jahren erledigt sein.

    • phaidros
      17. Januar 2013 20:36

      Sg. cmh, es mag Sie überraschen zu hören, dass ich das für das stärkste Plädoyer für die Wehrpflicht halte, das ich hier gelesen habe! All die traurig/tranigen Versuche, es als Notwendigkeit darzustellen - noch dazu als militärische! - zeugen wenigstens von tiefem Unverständnis der Materie.

      Ich stehe auch nicht an zuzugeben, dass Sie mir damit durchaus einen neuen, noch unbedachten Aspekt aufzeigen, das finde ich ungemein interessant!

      Nach dem ersten Durchdenken möchte ich zwei DInge antworten:

      Einerseits glaube ich, dass auch Sie einen Aspekt unberücksichtigt lassen, nämlich dass bereits mehr als die Hälfte der Jungmänner nicht zum Heer geht. Es verbleibt also allenfalls »lediglich« der pädagogische Wert des Gemeindienst als Argument.

      Wenn Sie aber sagen »Wir haben es hier mit einem fortgeschrittenen Versuch zu tun, eine Umerziehung am lebenden Objekt durhczuführen. Dagegen gilt es einzuschreiten.«, so muss ich dem widersprechen. Jeder Versuch der Erziehung ist ein Versuch, einen Menschen umzuformen, somit eine »Umerziehung«. Das gilt auch für die obige. Und auch für den Versuch, den Menschen eben an den Umgang mit der Waffe zu gewöhnen und ihm die Scheu davor zu nehmen. Er wird ja nicht so geboren (sonst müssten wir auch nicht fürchten, dass die Vertrautheit im Umgang mit der Waffe abhanden käme und an ihrer Stelle eine Abscheu aufträte, wenn wir den Wehrdienst aussetzen)

      Jetzt sind wir aber schon sehr ins Theoretische geraten.

      Etwas unmittelbarer möchte ich Ihnen antworten, dass Sie durchaus recht haben, dass es auch eine Dimension neben dem unmittelbar Praktisch/Tatksichen gibt, dass aber gerade die pro-Wehrpflicht-Fraktion so tut, wie wenn sie rein sachliche Argumenten brächten. Das ist aber schlichtweg nicht der Fall, es handelt sich um ganz dümmliche, sowohl an Ängste wie auch an »hehre Gefühle« gerichtete Propaganda.

      BG phaidros.vie@gmail.com

  8. Katholisch-Österreichische Landsmannschaft
    16. Januar 2013 09:31

    Ich möchte Dr. Pethö für diesen sehr gelungenen Artikel danken. Die besten Argumente gegen ein Profiheer hat Verteidigungsminister Darabos selbst in diversen Reden gebracht. Hier ein paar Zitate unseres Glücksritters:

    "Meine Damen und Herren, das Bundesheer hat viele Aufgaben zu bewältigen. Für all diese Zukunftsvorhaben brauchen wir ein starkes Fundament. Nur mit der bewährten Zusammenarbeit von Kaderpersonal, Grundwehrdienern und Miliz können die Aufgaben des Bundesheeres effizient erfüllt werden. Die allgemeine Wehrpflicht ist damit auch ein fester Bestandteil unserer Demokratie. Damit nicht genug: Der Grundwehrdienst ist auch eine tragende Säule des Bundesheeres. Ich will den Wehrdienst für die jungen Männer so attraktiv als möglich gestalten. Denn der Grundwehrdienst ist ein wichtiger Faktor für die Verbundenheit der Österreicherinnen und Österreicher mit ihrem Bundesheer. Es drückt aus, dass das Bundesheer ein verlässlicher Partner der Menschen in unserem Land ist.

    Eine für mich wichtige Voraussetzung ist, dass wir nicht wie manch anderer Staat eine Militärkaste haben, die zwar der politischen Führung untergeordnet ist, aber intern technokratisch strukturiert ist und abgehoben agiert. Dagegen ist unsere bewaffnete Macht nicht lediglich in den Institutionen verankert, sondern durch die Wehrpflicht auch tief in der Gesellschaft eingebettet. Die allgemeine Wehrpflicht ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Bürger für die Sicherheit unseres Landes. Deshalb wird es mit mir als Verteidigungsminister auch keine Abschaffung der Wehrpflicht geben. An der Wehrpflicht darf nicht gerüttelt werden.

    Die Zusammensetzung aus Kadersoldaten, Grundwehrdienern und Miliz sorgt für die notwendige gesellschaftliche Verankerung und damit auch für demokratische Kontrolle. Die Wehrpflicht ist vor diesem Hintergrund auch als ein fester Bestandteil unserer Demokratie zu sehen. Zugespitzt formuliert: Die systematischen Folterungen von Abu Ghraib im Irak waren und sind mit österreichischen Soldaten nicht möglich. Unsere Soldaten sind nicht Teil eines Staates im Staat - sie sind Teil der Gesellschaft.

    Es ist offensichtlich, dass wir auf diese Weise anderen Armeen - namentlich Berufsarmeen - überlegen sind: die müssen nehmen, was kommt. Und sie verfügen dadurch über keinen Querschnitt der Bevölkerung, sondern nur über Leute, die das, was sie tun, als Job betrachten und mehr nicht.
    Wir als neutraler Staat und Nicht-Nato-Mitglied fahren mit dem Mischsystem Berufssoldaten, Milizsoldaten und Grundwehrdiener am besten. Wir können nur mit diesem System 10.000 Mann für den Katastrophenfall und mindestens 1.000 Mann für den Auslandseinsatz bereithalten. Jede Änderung in Richtung einer Berufskomponente würde diese Kompetenz gefährden.

    Für mich ist die Wehrpflicht auch keine budgetäre Frage, sondern eine politische. Das österreichische Mischsystem hat sich bewährt, unser Heer ist bestens in die Gesellschaft integriert. Ich weiß auch, dass ein Berufsheer keinesfalls die kostengünstigere Alternative ist. Demnach würden sich bei einem Berufsheer die Kosten sogar verdoppeln. Für mich ist die Wehrpflicht in Stein gemeißelt.
    Ich bin der festen Überzeugung, dass sich Verteidigungs- und Friedenspolitik nicht dazu eignet, parteipolitisches Kleingeld zu wechseln. Ich werde das nicht tun.
    Solange ich in der Funktion des Verteidigungsministers bin, wird es keine Berufsarmee in Österreich geben. Darauf haben all jene mein Wort, die auf das derzeitige System vertrauen, aber auch jene, die es lieber heute als morgen abschaffen wollen!"

  9. Gerhard Pascher
    16. Januar 2013 09:05

    Ach! Noch so ein Aufruf zur Befragungsteilnahme und dem gewünschten Kreuzerl bei Wehrpflicht. Die Umfrage (mehr ist es ja nicht) wird ohnehin knapp zu Gunsten der Wehrpflicht ausfallen, da die Mehrheit der Österreicher grundsätzlich feige ist und kein Risiko - also Kinderkrankheiten, welche es bei jeder neuen Organisation, jedem neuen Produkt usw. gibt - eingehen will.
    Mich wundert immer wieder das Argument "Bewährtes beibehalten", gleichzeitig aber dringend Verbesserungen verlangt. Was ist denn da bewährt gewesen?
    Erstaunlich sind auch viele andere Kommentare (auch in diversen Zeitungen), wo man zwar grundssätzlich für ein Berufsheeer ist, aber dann persönlich doch lieber "das kleinere Übel" Wehrpflicht ankreutzen wird. Auch dabei vermisse ich den Mut.

  10. FranzAnton
    16. Januar 2013 07:14

    Persönlich bezweifle ich, daß die Proponenten eines Berufsheeres all die von Herrn Pethö ins Treffen geführten Überlegungen angestellt haben. Dem ursprünglichen Spiritus Rector der Wehrpflichtabschaffung, Herrn Bgm Häupl, ging es, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, vorrangig um Beeinflussung der Wiener Gemeinderatswahl; das Wohl und Wehe Österreichs spielte dem gegenüber gewiss kaum eine Rolle, ganz so, übrigens, wie es auch in allzu vielen anderen von linker Politik betriebenen, ruinösen Bestrebungen der Fall ist.
    Ohne jeden Zweifel genau so verhält es sich mit der aktuellen linken Propagandawalze gegen die Wehrpflicht. Ein allfälliges Obsiegen der Wehrpflichtgegner brächte der SPÖ wohl Rückenwind in den bevorstehenden Wahlkämpfen, womit Österreich noch tiefer in den ruinösen linken Morast gestossen würde. Persönlich versuche ich, allen meinen Bekannten diese Zusammenhänge aufzuzeigen; hoffentlich gehen unseren Landsleuten noch vor der Abstimmung am kommenden Sonntag die Augen über das "Wirken" der österreichischen Marxisten auf.

    • phaidros
      16. Januar 2013 09:18

      Dasselbe gilt allerdings für ein allfälliges Obsiegen der Wehrpflichtbefürworter: es brächte eben der ÖVP wohl Rückenwind in den bevorstehenden Wahlkämpfen, wird also aus denselben niedrigen Motiven betrieben. Spindelegger schätzt ganz einfach die Stimmung in der Bevölkerung anders ein, sonst hätte er sich nicht auf die Volksbefragung eingelassen.

  11. phaidros
    16. Januar 2013 06:44

    Fassen wir kurz zusammen:

    Alle Vorteile liegen ausschließlich auf einer Seite, alle Nachteile ausschließlich auf der anderen Seite.

    Eine Seite dient dem österreichischen Volk und ist stolzen und edlen Motiven geschuldet, die andere wird ausschließlich vom Bösen und Üblen angetrieben, dessen einzige wahre Absicht die ist, "unsere Jungs" statt den eigenen nach Afghanistan zum Abschlachten zu schicken.

    (Was nebenbei erwähnt mit Wehrpflichtigen von den Russen in Afghanistan genauso wie von den Amerikanern in Korea und Vietnam getan wurde, was aber weltweit in 8000 Jahren Menschheitsgeschichte noch keinem einzigen Berufssoldaten gegen seinen WIllen widerfahren ist)

    Dann noch ein Griff in die Geschichte der ehrenwerten Altvorderen und eine Abbildung, die mit der Fragestellung nicht das Geringste zu tun hat, aber dafür an Gefühle appelliert.

    Das sind die Zutaten, an denen man Propaganda erkennt.

    Selbst, wenn sie vom Verfasser in der besten Absicht verfasst sein mag, weil er ihr selbst sein Leben lang aufgesessen ist und ihm beides selbst nicht bewusst ist. Und es hat auch keinen Einfluss, wie oft bald Hrn. Pethös Text von Gesinnungsgenossen gelobt werden wird für seine Sachlichkeit und Ausgewogenheit und man ihm dafür dankt: exakt dieselben Kommunikationsschemata konnte man in der DDR beobachten.

    • Observer
      16. Januar 2013 09:18

      Schrecklich, dass Albert Pethö auch noch den alten Kämpfer gegen die Franzosen Andreas Hofer für seine Ideen einspannen musste. Oder denkt er vielleicht daran, dass der französische Präsident Hollande demnächst - ähnlich wie in Mali - uns ein paar Soldaten zur Befreiung von der Pest schicken wird?

    • cmh (kein Partner)
      17. Januar 2013 11:07

      Wer Albert Pethö kennt, wird ihm seine Plakativität nicht krummnehmen.

      Was ich aber schon krumm nehmen muss ist, das die untergriffige hinterfotzige Art der gefühlsduseligen Sindoctoren Art, die die Profiheerbeführworter pflegen nicht erkannt wird.

      Wo haben Sie sich denn gegen die gelb leuchtende Plakatserie irgendwelcher Rottussen "Sie sagt" ausgesprochen? Eben! Aber gegen den Freiheitskampf von 1809 und seine Verwendung hier können Sie wettern.

      Wir können uns doch die ganze Wehrdienstdebatte sparen, denn hier wird klar, dass mit einer solchen Intelligenzia sowohl mit allgemeiner Wehrpflicht, als auch Profiheer ein Krieg mangels geistiger Bereitschaft dazu gar nicht geführt werden kann. Denn darauf kommt es an: wenn man seinen Schädel für irgendwen oder irgendwas hinhalten soll, dann hat man zumindest das Recht, zu wissen Wer? und Was?

      Im übrigen Sie sagt, dass der Bua nicht seine Zeit beim Militär vergeuden soll und vergisst dabei hinzuzufügen, dass sie nur gegen das österreichischen Heer stimmen kann.

    • phaidros
      18. Januar 2013 08:03

      Wo haben Sie sich denn gegen die gelb leuchtende Plakatserie irgendwelcher Rottussen

      An gefühlten etwa 6 Dutzend stellen, an denen ich gesagt habe, es gibt von beiden Seiten nur niedrige Propaganda. Sperren S' die Augen auf.






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