So wie in der Vergangenheit alle Prophezeiungen der Wirtschaftsforscher oder gar Wirtschaftspolitiker falsch waren, so wenig sollte man deren Zusicherungen für die Zukunft vertrauen. Das gilt für Österreich und noch mehr für unsere europäischen Partner. Deren Gewerbe gleicht mehr der Gesundbeterei als einer Wissenschaft.
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Inbrunst Medien und Politik an den Lippen der Wirtschaftsforscher hängen, wenn diese Prophezeiungen aussprechen. Offenbar liebt es die Politik, getäuscht zu werden – zumindest wenn die Worte der Wirtschaftsforscher Gutes verheißen. Was sie ja überwiegend tun. Wobei Schelme meinen, dass die Propheten genau wissen, womit sie sich beliebt machen.
Oder man benutzt einfach nicht die Archive. Dort kann man etwa Artikel aus dem Jahr 2007 finden, denen zufolge die Regierung Gusenbauer-Molterer unter Berufung auf die Wirtschaftsforscher angekündigt hat, dass das reale Wirtschaftswachstum bis 2010 sicher nicht unter 2,3 Prozent sinken werde. Was uns heute nur noch ein verzweifeltes Lachen kostet.
Gusenbauer und Molterer sind weg. Aber die Wirtschaftsforscher sind noch immer da. Obwohl sie ihr Geld nicht wert – oder charakterlos sind, falls sie ihre Prophezeiungen nur auf Druck der Regierung in bestimmte Richtungen eingefärbt haben sollten.
Diesen Rückblick sollten wir uns vor Augen halten, wenn wir die heutigen Ankündigungen hören. Da verkünden Faymann und Pröll im Konsens, dass das Budgetdefizit von heuer 4,7 Prozent in drei Jahren auf 2,7 Prozent gesenkt werden wird. Sie fügen freilich die Kleinigkeit nicht hinzu, wie sie das tun wollen. Dass sie überdies mit Versprechungen in bezug auf Universitätsbudget, Schulkassengrößen, Forschungsausgaben, Filmförderung und anderes mehr noch eine Reihe von ungedeckten Schecks auf die gleichen Jahre ausgestellt haben, lassen wir dabei als ohnedies nie ernstgemeint beiseite.
Dennoch steht Österreich heute geradezu als Musterknabe da, wenn wir auf eine Reihe von Ländern blicken, mit denen wir – leider – in einer Währungsunion verbunden sind. Die Griechen fahren ein Defizit von 12,7 Prozent, Spanien von 11,4 und Portugal von 9,3 Prozent. Und das sind überall nur die Zahlen von 2009 – alle Länder werden jedoch 2010 auf Grund der verzögerten Reaktion der Steuereinnahmen auf die Konjunkturflaute noch viel schlechter dastehen, wenn nicht ein Wunder passiert.
Gleichzeitig aber verkünden uns europäische Experten treuherzig, dass diese Länder kein Risiko darstellen, weder für den Euro noch die Union.
Sie tun das, obwohl in keinem dieser Länder irgendeine ernsthafte Sparmaßnahme schon in Kraft ist. Obwohl parallel mit Bekanntwerden dieser Zahlen der Euro deutlich an Strahlkraft verloren hat. Obwohl in Griechenland schon wilde Demonstrationen gegen die Sparpläne veranstaltet werden. Obwohl in Portugal ein Parlamentsausschuss gerade gegen den Widerstand des Finanzministers provozierend höhere Subventionen für die Regionen beschlossen hat.
Dass in allen drei Ländern auch noch Linksregierungen an der Macht sind, ist auch nicht wirklich beruhigend. Erinnern wir uns doch noch zu gut, wie die Linke die Finanzminister Grasser und Molterer jedes Mal beschimpft hat, wenn diese zu einer weiteren Ausgabenidee Nein gesagt haben (was Grasser öfter tat als Molterer). Immerhin hat Irland, wo es keine Linksregierung gibt, und wo es 2009 ebenfalls einen steilen Absturz gab, durch einige kraftvolle wie schmerzhafte Maßnahmen wieder viel internationales Vertrauen zurückgewonnen. Was noch keiner Linksregierung geglückt ist.
Freilich sind auch die Rechtsparteien an den Ufern des Mittelmeers alles andere als unschuldig: In Griechenland haben sie noch vor kurzem regiert; und der erwähnte portugiesische Parlamentsbeschluss ist primär Werk der rechten Opposition.
Dass gerade diese Länder in besonderen Schwierigkeiten sind – und dass Irland wie Italien ebenfalls nicht gut dastehen -, zeigt aber noch etwas ganz anderes deutlich: Wie verderblich die jahrelange Verwöhnung durch EU-Milliarden in Wahrheit für die Leistungs- und Wirtschaftskraft eines Landes ist. Denn gerade diese Länder stellen die Spitzenreiter der langjährigen Empfängerliste von EU-Subventionen dar. Die Subventionen haben in Wahrheit den Ländern nicht geholfen, sondern sie mit einer Art wirtschaftspolitischen Hospitalismus angesteckt, bei dem man die eigene Leistungskraft rapide abbaut. So wie ein lange von Gips gestütztes Bein jede Muskelkraft verliert.
Da sollte man eigentlich fast froh sein, wenn man Nettozahler ist. Was ganz ironiefrei gemeint ist.


Ich denke, da sollte man ein wenig weiter ausholen, und nicht nur die “staatlich hofierten Wirtschaftsforschungsinstitute” auf die Bühne bitten.
Von Aussen beobachtet hat sich in den vergangenen 10 Jahren eine nicht unwesentlich Verschiebung der “veröffentlichten” Wahrnehmung in den Nachrichten ergeben.
Wenn man die diversen Medien beobachtet, dann zeigt sich, daß mehr und mehr “Experten für fast ehh Alles” auftauchen, die die Aussagen der jeweiligen Medienbetreiber im Grunde bestätigen oder zumindest teilweise unterstützen.
Das sind nicht nur die sattsam bekannten üblichen Verdächtigen des WIFO oder des IHS, sondern natürlich auch in vielen anderen Bereichen heimische “Experten” die zumeist, aber nicht ausschließlich, nicht viel mehr als eine Publizistik-, Politikwissenschaften- oder Soziologieausbildung, manchmal sogar ein Studium dessen, haben.
Mein Lieblingsbeispiel ist der, leider doch nicht Akademiker Broukal, der als Wissenschafts- und Informatikexperte gilt.
Dem durfte ich, und ich war nur einer von vielen Tutoren die an ihm gescheitert sind, er ist einfach absolut lernresistent, vor vielen Jahrzehnten, einen Computer erklären.
Kapiert hat nichts, aber das gründlich.
Und dabei ist er konsequent bis heute geblieben.
Allerdings kann er, unbestritten, ganz toll vom Blatt ablesen, wenn man ihm etwas passendes vorschreibt.
Falls man ihm nichts vorschreibt kann nur mehr als Papagei für die SPÖ agieren.
Fachwissen oder auch nur Interesse an den Dingen für die er inhaltlich angeblich so kompetent ist wird man bei ihm vergeblich suchen.
Das tut jedoch seinem Ruf als Wissenschaftsexperte keinen Abbruch.
Dennoch, er gilt als Guru, wenn es um die zukünftige Entwicklung der Wissenschaften geht.
Die IHS und WiFO Experten sind da nicht viel besser, wenn ich z.B. an die Fr. Schratzenthaler denke, die in ihrem bisherigen Leben wohl noch nie eine Minute außerhalb des Elfenbeinturms im Arsenal, AK, oder auf der Uni zu tun hatte, geschweige denn tatsächlich gearbeitet hat.
Diese Frau, wie auch ihre Kollegen, sind, davon kann man sich jederzeit persönlich überzeugen, nicht mehr als berufsmäßige Verwerter von Informationen aus dritter und vierter Hand.
Also aus Zeitungen, Büchern und Zusammenfassungen diverser Diskussionen anderer “Experten”.
Aber nicht aus einer eigenen persönlichen Tätigkeit, einer persönlichen Erfahrung oder einer echten Verbindung zu den Dingen über die sich diese Experten ein Urteil anmaßen.
Es ist schon erstaunlich, wie sehr die veröffentlichte Meinung also an den Aussagen von Personen hängt, die eigentlich nichts mit den Dingen zu tun haben, die sie so wortreich bewerten.
Fr. Schratzenthaler ist für mich nur ein herausragendes Negativbeispiel, schließlich macht sie sich mit ihren Aussagen im Regelfall nicht einmal mehr die Mühe einer Analyse sondern gibt als “Ergebnis ihrer Analyse” nicht viel mehr wieder als eintöniges ideologisches Geschwäsch von der Notwendigkeit der Umverteilung und der höheren Besteuerung höherer Einkommen und Vermögen.
Das würde sie wohl auch dann noch vertreten, wenn es um das aktuelle Wetter geht.
Aber, und das ist das eigentliche Problem, sie bekommt für ihre Aussagen als “Expertin”, die sie ja nicht ist und wohl auch nie war, auf vielen Plattformen große Aufmerksamkeit und ein immer breiteres Publikum.
Natürlich entsteht dabei der immer intensivere Eindruck, daß sie deshalb so oft gefragt wird, weil sie eben eine, vielgefragte, Expertin ist.
Mehr als eine Nachbeterin von ideologsichen Stehsätzen ist sie aber nicht.
Das Prädikat der Expertin wird ihr ja nur von den Medien verliehen.
Damit steht sie allerdings in der Tradition einer immer größer werdenden Gruppe von immer weltfremderen Experten, die eben “nur” in und von den Medien leben können, für die sie ihre Meinungen und “Expertisen” abliefern.
Es ist dabei völlig egal, ob es sich um dabei um die “Experten” des ORF, nicht nur der “Wirtschaftsexperte” der Nachrichtensendungen weckt bei mir den Eindruck, als hätte er noch nie mit den Dingen zu tun gehabt, über die er vermutlich täglich spricht, auch die “Innenpolitikexperten” könnten jederzeit in die Dienste einer Partei wechseln, ohne zuvor ihre Ansichten überdenken zu müssen, oder einen externen “Experten” der diversen Unis handelt.
Selbst so manche “Bösenexperten” diverser Banken sind da nicht gerade eine Ausnahme.
Mein Lieblingsbeispiel in diesem Bereich ist die Fr. Mag. Rosen von der Bank Austria.
Jede Ihrer Prognosen hatte nur insofern einen inhaltlichen Wert, als die das genaue Gegenteil vom den war, was dann tatsächlich passiert ist.
Wenn man ihre Kolummnen und “Expertisen” in diversen Medien also ins Gegenteil verkehrt hat, lag man mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig.
Die war allerdings eine echte Ausnahmeerscheinung, schließlich hat Fr. Rosen sich nicht gescheut, tatsächliche Prognosen mit Inhalten abzugeben.
Die sonst vertretenen Experten verlieren sich ja nur mehr in einem Nebel an Worthülsen die eine Tendenz in Richtung der, zumeist ideologischen, Präferenzen des Auftraggebers darstellen.
Von Außen entsteht beim Medienkonsumenten dennoch der Eindruck, die Experten würden schon wissen wovon sie sprechen.
Wenn ich das mit den diversen Interviews internationaler Medien vergleiche, selbst wenn ich nur so Formate wie diverse “Business Breakfasts” internationaler Fernsehsender heranziehe, dann ist österreichs Medienlandschaft nicht mehr als ein ideologisch verzerrter Kindergarten.
Die meisten internationalen Medien ziehen für die Expertenmeinungen nicht etwa hauseigene Experten heran sondern tatsächliche Player aus dem Bereich um den es gerade geht.
Im Regelfall sind das entweder Manager oder zumindest professionelle Analysten aus jenen Wirtschaftsbereichen die gerade behandelt werden.
Also in letzterem Fall Leute, die zumindest für ein großes Investmenthaus das Thema bearbeiten.
Die lieben dann üblicherweise, schon aus Eigennutz, wesentlich realistischer als ein WIFO oder ein IHS.
Im Gegensatz zu einem Zeitungsleser aus dem Arsenal oder vom Küniglberg.
Österreich, zumindest seine Medienlandschaft, hat sich konsequent in einen Elfenbeinturm der eigenen kleinen Sicht der Dinge zurückgezogen und wird in nicht allzuferner Zukunft eine harte Landung in der Realität erleben.
Dann nämlich, wenn die Realität nicht mehr durch schöne Sonntagsreden fern gehalten werden kann.
Wenn z.B. die Kosten der Sozialsysteme eine Steuererhöhung notwendig machen werden und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes weiter schmälern.
Oder wenn die Bürger des Landes feststellen werden müssen, daß sie für einen Job nunmehr auch eine Übersiedlung in Kauf nehmen müssen.
Dann aber werden die “Experten” wiederum ganz genau wissen, warum sich die Welt nicht so verhalten hat, wie sie es eigentlich sollte.
Und nicht warum die “Experten” bislang allesamt nur weltfremden Blödsinn von sich gegeben haben.
Ich halte jede Wette, die Wirtschaftsredaktionen werden dann ganz trocken feststellen, daß es eben einige “unvorhersehbare Ereignisse” gegeben hat, die auch von den besten Experten nicht erkannt werden konnten.
Wie z.B. den Umstand, daß die Wirtschaft in Asien schon heute viel besser läuft und daher die EU abhängt als sie in den Augen der p.c. Ideologen laufen darf.
Aber dann wird es plötzlich wieder heissen “And now for something completely different”.
Um ja nicht die eigene Unfähigkeit eingestehen zu müssen.
Schlimm nur, daß die Aussagen dieser “Experten für ehh Alles” oft die Grundlage der Handlungen diverser Regierungen sind.
“An expert is someone who knows more and more about less and less until the ultimate expert knows absolutely everything about nothing”.
So gesehen hat Österreich die ultimaiven Experten bereits an der Hand.
… und auf der Tasche
mfg
DDr. Alexander V. Neumaier
DDr. Alexander V. Neumaier:
Vor längerer Zeit wurde ein ORF-Wetter”experte” gefragt, warum seine am Vortag abgegebene Prognose nicht eingetroffen ist. Daraufhin antwortete er: “Die Prognose war schon richtig, nur das Wetter hat sich nicht daran gehalten”. Ähnliches könnte auch ein Wirtschaftforscher sagen.
Ja ehh,
vor nicht allzulanger Zeit hat ein deutscher “Experte” mit Bedauern festgestellt, daß die Lage der Menschenrechte in China nicht dazu geführt hat, daß der chinesische Binnenmarkt termingerecht zusammengebrochen ist.
Daher hat er in der Stärkung des chinesischen Binnenmarktes, die hat, wie von den meisten seriösen Analysten erwartet, der VR China über die Wirtschaftskrise hinweggeholfen, einen Plan der chinesischen Regierung vermutet, dem Westen eins auszuwischen.
Wo doch jeder weiß, daß Chinesen im Inland nur unterdrückte arme Menschen ohne Bedürfnisse sind.
Schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf.
mfg
DDr. Alexander V. Neumaier
Der lernresistente Nicht-Akademiker ist auch absolut unangemessen kleidungs-resistent wenn ich ihn so manchmal im Ausseerland ungewollt treffe. Denke mir dabei immer, ein Dauerurlauber von der oberen Adria hat sich hierher verirrt
@Neumaier
Bravo! Sehr treffende Worte, wer heute ein Experte ist und wie man zu einem wird.
Um eine kleine Ehrenrettung des Leider Nicht Akademikers anzuführen.
Nach den Erzählungen seines Freundes Fritz Edlinger ist der Broukal aber ein großartiger Bastler von Modellschiffen.
Der Zeitaufwand dafür hat ihn auch sein Studium gekostet.
mfg
DDr. Alexander V. Neumaier
Nach meinem Eindruck haben die Wirtschaftsforscher die letzten 15 Jahre fast immer zu hohe Prognosen abgegeben, so als wollten sie Stimmung machen. Gerade mal die guten Jahre 2000, 2006 und 2007 mit jeweils über 4 % Wirtschaftswachstum dürften den Prognosen entsprochen haben. – Aber natürlich bedürfte es einer Recherche, um aus diesem Eindruck einen konkreten Vorwurf zu machen.
Genauso kommen mir die Wetterprognosen während der Wintersaison verdächtig “schneelastig” vor …
Für die sogenannten Wirtschaftsforscher gilt doch: “Wes’ Brot ich eß, des’ Lied ich sing”!
Daher kann man von ihnen nicht wirklich seriöse Arbeit erwarten.
Und was die “Muskelkraft” der Nettozahler betrifft – da kann es leider passieren, daß wenn diesem das Wasser bis zum Halse steht, es zu einem tödlichen Muskelkrampf kommen kann, denn auch die Leistungsfähigkeit eines Nettozahlers ist nicht unendlich.
Keine rosigen Aussichten, oder?
Das Problem mit Ökonomen und ihren Prognosen liegt paradoxer Weise auch darin, dass ihre Aussagen (häufig gar nicht zu vernachlässigende) Auswirkungen auf die Wirtschaftsakteure haben können – im Wesentlichen natürlich psychologischer Natur. Der in den Wirtschaftswissenschaften postulierte “homo oeconomicus”, der alle Entscheidungen rein rational trifft, ist wohl, wie die Praxis lehrt, eher unrealistisch.
Das Problem von Umverteilung, Subvention und Förderung ist nicht die Absicht Schwächere zu unterstützen, Firmengründungen zu ermöglichen und damit Arbeit zu schaffen oder Forschung zu fördern,……sondern der uneffiziente Einsatz und der Missbrauch der zur Verfügung stehenden Mittel.
Verkommenheit und Unfähigkeit, dazu ein System, das durch eine Flut von Verordnungen und Gesetzen verkompliziert wird, eine Unzahl an Arbeitskreisen, runden Tischen, Expertengesprächen (10 Experten, 10 zum Teil diametrale Expertenmeinungen je nach politischem Naheverhältnis – natürlich Alle mit dem Anspruch auf Wahrheit!) führen zur vollkommenen Anonymisierung und Verschleierung (Finanzwirtschaft?)– damit kennt sich am Ende und meist auch schon dazwischen Keiner mehr aus, und niemand muss Verantwortung übernehmen. Das ist die Welt in der sich unsere Politiker, Funktionäre, Experten, andere Ratlose und natürlich auch wir bewegen – und die Spirale dreht sich nach unten, obwohl wir doch ständig den Traum des grenzenlosen Wachstums träumen.
Hat nach Rupert Riedl je wieder jemand gewagt die Grenzen des Wachstums anzusprechen? Immerwährendes Wachstum kann es nicht geben, jedes biologische System hat Grenzen auch wenn das Universum unendlich ist. Damit werden wir diese „ups and downs“ weiter erfahren müssen, wenn wir es nicht schaffen unser System in einem „Steady State“ zu stabilisieren.
Für Wirtschafts- und Finanzexperten muss diese krause Theorie einer ahnungslosen Naturwissenschaftlerin wohl vollkommen abartig klingen.
Gute Nacht
p.S. Liebe Beatrix werde ab heute unter Beatrix R schreiben, dass Ihnen nicht meine seltsamen Gedanken in die Schuhe geschoben werden.
LG Beatrix R
A.U. spricht das wohl größte Problem der EU richtig an: die Subventionitis. Würde nicht alles und jedes gestützt, subventioniert und gefördert, könnte sich allein Österreich etliche Milliarden sparen. Wo steht nicht überall “von der EU gefördert”? Gänzlich ohne Anfügung, dass die EU diese Mittel nicht selbst produziert.
Der Aufschrei wird unvermeidlich sein. Trotzdem:
Weg mit allen Subventionen und Förderungen.
Es ist ja bei uns genau so.
Ich habe einmal so ein Buch über Förderungen der Wirtschaftskammer durchgeblättert. 50 verschiedene Förderarten, keine einzige habe ich bisher je beansprucht, weil das alles sofort die Freiheit einschränkt, Zinsen kostet, und in eine ungewisse, druckvolle (weil Schulden) Zukunft blicken lässt.
Wir können alle diese Arbeiterkammer und Wirtschaftkammerbroschüren durchgehen, es ensteht der Eindruck eines gefährlichen Schlaraffenlandes. Es wird immer gefährlicher und immer weniger Schlaraffenland, das spürt man von Tag zu Tag mehr.
Auch hier kann ich Ihnen wieder nur zustimmen! Hervorragend auf den Punkt gebracht!
Ihre Wortwahl allerdings (”Propheten”, “prophezeiungen”, etc.) lässt mich die Frage stellen, wie sehr Sie eigentlich so etwas schreiben können ohne das (meine Vermutung) Fundament ihrer selbstbeschriebenen “wertkonservativen” Einstellungen selbst wiederum in Frage zu stellen?
Zugegeben, die von Ihnen genannten Propheten sind falsch gelegen. Sie (die Propheten) haben sich auf Fakten bezogen und ihren Spin dazugegeben.
Was ist dann mit Propheten vor 2000 Jahren? Die können mit ihren damaligen Aussagen noch bezug auf das Heute nehmen?
Offensichtlich, dass ich das anders sehe. Aber darum gehts ja nicht.
Ich glaube schon, daß die Wahrheiten, die man vor 2 000 Jahren verkündet hat, auch heute noch gelten. Es sind die gleichen Konflikte, die gleichen Entscheidungen und Probleme zu bewältigen, wie das damals war.
Man wird halt nicht am See Genezareth sitzen, sondern in einer Veranstaltungshalle, auf einem Riesenplatz und die Worte werden nicht mit Mundpropaganda weitergegeben sondern mit Lautsprechern verstärkt oder per Funk übertragen oder per Internet.
Es gibt praktisch keine unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitute, Rating-Agenturen, Noten- bzw. Zentralbanken. Daher sind alle Prognosen, Gutachten und Einstufungen dieser Institute zunächst generalverdachtsmäßig als beauftragt bzw. gekauft anzusehen.
Die Vorausschätzung des Wirtschaftswachstums im übernächsten Jahr auf Zehntelprozentsätze genau ist im Preis inbegriffen. Es gilt die Schuldsvermutung!
Das sehe ich auch so; keiner beißt die fütternde Hand und “Unabhängigkeit” vom Auftraggeber gehört ins Reich der Mythen und Legenden…
Wenn man diesen Experten glaubt, dann sollte man schon auch wissen, daß Glauben bekanntlich nicht viel mit Wissen zu tun hat, sondern mit Vertrauen.
Und vertrauen kann man bei diesen “Experten” nur darauf, daß die zumeist nicht wissen wovon sie sprechen, sondern nur für wen, oder in wessen Auftrag, sie sprechen.
Und da gilt, daß die Richtung der Aussagen vom Auftraggeber bestimmt wird.
mfg
DDr. Alexander V. Neumaier
Ein Buchtipp in diesem Zusammenhang:
Olaf Storbeck, “Die Jahrhundertkrise”, Verlag Schäffer-Poeschl, ISBN 978-3-7910-2919-1:
Der Autor setzt sich -in gut lesbarer, manchmal unterhaltsamer- Weise mit Finanzalchemisten, Versagen der Notenbanken und Keynes auseinander. Er zeigt eine beachtliche Kenntnis der aktuellen Aussagen vieler führender Volkswirtschaftler führender Universitäten und Banken.
Lesenswert.
Kritisch sehe ich allerdings, das er die Inflationsgefahr nicht richtig dogmatisch einteilt. Thorsten Polleit, BRD, unterscheidet zwischen
1)der “üblicherweise gemeinten” Inflation als Wertschwankung betreffend Erwerb von Wirtschaftsgütern und Dienstleistungen und
2) der Inflation als gravierendem Vertrauensverlust in den Wert von Geld -veranlaßt bespielweise durch hohe Staatsdefizite bzw. enorme Vergrößerungen der Geldmenge M1, M2 und M3. Diese zweite Variante sei durchaus gefährlicher als die erste. Storbeck sieht diese Einteilung und Gefahr leider nicht.
Trotzdem: lesenswert!
Es würde den Rahmen dieses Forums bei Weitem sprengen hier Auszüge oder Interviews
von oder mit Professor Dr.Wilhelm Hankel einzubringen.
Ich kann deshalb nur empfehlen,sich über Google oder Wikipedia mit dem Finanzfachmann
und Wirtschaftwissenschaftler zu befassen.
Ich lese seit Jahren seine Aufsätze und verfolge seine Interviews und es ist fast schon
prohetisch, wie dieser Eurogegner der ersten Stunde die Entwicklung Europas präzise vorhergesehen hat
und wie er, wahrscheinlich ebenso genau dessen nächste Zukunft sieht.
Converso
Ich gehe mal davon aus, dass jetzt viele europäische Länder ihr Budget aufs laufende bringen, das viele Jahr manipuliert wurde. Man nimmt die Finanzkrise (Finanzcasino) als Anlaß das Budgetdefizit von rund 10 bis 15% unter Hinweis auf die Krise jetzt offen zu legen….!! Man musste ja nicht viel tun, das Geld sprudelte ja geradezu von der EU in diese Länder und das schon seit vielen Jahren! Die EU machte einfach die Augen zu. Dass Griechenland manipuliert, ist der EU seit vielen Jahren bekannt, keiner hat etwas rechtzeitig dagegen gesagt oder getan.
Das “Gesundbeten” ist zweifellos keine gute Lösung. Doch das immerwährende Krankjammern so wie A.U. das täglich mit wahrer Leidenschaft tut, ist mit Sicherheit noch weniger dazu geeignet jene Probleme zu “Lösen” die teils berechtigt, teil überzogen dargestellt werden. Hätten die “Altvorderen” unseres Landes eine ähnliche Einstellung gehabt, bestünde noch immer ein trostloser Trümmerhaufen. Sie hatten nicht einmal einen Bruchteil dessen, was “wir” heute haben. Dafür wurde 80% weniger gejammert und zum Ausgleich 80% mehr getan.
Wenn jemand glaubt, dass es “woanders besser” als in diesem Land ist, sollte er seine sieben Sachen packen und dorthin auswandern. Ich verwette aber ohne Bedenken – den südlichsten Teil meines Körpers, dass sich diese Auswanderung – egal ob Inländer oder “unterdrückter und gequälter” Ausländer – in engsten Grenzen halten wird.
@APM: Sie sprechen mir aus der Seele. Aufzeigen von Mißständen ist notwendig und dann auch nützlich, wenn es zu Lösungsansätzen führt. Dabei aber das Viele zu übersehen, das wir als selbstverständlich genießen dürfen, wäre gefährlich. Auch hier paßt das Bild vom Wald, in dem das Fallen eines Baumes weit mehr Lärm macht, als das stille Wachsen der Tausenden anderen. (Copyright bei einem anderen Poster vor ein paar Wochen.)
Aus einem Trümmerhaufen heraus ist leicht verbessern – da gibt es schnell, leichte Erfolge. Das soll die Wiederaufbauleistung nicht schmälern.
Auf hohem Niveau treten Grenznutzeneffekte ein und Verbesserungen sind deswegen sehr schwer möglich, Verschlechterungen aber sehr leicht, ist einfach so.
APM
Sie übersehen aber ein Faktum das für das aktive tun Politiker nötig sind die außer Persönlichkeit (z.Zeit auch nicht vorhanden) echt kompetent sind Maßnahmen zu setzten die notwendig sind.
Unsere Herrn benötigen aber wie A.U schon erklärte die “Experten” den fals etwas daneben geht trifft die Politkaste keine Schuld es waren ja die Experten die irrten.
Das Prinzip wird leider auch in der Privatwirtschaft verwendet.
Für Lösungen braucht es Leute wie ehemals ein Figl,Raab,Kreisky aber diese Art ist ausgestorben.
Nun sind es Bücklinge die in erster Linie auf die Medienwirksamkeit schielen und das Land Richtung Abgrund führen den die Nachfolgegeneration vor Augen hat.(Falls sie sehen wollen)
APM
Gehen Sie eigentlich davon aus, dass Herr A.U. und sämtliche User hier Regierungskompetenz hätten ? Dieses Blog dient der Kommunikation, dem Ausdruck und der Positionierung von Meinungen, ist also kein autorisiertes governmentales Instrument.
Wenn Sie die heile Welt suchen, dann bitte nicht in einem Rahmen des bilateralen Interessensaustausches. Die Formulierung des status quo ist nämlich keinerlei Harmonievorschriften unterstellt.
Bereiten Sie sich lieber mental darauf vor, dass vielleicht auch Ihnen die Heizung unterm Hintern bald abgedreht wird.
@APM
“Wenn jemand glaubt, dass es “woanders besser” als in diesem Land ist, sollte er seine sieben Sachen packen und dorthin auswandern.”
Dieser Satz kommt mir immer wieder unter und stößt mir jedesmal sauer auf. Er widerspiegelt nämlich die bequeme Grundeinstellung, dass man lieber in eine neue Wohnung zieht statt die alte zu renovieren.
Ich und m.E. einige andere in diesem blog sehen eher die Notwendigkeit, Wände einzureißen und neue zu ziehen, anstatt einfach zu sagen: Wenns mir nicht passt, kann ich ja umziehen.
Wenn mir das Wetter nicht passt, sehe ich einen Umzug als Lösung an. Aber wenn mir nur die Tapete nicht mehr gefällt und das alte Mobiliar zum stinken beginnt, ist die Lösung auszuwandern und die Heimat verfaulen zu lassen sogar die Schlechteste aller möglichen Handlungsweisen.
An meine “Kritiker” beatrix und Reinhard
A) Man darf mir glauben: Ich suche nicht die heile Welt. Ich wurde weder in sie heineingeboren, was aber vermutlich für einige, die hier große Worte sprechen zutreffen wird, noch lebe ich im Wahn, dass es sie jemals geben wird. Man möge mir aber glaubhaft(!) erklären, WAS dieses ewige Geraunze und Gejammere bis dato verbessert(!) hat. Ich habe auch deshalb aber nie daran geglaubt, weil ich weiß, dass kein(e)(r) der hier latenten Negativismus Verbreitenden nie etwas daran ändern wird, weil Niemand (auch ich nicht) je in die Politik gehen wird um dieses Land aus dem bekrittelten Schlamassel herausziehen wird. Und ohne “MacherInnen” wird es nicht gehen.
Was die “Heizung unterm Hintern” betrifft: Ich bin Realist genug um zu wissen, dass ich mir bestenfalls den Personenkreis aussuchen kann DER SIE MIRabdreht.
Zu Ihrem Vorhaben werter @Reinhard dass Sie so formulieren:
[..]Ich und m.E. einige andere in diesem blog sehen eher die Notwendigkeit, Wände einzureißen und neue zu ziehen, anstatt einfach zu sagen: Wenns mir nicht passt, kann ich ja umziehen. [..]
wünsche ich viel Glück und Erfolg. Es lässt vermuten, dass Sie den Glauben an das Christkind noch nicht verloren haben….
Und selbst wenn es möglich sein sollte: Mit depressiven Komments ist es sicher nicht zu schaffen!
MFG
Ich kann leider nicht nachvollziehen, was Sie an meiner Einstellung und meinen Kommentaren depressiv finden; mir persönlich erscheint die Einstellung “Lieber flüchten als verändern” die wirklich depressive Ergebenheit in das Unabänderliche zu sein.
Ich glaube nicht an das Christkind, aber ich glaube daran, dass Veränderungen möglich sind. Das nennt sich Optimismus, etwas, das Sie den hier Dikutierenden pauschal absprechen. Leider finde ich bei Ihnen keine Spur davon. Das macht es den Herrschenden so herrlich leicht, zu herrschen. Ein Volk ohne Hoffnung ist ein wehrloses Volk.
Ein kritischer Journalist ist meiner Meinung nicht dazu da Problemlösungen anzubieten sondern sollte Mißstände aufzeigen und die Leser zum Nachdenken anregen. Und das geschieht in diesem Forum in sehr erfreulichem Ausmaß.
Es gibt hier auch glücklicherweise eine Reihe von Personen welche nicht in den abgrundtiefen Pessimismus verfallen, sondern ernsthaft nach Lösungen suchen um aus dieser tristen Situation wieder herauszukommen.
Natürlich gibt es auch leider die resignierten, die hasstriefenden, die ewiggestrigen und die zukunftsverweigernden Teilnehmer, dies zeichnet ein pluralistisches Forum aus.
Und leider gibt es auch eine nicht zu kleine Anzahl von sehr wertvollen Menschen, die dieses Land bereits verlassen haben.
ERSCHRECKEND, was heute Studenten lernen müssen,
ERSCHRECKEND, welche Berater Politiker und ORF haben:
Heute in der Kleinen Zeitung ein Kommentar über “Ohnmacht und Arbeitslosigkeit” von Peter Filzmaier, Politikwissenschaftler an der Donauuniversität Krems:
Wir haben ein Gesellschaftsmodell zu organisieren, in dem ohne künstliche Schaffung und Subventionierung bloß Arbeitsplätze für 60 % der arbeitsfähigen Bevölkerung,….. da sind. Die Politik soll ein Konzept entwickeln für ein lebenswertes Österreich, in dem einmal eine halbe oder ganze Million keine Arbeit haben.
Dann schreibt er als PS dazu:
Die pure Summe aller Firmen ist für eine systematische Arbeitsplatzsicherung weder zuständig noch in der Lage und schon gar nicht demokratisch legitimiert.
Kein Wort darüber, wer dieses lebenswerte Österreich finanzieren wird, kein Wort darüber, wie Menschen ausgebildet werden müssen um Arbeit zu finden, kein Wort darüber, dass Jugendliche mit irren Versprechen in unmögliche Berufe gelockt werden ohne Aussicht, kein Wort darüber, dass die Politik in den letzten 40 Jahren falsche Wege einschlug und dass die selben Verursacher heute Wege aus dieser Krise und diesem Dilemma finden sollten.
Er schreibt auch, Politik hat als langzeitige Aufgabe die bestmögliche Regelung menschlichen Zusammenlebens zu finden. Die bestmögliche Regelung, die uns Herr Filzmaier vorschlägt, ist Planwirtschaft. Eine Planwirtschaft, die vor Jahren zusammenbrach, weil sie nicht funktioniert.
Mir bleibt nur zu sagen, wo sind die Vernünftigen mit Hausverstand?
@die Vernünftigen mit Hausverstand
Machen sie einen Vorschlag, fordern und selbst nicht liefern ist einfach.
Aus meiner Beobachtung nähert sich der Prozentsatz – auf circa fünf Jahre im voraus – an die 50% an, das ist einfach so.
Ich bin lange genug im Bereich Hochleistungssoftware tätig, Planungshorizont für sektorale Integration circa drei bis fünf Jahre. Politik kann diesen Prozess im Kern nicht beeinflussen, ihr Einfluss ist tendenziell beschleunigend, z.B. über Ausbildung.
So gesehen nicht erschreckend, dass Studenten an die bloody facts herangeführt werden.
Mein Vorschlag ist banal, wir werden anfangen müssen die Faulheit zu loben und Sichtweisen angemessen zu ändern. Menschliche Anpassungsleistung ist gefordert.
@ViennaCodePoet
Faulheit zu loben, ist ja schön, aber ist man dann auch mit dem sinkenden Niveau zufrieden?
Von nichts, kommt nämlich nichts.
Wir laufen seit Jahren einem unrichtigen Gesellschaftsbild nach, der Dienstleistungsgesellschaft, die ohne Primär- und Sekundärsektor eben nicht läuft. Diese Fehlanschauung werden wir teuer bezahlen.
Übrigens an uns liegt es nicht, denn wir haben uns diesem Mainstream nicht angeschlossen und kämpfen seit Jahren dagegen an. Natürlich sind unsere Hände klein, wenn die Masse der Lemminge sich in andere Richtungen bewegen. Ist halt ein Lernprozess? Ich hoffe nur, dass diese Lemminge dann nicht den Rattenfängern nachlaufen. Ist nur eine Hoffnung.
Liebe Frau Weiss !
Danke für Ihren Artikel !
Der Hausverstand sagt, daß es so nicht gehen kann.
Der falsche Ansatz ist es für den genannten Modellentwickler, die Dinge nicht beim Namen zu nennen und zu quantifizieren.
Das möchte ich mit ein paar Gedanken dazu kurz versuchen.
Der Name heißt Schulden über Jahrzehnte für Konsum, das haben wir getan. Dafür gibt es kein Konzept eines lebenswerten Österreichs. Dafür gibt es nur ein Sparkonzept und Rückzahlungskonzept.
Sparkonzept:
Man kann sparen bei Staatsausgaben, bei Pesionen ab einer gewissen Höhe, bei Lohnabschlüssen (erhöht die Konkurrenzfähigkeit), bei Politikausgaben, wie Wahlbudgets, wie Reduktion der Werbeflut, etc., bei Verwaltung, bei Föderalismus, bei unnötigen Gesetzen, bei …
Rückzahlungskonzept:
Sollte das Sparkonzept keinen Platz für Rückzahlungen lassen, so muss es zumindest ein Nulldefizit geben und es dürfen keine neuen Schulden dazu gemacht werden.
Wenn wir aber von Sparkonzept und Rückzahlungskonzept reden, bleibt ganz sicher kein Spielraum für ein lebenswertes Österreich, im Sinne der jahrzehntelang antrainierten Spaßgesellschaft, des Schlaraffenlandes der Förderungen, Versorgungsposten, Grundsicherungen, im Sinne der sozialen Hängematte, des Geld Verschleuderns, etc.
Es würde dies ein Umdenken erfordern in den Haltungen der Menschen und Politiker. Wenn ein Dr. Figl zu Weihnachten 1945 Worte der Wahrheit finden könnte, dann sollte das auch jetzt so sein können.
Allein aber die Erkenntnis der wahren Lage ist so lange nicht möglich, solange man von krank reden spricht und von gesund beten. Die Wahrheit wäre es, die alle benötigen.
Alles, was die ‘Systemerhalter’ (also die VeränderungsUNwilligen – klar gibt man den Futtertrog nicht gern ab) derzeit zustande bringen sind hilflose Phrasen im Sinne der letzten Jahrzehnte. Das geht aber zu Ende. Vielleicht läßt sich der Schaden noch erhöhen durch weitere Schulden, aber diese Spaßgesellschaft geht zu Ende. Versuchen Sie, liebe Leute und vor allem Politiker, das zu erkennen !
Ein Lob der Faulheit? Damit müssen wir nicht anfangen, denn dieses ist bereits gelebte Realität. Fleißige werden allerorts als Deppen hingestellt und Tachinierer als Lebenskünstler.
Lerne leben ohne zu arbeiten. Hört sich gut an, der Haken ist nur: WOVON?
Niemand kann erwarten, dass wir uns der Realität des sinkenden Arbeitskraftbedarfs offenen Auges zu stellen haben aber gleichzeitig so tun, als gäbe es einen Eurobaum, von dem man nur die automatisch nachwachsenden Scheine pflücken muss. Einerseits kritisieren wir die ständige Geldvermehrung aus dem Nichts, andererseits lebt genau jener Teil der Gesellschaft, der für Nichtstun Geld bekommt und bei der Forderung, unter dem Eurobaum dafür mal das Unkraut zu jäten sofort von menschenverachtender Zwangsarbeit fantasiert, von genau jener wunderbaren Geldvermehrung.
So wie der Glaube vorherrscht, Strom käme aus der Steckdose und Wasser aus der Wand, glauben viel zu viele, Geld wachse einfach aus dem Nichts auf das Konto.
@Von nichts, kommt nämlich nichts.
Das ist richtig – aber das was kommt benötigt erheblich weniger menschliche Arbeitskraft.
@die ohne Primär- und Sekundärsektor eben nicht läuft.
ist mir zu pauschal, den Primärsektor halte ich für extrem kompetetiv, der techn. Wandel ist enorm – ein lokales Beispiel, Arbesbach/Waldviertel
Noch bis mitte der 70er war Heuernte Familienarbeit trotz Mechanisierung, Traktor gab es natürlich schon, Heulader, Heubinder, Heuwender, es wurde an feuchten Stellen noch manuell nach gerecht, an steilen oder feuchten Stellen wurde mit dem Motormäher gearbeitet. Das Heu wurde mit Gebläuse natürlich auf die Tenne geblasen und mit Kettenzug in die Stallungen geführt.
Heute: Heulader, Heubinder, Heuwender, Motormäher, Heugebläse, Kettenzug gibt es nicht mehr, es gibt nicht einmal mehr Traktor.
Der Traktor gehört dem Maschinenring, ist ein Monstertraktor der mit 120cm breiten Reifen betrieben werden kann, dem Traktor ist es gleich wie steil und sumpfig, hat GPS und kann auch Precision Farming machen.
Mein Cousin fährt zweimal mit dem Traktor drüber,
1) schneiden und gleich Reihen aufwerfen.
2) Feuchtsilagieren und Ballen einsammeln, der Monstertraktor schafft 6 Ballen auf einmal, womit auch das Einsammeln um 5/6 effizienter ist. Die Software im Traktor gibt die optimale Route vor – er fährt wirklich nur zweimal drüber.
Der Ballen wird einfach in den Laufstall geworfen, soll sich das Vieh darum balgen, ist eine gute Beschäftigungstherapie.
Und was macht die Waldviertler Verwandtschaft mit der “gewonnen Zeit”, fahren z.B. nach Wien und geben sich das Kulturprogramm – vor 30 Jahren vollkommen undenkbar. Sic transit mundi.
Das die ÖVP eisern an den Agrarförderungen festhält steht auf einem anderen Blatt.
Beispiel zwei, Wien, neulich, habe ich das erste mal beobachtet. Neue Fenster, nichts da mit stemmen und malochen. Metallrahmen wird in den Fensterstock gespannt, auf dem Rahmen läuft eine Flex mit Staubabsauger, die schneidet das alte Fenster rucki-zucki heraus.
Falls menschlichem Erfindungsreichtum Grenzen gesetzt sind, dann jedenfalls sehr weite.
@WOVON?
von den Erträgen natürlich, es wird ja nicht weniger Ertrag erwirtschaftet, ein anderes Thema ist wie der Kuchen verteilt wird.
am Ertrag hapert es nicht: http://www.geochronix.at/en/sugarbeet/problemstellung
Der Ertrag wird an die Kunden weitergegeben. Automatisierung führt unweigerlich zur Preissenkung (da anders der Wettbewerb mit Niedrigstlohnerzeugern nicht gehalten werden könnte). Also sinkt der Ertrag der Produzenten oder steigt zumindest geringer als die Leistung bedeuten würde.
Es wird also nichts erwirtschaftet, sondern der Kunde erspart sich was. Wer etwas hat, kann es besser einsetzen, aber wer nichts hat – wie die Saisonarbeiter, die jetzt keine Anstellung beim Heuen finden – dem bleibt auch nichts.
Ohne Biligstproduzenten könnte man Maschinensteuern und Ertragsabgaben einführen und wir hätten Preiswahrheit. Aber auf dem internationalen Parkett der Billigstbieter funktioniert das nicht. Und es würde das Leistungsprinzip aushöhlen: Wer nichts tut bekommt genauso wie der, der tut. Wer will dann noch was tun? Von alleine arbeiten die Maschinen nicht…
@ VCP:
Ihr Traktorbeispiel in allen Ehren, aber hier wird die Produktion noch im eigenen Wirtschaftsraum geleistet, dem so gut wie ausschließlich Erträge (ergo Steuern), Löhne, und zumindest zu einem erklecklichen Anteil Erträge aus dem Konsum von Investitionsgütern (Bau etc.) zufließen.
Die Globalisierung führt aber dazu, dass so manche hocheffiziente, superproduktive Wertschöpfung in anderen Wirtschaftsräumen ausgeführt wird und die Umsätze diesen Regionen zugute kommen. Uns Ansässigen bleibt dann nur eine um Auslandsbesteuerung, Auslandslohnabflüsse und Auslandsauftragsarbeiten geschmälerte globale Gewinnspanne.
Der gesamte Übertritt auf den Dienstleistungssektor bei gleichzeitigem Abbau des sekundären und primären Sektors führt zu einem massiven Know-How-Abfluss, gerade daraus schöpfen zur Zeit noch unsere Dienstleister.
Sehenden Auges oder auch nicht, weil Politiker dazu neigen Lobbyisten alles zu glauben und dabei das Wohl der Volkswirtschaft aus den Augen verlieren, begeben wir uns in einen weltweiten Wettbewerb mit extrem unterschiedlichen geopolitischen Ausgangssituationen und machen uns von Ländern abhängig, die rieseige Menschenresourcen, Rohstoffe, etc. haben und diktatorischen Regimes, denen Mensch und Umwelt egal sind. Solange wir noch gut bezahlende Abnehmer sind, wird das Rad funktionieren, aber wehe dem, wir können das nicht mehr – durch Überalterung, durch fehl ausgebildete Menschen, durch Rohstoffmangel und Kompetenzverlust -, dann ist der Zeitpunkt gekommen und unsere Volkswirtschaften werden möglicherweise zu Entwicklungsvolkswirtschaften.
Ich bin der Meinung, dass wir massiv umdenken, umschulen müssen, leistungsfreundlicher werden müssen und wir werden auch protektionistische Maßnahmen (leider) ins Auge fassen müssen, um unsere Volkswirtschaften vor Technolgie- und Datenklau zu schützen. Die Märkte in Asien, Russland sind nur dort nicht abgeschottet, wo Technologie fehlt, China bestimmt die Höhe seiner Währung um konkurrenzfähig zu sein bzw. zu bleiben, ansonsten ist die Kaufkraft der Bevölkerung relativ niedrig und das wird auch noch länger bleiben.
Wir sind an einem Wendepunkt und wir müssen mit allen Mitteln auf einen fairen globalen Wettbewerb drängen und achten. Blauäugiges Vorbild zu sein, reicht nicht.
@ViennaCodePoet
Haben Sie mit den Rübenbauern gesprochen, wie toll dieses logistisch ausgekügelte Ernteverfahren ist und wie viel es kostet? Oder wurde diese System auf Subventionen gebaut mit massiver Wettbewerbsschädigung und Kostenunwahrheit.
@wie viel es kostet?
Agrarsubvention binden an die Fläche.
Mein Wissensstand ist, dass sonstige Investitionen im Regelfall nicht subventioniert werden.
GPS und Leitrechner ist bei neueren Argrarmaschinen standard, kommt eben darauf an wie man sie nutzt: http://de.wikipedia.org/wiki/Precision_Farming
Argrarsubventionen – bei mir rennen sie offene Türen ein um den Unfug zu beenden. Welche Partei dürfen sie nicht wählen, falls sie das nicht wollen??? Okay, unfair 11-er Frage.
@ViennaCodePoet
Na dann schauen Sie mal in die Transparenzdatenbank, wer die großen Agrarsubventionen bekommt.
Alle anderen Subventionen sind ja ziemlich untransparent.
Zur Aktualisierung des Geographischen Informationssystem müssen alle zwei Jahre Luftaufnahmen mit einem Kleinflugzeug gemacht werden. Wer bezahlt dieses? Gratis wird es nicht sein?
@ ViennaCodePoet
@
Der Traktor gehört dem Maschinenring, ist ein Monstertraktor der mit 120cm breiten Reifen betrieben werden kann, dem Traktor ist es gleich wie steil und sumpfig, hat GPS und kann auch Precision Farming machen.
Das kenne ich mit Mähdreschern, etc.. Wenn dann das Wetter umschlägt und alle das benötigen gibt es das nicht. Wie in der sowjetkommunistischen Kolchose: ‘Ist gut aber aus …’
Ich weiß nicht, warum man immer alles auf einen Haufen werfen muß und neu verteilen per Zwang oder per Druck ? Um Agrargenossenschaftern Versorgungsjobs zu verschaffen ? Wer kann, wird die Gräte selbst haben.
Wenn das Julischlechtwetter einbricht geht es um Ernte oder Ernteverlust und nicht um einen agrarsozialistischen Maschinenring.
In Canada kaufen Firmen die Getreideernten von den Bauern, wenn Bestellungen aus der Sowjetunion vorliegen, und ernten das selbst ab und übernehmen den Vertrieb. Wenn keine Bestellungen vorliegen ackert der Bauer das im Herbst wieder ein. Viele tausend Quadratmeilen.
In einer Zinsbasierten Wirtschaftsordnung gibt es nur eine sichere Prognose: Eines Tages lassen die Besitzverhältnisse kein weiteres Wirtschaften mehr zu. Wir leben in dieser Situation seit mindestens 10 Jahren und schieben die reinigende Katastrophe seitdem mit immer zweifelhafteren Maßnahmen auf die lange Bank. Egal ob New Economy oder Housing Bubble – es sind dies alles Folgen ein und der selben Ursache: Exponentiell akkumuliertes Kapital sucht verzweifelt nach Reinvestitionsmöglichkeiten – sprich neuen Schuldnern und findet nur mehr solche, die in keiner Weise in der Lage sind diese zu bedienen.
Ein Zusammenbruch bedeutet also nichts anderes als die Schuld-Besitz Verhältnisse wieder auf ein Maß zu reduzieren, in dem die reale Wirtschaftsleistung wieder in der Lage ist die Zinsforderungen zu bedienen.
Konkret kann dies auf zwei Arten geschehen: Enteignung oder Entwertung.
Letzteres halte ich für wahrscheinlicher, da es politisch eleganter ist und einfacher durchzuführen.
Der Banken Kollaps 2008 wäre eine große Chance gewesen, diesen Prozess genau dort abzuwickeln, wo er seinen Ursprung gehabt hätte. Über eine moderate Einlagensicherung hätte der Staat sehr günstig die schlimmsten Auswirkungen auffangen können, das in wenigen Händen akkumulierte Kapital aber wäre wie ein tödliches Krebsgeschwür abgestorben und ein Neuanfang möglich gewesen. Mit den Bailouts wurde aber die Krise des überschüssigen Kapitals in eine Krise des Staates verwandelt. Aus einer – der mathematischen Logik entsprechenden Reinigung wurde eine tödliche Umverteilungsaktion – von unten nach oben.
Da werden Ihnen einige in diesem Blog zustimmen (müssen).
Das Bankenpaket hätte heißen müssen: Einlagensicherung der Kunden bis zu den normalen operativen Höhen, das halte ich für korrekt.
Nur glaube ich nicht, daß damit schon was abgewendet hätte werden können, weil ja auch der kleine Mann sehr verbreitet seine Lebensversicherung verspekuliert hat bei Lehmann und ähnlichen.
Welche Einlagen hätte man sichern müssen ? Doch nur die zeitgebunden oder jederzeit behebbaren Direkteinlagen und ganz sicher nicht Aktien. Da beginnt sicher wieder eine Diskussion, weil ich als Nichtfachmann das so sehe.
Aber richtig ist die Eigenverantwortung schon, bei den Banken und bei den Bürgern mit weniger Obligo.
Wir haben halt leider verlernt zu leben, weil wir verwöhnt sind und wollen alles ‘ersetzt’ haben, was wir verblödelt und verbockt haben zu Zeiten der Spaßgesellschaft, statt nie den Ernst zu verlieren, immer zu käpfen und immer alles auf reale Beine zu stellen.
Der Finanzmarkt reguliert sich durch seine sogenannten Krisen selber. Die Volkswirtschaft reguliert eine zu starke Zinsbelastung durch die Inflation.
Sind die Ertragschancen in der Finanzwirtschaft schlecht, gibt es natürliche Anreize, in die Realwirtschaft zu investieren oder zu konsumieren.
Man sieht also, es regelt sich alles selbst. Es gibt keine in den Himmel wachsenden Bäume und daher auch keinen Bedarf – wenn er auch noch so oft herbeigeredet wird -, eine zusätzliche Ebene an Planwirtschaftern als Politkommissare einzuziehen, die, wie die Erfahrung lehrt, nur ohne Produktivität abschöpfen wollen.
Einzig die Folgen der Globalisierung werden sich nur so selber regeln, dass die “Erste Welt” sich 50-100 Jahre im Niedergang befinden wird und von einem niedrigen Niveau neu aufbauen wird müssen. Das wird steinig, und womöglich sezessionistisch und blutig.
Natürlich regelt sich der Finanzmarkt selbst. Um den Finanzmarkt als solchen macht sich auch keiner Gedanken. Ob Banken flöten gehen oder ein Hochrisikozocker mit heruntergelassenen Hosen datseht ist doch vollkommen egal. Wenn morgen ein Spieler am Parkett des Börsencasinos fehlt, weil er in einem unerklärlichen Anflug von Ehre für die tausenden Firmenpensionisten, deren Erspartes er verzockt hat, ein Rendevous mit Fräulein Beretta hatte, dann ist übermorgen ein neuer Spieler am Tisch. Der Finanzmarkt ist ein Gebilde, das durch Krisen nicht stirbt, nur seine Protagonisten wandeln sich.
Was nicht egal ist, sind die Menschen, die Staaten, die Volkswirtschaften, die von dem sich selbst regelnden Finanzmarkt während seiner Abstürze in den Abgrund gerissen werden.
Wenn nicht panische Reaktionen der Anleger, Enteignung der Kreditnehmer und der Staatsbankrott durch Fälligwerden der Staatsschulden gedroht hätten, hätte kein Staat der Welt einen Finger für die Banken gerührt. Aber die Politik hätte sich selbst entblößt – erst die zwangsveranlagte Vorsorge propagieren und dann die Pensionsfonds ausleeren lassen – da würde Erklärungsbedarf herrschen. Da steht man lieber als heroischer Retter da, weil man nicht am Steuerkonto vorhandenes Geld zu dem nicht vorhandenen Geld in den Banken pumpt.
Sorgen um den Finanzmarkt?
Ach was.
Sorgen um uns. Und den steinigen, blutigen Weg der vor uns und unseren Kindern liegt.
@ Reinhard:
Ich denke, dass es zu unterscheiden gilt zwischen persönlich schuldhaftem Verhalten, strukturellen Schwächen, und echten oder vermeintlichen systemischen Unzulänglichkeiten. Das Letztere, nämlich den Zinseszins, hat Camillo angesprochen, und nur darauf habe ich mich bezogen.
Abgesehen davon werden Firmenpensionen meines Wissens zumeist einem Versicherungsinstitut überantwortet, so dass ausschließlich dieses für bereits eingetretene Leistungsansprüche verantwortlich ist. Geringere Auszahlungen an sich müssen diesem aber nicht unbedingt anzulasten sein, weil ja die Üppigkeit solcher Renten von der Renditeentwicklung und somit vom Wirtschaftswachstum abhängt. – Lediglich in der Ansparphase gibt es immer eine ungeteilte Verantwortung des Unternehmens, wenn Prämienzahlungen für die Pensionen noch Aktiver nicht mehr eingezahlt werden können.
Die EU – das große Friedensprojekt ist natürlich ein wunderschöner Traum.
Doch sind die Menschen reifer geworden? Ist den Menschen das Hemd nicht näher als der Rock? Was wäre, wenn das Geld für Subventionen und Stützungen nicht mehr da ist?
das Leben ginge weiter, die Menschen sind reifer geworden, jede Wette.
@viennacodepoet
Weiter gehts immer, ab wie?
@ Frau Weiss
Sie haben schon recht, friedlich wird das nicht mehr lange weitergehen.
Die, die jetzt beschwichtigen, werden dann marschieren und zerstören, was es noch gibt.
@Herr Maierhofer
Ist leider zu befürchten?
Das europäische Schuldenprekariat hing und hängt offenbar dem Glauben an, von Nichts käme etwas.
So auch das Wirken der Propheten, jenen Scharlatanen und Spitzbuben, die uns ihre Deuteleien glauben machen wollen. Überhaupt haben die Glaubensmacher Hochkonjunktur. Je heilsversprechender sie sich äußerln und darob die Realität aus dem Bewusstsein drängen, desto höher steigt ihre Popularität. Das ist das Wesen der Propheten.
Die Greco-Phäaken haben die EU bewusst betrogen. Mit der sprichwörtlichen Gemütlichkeit dürfte es bald vorbei sein.
Josef Weinheber, Der Phäake :
Ich hab sonst nix, drum hab ich gern
ein gutes Papperl, liebe Herrn:
Zum Gabelfrühstück gönn ich mir
ein Tellerfleisch, ein Krügerl Bier,
schieb an und ab ein Gollasch ein,
(kann freilich auch ein Bruckfleisch sein),
ein saftiges Beinfleisch, nicht zu fett,
sonst hat man zu Mittag sein Gfrett.
Ad Phäaken.
IM Gedichtband “Wien wörtlich” findet man das Mundartgedicht “Der Philisoph”
“Die Welt hat nur a Ziel
mit Streicheln und mit Beißen
wo jeder jeden will
so guts wies geht bescheißen.
Nachsatz: Schauen sie sich die Buchhaltung der Salzburger Festspiele an, die ungetreuen Bankbeamten, die ihren Kontenstand verraten, etc.
Da ist der Elsner nix dagegen
@ beatrix
@
Überhaupt haben die Glaubensmacher Hochkonjunktur.
Ich nenne das immer Ersatzreligionen. Und jeder der über Religion spottet, geht diesen Ersatzreligionen meist auf den Leim.
Genau, das sage ich nämlich auch meinen Studenten, daß es heutzutage nicht leicht ist, die wirkliche Wahrheit aus den vielen Wahrheiten herauszuklauben.
Josef Maierhofer
Ja, der Glaubensmarkt boomt. Jeder Markt betreibt sein Erkenntnis-Marketing.
Frage (an die Studenten) : Wie erkennt man wirkliche Substanz ?
Ich würde denen auch sagen : Wenn Ihr gut verdauen wollt, esst’s nur was G’scheites !
Die austrians haben die letzten Krisen vorhergesagt und wissen auch, dass die nächste Monsterblase im Entstehen ist und wir bald vor einem Scherbenhaufen stehen. Auch können die austrians die Vorgänge erklären und wissen die Lösung für diese ganzen Probleme. Dass angesichts der Hilflosigkeit der Scharlatane v/o Ökonomen nicht auf dieses Wissen zurückgegriffen wird, kann nur aus zwei Gründen geschehen:
a) die Politik will auf dieses Wissen nicht zurückgreifen, weil es das Ende der Sozialismusträume ist oder
b) die Politik ist einfch zu dumm dafür.
Halte auch beides kumulativ für möglich.
Die ‘gefärbte’ Prognosen-Wissenschaft ist leider wirklich so, wie beschrieben.
Also wem darf man heute noch glauben ?
Dem Politiker ? Dem Wissenschafter ? Dem Priester ?
Käme drauf an, was man fragt. Fragt man die Zukunft ab, geht es daneben, wie Klimaentwicklungs-, wie Wirtschaftsentwicklungsprognosen daneben gehen.
Fragt man die Vergangenheit ab, so könnte man vermutlich lückenlose Wahrheit zustandebringen, wenn man wollte. Aber auch da wird eifrig gelogen.
Fragt man die Jetztzeit ab, so müßte es uns ‘blendend’ gehen, wenn man der Propaganda glauben darf, auch, wenn man schon nicht mehr weiß, wie man die Zahlungen für den nächsten Monat ausführen soll.
Fragt man seinen Hausverstand, sein Gefühl ab, so wird das bei jedem Menschen anders sein, zum Beispiel beim Parteimenschen oder Bonzen, wird es heissen, Zeit in Gold zu flüchten, Zeit für Immobilienkauf, Zeit für Propagandaumstellung, etc. Bei einem Kleinbürger würde es möglicherweise heissen, Zeit zum Auffüllen der Vorratskammer, Zeit zum Nachdenken über alternative Lebensweisen und Sparmaßnahmen, unsere Sandler meinen, es wäre ohnehin alles ‘wurscht’, (frei nach Nestroy, der Komet kommt sowieso )…. usw.
Aber haben wir nicht als Menschen auch alle so was wie ein Gewissen mitbekommen, ein Verantwortungsgefühl ? Was sagt denn das aus ?
Gewissen, Verantwortung kann ich in der Gegenwart ausüben.
Vergangenheit kann ich nicht ändern. (höchstens zu fälschen versuchen)
In die Zukunft kann ich nicht blicken, auch nicht die Wissenschaft. Für die Zukunftsprognosen gelten Eintrittswahrscheinlichkeiten, also ‘nichts Genaues weiß man nicht’.
Sehr viel hilft einem Sterbenden, der Angst vor der ungewissen Zukunft hat, sein Glaube. Er weiß es nicht genau, aber er glaubt.
Vielleicht lernen wir wieder beten, wenn die Krise ganz schlimm wird.
D’accord. Aber ich glaube dennoch, daß die realen Aussichten dann doch nicht ganz so schlimm sein werden. Der einzelne Mensch tut ja, was er kann, um – möglichst gut – zu überleben. Das multipliziert mal der Anzahl an (stillschweigenden) tüchtigen Menschen hält das Werkel am Laufen. Und diesen Faktor Mensch scheinen die Wirtschaftsprognostiker halt nie mit einzubeziehen – wohl weil sie wissen, daß sie den Menschen eben doch nicht berechnen können…
Die gleiche Farce wie das lächerliche Kaffeesudlesen auf Steuerkosten der ‘Wirtschaftsforscher’ sind die gemessenen Inflationsraten.
Jedem ist bewusst, dass nach der Umstellung auf den Euro spätestens zwei bis drei Jahre später alles, was vorher 100 Schilling gekostet hatte, dann um 10 Euro zu haben war. Macht gute 34% Inflation auf vielleicht drei Jahre. Und was waren die offiziell veröffentlichten KPI Zahlen? Um die 2% pro Jahr?
und was glauen Sie, dass der Schilling heute wert wäre?
Die Zweifel darüber, ob die Ökonomie tatsächlich eine seriöse Wissenschaft ist, sind nicht neu. Ähnlich dem Höhlengleichnis Platons sehen die Wirtschaftsforscher nur ein Abbild der Wirklichkeit in Form von Zahlen, die über die Bildschirme flackern. Dass die Wirtschaftsexperten noch 2007 von einem kontinuierlich starken Wachstum ausgegegangen sind, ist ja blanker Hohn. Das Problem mit Wirtschaftsprognosen ist natürlich, dass sie letztendlich auf dem Verhalten von Menschen beruhen, welche oft irrational handeln und somit mathematisch nicht vorhersagbar sind. Somit bestätigen Vorhersagemodelle in der Wirtschaft meist nur das, was die Analysten hören möchten. Und die Politiker gaukeln uns gerne vor, dass sie die Zukunft vorhersagen können, und die Statistikämter (nicht nur in Griechenland) liefern dazu geschönte Zahlen.
Der Unterschied in der “harten” Wissenschaft ist, dass die Prognosemodelle auf gut verstandenen und nachprüfbaren physikalischen Grundlagen beruhen, deswegen sind sie auch weit verlässlicher. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Klimaerwärmungstheorie, die Prognosen der 1980er Jahre haben sich tatsächlich bewahrheitet:
http://pubs.giss.nasa.gov/docs/2006/2006_Hansen_etal_1.pdf
Wer mit der Fähigkeit zum kritischen Denken und ausreichender Bildung ausgestattet ist, und nicht einfach alles glaubt, was die Medien und viele Politiker von sich geben, hat den Unterschied natürlich längst durchschaut.
Mit Verlaub, Franz Ferdinand: Die von Ihnen zitierten Klimaprognosen der NASA sind zwar großteils in die Panikmache Al Gores, der UNO und des IPCC eingeflossen, haben sich aber keineswegs bewahrheitet.
Im Gegenteil: Auch Sie haben zweifellos bemerkt, daß kaum ein Tag vergeht, ohne daß das weltweite Lügengebäude der Klimahysteriker weiter einstürzt. Weil die Daten überwiegend frisiert wurden und werden, weshalb sich auch ehemals feurige Pro-AGW-Wissenschaftler mit Grausen abwenden. Und weil einige Bonzen (Pachauri et al.) Milliarden an Forschungssubventionen in private Firmen umleiten, um sich (z.B. durch Handel mit CO2-Zertifikaten) schamlos zu bereichern.
A.U. ist ein studierter Jurist und Politologe. Anhand seines Bildungs- und Berufweges kann man davon ausgehen, dass er, übrigens wie die meisten hier, seit der Mittelschulzeit kein Physik- oder Chemiebuch mehr aufgeschlagen hat, von wissenschaftlichen Arbeiten ganz zu schweigen. Dieser Mangel an Verständnis spiegelt sich natürlich in sämtlichen Kommentaren wieder. Über seine wirtschaftliche Expertise kann ich weniger urteilen, weil ich hier nicht so versiert bin (und ich bin ehrlich genug, das zuzugeben).
Bevor man sich jedoch über neue Staatsreligionen im Zusammenhang mit Klimawandel ausläßt, sollte man zumindest Karl Poppers Logik der Forschung lesen. Hier erfährt man alles über Deduktion, Probleme der Induktion und die Demarkation von Religion und Wissenschaft. Ich habe aber langsam den Verdacht, dass die Politik das Bildungssystem absichtlich sabotiert, damit die Masse in glücklicher Ignoranz vor sich hin träumt, und den Verlockungen falscher Propheten auf den Leim geht.
(Diese Replik hätte eigentlich zu “Die neue Staatsreligion” besser gepasst, aber mir ist sie erst jetzt eingefallen.)
…spiegelt sich wider…
@Franz Ferdinand:
Ob Dottore Unterberger Physik- oder Chemiebücher aufschlägt oder nicht, ist irrelevant, zumal die meisten IPCC-Protagonisten weder Chemiker oder Physiker noch Metereologen oder Geologen sind; sie sind vorwiegend Statistiker, die weder die Rohdaten noch die Parameter ihrer darauf fußenden Computersimulationen herausgeben. (Die gehackten, aber unwidersprochen echten eMails von “Climategate” enthalten auch verzweifelte Hilferufe von Programmierern , wie weit sie ihre Algorithmen denn noch “mit der Roihrzange” verbiegen sollen, damit die Ergebnisse zu den Prognosen passen.)
IPCC-Chef Pachauri ist gelernter Gleisbauer, aber ungemein geschäftstüchtig auf Kosten weltweiter Steuerzahler; die IPCC-Statements stützen sich teilweise auf Amateure, die von Bergwanderungen erzählen, auf unveröffentlichte Dissertationen, auf WWF- und Greenpeace-Aktivisten (die durch panische Übertreibungen Spenden akquirieren, etc.). Von solider Wissenschaft keine Spur, von solidem Peer Review ganz zu schweigen.
Also genügt es für den nüchternen Beobachter dieser antidemokratischen Weltherrschafts- und Geschäftsidee namens “anthropogene globale Erwärmung”, einfach seine grauen Zellen zu gebrauchen, um den Betrug hinter der vorgeblichen Rettung der Menschheit zu durchschauen.
Wen sie sich die Mühe gemacht haben, das IPCC zu durchleuchten, wird ihnen aufgefallen sein, dass es zwei Gruppen gibt.
Die erste Gruppe betreibt die Grundlagenforschung, und die meisten der beteiligten Forscher sind sehr wohl Naturwissenschaftler und stammen aus den Industriestaaten.
Die zweite Gruppe studiert die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Lebensraum, und hier tummeln sich sehr viele Leute aus der 3.Welt, die oft nur eine zweitklassige Ausbilldung and bestenfalls zweitklassigen Unis genossen haben. In dieser Gruppe passieren die meisten Fehler und Unregelmäßigkeiten, welche die Arbeit der ersten Gruppe nicht in Frage stellen, aber leider den Ruf des gesamten Beirates anpatzen.
Das Problem hier ist die Natur der UNO mit ihren Quotenregeln, die immer auch Menschen aus armen Ländern beteiligen möchte, was aber im Bereich der Spitzenforschung nicht funktioniert. Ich finde auch, dass Pachauri eine äußerst unglückliche Figur abgibt, und würde lieber einen Deutschen, Amerikaner oder Engländer an der Spitze sehen, auch wenn das für manche jetzt furchtbar rassistisch klingt.
“A democracy is always temporary in nature; it simply cannot exist as a
permanent form of government. A democracy will continue to exist up
until the time that voters discover that they can vote themselves
generous gifts from the public treasury. From that moment on, the
majority always votes for the candidates who promise the most benefits
from the public treasury, with the result that every democracy will
finally collapse due to loose fiscal policy…”
Alexander Fraser Tytler, Lord Woodhouselee (15
October 1747 – 5 January 1813), um 1770
Damals schon konnte man diese Entwicklungen auf den Punkt bringen.
Unser Dilemma ist aber, daß wir über viele Jahrzehnte hinweg in der ‘Hägematte’ elegen sind und das Schadensausmaß fast irreparabel ist.
Wie viele Monarchien und Diktaturen sind eigentlich in den Staatsbankrott geschlittert?
Der Ausspruch ist aus dem Mund eines Lords verständlich.
Auch Churchill wusste, dass eine Demokratie schlecht funktioniert, aber er wusste auch keine bessere Staatsform. Ich auch nicht!
@nescio
Demokratie im Sinne von wirklicher Volksherrschaft hat es in der Geschichte nie gegeben!
@Mag. Gamlich: Wie würde eine solche Ihrer Ansicht nach aussehen?
@m.p.
“unsere” Form der D. ist jedenfalls die verlogenste Form aller bisher praktizierten “Volksherrschaften”; sie gaukelt uns direkte Einflußnahme auf das Geschehen vor. Es herrschen immer nur kleine Gruppen an der Spitze eines Gemeinwesens. Eines steht zweifelsfrei fest, die wirklich großen und erhaltenswerten Überlieferungen (wie Architektur, Kunst, Literatur, Musik) der vergangenen Generationen, waren kein Ergebnis dieser “westlichen Demokratie” und ihrer “Werte”. Aber als Nachgeborene kennen wir andere Herrschaftszustände nur vom Hörensagen oder aus der Literatur-so ist das eben.
@Mag. Gamlich: Ob es die “verlogenste” Form ist, weiß ich nicht. Ich kenne nicht alle anderen “verlogenen Formen” von Demokratie. Daß unser System verbesserungswürdig ist, steht außer Frage. Daß vor allem Kunst und Kultur zu anderen Zeiten und an anderen Orten Größeres hervorgebracht haben, als heute, kann man in der Tat beobachten. Daß es dabei eine Korrelation mit den jeweiligen politischen Systemen gibt, läßt sich wohl nicht einwandfrei nachweisen. Heute leistet dafür Wissenschaft und Forschung vielleicht mehr als jemals zuvor.
Meine Frage bleibt aber unbeantwortet: Wie würde “Demokratie im Sinne von wirklicher Volksherrschaft” Ihrer Ansicht nach ausschauen?
M.P.
“Demokratie im Sinne von wirklicher Volksherrschaft”
Eine Annäherung daran wäre die Schweiz
Hoppla, nach oben gerutscht, deshalb hier nochmal:
@Ferdinand
Wenn Sie weiter wären als in der Pubertät, wüssten Sie, dass es kein absolut Böses gibt außer als schwammige Begründung für jene Fanatiker, die sich als die absolut Guten halten.
Es gibt nur Menschen. Manche haben Größe und Weitsicht, andere (die meisten) sind primitive Kleingeister. Manche wollen Missstände verändern und aus allem das Positive herausfiltern, andere glauben sich berufen, im Kampf für oder gegen etwas eine Armee des Licht s aufzustellen und mit flammendem Schwert dagegen anzutreten.
Das wirklich Böse, also die zerstörenden Taten, beginnen meist damit, andere als das absolut Böse oder die Achse des Bösen oder den Erzfeind (Liste beliebeig erweiterbar) zu bezeichnen.
Irgendwie will er nicht… bleibt er eben hier.
der kampf ums geld war schon immer wandelbar sowie auslegungssache…(.,.)
Die Guten kämpfen nicht gegen das Böse. Man kann nicht für den Frieden kämpfen. Sie wissen das sicher, oder?
Ihr irrt, wenn ihr meint, die Idee wäre ja gut gewesen, nur die Praxis sei eben schlecht. Kennen wir das nicht von Karli Murx her schon? Ich sage, wenn eine Idee nicht durchführbar ist, weil sie der Natur des Menschen widerspricht, dann ist sie schlecht. Und genau das kann man eben schon vorher wissen, es sei denn, man meint, man könne den Menschen so weit zurecht biegen, bis er passt. Das tut aber am Ende wirklich allen weh, auch den Verbiegern.
Ich habe weiter unten nicht ohne Grund auf den Sozialismus angespielt.
Aber die andere Seite ist auch wieder die: Wenn ich die Ideen und die Versuche, diese Ideen umzusetzen, nur an den menschlichen Charakter anpasse, kann nie was weiter gehen. Dann kann ich alles irgendwie laufen lassen und sagen: der Mensch ist eben so.
Wenn ich ein Steak schneiden möchte und habe nur ein stumpfes Messer, dann kann der Schluss nicht sein, dass es eine schlechte Idee ist, ein Steak zu essen. Ich kann auch versuchen das Messer zu schärfen.
@Ferdinand
Wenn Sie weiter wären als in der Pubertät, wüssten Sie, dass es kein absolut Böses gibt außer als schwammige Begründung für jene Fanatiker, die sich als die absolut Guten halten.
Es gibt nur Menschen. Manche haben Größe und Weitsicht, andere (die meisten) sind primitive Kleingeister. Manche wollen Missstände verändern und aus allem das Positive herausfiltern, andere glauben sich berufen, im Kampf für oder gegen etwas eine Armee des Licht s aufzustellen und mit flammendem Schwert dagegen anzutreten.
Das wirklich Böse, also die zerstörenden Taten, beginnen meist damit, andere als das absolut Böse oder die Achse des Bösen oder den Erzfeind (Liste beliebeig erweiterbar) zu bezeichnen.
Es wird doch immer wieder behauptet, dass wirtschaftliche Entscheidungen zu einem hohen Prozentsatz auf Psychologie beruhen. Und sie sind davon abhängig, ob ich die Zukunft optimistisch oder pessimistisch sehe. Und kostenintensive Entscheidungen werde nur getroffen, wenn ersteres zutrifft. Und ist es da nicht Aufgabe von Politik und Wirtschaftsforschern positive Zukunftsaspekte zu betonen? Die Kunst dabei dürfte darin liegen, den Spagat zwischen Aufgabe und Glaubwürdigkeit zu treffen. Und das dürften die Wirtschaftsforscher immer noch besser können, als die Politiker. Sowohl in Österreich, als auch in der EU.
Es hat schon seine Gründe, weshalb Wahrsager nicht zu den als seriös anerkannten Berufen zählen. Nicht zuletzt deshalb, weil Prognosen ja selbst eine beeinflussende Kraft haben, je nachdem wie sehr man ihnen vertraut – was aber oft über das Unterbewußtsein läuft: das bekannte Phänomen der “self fulfilling prophecy”. Man kann seit 18 Monaten besonders flagrant beobachten, wie die jeweiligen “Wirtschaftsprognosen” keine zwei Wochen halten, bis sie “revidiert” werden müssen… Zuweilen wird diese “regulierende” Funktion von Prognosen wohl auch bewußt aktiviert. Da diese sich nun auch schon herumgesprochen hat, wird sie aber gleich wieder zahnlos, was dazu führt, daß Prognosen nur noch Chaos verursachen, vor allem, weil sie ideologisch gezielt eingesetzt werden. Einzig möglicher Ausweg: nicht darauf hören, Verstand einschalten und vernunftgemäß handeln. Angesichts der allgemeinen Verwirrung führt das oft auch nicht direkt zum Ziel, langfristig sollte es sich aber als erfolgreicher erweisen, als die weit verbreiteten unlauteren Manipulationsversuche.
Das wirklich Schädliche ist, dass die Börse mit ihren täglichen Milliardenbewegungen auf der Basis der Orakel von Wahrsagern und Astrologen, die sich heute “Finanzexperten” und “Wirtschaftsweise” nennen, agiert. Im Stundentakt wird gekauft und verkauft, geschachert und gehandelt auf der Basis der Aussagen von Leuten, die seriöse Geschäftsleute sein können oder auch Scharlatane.
Wie kann man Spekulationen vermindern? Vielleicht mit einer Vertragsfrist, wie sie jedem kleinen Fuzzi bei jedem unbedeutenden Handyvertrag, Stromvertrag, Gasvertrag, Mietvertrag etc. aufgezwungen wird: Wer Anteile kauft, darf diese frühestens nach 12 Monaten wieder verkaufen. Auf einmal wären für die Investoren langfristige Entwicklungen wieder von Interesse…
Prinzipiell d’accord. Aber es gibt solche und solche Spekulationen. Mir ist der Appell an Menschenverstand und Verantwortungsbewußtsein immer noch lieber als jegliche Regulierungswut…
@M.P.
Das stimmt schon, aber wer verantwortungsbewusst handelt zockt nicht in kurzfristigen Risikogeschäften herum und würde deswegen von einer Mindestanlagedauer auch nicht wirklich getroffen werden.
Es gilt, den Spielern das Handwerk zu legen und die Verantwortungsbewussten handeln zu lassen. An Hausverstand appeliere ich nicht mehr, wenn es um Billionen geht und das Wohl und Eigentum von Milliarden Menschen.
@Reinhard: Da sind wir schon auf einer Linie! So lange der Idealfall Utopie bleibt, sind Regelungen wohl notwendig. Aber auf möglichst niedrigem Niveau.
An der Wall St. gibt’s zwei Sorten von daytraders, Standard & Poor.
In der Wirtschaft ist es üblich, mit Plänen (Prognosen) zu arbeiten, welche sich aus verschiedenen Teilplänen ergeben, die wie Zahnräder ineinander greifen. Meist werden solche Ziele gemeinsam erstellt um später im Controlling bei Abweichungen notwendige Korrekturen und Gegensteuerungen vorzunehmen. Zweckoptimismus wie auch unrealistische Wunschvorstellungen sind dabei völlig fehl am Platz.
Ebenso sind die Interpretationen von solchen Zahlen meistens sehr unglaubwürdig (siehe z.B. die kürzlich gemachten Aussagen vom AMS-Chef Kopf über die guten Erfolge der Schulungsmaßnahmen bei den Arbeitslosen).
In der Politik – in diesem Fall bei den prognostizierten Budgetdefiziten der kommenden Jahre – werden diese Grundsätze völlig vernachlässigt und die Wirtschaftsforscher sind oft nur die Erfüllungsgehilfen der optimistischen und populistischen Politiker. Zu einer Prognose gehört immer auch dazu, mit welchen Maßnahmen und unter welchen Bedingungen man die gesteckten Ziele erreichen will. Diese Zusatzaussagen sind in Vorwahlzeiten – und die gibt es ja immer – unpopulär und werden daher auch nicht getätigt.
Natürlich hat niemand die Fähigkeit, mittels Glaskugel die Zukunft vorherzusagen, aber mehr Ehrlichkeit würde das Ansehen der verantwortlichen Politiker sicher verbessert werden.
Ich glaube an Statistiken nur mehr dann, wenn ich diese selbst manipuliert/gefälscht habe.
Illusionen sind Kraftnahrung unserer Träume. Politiker und ihre degustationsgezeichnete Seitenblickeentourage an aktiven und gescheiterten “Weltmeistern im Krenreiben” eingeschlossen. Übertroffen wird diese österreichische Spezialdisziplin nur noch vom im Schlepptau folgenden Troß an “Olympioniken der Amnesie”. Vergesslichkeit oder Schlendrian ist zum Glück nicht strafbar.
Die Salzburger Landeshauptfrau Burgstaller etwa räumt im mutmasslichen Selbstbedienungsladen Osterfestspiele auf. Die Ankündigung verleiht auch der Präsidentin der sommerlichen Festspiele, Frau Rabl-Stadler, Flügel. Könnt ja sein das auch dort der Wurm drinn ist. “Den Zuruf von Burgstaller über Klärung von Verflechtungen mit den Osterfestspielen hätte es nicht gebraucht”, verkündet sie treuherzig.
Und wir sind um eine Illusion reicher bzw. ärmer.
Statt des EU-Beitritts hätte Österreich eine verstärkte Kooperation mit der Schweiz eingehen sollen. Wie die Schweizer hätten wir uns mit bilateralen Abkommen mit der EU die Zuckerl herauspicken können.
Dieser “alpine Staatenbund” hätte die EU vor sich hertreiben können.
Und was hätte die Schweiz davon gehabt?
Nein, ernsthaft: der Schweiz gehört ja die halbe EU, da sind ganz andere Voraussetzungen. Und trotzdem sind die Schwierigkeiten so groß, dass ein Beitritt immer wieder diskutiert wird.
MfG phaidros.vie@gmail.com
@Phaidros
Ob die Schweiz einem solchen Ansinnen Österreichs zugestimmt hätte, kann ich auch nicht wissen. Aber unsere Politiker hätten es zumindest versuchen können und nicht einfach den teuersten Weg beschreiten sollen.
In der Schweiz gibt es natürlich auch Kreise, die sich von einem EU-Beitritt (finanzielle) Vorteile versprechen. Aber der Großteil der Schweizer ist klug.
Die Schweiz ist – ähnlich wie auch Norwegen – aufgrund der finanziellen Stärke noch kein EU-Mitglied. Daher hatte man bisher nur sehr günstige Abkommen mit der EU geschlossen, um nicht völlig isoliert zu sein. Es wird aber auch die Schweiz einmal zur EU gehören, vielleicht wird dies durch die aktuelle Bankenkrise sogar beschleunigt. Auch bei der UN-Mitgliedschaft dauerte es lange Zeit, bis sich die Schweiz voll angeschlossen hat.
Für mich hat die EU-Mitgliedschaft immer noch mehr Vor- als Nachteile. Natürlich sind wird alle aufgefordert, energisch gegen Fehlentwicklungen vorzugehen.
EU abschaffen? Nein. EU verbessern? Selbstverständlich. Auch in Österreich läuft ja vieles nicht wirklich gut (vieles übrigens schon). Das ist kein Grund, Österreich abzuschaffen oder “auszutreten”. Herausforderungen sind dazu da, bewältigt zu werden und immer auch Chancen zur Verbesserung.
Der EU passiert das gleiche wie dem “real existierenden Sozialismus”:
Eine glorreiche Idee, eine große Vision von ewigem Frieden und grenzenloser Freiheit, wird durch degenerierte und egozentrische Verwalterseelen in Grund und Boden reglementiert. Die Visionäre sind tot oder haben sich von der politischen Bühne verabschiedet, und die Zwerge die ihnen folgten kommen durch ihr konsequentes Gartenzaun-und-Freunderlwirtschafts-Denken mit den großen Ideen nicht klar. Die Verfolgung bzw. das Totschweigen Andersdenkender resultieren aus der Hilflosigkeit, aus dieser großen Idee kein Argument herauslösen zu können. Da kamen uns die Befürworter mit dem Edlinger-Tausender daher, der großer Schwachsinn war, aber die wirklichen Vorteile einer europäischen starken Einheit – innerer Frieden und Verteidigungsstärke nach außen – wurden nirgends erwähnt.
Die EU war und ist der Garant für ein Leben in Frieden. Das sollte uns etwas wert sein. Aber dass sie für die wirtschaftlich starken Mitglieder zu einem Ausgedinge für an heimatlicher Front jämmerlich versagende oder vom Volk in Wahlen abgewatschte Altpolitiker verwandelt wurde, anstatt sie durch starke und visionäre fortschrittliche Denker zu einem starken gesamteuropäischen Bollwerk zu verwandeln, hat die EU zu einem international zahnlosen Witzverein gemacht. Die einzige Stärke versuchen die abgewatschten Versager nun gegen ihre eigenen undankbaren Völker zu zeigen, vermutlich um sie dafür abzustrafen dass sie so dreist waren, sich ihrer zu entledigen.
So kann eine wirkliche Demokratie auf europäischer Ebene nicht entstehen. Denn dann würden genau jene ins Ausgedinge gelobte Altparteifunktionäre, die daheim vom Wähler verjagt wurden, auch aus der EU verjagt werden. Andererseits würde das auch durch die Kleingeistigkeit der Normalbürger nicht funktionieren: Auch hierzulande würden die Leute jeden Dummdodel in die EU-Regierung wählen, so er nur ein Österreicher ist, denn der falsch verstandene Patriotismus sieht lieber einen österreichischen Vollidioten an den Schalthebeln internationaler Macht als einen fähigen Italiener oder gar Tschechen.
Die EU ist nicht das “absolut Böse”; so eine Aussage ist religiös-fanatischer Nonsens und disqualifiziert sich von selbst. Die EU ist eine Institution und als solche weder gut noch böse, nur ihre Idee und ihr Zweck wurden von kleingeistigen Bürokratenseelen und unfähigen Politversagern pervertiert. Nicht “die EU” ist Schuld, sondern die Menschen, die immer wenn sie einen Futtertrog riechen sich benehmen wie die Schweine, und dann ist jedem noch so patriotisch daherkommenden Politiker das eigene Volk und der eigene Staat herzlich egal – im Endeffekt ist allen das Hemd näher als der Rock…
Ein Fan der EU-Idee und Gegner der dort gelebten Praxis.
Danke, das ist es auf den Punkt: Fan der europäischen Idee, Gegner der EU. Allein schon mangels Alternative müssen wir der EU allerdings die europäische Idee (erneut) einhauchen!
MfG phaidros.vie@gmail.com
Ich war immer EU-fan, zumindest bis vor ein, zwei Jahren. Aber diese Union ist ja nur ein Buerokratiemonster, voellig undemokratisch, sie hat Macht, wo sie keine haben sollte, und nichts zu reden, wo es eigentlich wichtig waere. Vielleicht bringt diese Krise die Politiker in Bruessel und in den Staatskanzleien zur Vernunft. Hoffnungen mach ich mir aber keine.
Ich bin nach wie vor EU-Fan. Nur, dass diese EU praktisvch nichts mehr mit der Idee gemein hat, deren Anhänger man sein kann.
MfG phaidros.vie@gmail.com
Ich war nie EU-Fan. Bei der Volksabstimmung war ich dagegen, weil mir die Befürworter zu sehr vom “Anschluss” träumten. Damals habe ich mich gefragt, ob wir denn das nötig hätten. In die EU streben ja wirklich nur Länder, die wirtschaftlich marode sind.
Alle Pro-Argumente waren erstunken und erlogen. Eines war z.B. auch, dass die EU allen Ländern Wohlstand bringe. Schon damals hat sich aber abgezeichnet, dass sich der Standard von etwa Spanien, Portugal, Griechenland nicht ändern würde. Miese Länder bleiben mies. Sie hängen nur am Tropf der Tüchtigen. Dadurch macht man aus ihnen große Staatsbetriebe, in welchen die Menschen wie Frührentner gehalten werden.
Auch die Euro-Einführung habe ich aus ähnlichen Überlegungen – der Nivellierung nach unten – abgelehnt. Auch damals hat man die Menschen nach Strich und Faden belogen.
Was soll das für ein “Projekt” sein, die EU? Wenn sie schon auf so vielen Lügen aufgebaut ist? Sie fördert die Globalisierung und sie zerstört zu diesem Zwecke systematisch die über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen und damit die Souveränität und Autarkie der Mitgliedstaaten. Immer mehr setzt sie ihre Wahnvorstellungen diktatorisch um, immer mehr werden die Menschen kontrolliert und überwacht. Die EU ist das absolut Böse.
Ferdinand, das Projekt EU soll erwirken, dass es den europäischen Staaten nie wieder möglch wird, Krieg gegeneinander zu führen!
Die Generationen unter 60 nehmen den Frieden einfach als selbstverständlichen, unveränderlichen Normalzustand wahr. Aber das ist er nicht!
Zum Wohlstand: malen Sie sich einmal wirklich aus, wo Österreich heute ohne EU stünde, (Tipp: die Schweiz ist kein gültiges Vorbild dafür)
Zum Euro: schon vorher war der Schilling auf Gedeih und Verderb mit 1:7 an die DM gekoppelt. Aus der DM wurden Euro – wann hatten wir also zuletzt eine eigene Währung? Das und nichts anderes ist die Lüge.
Selbstredend laufen die Dinge derzeit in der EU und ihren Organisationen in eine Richtung, die nicht erwünscht sein kann. Trotzdem ist sie alles andere als das absolut Böse, das ist – bei allem Respekt vor einer anderen Meinung – einfach nur lacherlich.
MfG phaidros.vie@gmail.com
@ Phaidros 4:34
Das ist es ja, was ich meine. Die EU hat sich in die falsche Richtung entwickelt. Mir waere ein Minimalstaat, der jedoch in diesen Angelegenheiten auch Zaehne hat, lieber, als diese Vorschriften-Union.
@Hr. Koller: das verstehe ich schon. Ich verstehe aber auch – nein: ich nehme zur Kenntnis, denn ich gehöre zu der Generation, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde – wie die Augen meines 86-jährigen Onkels (Historiker) aufleuchten, wenn er von Europa spricht und der ersten historischen Chance, den Krieg für immer von diesem Kontinent zu verbannen.
Wir haben einfach nicht das Recht, dieses Projekt in den Sand zu setzen. Das sind wir uns selbst, insbesondere aber den uns vorangegangenen und den uns nachfolgenden Generationen schuldig.
MfG phaidros.vie@wot.at
Phadros
Die EU ist KEIN Friedensprojekt, sondern das Gegenteil. Bald wird es eine EU-Armee geben und Österreich hat der Beitritt sofort die Neutralität gekostet.
Spätestens mit Beitritt der Türkei wird die EU blutig zerfallen, denn das undemokratische Zusammenpferchen unterschiedlicher Völker auf Kosten einiger weniger zahlenden hat noch nie geklappt.
Wo stünden wir heute ohne EU? Sicher dort, wo die Schweiz steht, die man aber gerade mal wieder zu ruinieren trachtet, s. Flucht der Anleger nach Asien. Auch die Mär, Österreich hätte sich wirtschaftlich nicht im vom Kommunismus zerstörten Osten engagieren können, ist Schwachsinn. Selbstverständlich könnten wir auch ohne EU Außenhandel betreiben. Wir hätten es aber nicht hinnehmen müssen, dass z.B. REWE und Spar ein de facto Monopol haben, hätten Schutzzölle und hohe Mauten für den Transit verlangen können.
Gegen eine ökonomische, ökologische und sicherheitspolitische Zusammenarbeit der Europäer wäre nie etwas einzuwenden gewesen. So hält es ja auch die Schweiz. Gegen eine politische Union aber, die es anstrebt, zur Weltmacht aufzusteigen, wehre ich mich ganz entschieden.
Ach übrigens, darüber ob es eine absolute Wahrheit gibt oder nicht, hatten wir uns den Kopf schon in der Pubertät zerbrochen. Ich bin längst weiter. Es gibt das Böse. Als die EU uns zwang, gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen (und damit Abhängigkeiten zu schaffen) und die Deutschen, Internetcasinos zu akzeptieren, da wusste ich es endgültig. Die EU ist das absolut Böse und jeder, der versucht, uns auf gleiche Weise zu belügen, gehört dazu.
Ich bin immer noch ein EU-Fan. Man darf nicht vergessen, dass das Ur-Prinzip der europäischen Gemeinschaft darin lag, durch wirtschaftliche Verflechtungen das traditionelle Feindpotential zwischen den Ländern abzubauen. Damit sind die unterschiedlichen Interessen der Mitgliedstaaten noch nicht verschwunden. Leider auch nicht die offenbar kulturell bedingten unterschiedlichen Einstellungen zur Währungs-Stabilität und zum Schulden machen. Ich habe meine Zweifel, dass Österreich im Alleingang dieselbe Reife afgebracht hätte, wie bisher die Schweiz.
Dass die EU nicht so gut funktioniert, wie es gedacht war, darf man nicht der Institution EU anlasten sondern wohl eher den Partikularinteressen der einzelnen Staaten. Ich bin aber zuversichtlich, dass die EU die Herausforderungen der Zukunft gegenüber den kommenden Wirtschaftsmächten China, Indien, Brasilien und immer noch USA eher meistern werden, als jeder einzelne EU-Staat für sich.
Österreich hat der Beitritt sofort die Neutralität gekostet.
Na, Gott sei Dank! Dieses “aber uns tut’s Ihr nix, weil wir sind neutral, gell?” ist einfach nur ein widerwärtiges Trittbrettfahren in Punkto Sicherheit bei anderen. Einer der vielen Gründe, warum wir nicht sonderlich beliebt sind im Ausland: weil wir uns nicht deklarieren.
Abgesehen davon, dass es im Anlassfall natürlich nicht funktionieren würde.
MfG phaidros.vie@gmail.com